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Eskalation in Nahost
Reaktionen nach Angriff auf Katar: Trump „nicht begeistert“
Israel hat die katarische Hauptstadt Doha angegriffen. Die Aktion wird von vielen Ländern verurteilt. Israel spricht von einer „richtigen Entscheidung“.
Update, 10. September, 6:02 Uhr: Die USA haben den Angriff Israels in Katar deutlich kritisiert. „Ich bin nicht begeistert davon“, sagte US-Präsident Donald Trump in Washington. Trump bedauere, dass Katar Ort eines israelischen Angriffs auf die Hamas geworden sei. Der Republikaner betrachte Katar als engen Verbündeten und Freund der USA.
Weiterhin wies Trump jegliche Beteiligung an dem Angriff zurück. „Diese Entscheidung wurde von Ministerpräsident Netanjahu getroffen, nicht von mir“, schrieb Trump mit Blick auf Israels Premier Truth Social. Derweil will sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen heute (21:00 Uhr MESZ) in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Angriff beschäftigen.
Update, 20.55 Uhr: US-Präsident Donald Trump bedauert nach Angaben des Weißen Hauses, dass Katar Ziel eines israelischen Angriffs geworden ist. Weiter hieß es, dass der Republikaner Katar als engen Verbündeten betrachte. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, verlas eine Stellungnahme von Trump. Darin hieß es weiter, eine „einseitige Bombardierung innerhalb Katars als souveränem Staat und engem Verbündeten der Vereinigten Staaten“, diene weder Israels noch Amerikas Zielen. Das Land habe sich gemeinsam mit den USA „engagiert und mutig“ für den Frieden eingesetzt. Der Präsident wolle, dass der Krieg ende und alle Geiseln aus dem Gazastreifen freigelassen würden.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern
Die US-Regierung wurde eigenen Angaben zufolge von Israel über die Angriffspläne auf Hamas-Funktionäre in Katar informiert. Trump habe seinen Sondergesandten Steve Witkoff angewiesen, das Land über den bevorstehenden Angriff zu informieren. Die Beseitigung der Hamas sei aber ein richtiger Schritt, so Leavitt.
Trump habe zudem mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Vertretern aus Katar gesprochen. Dabei habe er versichert, dass sich ein solcher Angriff auf katarischem Boden nicht wiederholen werde.
Update, 20.27 Uhr: Das türkische Außenministerium spricht Israel ab, an einem Frieden im Nahost-Krieg interessiert zu sein. „Dass das Verhandlungsteam der Hamas angegriffen wird, während die Waffenstillstandsverhandlungen noch andauern, zeigt, dass Israel den Krieg fortsetzen und nicht Frieden erreichen will“, heißt es in einer Stellungnahme.
Katar sei als Land, das sich aktiv als Vermittler für einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas eingesetzt hat, „zu einem weiteren Ziel Israels in der Region“ geworden. „Dies ist ein klarer Beweis für die Expansionspolitik Israels in der Region und für die Übernahme des Terrorismus als Staatspolitik.“
Die Türkei stehe Katar bei und wolle sich an Kampf „gegen diesen abscheulichen Angriff auf seine Souveränität und Sicherheit“ beteiligen. Die internationale Gemeinschaft müsse zudem den Druck auf Israel erhöhen, um „seine anhaltende Aggression in Palästina und der Region beendet.“
Update, 20.15 Uhr: Außenminister Johann Wadephul hat den Angriff Israels auf Katar als „inakzeptabel“ kritisiert. „Der Angriff Israels in Doha verletzt nicht nur die territoriale Souveränität Katars, sondern gefährdet auch unser aller Bemühungen zur Freilassung der Geiseln“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin. „Dieser Schlag ist inakzeptabel.“
Der Minister habe sich eigenen Angaben zufolge mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar ausgetauscht. In dem Telefonat habe Wadephul bemerkt, er sei „in größter Sorge über das Leben und die Sicherheit der Geiseln in den Händen der Hamas, darunter auch deutsche Staatsangehörige“. Bei der Freilassung der verschleppten Geiseln spiele Katar eine entscheidende Rolle. Gegenüber dem katarischen Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani habe er in einem weiteren Telefonat seine „Solidarität“ und „Anerkennung für diese Bemühungen“ als Vermittler im Nahost-Krieg ausgedrückt.
Update, 19.29 Uhr: Die neue Präsidentin der UN-Generalversammlung und frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat den Angriff Israels auf die katarische Hauptstadt Doha als „besorgniserregend“ bezeichnet. „Die Souveränität und territoriale Integrität aller Mitgliedstaaten muss respektiert und darf von keinem Mitgliedstaat verletzt werden“, sagte sie am Dienstag in New York. Sie rief zur Zurückhaltung auf und pochte auf diplomatische Lösungen in dem anhaltenden Konflikt.
Update, 18.36 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Israels Angriff auf Hamas-Mitglieder in Katar scharf verurteilt. „Die heutigen Angriffe Israels auf Katar sind inakzeptabel, egal, was der Grund dafür war“, schrieb Macron auf X. Er sprach dem Land und Emir Tamim bin Hamad Al Thani seine Solidarität aus. „Unter keinen Umständen sollten wir den Krieg in der Region ausweiten.“
Update, 17.53 Uhr: Die Regierung in Großbritannien hat den israelischen Angriff auf Katar kritisiert. Laut dem Guardian sagte ein Sprecher von Premierminister Keir Starmer: „Wir wollen keine weitere Eskalation der Gewalt in der Region. Dies birgt nur die Gefahr einer weiteren Destabilisierung. Wir wollen, dass das Leid im Gazastreifen endet, angefangen mit der Freilassung aller Geiseln, einem sofortigen Waffenstillstand und einer Aufstockung der Hilfsmaßnahmen für die Region, damit in der gesamten Region ein dauerhafter Frieden herrschen kann.“
Erstmeldung: Doha – „Diese äußerst gefährliche und kriminelle Handlung ist ein grober Verstoß gegen alle internationalen Regeln und Vorschriften.“ Esmaeil Baqaei, Sprecher des Außenministeriums in Katar, hat den jüngsten Angriff Israels auf die katarische Hauptstadt Doha scharf verurteilt, wie der Sender Al Jazeera berichtet. Eigenen Angaben zufolge hat die israelische Armee einen gezielten Angriff auf die in dem arabischen Land zu indirekten Friedensverhandlungen anwesenden Hamas-Vertreter durchgeführt.
Israel greift Hamas in der Hauptstadt von Katar an – Katar verurteilt den Angriff scharf
Das Land hat den israelischen Angriff auf seine Hauptstadt in einer Stellungnahme als „feige“ und „kriminell“ verurteilt. Al Jazeera teilte eine Stellungnahme der katarischen Führung: „Der Staat Katar verurteilt aufs Schärfste den feigen israelischen Angriff auf Wohngebäude, in denen mehrere Mitglieder des Politbüros der Hamas in der katarischen Hauptstadt Doha untergebracht waren. Dieser kriminelle Angriff stellt einen eklatanten Verstoß gegen alle internationalen Gesetze und Normen dar und stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der Katarer und der Einwohner Katars dar.“
Neben Katar selbst reagieren auch andere Staaten auf den Angriff. So veurteilt Jordanien die Attacke als „feige Aggression“ Israels. Außenminister Aiman al-Safadi schrieb auf X, dass Israel mit der Aktion gegen das Völkerrecht verstoße und damit die „brutale israelische Agression“ fortsetze. Damit würden die Sicherheit und Stabilität in der gesamten Region gefährdet.
Auch der Iran hat Israels Vorgehen verurteilt. Der Angriff sei ein „Verstoß gegen die Prinzipien, Ziele und Regeln der Charta der Vereinten Nationen“, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.
„Richtige Entscheidung“: Israels Finanzminister verteidigt Angriff auf Katar – Netanjahu meldet sich
Aus Israel meldete sich als erstes Finanzminister Bezalel Smotrich zu Wort. „Für die Terroristen gibt es keine und wird es niemals Immunität vor dem langen Arm Israels geben - an keinem Ort der Welt“, schrieb Smotrich auf X. Der Angriff sei „eine richtige Entscheidung, die wir getroffen haben, und eine perfekte Ausführung durch die Armee und den (Inlandsgeheimdienst) Schin Bet.“
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat derweil mitgeteilt, dass Israel die gesamte Verantwortung für den Angriff auf Doha übernehme. Das Büro Netanjahus veröffentlichte dazu eine Stellungnahme: „Die heutige Aktion gegen die führenden Terroristenführer der Hamas war eine völlig unabhängige israelische Operation. Israel hat sie initiiert, Israel hat sie durchgeführt.“
Reaktionen auf Israel-Angriff auf Katar: Papst zeigt sich beunruhigt – UN-Generalsekretär mit Kritik
Papst Leo XIV hat sich besorgt über den israelischen Angriff auf die Hauptstadt von Katar geäußert. Die Nachrichtenagentur ANSA zitiert das Oberhaupt der katholischen Kirche vor dessen Sommerresidenz: „Es gibt derzeit wirklich ernste Neuigkeiten: Israels Angriff auf einige Hamas-Führer in Katar. Die gesamte Situation ist sehr ernst“
Daneben hat UN-Generalsekretär António Guterres die Aktion verurteilt. „Ich verurteilte diese eklatante Verletzung der Souveränität und territorialen Integrität Katars“, erklärte er in New York. „Alle Parteien müssen auf einen dauerhaften Waffenstillstand hinarbeiten und dürfen ihn nicht zerstören.“ Katar habe bei den Bemühungen um eine Waffenrune und die Freilassung der Geiseln im Gazastreifen eine positive Rolle gespielt.
Israel greift Hauptstadt von Katar an – Was über die Aktion bekannt ist
Israel hat den Angriff auf Doha und die dort befindlichen Hamas-Funktionäre am Dienstag (9. September) durchgeführt. Laut Angaben aus Katar soll der Angriff auf eine Wohngegend gezielt haben. Mit welchen Mitteln die Attacke durchgeführt wurde, ist bislang nicht bekannt. Grund für den Angriff ist laut israelischer Angaben die Weigerung der Hamas, die übrigen israelischen Geiseln vom Überfall vom 7. Oktober 2023 freizulassen.
Dem israelischen Sender Channel 12 zufolge soll US-Präsident Donald Trump den Angriff im Vorfeld zugestimmt haben. Für den Abend ist ein Pressebriefing im Weißen Haus angedacht. (Quellen: Al Jazeera, dpa, AFP, X, Irna, ANSA) (nhi)
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