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USA und Iran-Konflikt

Hegseth und der Iran-Krieg: Trump sucht Sündenbock im Weißen Haus

Donald Trump belastet Verteidigungsminister Pete Hegseth schwer. Im Streit um den Iran-Krieg deutet vieles auf ein neues Manöver hin.

US-Präsident Donald Trump hat seinen Verteidigungsminister Pete Hegseth im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran erneut öffentlich belastet. Bei einem Auftritt im Oval Office stellte Trump Hegseth als einen derjenigen dar, die ein Ende des Konflikts nicht gewollt hätten. Damit schiebt der Präsident zum wiederholten Mal zentrale Verantwortung für den Verlauf des Krieges an seinen Minister weiter.

US-Präsident Donald Trump verfolgt im Oval Office die Vereidigung von Markwayne Mullin, während Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht. Bei diesem Termin belastete Trump seinen Minister mit neuen Aussagen zum Iran-Krieg.

Trump sagte wörtlich, Hegseth habe nicht gewollt, „dass [der Krieg] beigelegt wird“. Schon am Montag hatte der Präsident erklärt, Hegseth sei der „Erste“ gewesen, der bei Beratungen im Weißen Haus einen Angriff auf den Iran vorgeschlagen habe. Der Eindruck ist klar: Trump versucht, sich selbst als übergeordnete Instanz darzustellen und zugleich mögliche politische Verantwortung nach unten weiterzureichen.

Trump belastet Hegseth im Streit um den Iran-Krieg

Bei einer Veranstaltung in Tennessee schilderte Trump die damalige Beratungssituation noch konkreter. „Pete, ich glaube, du warst der Erste, der sich zu Wort gemeldet hat, und du hast gesagt: ,Lass es uns tun, denn man kann ihnen keine Atomwaffe lassen‘“, sagte Trump dem Bericht zufolge in Anwesenheit von Hegseth. Der Verteidigungsminister wird damit von Trump selbst als früher und entschlossener Fürsprecher eines militärischen Vorgehens dargestellt.

Das passt zu dem Bild, das frühere Weggefährten von Hegseth zeichnen. Sein früherer Pressesprecher John Ullyot beschrieb ihn laut The Telegraph als Selbstdarsteller mit einer „Neigung zu Performancekunst“. Hegseth selbst habe seine harte Linie in dem Konflikt mehrfach demonstriert, unter anderem mit Drohungen, „Tod und Zerstörung vom Himmel“ regnen zu lassen, und mit der Behauptung, die USA würden „den Feind zerschmettern“.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Pete Hegseth steht laut Bericht nicht immer auf Trump-Linie

Allerdings deutet der Bericht auch auf Spannungen zwischen Trump und Hegseth hin. So sagte der Verteidigungsminister am 8. März in der CBS-Sendung 60 Minutes, der Krieg habe „gerade erst begonnen“. Nur wenige Stunden später erklärte Trump hingegen, der Konflikt könne „sehr bald“ enden.

Diese Widersprüche nähren Spekulationen, dass Hegseth im Machtzentrum der US-Regierung zunehmend unter Druck gerät. Bei der Sitzung im Oval Office am Dienstagnachmittag, bei der Senator Markwayne Mullin als Nachfolger von Kristi Noem für das Amt des Heimatschutzministers bestätigt wurde, legte Trump noch einmal nach. Der Präsident machte dabei weitere rätselhafte und weitreichende Aussagen zum Kriegsverlauf.

Trump spricht von „großem Geschenk“ im Iran-Krieg

Trump behauptete, der Iran habe den USA ein „großes Geschenk“ gemacht. „Sie haben uns ein Geschenk gemacht und das Geschenk ist heute angekommen. Und es war ein sehr großes Geschenk, unglaublich viel Geld wert. Und ich werde Ihnen nicht sagen, was dieses Geschenk ist, aber es war ein sehr bedeutender Preis“, sagte Trump laut The Telegraph. Was genau er damit meinte, ließ der Präsident offen.

Zugleich erklärte Trump, die USA hätten „den Krieg gewonnen“ und sogar einen Regimewechsel erreicht. „Ich sage das nicht gern. Wir haben das mit diesem gewonnen“, sagte der Präsident demnach zu Reportern. Außerdem behauptete er: „Der Krieg ist gewonnen. Der Einzige, der ihn weiterlaufen lassen will, sind die Fake News.“

Bericht: Trump könnte Hegseth als Sündenbock aufbauen

Nach Informationen von The Telegraph war intern schon zuvor darüber gesprochen worden, dass Hegseth bei sinkender Zustimmung zum Krieg zum politischen Blitzableiter werden könnte. „Es ist sehr gut möglich, dass Präsident Trump ihn in Stellung bringt“, sagte ein ehemaliger Mitarbeiter des Trump-Weißen Hauses der Zeitung bereits Anfang des Monats. Die jüngsten Aussagen des Präsidenten passen zu genau diesem Muster.

Auch aus dem Pentagon kam dem Bericht zufolge eine ähnliche Einschätzung. Eine Quelle sagte, Hegseth könne einen Teil der Kritik am Krieg deshalb abfedern, weil er „so völlig überdreht und abgekoppelt von dem wirkt, was Präsident Trump wirklich denkt“. Damit wäre der Verteidigungsminister aus Sicht des Weißen Hauses ein naheliegender Kandidat, um politische Schäden von Trump fernzuhalten.

Kristi Noem dient als warnendes Beispiel für Trumps Kurs

Wie schnell Trump enge Vertraute fallenlassen kann, zeigt laut Bericht der Fall Kristi Noem. Trump entließ die Heimatschutzministerin am 5. März, nachdem eine schwere Einwanderungsoperation in Minneapolis eskaliert war und zwei US-Bürger von Bundesagenten erschossen wurden. Der Präsident versuchte danach offenbar, auf Distanz zu den Vorgängen zu gehen.

Dem Bericht zufolge widersprach Trump später Behauptungen von Noem und anderen Regierungsvertretern, einer der Getöteten sei ein „inländischer Terrorist“ gewesen. Zusätzlich soll Trump verärgert gewesen sein, als Noem erklärt habe, er habe eine aufwendige Werbekampagne mit ihr auf einem Pferd in den Bergen gebilligt. Zwei Tage später war sie aus dem Amt verschwunden.

Iran-Krieg verschärft Machtkampf im Weißen Haus

Die Aussagen des Präsidenten legen damit nahe, dass der Iran-Krieg längst nicht nur ein außenpolitischer Konflikt ist. Er ist auch Teil eines Machtkampfes innerhalb der Trump-Regierung, bei dem Loyalität, öffentliche Wirkung und politische Absicherung eine zentrale Rolle spielen. Hegseth steht dabei nun sichtbar im Fokus.

Ob Trump seinen Verteidigungsminister am Ende tatsächlich fallen lässt, bleibt offen. Doch die öffentliche Distanzierung des Präsidenten ist unübersehbar. Gerade weil Trump Hegseth erst als Antreiber des Angriffs und nun als Gegner eines Kriegsendes darstellt, wächst der Eindruck, dass im Weißen Haus bereits die Suche nach einem Verantwortlichen läuft. (Dieser Artikel von Ben Stockton entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)

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