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Lage im Nahen Osten

Trump jubelt über Iran-US-Abkommen – doch Experte schlägt Alarm: „Nicht mal der Anfang vom Ende“

Die USA und der Iran verständigen sich nach langen Verhandlungen auf ein Rahmenabkommen. Doch Experten warnen vor verfrühtem Optimismus.

Nach wochenlangen Verhandlungen haben die USA und der Iran ein Rahmenabkommen zur Beilegung ihres Konflikts vereinbart. Die Einigung wurde am Sonntag, dem 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump, bekannt gegeben und von beiden Seiten sowie dem Vermittler Pakistan bestätigt. Unterzeichnet werden soll das Abkommen, das zum Ende des Iran-Kriegs beitragen soll, am Freitag, dem 19. Juni, in Genf. Der genaue Wortlaut der Vereinbarung wurde bislang nicht veröffentlicht.

Auch US-Präsident Trump verkündet die Einigung auf ein Abkommen mit dem Iran. (Archivbild)

Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif erklärte auf der Plattform X, beide Seiten hätten die sofortige und endgültige Beendigung der Militäroperationen an allen Fronten vereinbart. Zudem soll auch der Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon beendet werden. Das Abkommen soll den Grundstein für weitere Verhandlungen legen, die unter anderem Teherans Atomprogramm zum Gegenstand haben. Binnen 60 Tagen soll demnach eine neue Vereinbarung über das iranische Nuklearprogramm ausgehandelt werden.

Abkommen zwischen USA und Iran in Sicht: Waffenruhe und weitere Verhandlungen

Im Zentrum des Abkommens zwischen den USA und dem Iran steht die für den weltweiten Öl- und Gashandel bedeutende Straße von Hormus. Die Meerenge soll erst nach der Unterzeichnung des Abkommens am Freitag wieder für den Schiffsverkehr freigegeben werden. Als Grund nannte Trump notwendige Arbeiten zur Minenräumung.

Im Gegenzug ordnete der US-Präsident nach eigenen Angaben an, die amerikanische Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufzuheben – eine der zentralen Forderungen Teherans. Trotz des noch ausstehenden Inkrafttretens fielen die Ölpreise kurz nach Bekanntwerden der Einigung deutlich; auch an den asiatischen Börsen in Japan, China und Südkorea zogen die Kurse nach Handelsbeginn an.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Die iranische Seite sieht in dem Abkommen derweil weit mehr als einen bloßen Waffenstillstand. Ein strategischer Berater des iranischen Verhandlungsführers erläuterte laut der halbstaatlichen iranischen Nachrichtenagentur Mehr News Agency in einer Audiobotschaft Details des 14-Punkte-Entwurfs. Demnach habe der Iran die USA erstmals dazu gebracht, Garantien auch im Namen Israels zu unterzeichnen – ein Arrangement, das Washington bislang stets abgelehnt habe.

Krieg in Nahost: USA und Iran einigen sich auf Abkommen – Teheran jubelt über Coup

„Die langfristige gemeinsame Strategie der USA und Israels war es, dass Washington Abkommen unterzeichnet, während Israel außen vor bleibt und seine Handlungsfreiheit bewahrt. Das haben wir in diesem Text nicht zugelassen“, sagte Mohammadi. Irans Verpflichtungen seien dabei strikt reziprok: Komme die Gegenseite ihren Pflichten nicht nach, werde auch Teheran seine Zusagen nicht einhalten – die Straße von Hormus bliebe dann geschlossen.

Im Bereich des Atomprogramms beschränkten sich die US-Forderungen laut Mohammadi ausschließlich auf hochangereichertes Uranmaterial; alle anderen Aspekte des iranischen Nuklearprogramms stünden nicht zur Debatte. Selbst eine mögliche Verdünnung des 60-Prozent-angereicherten Uranvorrats würde das Material im Land belassen – und könnte bei Bedarf rasch wieder auf höhere Anreicherungsstufen gebracht werden. Die Mehr News Agency ist eine halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur und gibt die iranische Perspektive auf den Vertragsentwurf wieder. Die US-Regierung hat den genauen Wortlaut bislang nicht bestätigt.

Folgen von Abkommen im Iran-Krieg: Unterzeichnung von Iran-US-Einigungen in der Schweiz

Wer das Abkommen am Freitag in Genf unterzeichnen wird, ist auf beiden Seiten noch nicht abschließend geklärt. Vizepräsident JD Vance sagte dem Sender Fox News: „Ich habe auf jeden Fall vor, dabei zu sein, aber es ist auch möglich, dass der Präsident selbst dabei sein wird.“ Eine gleichzeitige Auslandsreise beider ranghoher Vertreter gilt aufgrund üblicher Sicherheitsvorkehrungen als unwahrscheinlich.

Trump reist in dieser Woche ohnehin wegen des G7-Gipfels in das französische Évian an den Genfersee. Von iranischer Seite rechnet der Politikwissenschaftler Karim Sadjadpour von der Denkfabrik Carnegie entweder mit Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf oder mit Außenminister Abbas Araghtschi. „Aber ich bezweifle, dass das iranische Regime auf einen Fototermin aus ist, mit Umarmungen und einem Lächeln“, sagte Sadjadpour dem Sender CNN. „Das ist ein Regime, das nach wie vor zutiefst gekränkt ist.“

Dass Teheran den Deal bewusst verzögerte, deutet die Welt-Korrespondentin Stefanie Bolzen an: Der New York Times zufolge wartete Teheran bis Mitternacht iranischer Zeit, damit die Einigung nicht mit Trumps Geburtstagsfeier und dem UFC-Kampffest vor dem Weißen Haus zusammenfiel. Trump selbst hatte auf Truth Social geschrieben: „Viele Präsidenten haben versucht, Frieden mit dem Iran zu schließen – und alle vor mir sind gescheitert.“

Abkommen im Iran-Krieg stand auf der Kippe: Trump findet deutliche Worte – „War richtig angepisst“

In den Stunden vor der Bekanntgabe hatte die Einigung erneut auf der Kippe gestanden. Auslöser waren gegenseitige Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah: Einer Attacke auf den Norden Israels folgte ein israelischer Gegenangriff in Vororten von Beirut. Trump ermahnte daraufhin Israel öffentlich und rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Gegenüber Axios äußerte er sich scharf über Premier Benjamin Netanjahu: „Warum zum Teufel musste Bibi diesen Scheißangriff starten? Ich war richtig angepisst. Ich habe ihn das wissen lassen. Er hat absolut kein verdammtes Urteilsvermögen.“

Laut Vizepräsident Vance mehrten sich zu dieser Zeit Hinweise auf einen bevorstehenden schweren iranischen Angriff auf Israel. Im Rahmen der Gespräche sei es aber gelungen, Teheran von einem Gegenschlag abzubringen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien erklärten sich infolge der Einigung bereit, die Wiederaufnahme der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu unterstützen. In einer gemeinsamen Stellungnahme kündigten Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni „eine rein defensiv ausgerichtete, unabhängige Mission, um die Handelsschifffahrt zu ermutigen und Minenräumung durchzuführen“ an.

Merz forderte eine „zielstrebige“ Umsetzung des Abkommens und betonte: „Weitere Verhandlungen müssen in den nächsten Wochen sicherstellen, dass Iran sein militärisches Nuklearprogramm nachprüfbar beendet.“ Es dürfe auch keine weiteren Angriffe gegen Israel und andere Nachbarn in der Region geben.

US-Iran-Abkommen nur der Anfang: „Schwierige Fragen“ bleiben bestehen

Experten mahnen im Kontext des Iran-US-Abkommens zur Vorsicht. Richard Fontaine vom Center for a New American Security warnte: „Selbst wenn es Bestand hat, bleiben die schwierigen Fragen bestehen: das iranische Atomprogramm, die Unterstützung von Stellvertretern, Raketen und Drohnen sowie die Unterdrückung im Inland.“ Die im Rahmenabkommen ausgesparten Punkte seien genau die, die erst zum Krieg geführt hätten, schrieb er auf X. Das Abkommen sei „keinesfalls das Ende des Krieges, nicht einmal der Anfang vom Ende“. Auch Sadjadpour sieht in der Einigung noch kein Kriegsende: Vor allem der Konflikt im Libanon werde weiterhin eine Quelle von Spannungen bleiben.

Widerstand formiert sich auch im US-Kongress. Senator Lindsey Graham, bekannt als Iran-Hardliner, erklärte: „Ich bin einigermaßen beunruhigt darüber, dass der Iran das Abkommen offenbar anders interpretiert als das US-Verhandlungsteam.“ Er betonte, jedes Atomabkommen mit dem Iran werde „dem Kongress zur Prüfung vorgelegt und dort zur Abstimmung gestellt.“ Die Aufhebung von Sanktionen ist ohnehin nur mit Zustimmung des US-Kongresses möglich – eine weitere strukturelle Hürde für den Prozess. Trump selbst setzte für die Aushandlung eines vollständigen Nuklearabkommens nur 60 Tage an – eine Frist, die Beobachter als extrem ambitioniert einstufen: Dem von Barack Obama 2015 ausgehandelten Nukleardeal gingen Jahre der Gespräche voraus. (Quellen: dpa, Welt, New York Times, Mehr) (fbu)

Rubriklistenbild: © Mark Schiefelbein/AP/dpa

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