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Mögliche Eskalation?
Irans Armee in höchster Alarmbereitschaft – Saudi-Arabien mit brisanter Kehrtwende
Nach Trumps Drohungen ist die iranische Armee alarmiert. Explosionen sorgen für Aufregung. Angesichts der Spannungen macht ein Land eine Kehrtwende.
Nach erneuten militärischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat der Iran seine Streitkräfte in den höchsten Alarmzustand versetzt. Der iranische Armeechef Amir Hatami erklärte am Samstag, die iranischen Truppen befänden sich „in voller Verteidigungs- und Kampfbereitschaft“. Gleichzeitig richtete er eine deutliche Warnung an die USA und sprach von einem möglichen „Fehler“, der gravierende sicherheitspolitische Folgen haben könne.
Eine F/A-18F Super Hornet der US-Navy startet vom Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Das Militärschiff befindet sich im Arabischen Meer. Trump bereitet einen möglichen Militärschlag gegen den Iran vor. Aufnahmedatum: 28. Januar.
„Wenn der Feind einen Fehler macht, wird dies zweifellos seine eigene Sicherheit, die Sicherheit der Region und die Sicherheit des zionistischen Regimes gefährden“, sagte Hatami. Mit dem Begriff „zionistisches Regime“ bezeichnet Teheran Israel, mit dem der Iran seit Jahrzehnten verfeindet ist und um politischen sowie militärischen Einfluss im Nahen Osten ringt.
Wie in Venezuela? US-Präsident Donald Trump fährt Flotte auf – und droht mit Militärschlag
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Drohungen gegen den Iran erneut verschärft. Die USA könnten erneut angreifen, falls sich Teheran einem neuen Atomabkommen verweigere. Trump verwies dabei auf eine massive militärische Präsenz der USA in der Region: „Wir haben eine große Armada, Flotte, nennen Sie es wie sie wollen, die gerade Kurs auf den Iran nimmt, sogar größer als das, was wir in Venezuela hatten“, sagte Trump am Freitag (30. Januar). Für einen möglichen Angriff liegen aktuell offenbar drei verschieden extreme Optionen auf dem Tisch. Ob er bei einem Scheitern der Verhandlungen einen ähnlichen militärischen Zugriff plane wie zuvor in Venezuela, ließ Trump auf Nachfrage offen.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran
Teheran signalisiert den USA Gesprächsbereitschaft zum Atomprogramm – und droht mit Gegenschlag
Parallel zu den militärischen Drohgebärden zeigte sich Trump überzeugt, dass Teheran letztlich einem neuen Abkommen zustimmen werde. „Ich kann eines sagen, sie wollen einen Deal vereinbaren“, erklärte er im Weißen Haus. Nach einer Frage, ob Trump eine mögliche Frist für ein Abkommen zu Irans Atom- und Raketenprogramm habe, sagte der US-Präsident: „Ja, das habe ich“ – nannte jedoch keinen konkreten Zeitpunkt. Dieser sei ausschließlich dem Iran bekannt.
Die US-Drohungen stehen im direkten Zusammenhang mit den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, das Washington seit Jahren als sicherheitspolitische Bedrohung einstuft. Kurz zuvor hatte sich die iranische Regierung grundsätzlich offen für neue Gespräche gezeigt. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte bei einem Besuch in Istanbul, eine Wiederaufnahme der Verhandlungen sei möglich. Diese dürften allerdings nur unter klaren Voraussetzungen stattfinden: Die Gespräche müssten „fair und auf Augenhöhe“ geführt werden und dürften keine Verhandlungen über Irans Raketenarsenal oder Verteidigungsstrukturen beinhalten.
Inmitten Spannungen mit den USA: Iran plant Marinemanöver – Saudi-Arabien vollzieht Kehrtwende
Konkrete Planungen für ein Treffen mit US-Vertretern existieren nach seinen Angaben bislang jedoch nicht. Inmitten der Spannungen mit den USA hat die iranische Revolutionsgarde ein dreitägiges Marinemanöver unter dem Namen „Sicherheitsgürtel“ im Persischen Golf geplant. Auch China und Russland sollen an dem Manöver teilnehmen. Zusätzlich sprach der Oberbefehlshaber der iranischen Armee, Amir Hatami, laut Al Jazeera von einem „einzigartigen“ Erkenntnisgewinn durch den sogenannten 12-tägigen Krieg, als die USA den Iran zuletzt angegriffen hatten. Der Iran drohte im Fall eines erneuten Angriffs mit Abschreckungsmaßnahmen.
Angesichts der US-Drohungen vollzog Saudi-Arabien intern offenbar einen Richtungswechsel. Wie mehrere Quellen gegenüber Axios berichten, erklärte Verteidigungsminister Prinz Khalid bin Salman (KBS) bei Gesprächen in Washington, dass das iranische Regime am Ende eher gestärkt werde, wenn US-Präsident Trump seine militärischen Drohungen nicht umsetze. Diese Position stellt eine deutliche Kehrtwende zur bisherigen saudischen Linie dar, die öffentlich vor einer Eskalation gewarnt hatte. Hintergrund ist womöglich, dass Riad eine militärische US-Operation so oder so für wahrscheinlich hält und sich nicht als Gegner positionieren möchte.
Inmitten der Spannungen mit den USA: Explosion in Bandar Abbas – mehrere Verletzte
Zusätzlich zu den politischen und militärischen Spannungen kam es in der Hafenstadt Bandar Abbas an der iranischen Golfküste zu einer schweren Explosion. Medienberichten zufolge wurden mehrere Menschen verletzt, eine Person starb. Nachdem zunächst Spekulationen über einen möglichen Angriff kursierten, erklärte die Feuerwehr am Abend, ein Gasleck sei die Ursache der Explosion gewesen.
Doch es war nicht die einzige Stadt, in der sich Explosionen ereignet hatten. Laut iranischen Medienberichten sprach der Feuerwehrchef der Stadt Ahwas im Südwesten des Iran von einer Gasexplosion. Dabei sollen vier Menschen gestorben sein. Augenzeugen berichteten auch von einer Explosion und aufsteigendem Rauch nahe der iranischen Hauptstadt Teheran. Auch die iranischen Revolutionsgarden dementierten zuvor Gerüchte, wonach Marineeinrichtungen an der Golfküste Ziel von Angriffen geworden seien. (Quellen: AFP, Axios, Al Jazeera, eigene Recherche) (lismah)