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„Die Lage ist angespannt“
Grüne warnen vor Engpässen: Wirtschaftsministerin Reiche „macht ihren Job nicht“
Die Füllstände der deutschen Gasspeicher sind auf rund 30 Prozent gesunken. Die Grünen nehmen Bundeswirtschaftsministerin Reiche dafür in die Kritik.
Ein erhöhter Gasverbrauch in den Wintermonaten hat die deutschen Speicher ungewöhnlich stark geleert. Sowohl private Haushalte als auch die Industrie griffen zwischen November und Februar deutlich häufiger auf Gas zurück – in der Industrie nahezu auf dem Niveau vor Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022. Verstärkt wurde der Verbrauch durch einen kälteren Winter als in den Vorjahren. In der Folge liegen die Füllstände zu Jahresbeginn nicht nur unter denen der vergangenen Jahre, sondern auch unter dem Durchschnitt des Zeitraums von 2017 bis 2021.
Angesichts der niedrigen Füllstände in den deutschen Gasspeichern beantragen die Grünen eine Sondersitzung des Bundestags-Ausschusses für Wirtschaft und Energie - unter Anwesenheit von Ministerin Katherina Reiche (CDU). „Ministerin Reiche macht ihren Job nicht“, sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner der Deutschen Presse-Agentur. „Das Ministerium wiegelt ab. Sie hoffen aufs Wetter, doch die Lage ist angespannt.“ Die Füllstände der Gasspeicher in Deutschland liegen aktuell bei unter 30 Prozent.
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In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antrag für eine Sondersitzung warnen die Grünen vor kritisch niedrigen Gasreserven. Demnach seien die Speicherstände historisch niedrig und innerhalb eines Monats um 25 Prozent gesunken. Meteorologisch gehe der Winter noch viele Wochen, bei gleichzeitiger Prognose für weiterhin tiefste Temperaturen in großen Teilen des Landes. Entsprechend hoch sei der Gasbedarf zum Heizen, neben dem üblichen Gasbedarf der deutschen Industrie. „Ein Mangel oder möglicher Engpass in der Versorgung, auch durch politisch unzuverlässige Staaten, muss ausgeschlossen werden.“ Zudem stiegen die Gaspreise deutlich an.
„Wir wollen wissen, was das Ministerium unternimmt, um gut durch den Winter zu kommen“, sagte Kellner. „Wie plant die Ministerin die Regeln rasch anzupassen, um die Speicher wieder zu füllen? Und wie schätzt die Bundesregierung die Abhängigkeit von Trump bei LNG ein?“
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Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, dass anders als in Vorjahren mittlerweile schwimmende Flüssiggasterminals für die Versorgung zur Verfügung stehen. „Die inzwischen gut ausgebaute LNG-Infrastruktur in Deutschland und Europa ermöglicht neben der bestehenden und sicheren Hauptversorgung durch norwegisches Pipelinegas die notwendigen Importe nach Deutschland. Die Gasversorgung ist sichergestellt.“ Müller sprach sich für eine strategische Gasreserve aus.
Die Bundesnetzagentur sieht derzeit keine akute Gefahr für die Gasversorgung in Deutschland. Anfang Januar 2026 erklärte die Behörde laut einem Bericht der Allgäuer Zeitung: „Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein.“
Zur Begründung verweist die Netzagentur darauf, dass die Versorgung nicht ausschließlich von den Füllständen der Gasspeicher abhängt. Neben Lieferungen aus Speichern fließt Erdgas weiterhin über Pipelines, insbesondere aus Norwegen, nach Deutschland. Zusätzlich stehen Flüssiggasimporte über LNG-Terminals zur Verfügung. Auch Gaslieferungen über Nachbarländer wie Frankreich und Belgien seien möglich. (Quellen: dpa, afp, Allgäuer Zeitung) (jal)