Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auch als Minister dabei

Exklusiver Machtclub des Palantir-Milliardärs Thiel: CDU-Fraktionschef Spahn war wohl regelmäßiger Gast

Unionsfraktionschef Jens Spahn hat laut seinem Büro mehrfach an den Dialog-Foren von Milliardär Peter Thiel teilgenommen.
+
Unionsfraktionschef Jens Spahn hat laut seinem Büro mehrfach an den Dialog-Foren von Milliardär Peter Thiel teilgenommen.

Ein Datenleck legt das geheime Forum von Tech-Milliardär Peter Thiel offen – und mitten drin: CDU‑Politiker Jens Spahn. Was steckt hinter der „Dialog Society“?

Ein Datenleck hat erstmals offengelegt, wer sich im privaten Umfeld des Technologiemilliardärs Peter Thiel zu diskreten Gesprächen trifft. Die sogenannte „Dialog Society“, 2006 vom rechtslibertären Palantir‑Gründer Thiel gegründet, hielt ihre Teilnehmerliste zwei Jahrzehnte lang unter Verschluss. Nun zeigt sich nach übereinstimmenden Medienberichten, dass sich unter den Namen nicht nur Tech‑Unternehmer und Militärs befinden, sondern auch CDU‑Fraktionschef Jens Spahn.

Nach eigenen Angaben verfolgt die „Dialog Society“ den Anspruch, politische, technologische und sicherheits­politische Eliten in vertraulichem Rahmen zusammenzubringen. Laut Tagesspiegel stehen „Tech‑Giganten, hohe US‑Beamte, Militärs und Politiker“ auf den Gästelisten; diskutiert werde etwa über „eine Atomkraft‑Renaissance oder einen möglichen Dritten Weltkrieg“. Damit fungiert das Format als Schnittpunkt zwischen Regierungsvertretern und dem Silicon Valley – einem Bereich, in dem Thiel seit Jahren aktiv Netzwerke pflegt.

Spahn nahm fünfmal an Peter Thiels Dialog-Treffen teil – auch als Minister

Den Stein ins Rollen brachte das US‑Magazin Wired. Es berichtete, „dass interne Unterlagen der Dialog Society offen im Netz standen“. Im Quelltext der Website dialog.org war ein Mitgliederverzeichnis hinterlegt, wie die Schweizer Hackerin Maia Arson Crimew bemerkte. Wired überprüfte dies nach eigenen Angaben unabhängig. Der Tagesspiegel konnte den Eintrag über das öffentlich zugängliche Archiv der Seite selbst nachvollziehen. Inzwischen scheinen die im Quelltext hinterlegten Namen aber auch aus den Archiven gelöscht worden zu sein.

Wired stützt sich bei seiner Berichterstattung auf zwei Quellen: ein Mitgliederverzeichnis mit 113 Namen sowie eine Registrierungsliste für das sogenannte „Retreat“ im August 2026, die 222 Personen umfasst. Für jede Person seien Mitgliedsstatus, Teilnahmeart und das vollständige Sitzungsprogramm vermerkt. Für ein Treffen in Irland habe Jens Spahn eine Einladung erhalten, diese jedoch abgesagt, erklärte ein Sprecher auf Anfrage von t-online. Ob Spahn Mitglied der Organisation sei, wurde demnach aber nicht beantwortet.

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Gegenüber dem Tagesspiegel erklärte Spahns Büro hingegen, dass der Unionsfraktionschef regelmäßig „an unterschiedlichen nationalen und internationalen Konferenzen und Veranstaltungen“ teilnehme. Ihm sei „der Austausch unterschiedlicher Perspektiven wichtig“, außerdem leiste er auf Einladung „aktive Beiträge als Redner oder Pandel-Diskutant“. Darunter auch mehrfach an Thiels Dialog-Veranstaltungen.

In unregelmäßigen Abständen habe Spahn „auch an dem Format ‚Dialog‘ teilgenommen“, zitiert der Tagesspiegel das Büro des 46-Jährigen. Konkret werden folgende Teilnahmen genannt: 2018 in Irland, 2019 in Italien, 2022 in Portugal, 2023 in Spanien und 2024 in Deutschland. An den ersten beiden Treffen nahm Jens Spahn somit als Bundesgesundheitsminister und aktives Regierungsmitglied teil. Peter Thiel sei er im Rahmen dessen aber „nie begegnet“. Auch anderen Medien wie Corrective wurde dies offenbar bestätigt.

Bis zu 15.000 Euro pro Veranstaltung: Spahn zahlte Trips laut Sprecher aus eigener Tasche

Aus Teilnehmerkreisen hieß es gegenüber t-online, dass es „keine Mitgliedschaft im eigentlichen Sinne“ gebe. Vielmehr sei die Veranstaltung „weltanschaulich und thematisch offen“. Gäste müssten sich allerdings einkaufen; rund 15.000 Euro müssten die Teilnehmenden an die Organisation überweisen, berichtet t-online weiter – pro Veranstaltung.

Wurden Spahns Trips zum Thiel-Forum also vom Steuerzahler übernommen? Laut seinem Sprecher würden „Reisekosten auf Antrag übernommen, je nach Funktion vom Ministerium, dem Bundestag oder der Fraktion“. Zumindest wenn Spahn „in seiner jeweiligen offiziellen Funktion“ eingeladen würde. Im Fall der Dialog-Formate habe Jens Spahn aber die „anfallenden Teilnahmegebühren in niedrig dreistelliger Höhe selbst getragen“. Für gewisse Gäste sei nämlich ein erheblicher Preisnachlass möglich, so t-online unter Berufung auf eine gesichtete Einladung.

Palantir, Trump, JD Vance: Wie Peter Thiel still und leise Macht in private Hände verlagert

Im irischen Dublin soll vom 12. bis 16. August die nächste Runde der „Dialog Society“ stattfinden. Den Berichten zufolge stehen dann Gesprächsrunden wie „Navigating WWIII“ (Den Dritten Weltkrieg navigieren), „Bring Back Nuclear“ (Bringt die Atomkraft zurück) und „Build-a-Cult“ (Bau dir eine Sekte) auf dem Programm. Thiel selbst habe seit Jahren nicht an dem Forum teilgenommen.

Der deutsch‑amerikanische Investor als einer der einflussreichsten, aber auch umstrittensten Akteure des Silicon Valley. Als Mitgründer von PayPal und frühzeitiger Facebook‑Finanzier wurde er zum Milliardär; die umstrittene Software seiner mitgegründeten Analyse‑Unternehmens Palantir wird unter anderem von Trumps Einwanderungsbehörde ICE und in Teilen von der deutschen Polizei genutzt. Auch Spahn hatte sich mehrfach für die Nutzung von Palantir ausgesprochen.

Thiel wird aus politikwissenschaftlicher Sicht als rechtslibertär, anti-demokratisch und libertär-autoritaristisch beschrieben. Er versteht Demokratie und kollektive Entscheidungsprozesse häufig als Hemmschuh technologischen Fortschritts; 2009 schrieb er in einem Essay, dass Freiheit und Demokratie inkompatibel seien. Seit Jahren unterstützt Thiel die Kampagnen von US-Präsident Donald Trump mit Millionenbeiträgen, auch trat er als Förderer des heutigen US-Vize JD Vance in Erscheinung. So unterstützte Thiel Vance‘ Senatskampagne im Wahlkampf 2022 laut CBS News mit 15 Millionen US-Dollar.

Kritikerinnen und Kritiker sehen in Thiels Initiativen wie der „Dialog Society“ den Versuch, staatliche Kontrolle zu schwächen und Macht zunehmend in unternehmerische und private Hände zu legen. Konkret geschmiedet wird dann hinter verschlossenen Türen: in einem exklusiven Zugangszirkel, der politische und ökonomische Eliten jenseits öffentlicher Rechenschaft verbindet. (Quellen: Wired, Tagesspiegel, t-online, eigene Recherche) (nak)

Kommentare