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Israel äußert sich

Israels Angriff auf Doha: Katar reagiert und widerspricht Trump

Das israelische Militär führt einen Luftangriff auf Hamas-Funktionäre in Doha durch. Der Nahostkonflikt droht erneut zu eskalieren. Der Newsticker.

Update, 19.44 Uhr: Die nach den israelischen Luftangriffen in Katar für Mittwoch einberufene Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats ist um einen Tag verschoben worden. Wie der südkoreanische Vorsitz des Gremiums mitteilte, wurden die Beratungen zur „Sicherheit im Nahen Osten“ auf Wunsch Katars verschoben, um die Teilnahme von Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani zu ermöglichen. Unklar war zunächst, ob dieser persönlich oder per Videoschaltung an der Sitzung teilnehmen will.

Update, 16.16 Uhr: Unter den Beratern Donald Trumps soll Israels Angriff in Katar Frustration über den Alleingang der israelischen Regierung unter Benjamin Netanjahu ausgelöst haben. Das berichtet der US-Nachrichtensender CNN. Der US-Präsident soll erst kurz vor dem Angriff überhaupt darüber informiert worden sein – aber nicht von Netanjahu, sondern vom Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs, General Dan Caine. Noch am Montag hatte sich Trumps Sonderbeauftragter für den Nahen Osten, Steve Witkoff, mit Netanjahus Berater Ron Dermer getroffen. Auch diese Gelegenheit, den Bündnispartner über den bevorstehenden Angriff zu informieren, ließ Israels Regierung aber offenbar verstreichen.

Update, 15.40 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Angriff Israels auf Ziele in Doha als „inakzeptabel, unabhängig vom Grund“ bezeichnet. Der Krieg in Israel dürfe sich nicht auf die Region ausweiten, schrieb er in einer Stellungnahme auf X. Neben Macron stellte sich auch nahezu die ganze arabische Welt an die Seite Katars. Solidaritätsbekundungen veröffentlichten unter anderem der Oman, Algerien, Libanon, Saudi-Arabien, Kasachstan, die Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait und Jordanien.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Update, 11.56 Uhr: Der Angriff Israels auf eine Hamas-Delegation in Doha erhöht den Druck auf Donald Trump aus den eigenen Reihen. Der US-Präsident hatte in einer frühen Reaktion Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu für die Aktion verantwortlich gemacht. „Diese Entscheidung wurde von Premierminister Netanjahu getroffen, nicht von mir“, schrieb Trump auf Truth Social.

Trump sieht sich innerhalb der Republikaner und seiner MAGA-Bewegung mehreren Kräften gegenüber, die dem tiefen Bündnis zwischen den USA und Israel kritisch gegenüber stehen. Dazu gehören unter anderem Trumps ehemaliger Berater Steve Bannon, der Israel in seiner Show nach dem Angriff in Doha vorwarf, die USA „nur in Schwierigkeiten“ zu bringen und anzulügen, sowie Marjorie Taylor Greene. Die Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses war es, die laut der New York Times Ende Juni 2025 als erste Republikanerin im US-Kongress Israels Militäroperation gegen die Hamas im Gazastreifen als „Genozid“ bezeichnete.

„Völlig falsch“ - Katar reagiert auf Statement der Trump-Regierung zu Israels Angriff

Update, 10.40 Uhr: Das Emirat Katar hat auf die Behauptungen aus dem Weißen Haus bezüglich des Angriffs Israels auf Ziele in Doha reagiert. Zuvor hatte Donald Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt behauptet, die US-Administration habe die Regierung in Katar kurz vor dem Angriff informiert. Majed al-Ansari, Sprecher des katarischen Außenministeriums, bezeichnete diese Darstellung in einem Post auf X als „völlig falsch“. Katars Außenminister, Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, bestätigte gegenüber Al Jazeera zwar, dass es einen Anruf aus den USA gegeben habe. Dieser sei aber erst zehn Minuten nach den ersten Explosionen eingegangen.

Katars Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani bei einer Pressekonferenz nach dem Angriff Israels auf Hamas-Funktionäre in Doha.

Update, 10. September, 7.08 Uhr: Der Angriff Israels auf die Hamas in Katar sorgt nicht nur in arabischen Staaten für Empörung. Heute beschäftigt sich der UN-Sicherheitsrat ab 21 Uhr (MEZ) in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Thema. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Diplomatenkreisen. Beantragt habe die Dringlichkeitssitzungssitzung unter anderem Algerien.

Update, 23.00 Uhr: Nach dem israelischen Angriff auf die Hamas-Führung in Katar hat sich das Golfemirat laut Regierungschef Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani vorbehalten, darauf zu reagieren. Vor Journalisten bezeichnete Al-Thani den Angriff als „eklatanten Übergriff“ und forderte eine „gemeinsame Antwort der gesamten Region auf solche barbarischen Taten“. Der Vorfall stelle einen „entscheidenden Moment“ für die Region dar.

Gleichzeitig betonte Al-Thani, dass Katar weiterhin als Vermittler zwischen Israel und der Hamas auftreten werde. Die Rolle der Vermittlung sei „ein zentraler Bestandteil der Identität“ des Landes, und nichts werde Katar davon abhalten, diese Aufgabe bei allen regionalen Angelegenheiten fortzuführen, erklärte er auf Nachfrage von Journalisten.

Katar widerspricht US-Darstellung nach israelischem Angriff in Doha

Update, 22.30 Uhr: Katar ist über den israelischen Luftangriff auf die Hamas-Führungsspitze in Doha nach eigener Darstellung nicht vorab informiert worden. Entsprechende Medienberichte seien falsch, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums Madschid al-Ansari. Ein US-Regierungsvertreter habe in dem Moment in Katar angerufen, als die Explosionen bereits zu hören waren. Al-Ansari widersprach damit der Darstellung der US-Regierung in Washington. Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte heute, dass Präsident Trump seinen Nahost-Sondergesandten Steve Witkoff angewiesen habe, Katar über den bevorstehenden Angriff zu informieren.

Trump bedauert israelischen Angriff auf Katar

Update, 21.39 Uhr: Donald Trump bedauert nach Angaben des Weißen Hauses, dass Katar Ort eines israelischen Angriffs auf die islamistische Hamas geworden ist. Der Republikaner betrachte Katar als engen Verbündeten und Freund der USA, teilte das Weiße Haus mit. In der Stellungnahme, die Regierungssprecherin Karoline Leavitt verlas, hieß es weiter, eine „einseitige Bombardierung innerhalb Katars als souveränem Staat und engem Verbündeten der Vereinigten Staaten“, diene weder Israels noch Amerika Zielen. Das Land habe sich gemeinsam mit den USA „engagiert und mutig“ für den Frieden eingesetzt. Der Präsident wolle, dass der Krieg ende und alle Geiseln aus dem Gazastreifen freigelassen würden.

Update, 20.40 Uhr: Die Hamas hat den israelischen Angriff auf ihre Führungsspitze in Katar als „gescheitert“ bezeichnet. Kein Mitglied ihres Verhandlungsteams sei dabei getötet worden, hieß es in einer Mitteilung der Terrororganisation. Bei dem Angriff in Doha, der als „abscheuliches Verbrechen“ beschrieben wurde, seien aber sechs Menschen getötet worden. Darunter seien der Sohn des höchstrangigen Hamas-Anführers im Ausland, Chalil al-Haja, sowie dessen Büroleiter.

Der Angriff auf die Hamas-Verhandlungsdelegation, die gerade über einen Vermittlungsvorschlag von Donald Trump beraten wollte, beweise einmal mehr, dass der Israels Ministerpräsident Netanjahu und seine Regierung nicht die Absicht hätten, ein Abkommen zu erzielen. Israels Führung versuche, ohne Rücksicht auf das Leben der Geiseln jegliche Bemühungen um ein Ende des Krieges zu vereiteln. Die USA seien durch ihre fortwährende Unterstützung für Israel mitverantwortlich. 

Angriff auf Katar: Israel attackiert Hamas-Spitze in Doha

Erstmeldung: Doha – Nach ersten Informationen soll es sich bei den Explosionen um einen israelischen Angriff auf Hamas-Anführer handeln, wie die Times of Israel berichtet. Eine hochrangige Quelle der radikal-islamistischen Hamas erklärte gegenüber Al-Jazeera, dass Israel eine Verhandlungsdelegation der Hamas in Doha angegriffen hätte. Diese sollte über den Vorschlag von US-Präsident Donald Trump über einen Waffenstillstand im Gazastreifen beraten.

Die israelische Armee erklärte unterdessen in einem Statement: „Die Mitglieder der Führung, die getroffen wurden, leiteten jahrelang die Aktivitäten der Terrororganisation und sind direkt verantwortlich für die Durchführung des Massakers vom 7. Oktober und die Führung des Krieges gegen den Staat Israel.“

Katar verurteilte den Angriff Israels „aufs Schärfste“, wie ein Sprecher des katarischen Außenministeriums erklärte. „Dieser kriminelle Angriff stellt einen flagranten Verstoß gegen alle internationalen Gesetze und Normen dar und ist eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der Katarer und Einwohner Katars.“ Weiter heißt es in einem Statement: „Der Staat Katar verurteilt diesen Angriff aufs Schärfste und bekräftigt, dass er dieses rücksichtslose Verhalten Israels und dessen fortgesetzte Beeinträchtigung der regionalen Sicherheit sowie jegliche Maßnahmen, die seine Sicherheit und Souveränität gefährden, nicht tolerieren wird. Die Ermittlungen werden auf höchster Ebene durchgeführt, und weitere Einzelheiten werden bekannt gegeben, sobald sie verfügbar sind.“

ZDF-Korrespondent Thomas Reichart sagt über den israelischen Angriff in Doha: „So etwas gab es noch nie.“ Bisher sei Doha der Ort für indirekte Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas gewesen. „Dass Israel ausgerechnet dort zuschlägt – offenbar, während die Hamas-Delegation über den Waffenstillstands-Plan berät – ist ein dramatischer Schritt“, erklärt Reichart.

In dem von Israel getroffenen Gebäude sollen sich laut Informationen der Times of Israel der Hamas-Anführer des Gazastreifens, Khalil al-Hayya befunden haben. Neben al-Hayya waren wohl darüber hinaus die hochrangigen Hamas-Mitglieder Zaher Jabarin, Muhammad Darwish und Khaled Mashaal anwesend.

Die Hamas und mit ihr verbündete Palästinensergruppen hatten den Gaza-Krieg mit ihrem brutalen Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst. Israel greift seither massiv militärisch im Gazastreifen an. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden mehr als 64.500 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. (red mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © afp

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