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„Umverteilung von Jung zu Alt“

Steuer-Streit bei Lanz: Ökonom Fratzscher zerlegt FDP-Pläne – „völlig illusorisch“

Auch in diesem Wahlkampf überbieten sich die Parteien mit Steuer-Versprechen. Ökonom Marcel Fratzscher verdeutlicht anhand des FDP-Plans, was davon zu halten ist.

Hamburg – Die Karten liegen in Form der Wahlprogramme auf dem Tisch. Somit ist bekannt, mit welchem Blatt jede der Parteien bei der Bundestagswahl am 23. Februar um Stimmen wirbt. Ein großes Thema spielen dabei Entlastungen, denn geringere Steuern klingen immer verlockend.

Denen hat sich kaum eine Partei in einem Ausmaß verschrieben wie die FDP. Doch Marcel Fratzscher fehlt der Glaube, dass die Umsetzung realistisch ist – ganz abgesehen davon, dass die Liberalen allenfalls als Juniorpartner Teil einer künftigen Regierung werden könnten und einem Koalitionspartner viele Zugeständnisse machen müssten.

Steuer-Pläne im Wahlkampf: Nur AfD überbietet FDP bei Versprechen zu Entlastungen

In der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ wurde der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) mit Zahlen konfrontiert, die das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) veröffentlichte. Demnach versprechen die Steuer-Pläne der FDP Entlastungen von 138 Milliarden Euro. Übertroffen wird der Wert nur von der AfD, die auf 149 Milliarden Euro kommt. Ansonsten landet lediglich das BSW im dreistelligen Bereich (122), dahinter folgen CDU/CSU (89), die Grünen (48) und schließlich die SPD (30).

„Hier werden Versprechen gemacht, die nie erfüllt werden können“, monierte Fratzscher in Richtung des ebenfalls in der Runde sitzenden FDP-Fraktionschefs Christian Dürr. Damit sei mit Blick auf den Wähler „die Enttäuschung vorprogrammiert“.

Der Ökonom ordnete ein: „138 Millionen Euro (…), das sind 3,5 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Das ist ungefähr das Zehnfache, was der Bund überhaupt als Neuschulden unter der Schuldenbremse machen kann.“ Für ihn ist diese Summe „völlig illusorisch“.

Direkte Konfrontation: FDP-Fraktionschef Christian Dürr (M.) reagiert bei Markus Lanz (l.) auf die Kritik von Marcel Fratzscher.

FDP und Entlastungen für Bürger: Ökonom sieht in Programm „Quadratur des Kreises“

Die FDP plane massive Steuersenkungen, höhere Investitionen und die Einhaltung der Schuldenbremse, was Fratzscher den Kopf schütteln lässt: „Diese drei Dinge sind ein Widerspruch in sich. Das ist die Quadratur des Kreises.“

Zudem würden die größten Profiteure keinesfalls in der Mitte zu finden sein. „40 Milliarden Euro von diesen Geldern sind für die oberen ein Prozent“, verdeutlichte der 53-Jährige und erwähnte die Senkung des Spitzensteuersatzes und die Abschaffung des Solis als Teile des FDP-Plans. „Die untere Hälfte bekommt 21 Milliarden Euro“, zog er einen Vergleich: „Vor allem Menschen mit geringem Einkommen bekommen nichts.“

Dazu befürchtet der Politikberater „eine massive Umverteilung von Jung zu Alt“, denn Jüngere hätten meistens geringere Einkommen. Zudem würden in den politischen Diskussionen die Bildungsausgaben sowie der Klima- und Umweltschutz zu kurz kommen.

Daher hielt Fratzscher fest: „Die hauptleidtragende Gruppe in diesem Wahlkampf – und das betrifft nicht nur die FDP, sondern auch andere Parteien – ist letztlich die jüngere Generation.“ Dies gelte auch ökonomisch. Für ihn ist klar: „Wir brauchen eine riesige Investitionsoffensive, in gute Infrastruktur, in ein gutes Bildungssystem, in Innovationsfähigkeit.“

Kennen Sie alle? Diese 41 Parteien wurden formal zur Bundestagswahl 2025 zugelassen

Bundestagswahl
41 Parteien wurden für die Bundestagswahl formal zugelassen, doch nur 29 davon nehmen teil. Zwölf der Mitte Januar vom Bundeswahlausschuss formal anerkannten Parteien werden bei der Abstimmung nicht dabei sein, wie die Bundeswahlleiterin Ende Januar in Wiesbaden mitteilte. Anders als langjährige Bundestags- und Landtagsparteien hatten vor allem kleinere Parteien beispielsweise noch eine erforderliche Anzahl von Unterstützerunterschriften nachweisen müssen. © IMAGO/Sascha Steinach
Bundestagswahl
SPD, Grüne, FDP, AfD, Linke, Freie Wähler, Volt, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, Bündnis Deutschland und das Bündnis Sahra Wagenknecht sind demnach in allen 16 Ländern mit Landeslisten vertreten. Die CDU tritt in allen Bundesländern außer Bayern an, die CSU (Foto) nur in Bayern. Die übrigen Parteien werden nicht in allen Ländern auf den Stimmzetteln stehen. Acht von ihnen treten den Angaben nach jeweils nur in einem Land an. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2025 auf den Wahlzetteln stehen. Die Partei schickt Kanzler Olaf Scholz erneut als Spitzenkandidat ins Rennen.
Wir haben die 41 formal zugelassenen Parteien gesammelt. Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2025 auf den Wahlzetteln stehen. Die Partei schickt Kanzler Olaf Scholz erneut als Spitzenkandidat ins Rennen. © Hendrik Schmidt / dpa
Die CDU geht mit Friedrich Merz als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl 2025.
Die CDU geht mit Friedrich Merz als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl 2025. © Thomas Banneyer / dpa
Auch Bündnis 90/Die Grünen ist als Partei zur Bundestagswahl zugelassen. Spitzenkandidat ist Robert Habeck.
Auch Bündnis 90/Die Grünen ist als Partei zur Bundestagswahl zugelassen. Spitzenkandidat ist Robert Habeck. © Georg Wendt / dpa
Auch die FDP um Parteichef Christian Lindner wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.
Auch die FDP um Parteichef Christian Lindner wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.  © Moritz Frankenberg / dpa
Auf den Wahlzetteln können Wählende auch bei der AfD ihr Kreuz setzen. Mit Alice Weidel stellt die Partei auch eine Kanzlerkandidatin.
Auf den Wahlzetteln können Wählende auch bei der AfD ihr Kreuz setzen. Mit Alice Weidel stellt die Partei auch eine Kanzlerkandidatin. © Sebastian Kahnert / dpa
In Bayern wird die CSU auf dem Wahlzettel stehen
In Bayern wird die CSU auf dem Wahlzettel stehen. Die Schwesterpartei der Union ist zugelassen für die Bundestagswahl – der Name von Parteichef Markus Söder wird darauf allerdings nicht auftauchen, er bleibt als Ministerpräsident in Bayern und will nicht nach Berlin. © Daniel Vogl / dpa
Die Linke wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Linke wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © Hendrik Schmidt / dpa
Als mindestens in einem Landtag vertretene Partei ist auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zur Wahl zugelassen.
Als mindestens in einem Landtag vertretene Partei ist auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zur Wahl zugelassen. Seit der Absplitterung von den Linken sitzt das BSW auch bereits im Bundestag. © Hannes P Albert / dpa
Auch das Bündnis Deutschland ist zur Wahl zugelassen
Auch das Bündnis Deutschland – hier ein Foto aus dem Jahr 2022 – ist als Partei, die in einem Landtag vertreten ist, zur Wahl zugelassen. Die rechtskonservative, wirtschaftsliberale Partei ist mit sieben Abgeordneten in der Bremer Bürgerschaft vertreten. © Bernd von Jutrczenka / dpa
Selbiges gilt für die Freien Wähler, hier Parteivorsitzender Hubert Aiwanger. Die Partei ist aktuell in Bayern und Rheinland-Pfalz im Landtag vertreten.
Selbiges gilt für die Freien Wähler, hier Parteivorsitzender Hubert Aiwanger. Die Partei ist aktuell in Bayern und Rheinland-Pfalz im Landtag vertreten. © Daniel Vogl / dpa
Bayern-Partei ist zur Bundestagswahl zugelassen
Zu den 31 weiteren Parteien, die der Bundeswahlausschuss wegen eingehaltener Formalitäten zur Wahl zulässt, gehört auch die Bayernpartei. Sie setzt sich laut eigenen Aussagen für „Selbstbestimmung, Föderalismus und die Eigenstaatlichkeit Bayerns“ ein. Das Foto zeigt ein Plakat aus dem Wahlkampf zur Landtagswahl in Bayern 2023. © IMAGO/Goldmann
Zur Bundestagswahl 2025 zugelassen ist auch die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, kurz MLPD.
Zur Bundestagswahl 2025 zugelassen ist auch die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, kurz MLPD. Sie versteht sich als kommunistische deutsche Kleinpartei. © IMAGO / Michael Gstettenbauer
Auch zur Bundestagswahl zugelassen: Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität, kurz BüSo. Das Foto zeigt ein Wahlplakat aus dem Jahr 2019.
Auch zur Bundestagswahl zugelassen: Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität, kurz BüSo. Das Foto zeigt ein Wahlplakat aus dem Jahr 2019. © Revierfoto via www.imago-images.de
Die Gartenpartei, hier als Wahlplakat in einer Reihe mit AfD und SPD aufgeführt zum Landtagswahl-Rennen in Sachsen-Anhalt 2021, wurde ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl.
Die Gartenpartei, hier als Wahlplakat in einer Reihe mit AfD und SPD aufgeführt zum Landtagswahl-Rennen in Sachsen-Anhalt 2021, wurde ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl. © IMAGO / Jan Huebner
Auch auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl dabei: Die Partei der Humanisten. Ihr Fokus liegt auf Säkularisierung und Wissenschaft.
Auch formal zugelassen: Die Partei der Humanisten. Ihr Fokus liegt auf Säkularisierung und Wissenschaft. © IMAGO / Müller-Stauffenberg
Die Basisdemokratische Partei Deutschland, kurz dieBasis, wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Basisdemokratische Partei Deutschland, kurz dieBasis, wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.  © IMAGO / IPON
Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer, hier Namensgeber Todenhöfer im Bild, wurde 2020 gegründet. Zur Bundestagswahl 2025 ist sie zugelassen.
Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer, hier Namensgeber Todenhöfer im Bild, wurde 2020 gegründet. Zur Bundestagswahl 2025 ist sie zugelassen. © Jörg Carstensen / dpa
Ebenfalls zugelassen: Die Kleinpartei Menschliche Welt.
Ebenfalls zugelassen: Die Kleinpartei Menschliche Welt. © IMAGO/Manfred Segerer
Auch das Bündnis C – hier eine Wahlwerbung für die Parteivorsitzende Karin Heepen aus dem Jahr 2019 (2. Plakat v.r.) – ist zugelassen.
Auch das Bündnis C – hier eine Wahlwerbung für die Parteivorsitzende Karin Heepen aus dem Jahr 2019 (2. Plakat v.r.) – ist zugelassen. © IMAGO / Karina Hessland
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl ist die Partei UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie.
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl ist die Partei UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie. © IMAGO/Sandy Dinkelacker
Die Partei Die PARTEI ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Ihr Vorsitzender Martin Sonneborn sitzt für die Vereinigung im EU-Parlament.
Die Partei Die PARTEI ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Ihr Vorsitzender Martin Sonneborn sitzt für die Vereinigung im EU-Parlament. © Kay Nietfeld / dpa
Auch die als rechtsextrem geltende Partei Freie Sachsen ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Auch die als rechtsextrem geltende Partei Freie Sachsen ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © IMAGO/BODE
Auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl wird man ein Kreuz auch bei der Tierschutzpartei setzen können. Der Name verrät, wofür die Vereinigung besonders steht.
Auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl wird man ein Kreuz auch bei der Tierschutzpartei setzen können. Der Name verrät, wofür die Vereinigung besonders steht. © IMAGO/Revierfoto
Auch die Partei Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.
Auch die Partei Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen. © IMAGO/Oliver Kaelke/DeFodi Images
Die Partei Cannabis Social Club (kurz: CSC) setzt sich für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ein. Zur Bundestagswahl ist sie zugelassen.
Die Partei Cannabis Social Club (kurz: CSC) setzt sich für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ein. Zur Bundestagswahl ist sie zugelassen. Das Symbolfoto zeigt eine Tafel mit etwaiger Aufschrift. © IMAGO / Bihlmayerfotografie
Auf dem Wahlzettel – hier ein Beispiel zur Europawahl 2024 – steht auch bei der Bundestagswahl die Partei MERA25.
Zugelassen ist auch die Partei MERA25. Sie steht nach eigener Aussage für „Linke Politik für Frieden, Solidarität und Freiheit“. © IMAGO/Manfred Segerer
Die Ökologisch Demokratische Partei, kurz ÖDP, ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Ökologisch Demokratische Partei, kurz ÖDP, ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Das Bild zeigt ein aktuelles Wahlplakat. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Franz Feiner
Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) stellt einen Sonderfall in Deutschland dar.
Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) stellt einen Sonderfall in Deutschland dar. Die Partei ist seit 1955 von der Fünf-Prozent-Hürde befreit. Dementsprechend sitzt mit Stefan Seidler gar ein Mitglied im Bundestag. Auch bei der Bundestagswahl 2025 ist die Partei wählbar. © Axel Heimken / dpa
Zur Bundestagswahl 2025 ist auch die Partei Liberale Demokraten – die Sozialliberalen (kurz: LD) zugelassen.
Zur Bundestagswahl 2025 ist auch die Partei Liberale Demokraten – die Sozialliberalen (kurz: LD) zugelassen.  © IMAGO/Bernd Leitner
Hier auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl 2022 in NRW, bald auch auf dem Stimmzettel zur Bundestagswahl 2025: Die Partei Die LIEBE.
Hier auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl 2022 in NRW: Die Partei Die LIEBE. © IMAGO/Juergen Schwarz
Auch die Partei Volt wird bei der Bundestagswahl 2025 wählbar sein. Unter anderem steht sie für Klimaschutz und ein starkes Europa.
Auch die Partei Volt wird bei der Bundestagswahl 2025 wählbar sein. Unter anderem steht sie für Klimaschutz und ein starkes Europa. © IMAGO/Stefan Zeitz
Die WerteUnion galt eigentlich als Verein, der den konservativen Markenkern der Union vertrat.
Die WerteUnion galt als Verein, der den konservativen Markenkern der Union vertrat. 2024 strebte Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen dann die Gründung einer eigenen Partei an, der er nun vorsitzt. Zur Bundestagswahl 2025 wurde die WerteUnion nun zugelassen. © Soeren Stache / dpa
Die Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch (kurz: DAVA) ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die Partei gilt als Erdogan-nah.
Die Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch (kurz: DAVA) ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die Partei gilt als Erdogan-nah. © IMAGO/Guido Schiefer
Die trotzkistische Kleinpartei Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (kurz SGP) ist zur Bundestagswahl zugelassen.
Die trotzkistische Kleinpartei Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (kurz SGP) ist zur Bundestagswahl zugelassen. Sie setzt sich gegen Kapitalismus und Krieg ein. Das Wahlplakat stammt aus dem Jahr 2023 aus Berlin. © IMAGO/Stefan Zeitz
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl 2025: Die Partei für Verjüngungsforschung.
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl 2025: Die Partei für Verjüngungsforschung. Sie setzt sich für die schnellere Entwicklung von Verjüngungstherapien ein. Das Plakat hing im Wahlkampf zur Europawahl 2024 in Chemnitz. © IMAGO/Fotostand / Nachtigall
Auf dem Stimmzettel für die Europawahl 2024 standen die Partei des Fortschrittes (kurz: PdF) und auch die V-Partei³ bereits.
Auf dem Stimmzettel für die Europawahl 2024 standen die Partei des Fortschrittes (kurz: PdF) und auch die V-Partei³ bereits. Beide wurden auch für die Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die ³ bei der V-Partei steht übrigens für „Veränderung, Vegetarier und Veganer“. © IMAGO/Manfred Segerer
Die Partei DIE SONSTIGE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Partei DIE SONSTIGEN ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Laut Website steht man als „Friesenpartei“ für „skurrile Minderheiten, Systemwechsel & gegen neurechte Klima-Leugnung“. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Im Wahllokal kann man seinen Stimmzettel auch mit einem Kreuz bei der Dr. Ansay Partei in die Urne werfen.
Auch die Dr. Ansay Partei wurde zugelassen. © Patrick Pleul / dpa
Die Partei DIE NEUE MITTE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Partei DIE NEUE MITTE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © bpb
Die Piratenpartei Deutschland ist ebenfalls für die Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Piratenpartei Deutschland ist ebenfalls für die Bundestagswahl 2025 zugelassen. Das Plakat stammt aus der Kampagne zur Europawahl 2024. © IMAGO/Fotostand / Nieweler

FDP verteidigt ihr Wahlprogramm: „Spitzensteuersatz zahlen Arbeitnehmer der Mitte“

Dürr ließ die Kritik zunächst weitgehend stoisch über sich ergehen, ging dann aber zum Gegenangriff über. Erst bekam der Solidaritätszuschlag sein Fett weg, da er „heute eine faktische Wirtschaftssteuer geworden ist“. Was ihn umtreibt: „Wir reden über die Tatsache, dass wir eine Unternehmensbesteuerung von 30 Prozent haben.“ Die FDP wolle perspektivisch auf 25 Prozent runter.

Einmal in Fahrt, legte Dürr nach: „Den Spitzensteuersatz zahlen mittlerweile die Arbeitnehmer der Mitte, der Facharbeiter. Der das Anderthalbfache des Durchschnittseinkommens verdient (…), der ist heute schon mit dem nächsten Euro im Spitzensteuersatz.“ Aktuell beträgt dieser 42 Prozent und ist bei einem Einkommen von 66.761 Euro erreicht.

Dann folgte ein Plädoyer für die Schuldenbremse – und für die Arbeit seines Parteichefs in der letztlich gescheiterten Ampel-Koalition: „In den letzten zwei Jahren ist es in der Koalition mit Christian Lindner als Finanzminister gelungen, die Investitionen des Bundes von seinerzeit noch der Großen Koalition, Union und SPD, von etwa 40 Milliarden Euro auf über 80 Milliarden Euro zu erhöhen, unter Einhaltung der Schuldenbremse. Die These, man müsste die Schuldenbremse brechen, damit mehr in Straße und Schiene investiert wird, ist widerlegt worden durch Christian Lindner.“

Hält nicht viel von den Steuer-Plänen der FDP: DIW-Chef Marcel Fratzscher sieht die Bürger mit geringerem Einkommen im Nachteil.

FDP-Plan für Deutschland: Dürr wirbt für „Bürokratieabbau und Abschaffung von Subventionen“

Dürr nahm sich bei diesem Thema auch Fratzscher persönlich vor, den er als linken Ökonomen bezeichnete: „Langsam nervt es mich, wenn Sie durch die Gegend laufen und sagen, die Schuldenbremse müsse nur reformiert werden – ich sage, sie müsste faktisch gebrochen werden –, um in Deutschland zu investieren.“ Seiner Meinung nach sind 90 Prozent der fehlenden Investitionen jene der privaten Unternehmen, „und genau die wollen Sie nicht entlasten“.

Was Deutschland nun brauche, seien „Entlastungen, Bürokratieabbau und die Abschaffung von Subventionen“. Hier erwähnte er das gescheiterte Northvolt-Projekt in Schleswig-Holstein, für das 600 Millionen Euro von Bund und Land flossen. Und in Richtung Fratzscher ließ Dürr noch fallen: „Das ist der Mentalitätswechsel, den viele Ökonomen schon gemacht haben.“

Daraufhin durfte Fratzscher das Thema beschließen und fasste zusammen: „Unternehmen steuerlich zu entlasten – absolut richtig. Gar keine Frage. Aber ohne Investitionen wird es nicht gelingen. Und Ihr Programm sagt, wir wollen ein bisschen mehr Investitionen, aber wir wollen vor allem Steuersenkungen, die keinen wirtschaftlichen Impuls bringen.“ Dabei betonte er, dass sich seine Kritik hinsichtlich der Steuer-Pläne an alle Parteien richte.

Wenn es nach dem DIW-Chef geht, sollten die Karten für den Wahlkampf also besser noch einmal neu gemischt werden. Sprich: die Wahlprogramme realitätsnäher formuliert werden. (mg)

Rubriklistenbild: © Screenshot ZDF

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