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US-Angriff auf den Iran?
Iran-Eskalation droht: Trump prüft Militärschlag – Wohl drei Optionen auf dem Tisch
Die USA erwägen verschiedene Szenarien gegen den Iran. Der Iran kündigt derweil Vergeltung bei Angriffen an. Die Spannungen nehmen zu.
Seit Tagen bauen die USA eine Drohkulisse gegenüber dem Iran auf. Könnte es demnächst auch zu einem US-Angriff kommen? Nach eigenen Angaben hofft Donald Trump, einen Militärschlag vermeiden zu können. Dennoch hat der US-Präsident am Donnerstag (29. Januar) noch einmal die Stärke der USA betont. „Wir sind stark, wir sind finanziell mächtig und wir sind militärisch mächtig“, sagte er der AFP zufolge. „Wir haben gerade viele sehr große, sehr mächtige Schiffe, die zum Iran fahren, und es wäre großartig, wenn wir sie nicht einsetzen müssten.“
Droht eine Eskalation im Iran? Für viele Exilanten ist US-Präsident Donald Trump ein Hoffnungsträger, genauso wie Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs.
Die USA hatten nach der brutalen Niederschlagung der jüngsten Proteste im Iran einen neuen Militäreinsatz gegen das Land nicht ausgeschlossen und Kriegsschiffe wie den US-Flugzeugträger USS „Abraham Lincoln“ in die Region entsandt. Trump hatte zuletzt stolz von einer ganzen „Armada“ gesprochen. Bei dem brutalen Vorgehen der staatlichen Einsatzkräfte gegen Demonstranten wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hrana 6479 Menschen getötet, einige Schätzungen gehen demnach sogar von bis zu 30.000 Toten aus.
Drei militärische Szenarien im Pentagon besprochen
Trump hält offenbar verschiedene militärische Optionen gegen das Mullah-Regime bereit, während gleichzeitig diplomatische Gespräche ins Auge gefasst werden. Dies geht aus einem Bericht der New York Times hervor, der drei konkrete Szenarien benennt, die im Weißen Haus diskutiert werden:
Trump könnte US-Bodentruppen in den Iran entsenden: Das wäre die riskanteste Option. Die Bodentruppen könnten die Teile der iranischen Nuklearanlagen zerstören, die den US-Luftangriffen vom Juni 2025 standgehalten haben. Diese Option birgt jedoch erhebliche Risiken, da sich Trump selbst an die gescheiterte Geiselbefreiung von 1980 unter Präsident Jimmy Carter erinnert – ein warnendes Beispiel für die Gefahren von Militäroperationen auf iranischem Boden.
Gezielte Angriffe auf die iranische Führung: Diese Option wäre mit dem Ziel verbunden, das Regime von Ayatollah Ali Khamenei zu schwächen oder zu stürzen. Unklar bleibt jedoch, ob mögliche Nachfolger kooperativer gegenüber den USA wären.
Gemeinsame US-israelische Luftschläge gegen Irans Raketenprogramm: Diese Option wird von Israel favorisiert. Nach Geheimdienstinformationen hat der Iran seine Raketenkapazitäten seit dem zwölftägigen Konflikt mit Israel im Juni größtenteils wieder aufgebaut.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran
Iran-USA-Konflikt: Diplomatie als bevorzugte Lösung?
Trotz der militärischen Drohgebärden signalisierte Trump Gesprächsbereitschaft. Auf die Frage nach möglichen Verhandlungen mit Teheran antwortete er laut Reuters: „Das habe ich vor, ja.“ Trump äußerte sich jedoch nicht näher zur Art oder zum Zeitpunkt eines Dialogs. Er sagte auch nicht, wer die Verhandlungen für die USA führen würde.
Pentagon-Chef Pete Hegseth erklärte unterdessen, das Militär sei bereit, „alles umzusetzen, was der Präsident vom Kriegsministerium fordert“. Eine Sprecherin des Weißen Hauses betonte gegenüber der New York Times jedoch, Trump hoffe, „dass keine Maßnahmen erforderlich sein werden“. Sie warnte aber, das iranische Regime solle besser „eine Einigung erzielen, bevor es zu spät“ sei.
Iran-USA-Konflikt: Drei zentrale US-Forderungen an Iran
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten sich in den vergangenen Wochen nach der blutigen Niederschlagung von Protesten durch die iranischen Behörden verschärft. Die landesweiten Demonstrationen haben inzwischen jedoch nachgelassen. Trump hatte zudem mit einem Eingreifen gedroht, sollte Teheran sein Atomprogramm nach Luftangriffen israelischer und US-amerikanischer Streitkräfte auf wichtige Atomanlagen im Juni wieder aufnehmen.
Nach Angaben der New York Times stehen drei konkrete Forderungen an den Iran im Raum: Trump verlangt vom Iran, auf eine Urananreicherung vollständig zu verzichten und die bestehenden Vorräte zu entsorgen. Außerdem fordern die USA, dass der Iran die Anzahl und Reichweite seiner ballistischen Raketen begrenzt. Darüber hinaus soll das Mullah-Regime nach dem Willen der Trump-Regierung ihre Unterstützung für Stellvertretergruppen im Nahen Osten einstellen, einschließlich Hamas, Hisbollah und der Huthi-Rebellen im Jemen. Das lehnt die Führung in Teheran laut Informationen des US-Fernsehsenders CNN ab.
Irans Armeesprecher droht USA mit sofortigem Gegenschlag
Unterdessen hat Irans Armeesprecher die USA vor einem Angriff gewarnt und mit einem sofortigen Gegenschlag gedroht. „Bei jedem noch so kleinen Angriff wird der Iran reagieren – mit möglicherweise für die USA unerwünschten Folgen“, sagte Amir Akraminia laut der den Islamischen Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagentur Tasnim.
Akraminia erklärte, iranische Streitkräfte könnten US-Stützpunkte mit Drohnen, Raketen und anderen Waffen angreifen. Ein militärischer Konflikt werde sich nicht auf einen kurzen Zeitraum begrenzen lassen, vielmehr könne sich der Konflikt auf die gesamte Region Westasien ausweiten – von Israel bis zu Ländern mit US-Stützpunkten.
Der Sprecher warf den USA eine „Kanonenbootpolitik des 18. und 19. Jahrhunderts“ vor, mit der versucht worden sei, andere Staaten zu Zugeständnissen zu zwingen. (Quellen: New York Times, CNN, Reuters, AFP, dpa, Tasnim) (cs)