Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Funktionsweise und Auswirkungen

So funktionieren Donald Trumps Zölle gegen Deutschland und die EU

Seit dem 7. August gilt die neue Zollregelung Donald Trumps. Wie Zölle funktionieren, warum es sie jetzt gibt und welche Folgen das für Deutschland hat.

München – Zölle funktionieren eigentlich relativ simpel. Das Prinzip kennt man vielleicht auch aus dem Urlaub. Wenn man außerhalb der EU war und ein Mitbringsel dabei hat, muss man bei der Rückreise darauf achten, dass man unterhalb der vom deutschen Zoll angegebenen Freimengen bleibt. Das gilt zum Beispiel bei Alkohol oder Tabak. Wenn man zu viel dabei hat, muss man Geld zahlen.

Dasselbe Prinzip gilt auch für Unternehmen. Wenn sie Produkte in die EU einführen wollen, um sie hier zu verkaufen, müssen sie Geld zahlen. Und diesen Preis geben die Unternehmen beim Verkauf an ihre Kundinnen und Kunden weiter. Dadurch werden ausländische Produkte teurerer als einheimische.

Das dient meistens dem Schutz des heimischen Marktes vor unfairer Konkurrenz und dem Schutz der Verbraucher. Dazu sind sie aber auch einfach eine Einnahmequelle. Die Zölle, die Donald Trump jetzt für die USA beschlossen hat, funktionieren etwas anders.

US-Präsident Donald Trump will durch Zölle die amerikanische Wirtschaft ankurbeln. (Archivbild)

Warum hat Trump so hohe Zölle erhoben?

Donald Trump hat wiederholt gesagt, Zölle im Ausland auf amerikanische Produkte seien unfair. Deswegen hat er im April 2025 verkündet, er werde „reziproke“ Zölle auf alle ausländischen Produkte erheben, die in die USA eingeführt werden. Er will also zum Beispiel im Fall der EU denselben Prozentsatz auf EU-Produkte erheben, den die EU auch auf amerikanische Produkte erhebt. Die Administration von Trump hat damals 20 Prozent auf EU-Produkte angekündigt. Ob Trumps Berechnungsgrundlage für die Zölle stimmt, darüber gibt es Zweifel.

Trump erhofft sich von diesen Zöllen einen Boost für die amerikanische Wirtschaft. Denn durch hohe Zölle werden ausländische Produkte teurer und amerikanische im Vergleich günstiger. Zusätzlich soll diese Zoll-Politik Firmen dazu bewegen, ihre Produktion in die USA zu verlagern. Dadurch würden dort Jobs geschaffen werden und die Wirtschaft angekurbelt werden.

Welche Zölle gelten jetzt?

Ursprünglich hat Donald Trump 20 Prozent Zölle angekündigt, dann hat die EU mit den USA verhandelt und den Prozentsatz auf 15 % gedrückt. Dazu gab es einige weitere Vereinbarungen:

  • Ausgenommen vom Zoll sind unter anderem Flugzeuge, bestimmte Chemikalien, landwirtschaftliche Erzeugnisse und kritische Rohstoffe.
  • Für Stahl und Aluminium soll es ein Quotensystem geben.
  • Die EU soll US-Energie kaufen, darunter LNG, Öl und Kernbrennstoffe.
  • Die EU soll 600 Milliarden Euro in den USA investieren.

Was bedeutet Trumps Zölle für Deutschland?

Deutsche Unternehmen haben bisher sehr viel in die USA exportiert. Durch die Zölle werden ihre Produkte in den USA teurer und sie können voraussichtlich nicht so viel verkaufen. Die Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) sagte am Mittwoch: „Diese Einigung mag politisch notwendig gewesen sein, für viele Unternehmen in Deutschland ist sie dennoch eine bittere Pille“. Die größte Belastung ist laut der Umfrage der DIHK die anhaltende Unsicherheit, ob noch weitere Zölle kommen werden.

Donald Trumps Strafzölle: Diese Produkte aus Deutschland werden jetzt teurer

Die Strafzölle der neuen US-Regierung zielen auch auf Baumaschinen wie Bagger von Liebherr ab
Donald Trump und die US-Regierung planen neue Strafzölle auf deutsche und europäische Importe. Die höheren Gebühren zielen auch auf Baumaschinen wie Bagger von Liebherr ab. © Imagebroker/Imago
Thyssenkrupp und Co. liefern hochwertigen Stahl für die Luftfahrt- und Autoindustrie. Deutsche Stahl- und Aluminiumprodukte sind von den höheren Zollgebühren betroffen.
Thyssenkrupp und Co. liefern hochwertigen Stahl für die Luftfahrt- und Autoindustrie. Deutsche Stahl- und Aluminiumprodukte sind von den höheren Zollgebühren betroffen. © Funke Foto Services/Imago
Deutsche Spielwarenhersteller wie Playmobil oder Schleich verkaufen ihre Artikel auch in Übersee
Deutsche Spielwarenhersteller wie Playmobil oder Schleich verkaufen ihre Artikel auch in Übersee. © Karina Hessland/Imago
Naschkatzen werden tiefer in die Tasche greifen müssen: In die USA importierte Süßigkeiten wie Haribo oder Ritter-Sport dürften sich verteuern
Naschkatzen werden tiefer in die Tasche greifen müssen: In die USA importierte Süßigkeiten wie Haribo oder Ritter-Sport dürften sich verteuern. © BREUEL-BILD/Imago
Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben
Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben. © Chinalmages/Imago
Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld
Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld. © Ulrich Wagner/Imago
Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden
Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden. © IMAGO/Zoonar.com/totalpics
Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen
Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen. © Eibner/Imago
Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren
Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren. © NurPhoto/Imago
Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle
Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle. © NurPhoto/Imago
Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle
Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle. © STPP/Imago
Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA
Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA. © Zoonar/Imago
In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielem weiteren Fleisch aus Deutschland und anderen Ländern Europas
In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielen weiteren Fleischsorten aus Deutschland und anderen Ländern Europas. © IMAGO/Ardan Fuessmann
Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA
Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA. © Xinhua/Imago
Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten
Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten. © Zink/Imago
BMW, Mercedes und Volkswagen exportieren jährlich Autos im Wert von über 30 Milliarden Euro in die USA. Dafür werden künftig höhere Abgaben fällig
BMW, Mercedes und Volkswagen exportieren jährlich Autos im Wert von über 30 Milliarden Euro in die USA. Dafür werden künftig höhere Abgaben fällig. © Mercedes
Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren
Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren. © Rolf Poss/Imago
Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben
Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben. © Zoonar/Imago
Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet
Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet. © IMAGO/Snowfield Photography
Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert
Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert. © IMAGO/Sven Severing
Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit
Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit. © Chromorange/Imago
Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig
Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig.  © Ulrich Roth/Imago
Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig ebenfalls für höhere Kosten in die USA importiert
Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig für höhere Kosten in die USA importiert. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen
Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen. © IMAGO/Manfred Segerer
Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten
Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten. © Zoonar/Imago

Vor allem die Pharmaindustrie verkauft viel in die USA, danach kommt die Maschinen- und die Autoindustrie. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts von 2023 hervor. Die Pharmaindustrie wird durch die neuen Zölle also am meisten getroffen.

Für die Autoindustrie geht es durch die neue Einigung allerdings bergauf. Seit April gelten für ausländische Autos, also auch für deutsche, Zölle von 27,5 %. Das sinkt jetzt auf 15%, ist aber immer noch nicht so gut wie vor einem Jahr. (cdz)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/dpa

Kommentare