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News-Ticker
Ukraine-Krieg aktuell: Moskau behauptet Einnahme von Luhansk – doch Karten widersprechen
Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Kreml lehnt Waffenruhe über Ostern ab. Widersprüchliche Angaben zur Lage in der Ostukraine. Der News-Ticker.
Update, 2. April, 22:10 Uhr: Im März hat Russland erstmals seit mehr als zwei Jahren an der Front in der Ukraine kein Territorium hinzugewonnen. Ukrainische Truppen konnten stattdessen neun Quadratkilometer zurückgewinnen, wie aus einer Auswertung von Daten des US-amerikanischen Institute for the Study of War (ISW) durch die Nachrichtenagentur AFP hervorgeht. Demnach verloren die russischen Streitkräfte entlang der gesamten Frontlinie an Tempo.
Seit Ende 2025 verliert die russische Armee laut der Analyse zunehmend an Fahrt – zurückzuführen auf ukrainische Gegenoffensiven im Südosten des Landes. Im Januar hatte Russland noch 319 Quadratkilometer hinzugewonnen, im Februar waren es noch 123 Quadratkilometer – jeweils die niedrigsten Werte seit April 2024.
Ukraine-Krieg: Russland behauptet vollständige Eroberung von Luhansk
Update, 2. April, 7:35 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat die vollständige Eroberung der Region Luhansk für sich beansprucht – eine Behauptung, die ukrainische Militärbeobachter bislang nicht bestätigen. Deren Lagekarten zeigten noch immer ukrainisch kontrolliertes Terrain nahe Nowojehoriwka.
Bereits im vergangenen Sommer hatten russische Besatzungsbehörden die vollständige Einnahme der ostukrainischen Region gemeldet. Luhansk war schon seit 2014 teilweise unter der Kontrolle moskautreuer Separatisten – nach der großangelegten Invasion 2022 besetzten russische Truppen den Großteil des Gebiets.
Update, 1. April, 18:40 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat die ukrainische Armee das Rüstungsunternehmen Strela AG in der russischen Oblast Brjansk angegriffen, das Komponenten für Marschflugkörper herstellt. „Im Rahmen der Bemühungen zur Reduzierung des militärischen und wirtschaftlichen Potenzials des russischen Aggressors haben die ukrainischen Streitkräfte die Strela AG in der Oblast Brjansk in der Russischen Föderation getroffen, ein Unternehmen, das Komponenten für Marschflugkörper produziert“, teilte der ukrainische Generalstab auf Facebook mit.
Darüber hinaus wurden laut Generalstab russische Drohnen-Kommandoposten in der Oblast Saporischschja sowie ein Kommando- und Beobachtungsposten in der Oblast Dnipropetrowsk getroffen. Auch ein Waffenlager und eine Ansammlung russischer Truppen in der Oblast Saporischschja wurden beschossen.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 1. April, 16:36 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat Moskau den ukrainischen Vorschlag für eine Oster-Waffenruhe scharf zurückgewiesen: Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bezeichnete die Initiative als PR-Aktion Selenskyjs, mit der dieser „Verluste des Militärs ausgleichen, die Armee neu gruppieren und die ukrainischen Streitkräfte auf die Fortsetzung der Kämpfe vorbereiten“ wolle. Alles, was man von der Ukraine höre, sei kriegstreibende Rhetorik, so Sacharowa.
Selenskyj hatte zuvor angekündigt, US-Vermittler darum bitten zu wollen, Moskau ein Angebot für einen Waffenstillstand bei Angriffen auf Energie-Infrastruktur zu überbringen. „Wenn sie uns angreifen, werden wir antworten. Wenn sie zustimmen, die Angriffe auf unsere Energie-Infrastruktur einzustellen, werden wir dies ebenfalls tun“, sagte er.
Schatten aus Stahl an der Front: Panzer gestern, heute und morgen
Ukraine-Krieg aktuell: Deutschland und EU übergeben Kiew Hilfsgüter
Update, 9:13 Uhr: Deutschland und die EU haben der ukrainischen Bahn erste Hilfsgüter übergeben. Bundesaußenminister Johann Wadephul und EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas überreichten in Kiew Generatoren, Baumaschinen und Fahrzeuge an die Bahn-Verantwortlichen.
„Seit Ende 2025 greifen russische Streitkräfte fahrende Züge, Nahverkehrszüge und Lokomotiven zunehmend mit Drohnen und Raketen an“, sagte Wadephul laut Reuters. Die Eisenbahn sei gezielt unter Beschuss, um eines der wichtigsten Elemente gesellschaftlicher Stabilität in der Ukraine zu treffen. „Die Unterstützung dieses Systems ist daher von strategischer Bedeutung.“
Update, 1. April, 6:21 Uhr: Beim Absturz eines russischen Militärflugzeugs über der Krim sind nach Angaben aus Moskau 29 Menschen ums Leben gekommen. Als Ursache werde ein technischer Defekt angenommen, äußere Einwirkungen habe es nicht gegeben, hieß es. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass es gegen 18.00 Uhr Moskauer Zeit die Verbindung zu dem Flugzeug vom Typ An-26 verloren habe.
Zum Hintergrund des Flugs machte das Ministerium demnach keine Angaben. Die Turboprop-Maschinen der Marke Antonow werden vom Militär auch als Transportflugzeuge eingesetzt. Die Halbinsel Krim hatte Moskau bereits 2014 völkerrechtswidrig annektiert. Die Ukraine greift unter anderem mit Drohnen auch immer wieder russische Ziele auf der Krim an.
Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj beklagt Blockade von EU-Kredit – „Hier geht es um Menschenleben“
Update, 17:50 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat Präsident Wolodymyr Selenskyj Ungarn scharf für die Blockade eines EU-Kredits kritisiert und einen verlorenen Monat bei den Wintervorbereitungen beklagt. „Hier geht es um Menschenleben. Wir hätten damit im März beginnen müssen, aber jemand hat diesen Monat blockiert“, sagte Selenskyj bei einem Treffen mit EU-Außenministern in Kiew.
Konkret seien fünf Milliarden Euro für „Schutz und Wiederaufbau“ weiterhin nicht abrufbar. Mit Blick auf Ministerpräsident Viktor Orbán warf Selenskyj Budapest vor, in Absprache mit Moskau zu handeln: „Eine Person in Europa steht gegen ganz Europa, einfach um Moskau zufriedenzustellen.“
Ukraine-Krieg aktuell: USA soll Russland Selenskyjs Angebot für Waffenruhe übermitteln
Update, 16:41 Uhr: Im Ukraine-Krieg will Präsident Wolodymyr Selenskyj die USA am Mittwoch in Online-Gesprächen darum bitten, Russland ein Angebot für eine Waffenruhe bei Angriffen auf die Energie-Infrastruktur zu übermitteln. Sollte Moskau eine solche Vereinbarung ablehnen, werde die Ukraine weiterhin auf russischen Beschuss mit eigenen Angriffen reagieren, betonte Selenskyj. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte erst am Dienstag eine allgemeine Waffenruhe über die Ostertage zurückgewiesen
Der ukrainische Präsident äußerte sich bei einer Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Massakers von Butscha. Er ergänzte, der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, halte sich derzeit für Gespräche mit mehreren Ländern in der Türkei auf – weitere Details nannte Selenskyj nicht.
Russland lehnt Waffenruhe im Ukraine-Krieg über Ostern ab
Update, 14:45 Uhr: Russland hat den ukrainischen Vorschlag für eine Oster-Waffenruhe im Ukraine-Krieg abgelehnt. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte laut der russischen Staatsagentur TASS, Selenskyjs Äußerungen stellten keine „klare Initiative“ dar. Moskau besteht stattdessen auf einem umfassenden Friedensabkommen und fordert den Rückzug ukrainischer Truppen aus Teilen des Donbas – eine Bedingung, die Kiew kategorisch ablehnt. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor betont, die Ukraine sei zu „jeglichen Formaten“ eines Waffenstillstands bereit, sofern die Souveränität des Landes nicht angetastet werde.
Ukraine-Krieg aktuell: Erneuter Drohnenangriff auf russischen Hafen
Update, 12.46 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat laut einem Reuters-Bericht erklärt, die Ukraine erhalte von einigen Verbündeten „Signale“, die weitreichenden Angriffe auf den russischen Ölsektor zurückzufahren. In einem WhatsApp-Chat mit Journalisten fügte er demnach hinzu, falls Russland das ukrainische Energiesystem nicht mehr attackiere, sei die Ukraine im Gegenzug bereit, ihre Angriffe einzustellen.
Zum fünften Mal in zehn Tagen hat die Ukraine den russischen Ostseehafen Ust-Luga mit Drohnen attackiert – dabei wurde laut Reuters ein Ölverladeterminal des Konzerns Transneft beschädigt. Der Gouverneur der Region Leningrad teilte mit, bei den nächtlichen Angriffen seien drei Menschen verletzt worden, darunter zwei Kinder.
Vier Jahre nach Butscha-Massaker: EU-Außenbeauftragte Kallas fordert neue Russland-Sanktionen
Update, 12:12 Uhr: Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat bei einem Ukraine-Besuch an die USA appelliert, neue Sanktionen gegen Russland in Betracht zu ziehen. „Wir wären deutlich stärker, wenn wir geschlossen auftreten und gemeinsam Druck auf Russland ausüben würden“, sagte sie bei der Reise mit EU-Außenministern zum vierten Jahrestag der Befreiung von Butscha. Man dürfe nicht zulassen, dass die Ukraine angesichts des Iran-Kriegs in den Hintergrund gerate, sagte Kallas.
In der Kleinstadt Butscha nordwestlich von Kiew hatte die ukrainische Armee im März 2022 Hunderte Zivilisten tot gefunden, die laut Ermittlern von russischen Soldaten ermordet worden waren. Dies sei ein Beleg dafür, was unter russischer Besatzung geschehe, sagte Kallas am Rande einer Gedenkfeier in Butscha.
Update, 9:37 Uhr: Ukrainische Drohnen haben den russischen Ostseehafen Ust-Luga erneut angegriffen und dabei Schäden an den Hafenanlagen verursacht. Am Flughafen St. Petersburg wurden wegen der Drohnengefahr mehr als 60 Flüge gestrichen oder verschoben.
Über den Hafen Ust-Luga exportiert Russland Öl und Flüssigerdgas – Einnahmen, die Moskau angesichts der hohen Energiepreise infolge des Iran-Krieges dringend für seine Kriegskasse benötigt. Gouverneur Alexander Drosdenko bestätigte die Schäden an den Hafenanlagen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Drohnen wurden zudem über den Landkreisen Kingisepp und Wyborg am Finnischen Meerbusen geortet.
EU-Außenminister gedenken in Butscha der Massaker-Opfer im Ukraine-Krieg
Update, 31. März, 5:48 Uhr: Mehrere EU-Außenminister wollen heute bei einem Besuch in der ukrainischen Stadt Butscha des dortigen Massakers vor vier Jahren gedenken. Bei dem informellen Treffen solle an die „schreckliche Tragödie“ in dem Vorort von Kiew erinnert werden, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission. Zudem geht es um die weitere Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkrieg gegen die russischen Angriffstruppen.
Der russischen Armee wird vorgeworfen, zu Beginn des Ukraine-Kriegs in Butscha hunderte Zivilisten getötet zu haben. Die russischen Truppen zogen sich dann am 31. März 2022 aus Butscha zurück. Zwei Tage später wurde das Massaker bekannt. Moskau streitet bis heute ab, für die Gräueltaten verantwortlich zu sein.
Erstmeldung vom 30. März: Kiew – Die ukrainische Regierung signalisiert Gesprächsbereitschaft im Ukraine-Krieg: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, sein Land sei zu einer Waffenruhe über die Ostertage bereit. „Eine Waffenruhe für Ernährungssicherheit und Energie, also sowohl auf See als auch in der Luft. Vollständig – damit weder Raketen noch Drohnen fliegen. Keine Angriffe auf die Infrastruktur“, sagte er im Gespräch mit Journalisten. Die Ukraine habe den Vorschlag bereits unterbreitet – Russland solle nun einen Termin nennen. Selenskyj fügte hinzu, eine dauerhafte Waffenruhe wäre freilich noch besser.
Offen ließ Selenskyj, auf welche Ostertage er sich bezieht. Die orthodoxen Kirchen in der Ukraine und in Russland begehen das Osterfest in diesem Jahr am 12. April – eine Woche nach den westlichen Kirchen. Neben einer vollständigen Waffenruhe nannte er auch eine begrenztere Variante: eine Feuerpause speziell bei Angriffen auf Energieanlagen. Die Ukraine erhält bereits jetzt nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj von einigen Verbündeten Signale, die weitreichenden Angriffe auf den russischen Ölsektor zurückzufahren. Im Gespräch mit Journalisten sagte Selenskyj, falls Russland das ukrainische Energiesystem im Ukraine-Krieg nicht mehr attackiere, sei die Ukraine im Gegenzug bereit, ihre Angriffe einzustellen.
Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj offen für Waffenruhe
Ähnliche Initiativen sind in dem seit mehr als vier Jahren andauernden Ukraine-Krieg wiederholt gescheitert. Zuletzt hatte Russlands Präsident Wladimir Putin 2025 Feuerpausen über Ostern und die Weltkriegsgedenktage im Mai angekündigt, eine Weihnachts-Waffenruhe jedoch abgelehnt. Meist hatten solche Ankündigungen wenig Einfluss auf das tatsächliche Kampfgeschehen.
Wie fragil jede Feuerpause im Ukraine-Krieg aktuell wäre, verdeutlicht ein Blick auf die russische Strategie in den besetzten Gebieten. Während ukrainische Kämpfer mit Sabotageakten gezielt Nachschublinien angreifen – dokumentiert durch Videos zerstörter Gleise und brennender Waggons –, treibt Moskau parallel den massiven Ausbau von Infrastruktur voran. Laut einer Reuters-Recherche flossen seit 2022 Hunderte Millionen Dollar in Straßen, Bahnlinien, Häfen und Industrieanlagen in den im Ukraine-Krieg besetzten Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson, die Russland offiziell als „Neurussland“ bezeichnet.
Ukraine-Krieg aktuell: Putin treibt Projekt „Neurussland“ voran
Zwischen 2022 und 2025 wurden demnach mehr als 2500 Kilometer an Straßen und Schienenwegen neu gebaut, repariert oder modernisiert – darunter eine über 500 Kilometer lange Bahnlinie sowie Teile der geplanten „Noworossija-Autobahn“. „Der wichtigste Faktor für Russland ist die Infrastruktur“, sagte ein Vertreter des ukrainischen Militärgeheimdienstes, der anonym bleiben wollte. Sie sei entscheidend, um den Nachschub für die eigenen Truppen zu sichern. Olha Kuryschko, die Beauftragte des ukrainischen Präsidenten für die Krim, ordnete das Tempo ein: „Die Russen haben in drei Jahren Besatzung der neuen Gebiete so viel erreicht wie in zehn Jahren auf der Krim.“ (red mit Agenturen)