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Unions-Kabinett bekanntgegeben

Für Auto und Bahn: Die Pläne von Merz-Verkehrsminister Schnieder

Friedrich Merz (l.) im Gespräch mit Patrick Schnieder
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Der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz (links) und sein Verkehrsminister Patrich Schnieder.

Patrick Schnieder soll neuer Verkehrsminister werden. Das gab der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz am Montag bekannt.

Berlin – Rund eine Woche vor seiner geplanten Wahl zum Bundeskanzler hat Friedrich Merz seine designierten Ministerinnen und Minister bekanntgegeben. Im Verkehrsministerium soll künftig Patrick Schnieder die Geschicke lenken. Eine Überraschung, der Name Schnieder wurde in diesem Zusammenhang vorher kaum genannt.

Schnieder ist 56 Jahre alt, seit 2009 Mitglied des Bundestags und konnte bei der Bundestagswahl in diesem Jahr den Wahlkreis Bitburg direkt gewinnen. In der vergangenen Legislaturperiode war der Jurist Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - und damit Mitglied des Führungskreises um Fraktionschef Merz. Schnieder war außerdem auch stellvertretendes Mitglied im Verkehrsausschuss.

Schnieder soll Verkehrsminister werden: Große Vorhaben sollen umgesetzt werden

In seiner künftigen Position dürfte er eine Schlüsselrolle haben bei der Umsetzung des riesigen Sondervermögens für Infrastruktur. Ein großer Teil des 500 Milliarden Euro schweren Sondertopfs dürfte in den Verkehr fließen, um marode Brücken und das Schienennetz zu sanieren.

Schnieder gilt als nüchterner und konservativer Politiker. Sachlich war auch seine Reaktion auf die Berufung als Verkehrsminister. Im sozialen Netzwerk LinkedIn schrieb er am Montag: „Friedrich Merz hat mich gebeten, in seiner Regierung das Amt des Bundesministers für Verkehr zu übernehmen. Für das in mich gesetzte Vertrauen bin ich dem künftigen Bundeskanzler sehr dankbar. Auf die neue, verantwortungsvolle Aufgabe freue ich mich. Zugleich empfinde ich großen Respekt vor den Herausforderungen, die dieses Amt mit sich bringt.“

Schnieder wird Merz‘ Verkehrsminister: Ländlicher Raum und leistungsfähige Infrastruktur im Fokus

Seit Jahren setzt er sich für den Ausbau der A1 über die Landesgrenze von Rheinland-Pfalz nach Nordrhein-Westfalen ein, um eine Lücke von gut 25 Kilometern zwischen Kelberg und Blankenheim zu schließen. Schnieder sammelte Unterschriften und organisierte mehrere Demonstrationen. Er gilt als Gegner des Tempolimits, setzt sich aber auch für die Elektrifizierung des Schienennetzes ein.

Zwischen Kelberg und Blankenheim klafft eine Lücke von rund 25 Kilometern.

Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD wird dem Thema Verkehr kein hoher Stellenwert zugeschrieben. Das Nachrichtenmagazin Spiegel schreibt, das Kapitel werde wie ein Nebengedanke abgehandelt. Schnieder schrieb an diesem Abschnitt mit. Schnieder selbst gibt als seine inhaltlichen Schwerpunkte den Einsatz für den ländlichen Raum und für eine leistungsfähige Infrastruktur bei Straße und Schiene an. Spezifischeres ist bislang nicht bekannt.

Schnieder soll Verkehrsministerium leiten: Sondervermögen stattet Amt mit vielen Möglichkeiten aus

Nach Worten der mächtigen Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) müsse der designierte Verkehrsminister Schnieder in seinem neuen Posten „langen Atem und Mut unter Beweis stellen“. Das Verkehrsministerium könne in den kommenden vier Jahren „zu einem echten Gestaltungsministerium werden“, sagte der EVG-Vorsitzende Martin Burkert am Montag. „Das Sondervermögen Infrastruktur macht möglich, was jahrelang nicht möglich war.“ Die Herausforderungen bei der Bahn seien jedoch „gewaltig“.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Schienen und Stellwerke müssten dringend modernisiert werden, die Frachttochter der Deutschen Bahn, DB Cargo, brauche eine Zukunftsperspektive und bei den Trassenpreisen sei dringend eine Reform nötig, „damit die Verkehrswende nicht blockiert wird“, fuhr Burkert fort. Er habe Schnieder aber „in unserer gemeinsamen Zeit im Verkehrsausschuss als jemanden kennengelernt, der vor großen Aufgaben nicht zurückschreckt“, sagte der EVG-Chef weiter, der lange für die SPD im Bundestag saß. „Wir werden seine Arbeit kritisch, aber konstruktiv begleiten.“

Designierter Verkehrsminister Schnieder: Kritik aus dem Osten an CDU-Ministern

Kritik an Merz` Besetzung der Ministerposten kam derweil aus dem Osten. Die ostdeutschen Bundesländer hatten gehofft, einen aus ihren Reihen am Kabinettstisch platzieren zu können. Dass nun Katherina Reiche Wirtschaftsministerin werden soll, die zwar aus Brandenburg stammt, seit vielen Jahren aber in Nordrhein-Westfalen lebt, sorgt für schlechte Stimmung in den Landesverbänden.

Lange galt Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach als Favoritin für das Amt, das nun Schnieder erhalten soll. Scharrenbach hatte abgesagt, weil das Ministerium anders als von der Union erhofft nicht für Baupolitik zuständig sein wird, schreibt der Tagesspiegel. Aus dem Landesverband NRW kommt zudem Karsten Wildberger, der Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung werden soll. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zeigte sich nach der Nominierung „froh, dass die CDU Nordrhein-Westfalen als Kraftzentrum der Union“ gerade bei „zentralen Zukunftsthemen viele starke Stimmen in der künftigen Bundesregierung haben wird“. (fmü mit dpa und afp)

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