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Wer ist verantwortlich?

Hitzewelle in Deutschland – Bund und Kommunen streiten über Maßnahmen

Wer ist für Maßnahmen zum Schutz vor extremer Hitze in Deutschland verantwortlich? Das Umweltministerium sieht die Kommunen in der Pflicht – die klagen über zu wenig Geld.

Berlin – Es ist heiß in Deutschland – sogar extrem heiß. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für die kommenden Tage in beinahe ganz Deutschland Warnungen vor Hitze, beziehungsweise extremer Hitze herausgegeben. Das bedeutet: Höchsttemperaturen von bis zu 40 Grad Celsius.

Wie gefährlich die extremen Temperaturen für Menschen in Deutschland sein können, beschreibt der DWD auf seiner Webseite: „Im Sommer 2003 haben Hitzewellen in Europa schätzungsweise 35.000 bis 50.000 Menschen das Leben gekostet. Einige Tausend Menschenleben waren auch in Deutschland zu beklagen.“ Auch die Nichtregierungsorganisation Greenpeace warnt vor den aktuell hohen Temperaturen und davor, dass diese künftig im Zuge des Klimawandels immer häufiger werden könnten. „Monatliche Hitzerekorde auf der ganzen Welt treten heute fünfmal häufiger auf, als es bei einem stabilen Klima der Fall wäre“, wird dazu Stefan Rahmsdorf, Co-Leiter der Abteilung Erdsystemanalyse, von Greenpeace zitiert.

Extreme Hitze in Deutschland – Umweltministerium sieht Länder und Kommunen in der Pflicht

Das Bündnis Hitzeaktionstag fordert aufgrund der Temperatur-Belastungen in Deutschland die Bundesregierung zum Handeln auf. „Ein gemeinsames Vorgehen erfordert konsequentes Handeln auf allen Ebenen und verlangt klare Verantwortlichkeiten, ausreichende Ressourcen und eine wirksame Einbindung aller relevanten Akteure und Akteurinnen“, heißt es auf der Webseite des Aktionstages. Die Forderungen umfassen etwa mehr Einsatz bei der Einhaltung von gesetzlich festgelegten Klimazielen, die Umsetzung neuer Hitzeschutzstrategien, mehr Unterstützung durch Bund und Länder beim Hitzeschutz, oder die Integration des Hitzeschutzes in den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.

Cannabis, Trump-Attentat und Nawalny-Tod: Das war das Jahr 2024 in Bildern

Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto Aktionstag Hand in Hand – Wir Sind Die Brandmauer gegen Rechtsextremismus
Gleich im Januar begann das Jahr mit einem politischen Paukenschlag. Das Medienhaus Correctiv veröffentlicht eine Recherche über ein Geheimtreffen in Potsdam in der Villa Adlon. Mittendrin die AfD, Neonazis wie der österreichische rechtsextreme Martin Sellner und andere. Das aufgedeckte Geheimtreffen löste in Deutschland eine Protestwelle gegen die AfD aus. © IMAGO/bildgehege
Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto Aktionstag Hand in Hand. Proteste nach dem Geheimtreffen von Potsdam
Tausende Menschen in Deutschland setzten ein Zeichen gegen rechts und gingen Anfang 2024 auf die Straße. Das Geheimtreffen fand dabei bereits Ende 2023 statt. Correctiv veröffentlichte seine Recherchen jedoch im Januar 2024. Bei dem Treffen stellte Martin Sellner seinen „Masterplan zur Remigration“ vor.  © IMAGO/bildgehege
Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto Aktionstag Hand in Hand. ID-Fraktion schließt AfD aus.
Auch vor dem Bundestag demonstrierten die Menschen gegen die AfD und rechte Strömungen in Deutschland. Selbst die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen forderte die AfD auf, sich klar von dem Konzept der Remigration zu distanzieren. Die ID-Fraktion der rechten Parteien im Europaparlament distanzierten sich zunehmend von der AfD, wodurch es letztlich zum Bruch der europäischen Rechten kam. © IMAGO/bildgehege
Kremlgegner Alexej Nawalny
Kremlgegner Alexej Nawalny starb am 15. oder 16. Februar im russischen Strafgefangenenlager in Sibirien. Es wird vermutet, dass es sich um eine gezielte Hinrichtung durch Wladimir Putin handelte. Bereits 2020 verübte der FSB einen Giftanschlag auf Nawalny mit dem berüchtigten Nervenkampfstoff Nowitschok. © Pavel Golovkin
Nach der Beerdigung von Kremlgegner Nawalny – Russland
In Russland löste der Tod des schärfsten Putin-Kritikers eine stille Protestwelle aus. Tausende Russinnen und Russen gedachten Nawalnys.  © Uncredited/AP
Vom 15. bis 17. März konnte die russischen Bürgerinnen und Bürger ihren Präsidenten wählen
Im Superwahljahr 2024 wurde auch in Russland gewählt. Vom 15. bis 17. März konnten die russischen Bürgerinnen und Bürger ihren Präsidenten wählen. Von demokratischen Wahlen konnte dabei jedoch keine Rede sein. Außer dem Autokraten Wladimir Putin waren nur Kandidaten der Systemopposition wählbar. Die Präsidentschaftswahl wurde zur Scheinwahl. © NATALIA KOLESNIKOVA
RUSSIA, MOSCOW - MAY 7, 2024: Russia s President Vladimir Putin takes his oath of office during an inauguration ceremony
Wladimir Putin gewannt die Scheinwahl in Russland mit 88,5 Prozent der Stimmen. Die Putin-treuen Gegenkandidaten hatten keine Chance. Am 7. Mai wurde Putin erneut als Präsident von Russland für die nächsten sechs Jahre eingeschworen – seine fünfte Amtszeit als Präsident.  © IMAGO/Vyacheslav Prokofyev
Bundesrat Karl Lauterbach für Cannabis legalisierung
Im April war es so weit: Der Weg zur Teillegalisierung von Cannabis war frei. Der Bundesrat stimmte dem Gesetz zur Legalisierung der Pflanze zu. Zunächst setzten sich vor allem die Grünen und die FDP für eine Legalisierung ein, bis sich auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) für eine Entkriminalisierung aussprach. © Bernd von Jutrczenka
04.05.2024, Global Marijunana March, Nürnberg: Zum globalen Marijuana March gingen in Nürnberg auf die Straße
In ganz Deutschland feierten die Menschen die Legalisierung von Cannabis mit Paraden. So gingen in Nürnberg ca. 350 Bürgerinnen und Bürger auf die Straße und freuten sich über die Entkriminalisierung der Pflanze. © IMAGO/Moritz Schlenk
Gleich im Mai ging es mit einem fehlgeschlagenen Attentatsversuch auf den slowakischen Regierungschef Robert Fico weiter. Mindestens fünfmal schoss ein Schütze auf den Ministerpräsidenten. Fico überlebte das Attentat, schwebte jedoch zeitweise in akuter Lebensgefahr.
Im Mai ging es mit einem fehlgeschlagenen Attentatsversuch auf den slowakischen Regierungschef Robert Fico weiter. Mindestens fünfmal schoss ein Schütze auf den Ministerpräsidenten. Fico überlebte das Attentat, schwebte jedoch zeitweise in akuter Lebensgefahr. © ANDRE BORGES
Slowakischer Regierungschef angeschossen - Jahreschronik 2024
Ein Bild vom Geschehen: Der slowakische Ministerpräsident wurde nach dem versuchten Attentat von seinen Leibwächtern ins Regierungsfahrzeug gebracht. Bei dem mutmaßlichen Schützen handelte es sich um einen 71 Jahre alten Mann, der wohl aus politischen Motiven gehandelt hatte.  © Radovan Stoklasa
Mann mit EU-Flagge
Im Juni war es für Europa so weit: Die Europawahl stand an. Am 9. Juni wurde ein neues europäisches Parlament gewählt. Die politische Mitte behielt nach der Wahl die Mehrheit. Ursula von der Leyen (CDU) wurde im Juli erneut zur Kommissionspräsidentin gewählt. © Julia Steinbrecht
AfD-Politiker Maximilian Krah
Auch bei der Europawahl kam die AfD nicht ohne Skandale aus. AfD-Spitzenkandidat Maximilian Krah sah sich schwerer Vorwürfe ausgesetzt. Mitarbeiter Krahs wurden der Spionage für Russland und China bezichtigt. Gegen Krah selbst wurde wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. © Britta Pedersen
Meitingen, Bavaria, Germany - August 3, 2024: Maximilian Krah, politician of the AfD - Alternative for Germany, visiting
Trotz der Skandale gewann Krah sein Mandat bei der Europawahl und zog erneut ins Europäische Parlament ein. Die AfD trennte sich jedoch von dem Politiker – zumindest teilweise. Krah wurde von der AfD-Delegation im Europäischen Parlament ausgeschlossen. Aufgrund einiger Kontroversen Aussagen Krahs wollte auch das rechtspopulistische Rassemblement National nicht mehr mit der AfD zusammenarbeiten. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Donald Trump Attentat Butler Pennsylvania.
Das zweite versuchte Attentat auf dieser Liste: Donald Trump entging in Butler im US-Bundesstaat Pennsylvania am 13. Juli bei einer Wahlkampfveranstaltung nur knapp dem Tod. Und streckte einige Momente später siegessicher die Faust gen Himmel. © Gene J. Puskar
Bilder des Jahres 2024, News 07 Juli News Themen der Woche KW28 News Bilder des Tages (240714) -- PENNSYLVANIA , July 14
Abgeschirmt vom Secret Service, wurde Trump schnell zu seinem Wagen eskortiert. Täter war der 20 Jahre alte Thomas Matthew Crooks, der nach acht Schüssen auf Trump von dessen Sicherheitsteam erschossen wurde. Trump wurde am rechten Ohr leicht verletzt, ein Zuschauer wurde tödlich verwundet. © IMAGO/Xin Hua
Syndication: Journal Sentinel Republican presidential nominee Donald J. Trump and Melania Trump during the final day of
Allein das große weiße Pflaster am rechten Ohr erinnerte am Parteitag der Republikaner an das versuchte Attentat. Donald Trump ließ sich als Kämpfer feiern und sagte, Gott habe ihn vor der Kugel gerettet, die nur um Haaresbreite seinen Kopf verfehlt hatte. © IMAGO/William Glasheen
United States President Joe Biden walks into the Blue Room after delivering remarks on the US Supreme Courts Presidentia
Und weiter ging es mit der US-Wahl. Ende Juli kam es nach dem Attentat auf Trump direkt zum nächsten historischen Moment. Präsident Joe Biden zog sich vom Wahlkampf zurück – und ließ seiner Vizepräsidentin Kamala Harris den Vortritt. © IMAGO/Samuel Corum via CNP
Kamala Harris Präsident Joe Biden
Kamala Harris sollte die Demokraten zum Sieg bei der US-Wahl führen. Und zunächst sah es für die Vizepräsidentin auch gut aus. Nachdem sie den Wahlkampf von Biden übernommen hatte, breitete sich unter den Demokraten eine Euphorie aus – doch so einfach sollte es nicht werden.  © Mark Schiefelbein
2024 LANDTAGSWAHL Thüringen
Und die nächste Wahl stand an. In Deutschland wurde im September in Thüringen, Sachsen und Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. In Thüringen wurde die AfD zur stärksten Kraft – unter Führung des rechtsextremen Björn Höcke.  © SaschaxFromm
Wahl Landtagswahl Poitik 22.09.2024 Potsdam Landeseshauptstadt Brandenburg Landtagswahlen SPD Wahlparty Wahlsieger SPD
In Brandenburg bei der Landtagswahl am 22. September konnte sich die SPD freuen. Mit über 33 Prozent wurde sie stärkste Kraft vor der AfD. Dietmar Woidke wurde nach dem Wahlsieg erneut zum Ministerpräsidenten vom Landesparlament gewählt. © IMAGO/Eberhard Thonfeld
NEW YORK, NY - NOVEMBER 06: A screen shows portraits of two presidential candidates Donald Trump (red), former President
Am 5. November war es dann auch für die USA so weit. Die Präsidentschaftswahl stand an. Donald Trump gegen Kamala Harris. Anfänglich sah es in den Umfragen noch gut für Harris aus, doch je näher die Wahl rückte, desto mehr Chancen wurden dem Republikaner Donald Trump eingeräumt.  © IMAGO
US-Wahlen 2024 - Trump
Noch in der Wahlnacht feierte Donald Trump seinen Sieg. Denn schnell war klar, wer die US-Wahl gewonnen hatte. Die Swing States fielen einer nach dem anderen an Donald Trump. Am 23. Januar wird Trump offiziell sein Amt als 47. Präsident der Vereinigten Staaten antreten. © Alex Brandon
US-Wahlen 2024 - Harris
Donald Trump gewann die US-Wahl mit 312 Delegiertenstimmen zu 226 Stimmen von Kamala Harris. Beim Popular Vote sah es schon knapper aus. Hier hatte Donald Trump mit 49,9 Prozent die Nase vorn. Harris kam auf 48,4 Prozent der Gesamtstimmen. Am Morgen des nächsten Tages gab sich Kamala Harris geschlagen und gratulierte dem Republikaner zum Wahlsieg. © Stephanie Scarbrough
Scholz entlässt Finanzminister Lindner
In Deutschland gab es nach der US-Wahl direkt den nächsten Paukenschlag. Bundeskanzler Olaf Scholz entließ aufgrund unüberwindbarer Differenzen Finanzminister Christian Lindner. Ohne die FDP hatte die ehemalige Ampel-Koalition keine Mehrheit mehr im Bundestag. © Bernd von Jutrczenka
Vertrauensfrage - Bundeskanzler beim Bundespräsidenten
Anschließend reichte Olaf Scholz beim Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier den Antrag auf die Vertrauensfrage ein. Am 16. Dezember wurde im Bundestag über die Vertrauensfrage abgestimmt. Scholz verlor die Abstimmung. Termin für die Bundestagswahl 2025 ist der 23. Februar. © Bernd von Jutrczenka
Syrians celebrate the fall of the al-Assad regime in Idlib
Die letzte Station dieses Rückblicks auf das politische Jahr 2024: der unerwartete und plötzliche Sturz des Assad-Regimes in Syrien. Die Rebellen der HTS-Miliz schafften es innerhalb weniger Tage, die Truppen Baschar al-Assads zu überwältigen und den syrischen Diktator nach Russland zu vertreiben. In Syrien feierten die Menschen den Sturz des Despoten. © BILAL AL HAMMOUD
Nach Sturz des syrischen Regimes - Syrien
Nach dem Sturz Baschar al-Assads wurden durch die Rebellen tausende Inhaftierte in den berüchtigten Gefängnissen des Landes befreit. Wie genau die Zukunft des Landes nach der Assad-Dynastie aussehen wird, ist ungewiss. Die Menschen im Land hoffen, dass der seit über einem Jahrzehnt wütende Bürgerkrieg nun endlich ein Ende findet. © Hussein Malla

Wie will die Bundesregierung aus Union und SPD unter Bundeskanzler Friedrich Merz nun auf die Herausforderungen eines Extremsommers reagieren? Auf Anfrage erklärte ein Sprecher des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und
nukleare Sicherheit (BMUKN) gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media, dass man dabei vor allem auf die Unterstützung und Förderung kommunaler Hitzeschutzmaßnahmen setzen wolle. „Nicht zuletzt sind die Kommunen innerhalb der föderalen Struktur Deutschlands für den Hitzeschutz zuständig“, so der Sprecher.

Bundesregierung will extreme Hitze in Deutschland gemeinsam mit Kommunen angehen

In Deutschland drücke sich die Belastung durch die aktuellen Extremwetterereignisse sehr unterschiedlich aus, so der Sprecher des BMUKN. Gerade Großstädte seien in der Regel mehr von Hitzewellen betroffen, als der ländliche Raum. „Diese Beispiele sollen zeigen, dass in Fragen des Schutzes vor Hitze ebenso wie in der Anpassung an die Folgen des Klimawandels vor allem die Kommunen und viele lokale Akteure gefragt sind.“

Im Rahmen des vor rund einem Jahr beschlossenen Klimaanpassungsgesetzes habe der Bund die Länder verpflichtet, „dafür Sorge zu tragen, dass die Kommunen sich systematisch auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten: durch Klimaanpassungskonzepte mit konkreten Maßnahmen“, so der Sprecher weiter. „Dazu zählt insbesondere auch der Schutz der Bevölkerung vor Hitze.“ Durch Förderprogramme und Beratungsangebote wolle die Bundesregierung die Länder und Kommunen bei diesen Maßnahmen unterstützen.

Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius kommen auf Deutschland zu. Wer ist für den Hitzeschutz der Bevölkerung verantwortlich?

Bund nimmt Kommunen bei Extrem-Hitze in die Pflicht – Städtetag klagt über mangelnde Finanzierung

Der deutsche Städtebund beklagte allerdings zuletzt, dass zur Umsetzung von wirksamen Schutzmaßnahmen vor extremer Hitze zu wenig Geld von Bund und Ländern fließe. „Ein kommunaler Hitzeaktionsplan bleibt ein Papiertiger, wenn wir die geplanten Maßnahmen nicht umsetzen können, weil den Städten das Geld fehlt“, zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags. „Allein werden Städte die Daueraufgabe Hitzeschutz finanziell nicht stemmen können. Wir brauchen eine bessere Finanzausstattung durch Bund und Länder.“

Das vom Bund angeführte Klimaanpassungsgesetz sieht Dedy kritisch. „Nur wenige Länder wagen sich aus der Deckung, den Kommunen Vorgaben zu machen und dann eben auch die Kosten nach dem Prinzip ‚Wer bestellt, bezahlt‘ zu tragen.“

Das Klimaanpassungsgesetz

Das Bundes-Klimaanpassungsgesetz (KAnG) hat das Ziel, negative Auswirkungen des Klimawandels auf Leben, Gesundheit, Gesellschaft, Wirtschaft, Infrastruktur, Natur und Ökosysteme zu vermeiden oder zu reduzieren. Die Bundesregierung muss eine vorsorgende Klimaanpassungsstrategie mit messbaren Zielen entwickeln, regelmäßig fortschreiben und dabei aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehen. Diese Strategie umfasst verschiedene Handlungsfelder wie Infrastruktur, Landnutzung, Gesundheit, Stadtentwicklung, Wasser und Wirtschaft.

Eine Klimarisikoanalyse dient als Grundlage für die Maßnahmenplanung. Die Umsetzung und Überprüfung der Ziele erfolgt durch die jeweils zuständigen Bundesministerien. Länder und Kommunen sind verpflichtet, eigene Klimaanpassungsstrategien zu erarbeiten und regelmäßig zu berichten. Zudem gibt es Monitoringberichte, um Fortschritte zu überprüfen und Maßnahmen bei Zielverfehlung anzupassen. Das Gesetz trat am 1. Juli 2024 in Kraft.

Der Vorsitzende des Städtebunds betonte allerdings, dass bereits einige Hitzeschutzmaßnahmen umgesetzt worden seien. Etwa durch die Bereitstellung von Trinkbrunnen, Begrünung von Anlagen und mehr Wasser. Jedoch seien weitere Maßnahmen notwendig, um die Hitzebelastung in den Städten anzugehen.

Bundesregierung zur Hitzewelle in Deutschland: „Cooling Centres“ als Maßnahme?

Der Sprecher des Umweltministeriums sagte gegenüber unserer Redaktion, dass diverse Kommunen in Deutschland bereits auf Grundlage einer „Bund-Länder-Ad-hoc Arbeitsgruppe“ Hitzeaktionspläne erstellt hätten. In vielen dieser Pläne finde sich die Einrichtung sogenannter „Cooling Centres“. Also „öffentliche, kühle Räumlichkeiten, zum Beispiel in Behörden, Einkaufspassagen, Büchereien und Bahnhöfen“, wie der Sprecher aus einem Aktionsplan zitiert. Dies sei aber nur eine niederschwellige Maßnahme aus einer Vielzahl von bundesweiten Handlungsempfehlungen an die Kommunen.

Wie solche „Cooling Centres“ aussehen können, zeigt etwa Erfurt. Auf ihrer Webseite listet die Stadt Orte wie Kaufhäuser, Supermärkte oder Discounter als mögliche Orte der Abkühlung aus. Die Stadt Dresden empfiehlt bei Temperaturen bis zu 40 Grade auch den Besuch von Kirchen oder sogar die Fahrt mit einer S-Bahn – sofern die Klimaanlage im Zug nicht „aus unerklärlichen Gründen, mal wieder ausgefallen“ ist, so die Stadt auf ihrer Webseite.

Hitzeschutz bei der Bundeswehr

Wie das Bundesverteidigungsministerium gegenüber der Frankfurter Rundschau erklärt, hat der Schutz der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr vor extremen Wettersituationen wie der aktuellen Hitzewelle „immer oberste Priorität“. Der Hitzeschutz sei im Arbeitsrecht fest verankert, Ausbildung und Einsätze würden an hohe Temperaturen angepasst. Bei Neubauten und Sanierungen von Bundeswehr-Infrastruktur wie Kasernen achte man auf eine verbesserte Klimawirkung, heißt es in der Stellungnahme des Ministeriums von Boris Pistorius (SPD) – „darunter Verschattung, Begrünung, Belüftung sowie hitzeresiliente Materialwahl“.

Umweltministerium will deutsche Bevölkerung vor Hitze schützen

Das BMUKN nennt noch eine Reihe weiterer Maßnahmen, welche die Bevölkerung in Deutschland vor extremer Hitze schützen sollen:

  • Frühwarnsysteme vor Hitze (Deutscher Wetterdienst), Ozon (Umweltbundesamt) und UV-Belastung (Bundesamt für Strahlenschutz)
  • Förderung kommunaler Modellprojekte oder der „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“, die vulnerable Gruppen (Kinder, Alte, Pflegebedürftige) schützen sollen
  • Förderung der kommunalen Begrünung durch das Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“
  • Fachberatung für Kommunen im „Zentrum KlimaAnpassung“
  • Entwicklung von Anforderungen für Stadt- und Landschaftsplanung
  • Die im Koalitionsvertrag festgelegte Finanzierung von Vorsorgemaßnahmen für Kommunen zur Anpassung an den Klimawandel

Nicht nur extreme Hitze macht Deutschland zu schaffen – Wassermangel als weitere Gefahr

Neben der akuten Hitzegefahr in weiten Teilen Deutschlands blickt die Bundesrepublik noch einem weiteren Problem entgegen. Denn wie eine Studie des Umweltverbands BUND zuletzt zeigte, leiden viele Bundesländer unter drohendem Wassermangel. „Am Wasser erkennt man die volle Wucht des Klimawandels“, erklärt dazu Mark Helfrisch, umweltpolitischer Sprecher von CDU und CSU ebenfalls gegenüber unserer Redaktion.

Seitens des Bundesumweltamtes sieht man hierbei ebenfalls Handlungsbedarf: „In Deutschland leben wir insgesamt in einem wasserreichen Land. Doch verschiedenen lokale Wasserknappheiten der letzten Sommer zeigen uns: Wir müssen etwas tun, damit dies so bleibt.“ Doch auch bei der Reaktion auf einen drohenden Wassermangel seien die Kommunen in der Verantwortung. Dazu arbeite das Bundesumweltministerium „gemeinsam mit den Ländern, mit den anderen Bundesressorts und mit weiteren Stakeholdern“ an einheitlichen Leitlinien zum Umgang mit einer möglichen Wasserknappheit. (nhi)

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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