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Eskalation in Nahost

Reaktionen nach Angriff auf Katar: Trump „nicht begeistert“

Israel hat die katarische Hauptstadt Doha angegriffen. Die Aktion wird von vielen Ländern verurteilt. Israel spricht von einer „richtigen Entscheidung“.

Update, 10. September, 6:02 Uhr: Die USA haben den Angriff Israels in Katar deutlich kritisiert. „Ich bin nicht begeistert davon“, sagte US-Präsident Donald Trump in Washington. Trump bedauere, dass Katar Ort eines israelischen Angriffs auf die Hamas geworden sei. Der Republikaner betrachte Katar als engen Verbündeten und Freund der USA.

Weiterhin wies Trump jegliche Beteiligung an dem Angriff zurück. „Diese Entscheidung wurde von Ministerpräsident Netanjahu getroffen, nicht von mir“, schrieb Trump mit Blick auf Israels Premier Truth Social. Derweil will sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen heute (21:00 Uhr MESZ) in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Angriff beschäftigen. 

US-Präsident Donald Trump (Archivbild) sieht den Angriff in Katar als allein „Netanjahus Entscheidung“

Israel greift Hamas in Katar an – Trump reagiert

Update, 20.55 Uhr: US-Präsident Donald Trump bedauert nach Angaben des Weißen Hauses, dass Katar Ziel eines israelischen Angriffs geworden ist. Weiter hieß es, dass der Republikaner Katar als engen Verbündeten betrachte. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, verlas eine Stellungnahme von Trump. Darin hieß es weiter, eine „einseitige Bombardierung innerhalb Katars als souveränem Staat und engem Verbündeten der Vereinigten Staaten“, diene weder Israels noch Amerikas Zielen. Das Land habe sich gemeinsam mit den USA „engagiert und mutig“ für den Frieden eingesetzt. Der Präsident wolle, dass der Krieg ende und alle Geiseln aus dem Gazastreifen freigelassen würden.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Die US-Regierung wurde eigenen Angaben zufolge von Israel über die Angriffspläne auf Hamas-Funktionäre in Katar informiert. Trump habe seinen Sondergesandten Steve Witkoff angewiesen, das Land über den bevorstehenden Angriff zu informieren. Die Beseitigung der Hamas sei aber ein richtiger Schritt, so Leavitt.

Trump habe zudem mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Vertretern aus Katar gesprochen. Dabei habe er versichert, dass sich ein solcher Angriff auf katarischem Boden nicht wiederholen werde.

Update, 20.27 Uhr: Das türkische Außenministerium spricht Israel ab, an einem Frieden im Nahost-Krieg interessiert zu sein. „Dass das Verhandlungsteam der Hamas angegriffen wird, während die Waffenstillstandsverhandlungen noch andauern, zeigt, dass Israel den Krieg fortsetzen und nicht Frieden erreichen will“, heißt es in einer Stellungnahme.

Katar sei als Land, das sich aktiv als Vermittler für einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas eingesetzt hat, „zu einem weiteren Ziel Israels in der Region“ geworden. „Dies ist ein klarer Beweis für die Expansionspolitik Israels in der Region und für die Übernahme des Terrorismus als Staatspolitik.“

Die Türkei stehe Katar bei und wolle sich an Kampf „gegen diesen abscheulichen Angriff auf seine Souveränität und Sicherheit“ beteiligen. Die internationale Gemeinschaft müsse zudem den Druck auf Israel erhöhen, um „seine anhaltende Aggression in Palästina und der Region beendet.“

Außenminister Johann Wadephul übt scharfe Kritik nach einem israelischen Angriff auf Katar.

Update, 20.15 Uhr: Außenminister Johann Wadephul hat den Angriff Israels auf Katar als „inakzeptabel“ kritisiert. „Der Angriff Israels in Doha verletzt nicht nur die territoriale Souveränität Katars, sondern gefährdet auch unser aller Bemühungen zur Freilassung der Geiseln“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin. „Dieser Schlag ist inakzeptabel.“

Der Minister habe sich eigenen Angaben zufolge mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar ausgetauscht. In dem Telefonat habe Wadephul bemerkt, er sei „in größter Sorge über das Leben und die Sicherheit der Geiseln in den Händen der Hamas, darunter auch deutsche Staatsangehörige“. Bei der Freilassung der verschleppten Geiseln spiele Katar eine entscheidende Rolle. Gegenüber dem katarischen Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani habe er in einem weiteren Telefonat seine „Solidarität“ und „Anerkennung für diese Bemühungen“ als Vermittler im Nahost-Krieg ausgedrückt.

Update, 19.29 Uhr: Die neue Präsidentin der UN-Generalversammlung und frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat den Angriff Israels auf die katarische Hauptstadt Doha als „besorgniserregend“ bezeichnet.  „Die Souveränität und territoriale Integrität aller Mitgliedstaaten muss respektiert und darf von keinem Mitgliedstaat verletzt werden“, sagte sie am Dienstag in New York. Sie rief zur Zurückhaltung auf und pochte auf diplomatische Lösungen in dem anhaltenden Konflikt.

Update, 18.36 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Israels Angriff auf Hamas-Mitglieder in Katar scharf verurteilt. „Die heutigen Angriffe Israels auf Katar sind inakzeptabel, egal, was der Grund dafür war“, schrieb Macron auf X. Er sprach dem Land und Emir Tamim bin Hamad Al Thani seine Solidarität aus. „Unter keinen Umständen sollten wir den Krieg in der Region ausweiten.“

Update, 17.53 Uhr: Die Regierung in Großbritannien hat den israelischen Angriff auf Katar kritisiert. Laut dem Guardian sagte ein Sprecher von Premierminister Keir Starmer: „Wir wollen keine weitere Eskalation der Gewalt in der Region. Dies birgt nur die Gefahr einer weiteren Destabilisierung. Wir wollen, dass das Leid im Gazastreifen endet, angefangen mit der Freilassung aller Geiseln, einem sofortigen Waffenstillstand und einer Aufstockung der Hilfsmaßnahmen für die Region, damit in der gesamten Region ein dauerhafter Frieden herrschen kann.“

Erstmeldung: Doha – „Diese äußerst gefährliche und kriminelle Handlung ist ein grober Verstoß gegen alle internationalen Regeln und Vorschriften.“ Esmaeil Baqaei, Sprecher des Außenministeriums in Katar, hat den jüngsten Angriff Israels auf die katarische Hauptstadt Doha scharf verurteilt, wie der Sender Al Jazeera berichtet. Eigenen Angaben zufolge hat die israelische Armee einen gezielten Angriff auf die in dem arabischen Land zu indirekten Friedensverhandlungen anwesenden Hamas-Vertreter durchgeführt.

Israel greift Hamas in der Hauptstadt von Katar an – Katar verurteilt den Angriff scharf

Das Land hat den israelischen Angriff auf seine Hauptstadt in einer Stellungnahme als „feige“ und „kriminell“ verurteilt. Al Jazeera teilte eine Stellungnahme der katarischen Führung: „Der Staat Katar verurteilt aufs Schärfste den feigen israelischen Angriff auf Wohngebäude, in denen mehrere Mitglieder des Politbüros der Hamas in der katarischen Hauptstadt Doha untergebracht waren. Dieser kriminelle Angriff stellt einen eklatanten Verstoß gegen alle internationalen Gesetze und Normen dar und stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der Katarer und der Einwohner Katars dar.“

Neben Katar selbst reagieren auch andere Staaten auf den Angriff. So veurteilt Jordanien die Attacke als „feige Aggression“ Israels. Außenminister Aiman al-Safadi schrieb auf X, dass Israel mit der Aktion gegen das Völkerrecht verstoße und damit die „brutale israelische Agression“ fortsetze. Damit würden die Sicherheit und Stabilität in der gesamten Region gefährdet.

Auch der Iran hat Israels Vorgehen verurteilt. Der Angriff sei ein „Verstoß gegen die Prinzipien, Ziele und Regeln der Charta der Vereinten Nationen“, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna

„Richtige Entscheidung“: Israels Finanzminister verteidigt Angriff auf Katar – Netanjahu meldet sich

Aus Israel meldete sich als erstes Finanzminister Bezalel Smotrich zu Wort. „Für die Terroristen gibt es keine und wird es niemals Immunität vor dem langen Arm Israels geben - an keinem Ort der Welt“, schrieb Smotrich auf X. Der Angriff sei „eine richtige Entscheidung, die wir getroffen haben, und eine perfekte Ausführung durch die Armee und den (Inlandsgeheimdienst) Schin Bet.“

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat derweil mitgeteilt, dass Israel die gesamte Verantwortung für den Angriff auf Doha übernehme. Das Büro Netanjahus veröffentlichte dazu eine Stellungnahme: „Die heutige Aktion gegen die führenden Terroristenführer der Hamas war eine völlig unabhängige israelische Operation. Israel hat sie initiiert, Israel hat sie durchgeführt.“

Reaktionen auf Israel-Angriff auf Katar: Papst zeigt sich beunruhigt – UN-Generalsekretär mit Kritik

Papst Leo XIV hat sich besorgt über den israelischen Angriff auf die Hauptstadt von Katar geäußert. Die Nachrichtenagentur ANSA zitiert das Oberhaupt der katholischen Kirche vor dessen Sommerresidenz: „Es gibt derzeit wirklich ernste Neuigkeiten: Israels Angriff auf einige Hamas-Führer in Katar. Die gesamte Situation ist sehr ernst“

Daneben hat UN-Generalsekretär António Guterres die Aktion verurteilt. „Ich verurteilte diese eklatante Verletzung der Souveränität und territorialen Integrität Katars“, erklärte er in New York. „Alle Parteien müssen auf einen dauerhaften Waffenstillstand hinarbeiten und dürfen ihn nicht zerstören.“ Katar habe bei den Bemühungen um eine Waffenrune und die Freilassung der Geiseln im Gazastreifen eine positive Rolle gespielt.

Israel greift Hauptstadt von Katar an – Was über die Aktion bekannt ist

Israel hat den Angriff auf Doha und die dort befindlichen Hamas-Funktionäre am Dienstag (9. September) durchgeführt. Laut Angaben aus Katar soll der Angriff auf eine Wohngegend gezielt haben. Mit welchen Mitteln die Attacke durchgeführt wurde, ist bislang nicht bekannt. Grund für den Angriff ist laut israelischer Angaben die Weigerung der Hamas, die übrigen israelischen Geiseln vom Überfall vom 7. Oktober 2023 freizulassen.

Dem israelischen Sender Channel 12 zufolge soll US-Präsident Donald Trump den Angriff im Vorfeld zugestimmt haben. Für den Abend ist ein Pressebriefing im Weißen Haus angedacht. (Quellen: Al Jazeera, dpa, AFP, X, Irna, ANSA) (nhi)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta

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