Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Exklusiv

Deutschland droht eine Wasserkrise – Ex-Umweltministerin Lemke warnt vor „echter Gefahr“

Die Grundwasserkrise bedroht Deutschland: Laut einer Studie ist mehr als die Hälfte aller Landkreise betroffen. Die Parteien im Bundestag erklären ihre Forderungen.

Berlin – Deutschland steht vor einer echten Grundwasser-Krise. Die Umweltorganisation BUND veröffentlichte vor rund einer Woche eine alarmierende Studie. Mehr als der Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland droht demnach massiver Grundwasserstress.

Die Probleme für Deutschlands Wasservorräte seien mannigfaltig. Eine Rolle spielen beispielsweise Verschmutzungen des vorhandenen Wassers durch Intensiv-Landwirtschaft oder Medikamentenrückstände. Andererseits sorgen verschiedene Faktoren für rückläufige Grundwasservorkommen, was wiederum zu Waldsterben, Ernteausfällen und Niedrigwasser in Flüssen führt, was vor allem die Schifffahrt vor Herausforderungen stellt.

Immer mehr Regionen leiden an Grundwassermangel – Daran ist auch der Klimaschutz schuld

Die Autoren der Studie warnen konkret: „In immer mehr Regionen Deutschlands wird das Grundwasser knapp.“ Das betreffe nicht nur Regionen, die als bekannte Trockengebiete gelten, sondern mittlerweile nahezu alle Bundesländer. Und der Klimawandel sorge durch ausbleibende Niederschläge und zunehmende Trockenheit für eine Zuspitzung des Problems. Als einen weiteren Faktor nennt die Studie die gewerbliche Wassernutzung durch Industrie, Bergbau und Landwirtschaft.

In der sich anbahnenden Krise sei die Politik gefragt, die Versorgung mit Wasser für Deutschland sicherzustellen. Wie die Parteien im Bundestag mit der Herausforderung umgehen wollen, erklären sie auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media.

Cannabis, Trump-Attentat und Nawalny-Tod: Das war das Jahr 2024 in Bildern

Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto Aktionstag Hand in Hand – Wir Sind Die Brandmauer gegen Rechtsextremismus
Gleich im Januar begann das Jahr mit einem politischen Paukenschlag. Das Medienhaus Correctiv veröffentlicht eine Recherche über ein Geheimtreffen in Potsdam in der Villa Adlon. Mittendrin die AfD, Neonazis wie der österreichische rechtsextreme Martin Sellner und andere. Das aufgedeckte Geheimtreffen löste in Deutschland eine Protestwelle gegen die AfD aus. © IMAGO/bildgehege
Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto Aktionstag Hand in Hand. Proteste nach dem Geheimtreffen von Potsdam
Tausende Menschen in Deutschland setzten ein Zeichen gegen rechts und gingen Anfang 2024 auf die Straße. Das Geheimtreffen fand dabei bereits Ende 2023 statt. Correctiv veröffentlichte seine Recherchen jedoch im Januar 2024. Bei dem Treffen stellte Martin Sellner seinen „Masterplan zur Remigration“ vor.  © IMAGO/bildgehege
Teilnehmer einer Demonstration unter dem Motto Aktionstag Hand in Hand. ID-Fraktion schließt AfD aus.
Auch vor dem Bundestag demonstrierten die Menschen gegen die AfD und rechte Strömungen in Deutschland. Selbst die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen forderte die AfD auf, sich klar von dem Konzept der Remigration zu distanzieren. Die ID-Fraktion der rechten Parteien im Europaparlament distanzierten sich zunehmend von der AfD, wodurch es letztlich zum Bruch der europäischen Rechten kam. © IMAGO/bildgehege
Kremlgegner Alexej Nawalny
Kremlgegner Alexej Nawalny starb am 15. oder 16. Februar im russischen Strafgefangenenlager in Sibirien. Es wird vermutet, dass es sich um eine gezielte Hinrichtung durch Wladimir Putin handelte. Bereits 2020 verübte der FSB einen Giftanschlag auf Nawalny mit dem berüchtigten Nervenkampfstoff Nowitschok. © Pavel Golovkin
Nach der Beerdigung von Kremlgegner Nawalny – Russland
In Russland löste der Tod des schärfsten Putin-Kritikers eine stille Protestwelle aus. Tausende Russinnen und Russen gedachten Nawalnys.  © Uncredited/AP
Vom 15. bis 17. März konnte die russischen Bürgerinnen und Bürger ihren Präsidenten wählen
Im Superwahljahr 2024 wurde auch in Russland gewählt. Vom 15. bis 17. März konnten die russischen Bürgerinnen und Bürger ihren Präsidenten wählen. Von demokratischen Wahlen konnte dabei jedoch keine Rede sein. Außer dem Autokraten Wladimir Putin waren nur Kandidaten der Systemopposition wählbar. Die Präsidentschaftswahl wurde zur Scheinwahl. © NATALIA KOLESNIKOVA
RUSSIA, MOSCOW - MAY 7, 2024: Russia s President Vladimir Putin takes his oath of office during an inauguration ceremony
Wladimir Putin gewannt die Scheinwahl in Russland mit 88,5 Prozent der Stimmen. Die Putin-treuen Gegenkandidaten hatten keine Chance. Am 7. Mai wurde Putin erneut als Präsident von Russland für die nächsten sechs Jahre eingeschworen – seine fünfte Amtszeit als Präsident.  © IMAGO/Vyacheslav Prokofyev
Bundesrat Karl Lauterbach für Cannabis legalisierung
Im April war es so weit: Der Weg zur Teillegalisierung von Cannabis war frei. Der Bundesrat stimmte dem Gesetz zur Legalisierung der Pflanze zu. Zunächst setzten sich vor allem die Grünen und die FDP für eine Legalisierung ein, bis sich auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) für eine Entkriminalisierung aussprach. © Bernd von Jutrczenka
04.05.2024, Global Marijunana March, Nürnberg: Zum globalen Marijuana March gingen in Nürnberg auf die Straße
In ganz Deutschland feierten die Menschen die Legalisierung von Cannabis mit Paraden. So gingen in Nürnberg ca. 350 Bürgerinnen und Bürger auf die Straße und freuten sich über die Entkriminalisierung der Pflanze. © IMAGO/Moritz Schlenk
Gleich im Mai ging es mit einem fehlgeschlagenen Attentatsversuch auf den slowakischen Regierungschef Robert Fico weiter. Mindestens fünfmal schoss ein Schütze auf den Ministerpräsidenten. Fico überlebte das Attentat, schwebte jedoch zeitweise in akuter Lebensgefahr.
Im Mai ging es mit einem fehlgeschlagenen Attentatsversuch auf den slowakischen Regierungschef Robert Fico weiter. Mindestens fünfmal schoss ein Schütze auf den Ministerpräsidenten. Fico überlebte das Attentat, schwebte jedoch zeitweise in akuter Lebensgefahr. © ANDRE BORGES
Slowakischer Regierungschef angeschossen - Jahreschronik 2024
Ein Bild vom Geschehen: Der slowakische Ministerpräsident wurde nach dem versuchten Attentat von seinen Leibwächtern ins Regierungsfahrzeug gebracht. Bei dem mutmaßlichen Schützen handelte es sich um einen 71 Jahre alten Mann, der wohl aus politischen Motiven gehandelt hatte.  © Radovan Stoklasa
Mann mit EU-Flagge
Im Juni war es für Europa so weit: Die Europawahl stand an. Am 9. Juni wurde ein neues europäisches Parlament gewählt. Die politische Mitte behielt nach der Wahl die Mehrheit. Ursula von der Leyen (CDU) wurde im Juli erneut zur Kommissionspräsidentin gewählt. © Julia Steinbrecht
AfD-Politiker Maximilian Krah
Auch bei der Europawahl kam die AfD nicht ohne Skandale aus. AfD-Spitzenkandidat Maximilian Krah sah sich schwerer Vorwürfe ausgesetzt. Mitarbeiter Krahs wurden der Spionage für Russland und China bezichtigt. Gegen Krah selbst wurde wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. © Britta Pedersen
Meitingen, Bavaria, Germany - August 3, 2024: Maximilian Krah, politician of the AfD - Alternative for Germany, visiting
Trotz der Skandale gewann Krah sein Mandat bei der Europawahl und zog erneut ins Europäische Parlament ein. Die AfD trennte sich jedoch von dem Politiker – zumindest teilweise. Krah wurde von der AfD-Delegation im Europäischen Parlament ausgeschlossen. Aufgrund einiger Kontroversen Aussagen Krahs wollte auch das rechtspopulistische Rassemblement National nicht mehr mit der AfD zusammenarbeiten. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Donald Trump Attentat Butler Pennsylvania.
Das zweite versuchte Attentat auf dieser Liste: Donald Trump entging in Butler im US-Bundesstaat Pennsylvania am 13. Juli bei einer Wahlkampfveranstaltung nur knapp dem Tod. Und streckte einige Momente später siegessicher die Faust gen Himmel. © Gene J. Puskar
Bilder des Jahres 2024, News 07 Juli News Themen der Woche KW28 News Bilder des Tages (240714) -- PENNSYLVANIA , July 14
Abgeschirmt vom Secret Service, wurde Trump schnell zu seinem Wagen eskortiert. Täter war der 20 Jahre alte Thomas Matthew Crooks, der nach acht Schüssen auf Trump von dessen Sicherheitsteam erschossen wurde. Trump wurde am rechten Ohr leicht verletzt, ein Zuschauer wurde tödlich verwundet. © IMAGO/Xin Hua
Syndication: Journal Sentinel Republican presidential nominee Donald J. Trump and Melania Trump during the final day of
Allein das große weiße Pflaster am rechten Ohr erinnerte am Parteitag der Republikaner an das versuchte Attentat. Donald Trump ließ sich als Kämpfer feiern und sagte, Gott habe ihn vor der Kugel gerettet, die nur um Haaresbreite seinen Kopf verfehlt hatte. © IMAGO/William Glasheen
United States President Joe Biden walks into the Blue Room after delivering remarks on the US Supreme Courts Presidentia
Und weiter ging es mit der US-Wahl. Ende Juli kam es nach dem Attentat auf Trump direkt zum nächsten historischen Moment. Präsident Joe Biden zog sich vom Wahlkampf zurück – und ließ seiner Vizepräsidentin Kamala Harris den Vortritt. © IMAGO/Samuel Corum via CNP
Kamala Harris Präsident Joe Biden
Kamala Harris sollte die Demokraten zum Sieg bei der US-Wahl führen. Und zunächst sah es für die Vizepräsidentin auch gut aus. Nachdem sie den Wahlkampf von Biden übernommen hatte, breitete sich unter den Demokraten eine Euphorie aus – doch so einfach sollte es nicht werden.  © Mark Schiefelbein
2024 LANDTAGSWAHL Thüringen
Und die nächste Wahl stand an. In Deutschland wurde im September in Thüringen, Sachsen und Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. In Thüringen wurde die AfD zur stärksten Kraft – unter Führung des rechtsextremen Björn Höcke.  © SaschaxFromm
Wahl Landtagswahl Poitik 22.09.2024 Potsdam Landeseshauptstadt Brandenburg Landtagswahlen SPD Wahlparty Wahlsieger SPD
In Brandenburg bei der Landtagswahl am 22. September konnte sich die SPD freuen. Mit über 33 Prozent wurde sie stärkste Kraft vor der AfD. Dietmar Woidke wurde nach dem Wahlsieg erneut zum Ministerpräsidenten vom Landesparlament gewählt. © IMAGO/Eberhard Thonfeld
NEW YORK, NY - NOVEMBER 06: A screen shows portraits of two presidential candidates Donald Trump (red), former President
Am 5. November war es dann auch für die USA so weit. Die Präsidentschaftswahl stand an. Donald Trump gegen Kamala Harris. Anfänglich sah es in den Umfragen noch gut für Harris aus, doch je näher die Wahl rückte, desto mehr Chancen wurden dem Republikaner Donald Trump eingeräumt.  © IMAGO
US-Wahlen 2024 - Trump
Noch in der Wahlnacht feierte Donald Trump seinen Sieg. Denn schnell war klar, wer die US-Wahl gewonnen hatte. Die Swing States fielen einer nach dem anderen an Donald Trump. Am 23. Januar wird Trump offiziell sein Amt als 47. Präsident der Vereinigten Staaten antreten. © Alex Brandon
US-Wahlen 2024 - Harris
Donald Trump gewann die US-Wahl mit 312 Delegiertenstimmen zu 226 Stimmen von Kamala Harris. Beim Popular Vote sah es schon knapper aus. Hier hatte Donald Trump mit 49,9 Prozent die Nase vorn. Harris kam auf 48,4 Prozent der Gesamtstimmen. Am Morgen des nächsten Tages gab sich Kamala Harris geschlagen und gratulierte dem Republikaner zum Wahlsieg. © Stephanie Scarbrough
Scholz entlässt Finanzminister Lindner
In Deutschland gab es nach der US-Wahl direkt den nächsten Paukenschlag. Bundeskanzler Olaf Scholz entließ aufgrund unüberwindbarer Differenzen Finanzminister Christian Lindner. Ohne die FDP hatte die ehemalige Ampel-Koalition keine Mehrheit mehr im Bundestag. © Bernd von Jutrczenka
Vertrauensfrage - Bundeskanzler beim Bundespräsidenten
Anschließend reichte Olaf Scholz beim Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier den Antrag auf die Vertrauensfrage ein. Am 16. Dezember wurde im Bundestag über die Vertrauensfrage abgestimmt. Scholz verlor die Abstimmung. Termin für die Bundestagswahl 2025 ist der 23. Februar. © Bernd von Jutrczenka
Syrians celebrate the fall of the al-Assad regime in Idlib
Die letzte Station dieses Rückblicks auf das politische Jahr 2024: der unerwartete und plötzliche Sturz des Assad-Regimes in Syrien. Die Rebellen der HTS-Miliz schafften es innerhalb weniger Tage, die Truppen Baschar al-Assads zu überwältigen und den syrischen Diktator nach Russland zu vertreiben. In Syrien feierten die Menschen den Sturz des Despoten. © BILAL AL HAMMOUD
Nach Sturz des syrischen Regimes - Syrien
Nach dem Sturz Baschar al-Assads wurden durch die Rebellen tausende Inhaftierte in den berüchtigten Gefängnissen des Landes befreit. Wie genau die Zukunft des Landes nach der Assad-Dynastie aussehen wird, ist ungewiss. Die Menschen im Land hoffen, dass der seit über einem Jahrzehnt wütende Bürgerkrieg nun endlich ein Ende findet. © Hussein Malla

Wassermangel in Deutschland: So blicken SPD, Union, Grüne und Linke auf die Grundwasserstudie

Dass Deutschlands Grundwasser in Gefahr ist, erkennen so gut wie alle Parteien im Bundestag an. „Am Wasser erkennt man die volle Wucht des Klimawandels“, erklärt dazu Mark Helfrisch, umweltpolitischer Sprecher von CDU und CSU gegenüber unserer Redaktion. „Wir beobachten auf der einen Seite Starkregenereignisse, auf der anderen Seite haben wir Herausforderungen im Umgang mit dem Wasser durch regionale Trockenheiten.“

Auch der Koalitionspartner SPD sieht die Ergebnisse der BUND-Studie als Warnsignal. „Die seit Montag vorliegende Studie zeigt noch einmal: Wasser ist wertvoll und nicht einfach im Überfluss vorhanden. Das wissen wir natürlich“, sagt Dunja Kreiser, die für die Sozialdemokraten im Umweltausschuss sitzt.

Ex-Umweltministerin Lemke warnt vor drohenden Gefahren durch Grundwassermangel

Die ehemalige Bundesumweltministerin in der Ampel-Koalition Steffi Lemke (Grüne) wird gegenüber unserer Redaktion deutlich: „Die vorliegende Studie umschreibt zutreffend die besorgniserregende Wassersituation in unserem Land.“ Auch wenn aktuell keine Informationen über eine mögliche Gefahrensituation durch die drohende Grundwasserkrise vorliegen würden, sei festzuhalten, dass die Regierung „die Wasserversorgung jedoch ernst nehmen“ müsse, so Lemke. „Unsere Wasserspeicher sind in echter Gefahr – und damit am Ende auch wir Menschen.“

Für die Linken erklärt Marcel Bauer, Mitglied des Landwirtschaftsausschusses im Bundestag, dass die Studie „alarmierende Ergebnisse“ liefere. „Gerade, weil durch Wasserknappheit und Absenkung der Grundwasserspiegel zunehmend die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser bedroht wird, muss die Übernutzung und Ausbeutung unserer natürlichen Lebensgrundlagen gestoppt werden.“ Die AfD-Fraktion hat auf unsere Anfrage nicht reagiert.

Deutschland vor drohender Wasserkrise – Linke nehmen Industrie in die Pflicht

Die Autoren der Grundwasserstudie rufen die Politik umgehend zum Handeln auf. In vielen Bereichen sei es notwendig, die Wasserentnahme zu regulieren, das Wasser vor Verschmutzung zu schützen, oder durch renaturierende Maßnahmen die Bildung von Grundwasservorräten zu fördern.

Auch Linke und Grüne nehmen die Bundesregierung um Kanzler Friedrich Merz (CDU) in die Pflicht. Linken-Politiker Bauer pocht auf einheitliche Nutzungsentgelte für Grundwasservorkommen. Bundesländer wie Thüringen und Bayern erheben diese trotz der akuten Trockenheit bislang nicht.

Linken-Politiker fordert Konsequenzen von Merz-Regierung bei Trinkwasser

Er fordert zudem, dass die verantwortlichen Industriezweige, „seien es der Bergbau, die Landwirtschaft oder die industrielle Produktion“, sich an den entstehenden Kosten beteiligen. „Die Verursacher von Beeinträchtigungen der natürlichen Kreisläufe müssen zur Finanzierung von Maßnahmen zur Wiederherstellung herangezogen werden“, so Bauer. Dabei warnt er auch vor möglichen Ungerechtigkeiten. „Viel Trinkwasser und intelligente Grauwassersysteme für die, die es sich leisten können, Hitzestress und Wassersparen für die Armen – das darf nicht die Zukunft sein!“

Deutschland droht ein Mangel an Grundwasser. Welche Lösungen präsentieren die Parteien im Deutschen Bundestag? (Symbolbild)

Sondervermögen auch für Wasserschutz? Grünen-Politikerin Lemke zur Wasserkrise

Die Grünen legen den Fokus auf den Schutz natürlicher Wasserspeicher. „Das Wichtigste ist der Schutz und die Wiederherstellung naturnaher Wasserhaushalte. Moore und Flussauen sind gigantische natürliche Wasserspeicher und müssen deshalb geschützt werden“, so Lemke. Auch sie stellt die Forderung, die „zu hohe Wasserentnahme durch Industrie, Bergbau und Landwirtschaft“ zu unterbinden. „Das Sondervermögen Infrastruktur und der Klima- und Transformationsfonds des Bundes sollte genau für solche wichtigen Zukunftsfragen genutzt werden“, fordert sie.

Die SPD pocht bei der Wasserkrise auf Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“

Auch die SPD setzt zum Erhalt der Grundwasserversorgung auf den Schutz natürlicher Wasserspeicher. „Das geht durch das große Aktionsprogramm ‚Natürlicher Klimaschutz‘, das wir schon in der vergangenen Wahlperiode auf den Weg gebracht haben“, sagt Kreiser. „So können zum Beispiel Moore wiedervernässt und Auen renaturiert werden. Damit schaffen wir auch Wasserspeicher und stärken den Grundwasserpegel.“

Allerdings sei es für fundierte Handlungsstrategien notwendig, zunächst ausreichend Daten zu sammeln. „Wir müssen wissen: Wie sind die Niederschlagsstände, wie sind die Bodenwerte, wie sind die Grundwasserstände und wie sind die Entnahmen. Und gerade beim letzten Punkt sind wir noch nicht ausreichend gut“, räumt Kreiser ein. Die gelernte Wassermeisterin fordert zudem eine Umstellung der Landwirtschaft. „Ich möchte gern die Wasserwiederverwendung, die europäische Richtlinie liegt vor, in nationales Recht umsetzen. Andere Staaten sind da viel weiter, und wir werden einfach darauf angewiesen sein.“

Wassermangel in Deutschland – Union setzte auf „Wasserstrategie“ des Bundes

Erste Maßnahmen, auf die sich die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) im Koalitionsvertrag festgelegt hat, sei die sogenannte „Wasserstrategie“. CDU-Politiker Helfrich erklärt dazu: „Uns ist dabei wichtig, dass zunächst die Maßnahmen umgesetzt werden, die prioritär sind.“ Zu diesen Maßnahmen, die einen besonders hohen Stellenwert haben, zählt Helfrich die „Verfügbarkeit von Wasser“, sowie den „Naturschutz“ zum Wasserrückhalt in Flächen und der Förderung der „Grundwasserneubildung“.

Die Wasserstrategie der Bundesregierung

Die Nationale Wasserstrategie der Bundesregierung verfolgt das Ziel, den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen in Deutschland langfristig zu sichern. Sie ist eine Reaktion auf die zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel, die Belastung der Gewässer mit Schadstoffen und den steigenden Nutzungsdruck auf Wasserressourcen. Die Strategie versteht Wasser als öffentliches Gut und stellt die Vorsorge in den Mittelpunkt – sowohl für die heutige Bevölkerung als auch für künftige Generationen. Im Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD auf die Priorisierung bestimmter Inhalte der Wasserstrategie geeinigt. Außerdem soll ein Gremium zum Schutz von von Wassermangel betroffenen Flüssen eingerichtet werden.

Kritik an der Nationalen Wasserstrategie, die noch von der Vorgängerregierung unter Olaf Scholz eingesetzt wurde, kam von der NGO Campact. Sie kritisierte, dass in dem 120 Seiten langen Papier durch Lobbyarbeit der Industrie wesentliche Themen ausgelassen worden seien. Laut der NGO fehlen „gesetzliche Vorschriften, die die öffentliche Wasserversorgung priorisieren. Unternehmen erhalten oft langfristige Entnahmerechte, die die Klimakrise und die damit einhergehende zunehmende Wasserknappheit kaum berücksichtigen“.

Industrie vs. Bevölkerung – Opposition fordert Umdenken bei der Priorisierung

Über die direkten Auswirkungen des drohenden – oder in manchen Teilen Deutschlands bereits existenten – Wassermangels, weiß auch SPD-Politikerin Dunja Kreiser Bescheid. „In meinem Heimatlandkreis Wolfenbüttel musste diese Woche die Wasserentnahmen einschränkt werden, um Flüsse und das Grundwasser zu schützen“, erklärte sie auf die Anfrage unserer Redaktion. Als Ratschlag gibt sie den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland: „Mittags Feld oder auch Rasen zu sprengen, ist eine schlechte Idee. Oft ist es nicht gut für die Pflanzen, und etwa 80 Prozent des Wassers verdunsten in der Sommersonne. Gewässert wird die Luft, nicht der Boden. Diese Verluste können wir uns nicht leisten.“

Die Linke sieht die Verantwortung für die Einsparung von Grundwasser weniger bei der Bevölkerung, als bei der wasserintensiven Industrie. „Es ist Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen dafür zu setzen, dass allen Menschen der Zugang zu Wasser gewährt wird“, sagt Lehnert. „Bevor die Bevölkerung zum privaten Wassersparen aufgefordert wird, muss zuallererst Coca-Cola, Red Bull und Tesla die Entnahme von unserem Grundwasser verboten werden!“

Grundwassermangel in Deutschland: Appelle an die Bürger, aber vor allem an Industrie

Ex-Umweltministerin Lemke erkennt eine große Bereitschaft in der Bevölkerung, auf einen sparsamen Umgang mit Wasser zu achten. „Wirklich sehr viele tun etwas dafür - Regenwasser sammeln, sparsamer Umgang, Baumpatenschaften“, so die Grünen-Politikerin. Allerdings würden sich auch zwei Drittel der Menschen in Deutschland wünschen, dass die wasserintensive Industrie für ihren Verbrauch aufkommen müsse. „Es kann auch nicht sein, dass in Bayern, Thüringen und Hessen überhaupt kein Wasserentgelt erhoben wird. Unser teuerstes Gut sollte uns mehr wert sein.“ (nhi)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

Kommentare