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Aktuelle Entwicklung im Ticker

Lage in Gaza: Netanjahu kündigt Kriegsausweitung und Friedensgespräche an

Israels Truppen halten offenbar schon Vororte von Gaza. Der Einsatz soll ausgeweitet werden. Parallel laufen Bemühungen um eine Waffenruhe mit der Hamas.

Update vom 22. August, 5.20 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Verhandlungen zur Freilassung aller Geiseln im Gazastreifen angekündigt – während er zugleich die Pläne zur Einnahme der Stadt Gaza vorantreibt. „Wir befinden uns in der entscheidenden Phase“, sagte er in einem Video vor dem Hauptquartier der Gaza-Division. „Ich bin gekommen, um die Pläne der Armee zur Einnahme der Stadt Gaza und zum Sieg über die Hamas zu bestätigen“. Gleichzeitig habe er angeordnet, „unverzüglich Verhandlungen über die Freilassung aller unserer Geiseln und die Beendigung des Krieges zu Bedingungen aufzunehmen, die für Israel akzeptabel sind“. 

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Konfliktparteien. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Lage im Gaza: Netanjahu mit Videobotschaft

Update, 19.38 Uhr: Der israelische Premierminister hat die Aufnahme „sofortige Verhandlungen“ zur Freilassung aller von der Hamas verschleppten Geiseln angeordnet. Das erklärte er am Donnerstag (21. August) in einer Videobotschaft.

Israels Armee greift im Gazastreifen weiter an. (Archivbild)

Update, 19.12 Uhr: Das britische Außenministerium hat wegen der höchst umstrittenen Siedlungspläne im Westjordanland den israelischen Botschafter einbestellt. Grund für die Einberufung sei die Entscheidung der Regierung um Benjamin Netanjahu gewesen, den Bau einer großen Siedlung in dem Gebiet zu genehmigen. Das teilte das Außenministerium in einer Mitteilung mit.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Gaza-Behörde meldet dutzende Tote innerhalb von 24 Stunden

Update, 18.01 Uhr: Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörde im Gazastreifen, sind in den vergangenen 24 Stunden mindestens 70 Menschen im Palästinensergebiet getötet worden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Palästinenserorganisation Fatah berichtete, sollen alleine acht Menschen in einem Haus in Sabre (Vorort von Gaza-Stadt) getötet worden sein. Die Fatah gilt als gemäßigter

Update, 16.11 Uhr: Die israelische Armee ordnete die Evakuierung von Krankenhäusern im nördlichen Gazastreifen an. Medizinisches Personal und internationale Organisationen sollen sich „auf eine Evakuierung der Bevölkerung in den südlichen Gazastreifen vorbereiten“, teilte die Armee am Donnerstag mit.

Die Verantwortlichen wurden aufgefordert, die Verlagerung von Krankenhausausrüstung in den Süden zu planen. Dort werde ihnen ein „Feldlazarett oder ein anderes Krankenhaus“ zur Verfügung gestellt, erklärte die Armee.

Israelischer Staatsbürger aus dem Libanon befreit – Umstände des Vorfalls weiter unbekannt

Update, 13.11 Uhr: Ein israelischer Staatsbürger, der ein Jahr lang im Libanon festgehalten wurde, ist israelischen Angaben zufolge zurück in seiner Heimat. Libanons Behörden hätten den arabischen Israeli übergeben, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Aus dem Libanon gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Über das Schicksal des Mannes und wie er ins Nachbarland gelangt ist, wurde zunächst nichts bekannt. „Die Umstände des Vorfalls werden derzeit von den Sicherheitskräften untersucht“, hieß es in der Mitteilung aus Netanjahus Büro. Demnach war der Mann im Libanon inhaftiert. In den vergangenen Monaten habe es in seinem Fall Verhandlungen gegeben, das Rote Kreuz habe diese unterstützt, hieß es weiter. 

Update, 12.25 Uhr: Israels jüngste Pläne, die Kämpfe auszuweiten und Gaza einzunehmen, sorgen für heftige Kritik. Das Rote Kreuz verurteilte laut dem britischen Guardian den Plan am Donnerstag als „unerträglich“. Die humanitäre Organisation der Vereinten Nationen hat gewarnt, dass der israelische Plan zur Ausweitung der Militäroperationen in Gaza-Stadt „entsetzliche humanitäre Auswirkungen“ auf die bereits erschöpfte Bevölkerung haben würde.

Vor Bodenoffensive in Gaza: Israel bombardiert Stadt und Außenbezirke

Update, 10.45 Uhr: Vor der neuen Bodenoffensive in Gaza habe Israel die Stadt und ihre Außenbezirke bombardiert, berichteten Einwohner laut Guardian am Donnerstag. Der aktuelle Plan der israelischen Regierung sieht die Einberufung von rund 60.000 Reservisten vor. „Wir warten nicht. Wir haben mit den vorbereitenden Maßnahmen begonnen, und bereits jetzt halten IDF-Truppen die Außenbezirke von Gaza -Stadt“, hieß es in einer Erklärung des israelischen Militärs am Donnerstag.

Update, 10.20 Uhr: Wie die Times of Israel berichtet, bezeichnen israelische Streitkräfte es als „Misserfolg“, dass es Hamas-Kämpfern am Mittwoch gelungen ist, in ein Armeelager im südlichen Gazastreifen Khan Younis einzudringen. Die Männer sind dabei auch in ein Gebäude vorgedrungen, in dem Truppen stationiert waren. Den Soldaten gelang es jedoch, sich zu wehren und den Angriff erfolgreich abzuwehren. Die Kämpfe im Lager dauerten laut Ermittlungen der israelischen Armee kaum zehn Minuten, bevor die Bewaffneten versuchten, in einen Tunnel zu fliehen. Auch Drohnen und Hubschrauber der israelischen Luftwaffe wurden eingesetzt.

Benjamin Netanjahu will über die Freilassung aller verbliebenen Geiseln verhandeln.

Update, 9.59 Uhr: Abseits der Offensive in Gaza hat die Marine des Irans rund zwei Monate nach dem Krieg mit Israel ein Großmanöver begonnen. An dem zweitägigen Drill am Golf von Oman nehmen Kriegsschiffe, U-Boote und Küsteneinheiten teil, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Ein Schwerpunkt der Militärübung seien Tests von Raketen, Marschflugkörpern und Kampfdrohnen.

Israel hatte im Juni zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und gemeinsam mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen. Irans Marine war bei den landesweiten Luftangriffen weitgehend verschont geblieben. Seit Inkrafttreten einer Waffenruhe herrscht eine Angespanntheit in dem Land mit knapp 90 Millionen Einwohnern.

Update, 9.50 Uhr: Der Guardian berichtet, dass Großbritannien daran arbeitet, neun Studenten, die über Vollstipendien für britische Universitäten verfügen, aus Gaza zu evakuieren. Der Durchbruch sei das Ergebnis monatelanger Lobbyarbeit und Kampagnen von über 100 Abgeordneten, Universitätsleitern und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, so die Zeitung. Insgesamt haben über 80 palästinensische Studierende Angebote britischer Universitäten erhalten, darunter 40 Vollstipendien.

Aktuelle Lage in Gaza: Hilfswerk warnt vor neuer Offensive im Gazastreifen – und hofft auf Waffenruhe

Update, 9.27 Uhr: Das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten veröffentlichte auf X eine Nachricht, in der es vor dem Hintergrund der neuen Gaza-Offensive Israels erneut zu einem Waffenstillstand im Gazastreifen aufruft. „Statt zu lernen, verbringen Kinder ihre Zeit mit der Suche nach Wasser und Nahrung“, hieß es in einem Beitrag auf X. „Kinder brauchen dringend einen Waffenstillstand, damit sie wieder lernen und eine neue Verbindung zu dem aufbauen können, was von ihrer Kindheit übrig geblieben ist.“

Update, 9.15 Uhr: Laut Times of Israel kam es am Donnerstagmorgen zu Schießereien in einer Siedlung im nördlichen Westjordanland. Die israelischen Streitkräfte (IDF) geben an, einen „Sicherheitsvorfall“ in der Nähe der Siedlung Malachei Hashalom im nördlichen Westjordanland zu untersuchen. Medien berichten von einer Schießerei auf israelische Hirten in der Nähe der Siedlung, bei der ein 20-Jähriger leicht verletzt wurde.

Erstmeldung: Tel Aviv/Gaza – Bis zuletzt hatte es wegen eines möglichen Einsatzes der israelischen Armee im Gazastreifen internationale Kritik gegeben, nun haben die Truppen nach eigenen Angaben die „nächste Phase des Krieges“ eingeleitet. Wie Armeesprecher Effie Defrin erklärte, würden seine Soldaten jetzt die Außenbezirke der Stadt Gaza halten. „Vorbereitenden Maßnahmen“ zur geplanten Einnahme der gesamten Stadt liefen bereits am Morgen. Laut israelischen Beamten sollen die detaillierten Militärpläne zur vollständigen Einnahme der Stadt, in der sich Schätzungen zufolge derzeit rund eine Million Menschen aufhalten, in den nächsten Tagen vom Sicherheitskabinett abschließend gebilligt werden, wie das Wall Street Journal berichtete.

Trotz des neuen Einsatzes im Gazastreifen wird seit Tagen um einen Waffenstillstand mit der Hamas gerungen. Inmitten der angespannten Lage hat sich Israels Oppositionsführer Yair Lapid zu Wort gemeldet und versprochen, dass seine Partei jedes Geiselabkommen unterstützen werde, während die rechtsextremen Partner von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schwören, sich dem Israel vorgelegten Waffenstillstandsabkommen zu widersetzen. „Ich erinnere Netanjahu daran, dass ich für jeden Geiseldeal ein Sicherheitsnetz von 24 Stimmen habe“, postet Lapid am Donnerstagmorgen auf X. „Er muss nicht einmal etwas dafür geben, er muss sie nur nach Hause bringen.“

UN-Generalsekretär António Guterres fordert derweil einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen, nachdem Israel die ersten Schritte einer Operation zur Rückeroberung der Stadt Gaza angekündigt hat. „Es ist von entscheidender Bedeutung, sofort einen Waffenstillstand in Gaza zu erreichen“, um Tod und Zerstörung zu vermeiden, die eine Militäroperation gegen Gaza-Stadt mit sich bringen würde, sagt Guterres in Japan, wo er an einer Konferenz zur afrikanischen Entwicklung teilnimmt.

Aktuelle Lage in Gaza: Sorgen um Geiseln – Waffenstillstand mit Hamas in weiter Ferne

Israels Militäreinsatz in Gaza schürt nun Befürchtungen, dass ein Waffenstillstand mit der Hamas und die Freilassung der Geiseln in weite Ferne rücken könnte. Dabei hatte die islamistische Terrororganisation am Montag erklärt, sie habe den Vermittlern eine „positive Antwort“ auf einen neuen Vorschlag für eine Waffenruhe vorgelegt. Die Ankündigung der israelischen Armee, mit der Einnahme der Stadt Gaza mit ihren fast eine Million Bewohnern zu beginnen, und Netanjahus Absicht, dies zu billigen, sei eine „Missachtung“ der Bemühungen der Vermittler um eine Waffenruhe, erklärte die Hamas.

Medienberichten nach handelt es sich bei dem jüngsten Vorschlag für eine Waffenruhe um eine fast identische Fassung eines zuvor bereits verhandelten Vorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff. Dieser sieht eine 60-tägige Feuerpause vor, während der zehn lebende Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge freigelassen werden. Insgesamt befinden sich in Gaza noch 50 Geiseln, von denen noch mindestens 20 am Leben sein sollen.

Die Angehörigen der verbleibenden Hamas-Geiseln befürchten das Schlimmste. Militärischer Druck rette Geiseln nicht, sondern töte sie, sagte der Vater eines Entführten bei einer Demonstration im Grenzgebiet zum Gazastreifen. Macabit Mayer, die Tante zweier nach Gaza entführter Zwillingsbrüder, warf Ministerpräsident Netanjahu vor, Zehntausende weiterer Reservisten für eine „sinnlose Mission“ rekrutiert zu haben, die „unsere Liebsten und sie selbst in Gefahr bringt.“

Im Vorfeld des Einsatzes in Gaza erklärte Armeesprecher Defrin, man werde die Bewohner der Region warnen und ihre Evakuierung ermöglichen. Laut Medien sollen die Hunderttausenden Zivilisten in Zeltquartiere weiter im Süden evakuiert werden. Die Bevölkerung werde dabei aber möglicherweise nicht kooperieren, „weil sie keinen Ort hat, wohin sie gehen kann“, zitierte das «Wall Street Journal» den pensionierten israelischen General Israel Ziv. „Das wird chaotisch werden“. (red mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Maya Levin/AP/dpa

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