Karibik-Konflikt
US-Zerstörer kapert Fischerboot in der Karibik: Venezuela wirft Trump-Regierung „Provokation“ vor
Das US-Militär soll in der Karibik ein Fischerboot gekapert und die Besatzung acht Stunden festgehalten haben. Venezuela fühlt sich von Trumps Regierung provoziert.
Caracas – Der Konflikt in der Karibik spitzt sich zu: Venezuela beschuldigt das US-Militär, ein Fischerboot in seinen Hoheitsgewässern gekapert zu haben. Bewaffnete Besatzungsmitglieder des amerikanischen Zerstörers „USS Jason Dunham“ seien 48 Seemeilen nordöstlich der Insel La Blanquilla an Bord des Fischerboots „Carmen Rosa“ gegangen und hätten die neun Fischer für acht Stunden festgehalten, erklärte Außenminister Yván Gil bei einer Pressekonferenz in Caracas. „Wer den Befehl für die Provokation gegeben hat, sucht nach einem Vorwand, um eine kriegerische Eskalation in der Karibik zu rechtfertigen“, heißt es in einer Mitteilung des venezolanischen Außenministeriums.
Der Zwischenfall ereignete sich nach venezolanischen Angaben in der ausschließlichen Wirtschaftszone des südamerikanischen Landes. Den Fischern sei während ihrer Festsetzung jegliche Kommunikation untersagt worden. Als Beleg für den Vorfall präsentierte Gil bei seinem Auftritt ein Video, das zeigen soll, wie sich US-Soldaten in einem Schlauchboot dem venezolanischen Fischerboot nähern.
Karibik-Konflikt: USA bekämpfen angeblich Drogenhändler vor der Küste Venezuelas
Die Anschuldigungen fallen in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen beider Nationen. Medienberichten zufolge haben die Vereinigten Staaten mehrere Kriegsschiffe vor die Küste Venezuelas entsandt. Washington begründet diese Maßnahmen mit dem Kampf gegen Drogenhändler in der Region. Bei einem Einsatz gegen das Verbrechersyndikat Tren de Aragua kam es zum Beschuss eines mutmaßlichen Schmugglerboots, bei dem elf Menschen getötet wurden.
Die militärische Präsenz der USA im karibischen Raum könnte sich weiter verstärken. Bekannt wurden Pläne zur Verlegung von Kampfflugzeugen in das US-Außengebiet Puerto Rico, was die Spannungen mit dem Maduro-Regime weiter anheizen dürfte. (Quelle: dpa) (spr)
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