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„Einladung abgelehnt“
Donald Trump will nie auf Epsteins Privatinsel gewesen sein – und spricht von „Privileg“
Epstein und Trump waren früher befreundet. Die Insel des Sexualstraftäters habe er niemals aufgesucht, behauptet Trump. Seine Wortwahl empört.
Washington, D.C. - Mit seiner fünftägigen Schottland-Reise wolle Donald Trump wohl versuchen, der Epstein-Affäre davonzulaufen, hatten Kritiker des US-Präsidenten kürzlich verspottet. Doch auch in Großbritannien konnte Trump dem Thema nicht entkommen. Gegenüber Reportern hat er behauptet, nie auf der Insel des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein gewesen sein, der 2019 im Gefängnis Suizid beging. „Ich hatte nie das Privileg, seine Insel zu besuchen, und ich habe die Einladung abgelehnt“, so Trump wörtlich.
Bei der damaligen Privatinsel Epsteins handelt es sich um Little Saint James in der Karibik. Dort hatte Epstein minderjährigen Mädchen und Frauen schwerste sexualisierte Gewalt angetan. Zudem soll er anderen Prominenten die Frauen und Mädchen zugeführt haben.
Trump spricht bei Epstein-Insel von „Privileg“ – das sorgt für Irritationen
Die Wortwahl des Präsidenten, er habe nie „das Privileg“ gehabt, auf Epsteins Insel zu sein, sorgte angesichts der Verbrechen, die auf der Insel begangen wurden, für Irritationen. Stephen Colbert, Moderator der kürzlich abgesetzten Late Show, scherzte in seiner Sendung: „Leider hatte ich nie die Ehre, mit Jeffrey Dahmer [Serienmörder, Anm. d. Red.] zu Abend zu essen.“ Und der demokratische Abgeordnete Eric Swalwell schrieb auf Social Media scherzhaft: „Haben wir bedacht, dass Trump die Epstein-Akten nicht veröffentlichen will, weil er befürchtet, nicht oft genug erwähnt zu werden?“
Trump versucht schon lange seine früher engen Beziehungen zu Epstein herunterzuspielen. In Schottland beschuldigte er zudem den ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, die Epsteins Insel besucht zu haben - wohl ein Ablenkungsmanöver.
Trump steht mit Blick auf Epstein aus mehreren Gründen stark unter Druck. Im Wahlkampf hatte er versprochen, alle Akten zu dem Fall zu veröffentlichen. Davon ist mittlerweile schon lange keine Rede mehr. Außerdem taucht Trumps Name wohl mehrfach in bisher noch nicht veröffentlichen Epstein-Akten auf. In welchem Zusammenhang er genannt wird, ist allerdings unklar. Darüber informiert hatte Justizministerin Pam Bondi Trump im Mai, wie das Wall Street Journal und die New York Times berichteten.
Auch in bereits freigegebenen Akten ist Trumps Name zu finden. Ein Fehlverhalten oder eine Straftat wurde ihm darin aber nicht vorgeworfen. Wegen seines Umgangs mit dem Thema kritisieren den US-Präsidenten seit einiger Zeit auch viele seiner eigenen Anhänger innerhalb der MAGA-Bewegung.
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Mehrheit der US-Bürger verlangt von Trump Veröffentlichung aller Epstein-Akten
Der Gegenwind für Trump ist allerdings auch im ganzen Land zu spüren: In einer repräsentativen Umfrage des Economist gaben 56 Prozent der Befragten an, Trumps Verhalten in der Affäre zu missbilligen. Der Befragung zufolge ist die große Mehrheit der US-Bürger - 89 Prozent der Demokraten und 73 Prozent der Republikaner – der Meinung, dass die Regierung alle Epstein-Dokumente veröffentlichen sollte.
Im Repräsentantenhaus hatten sich Demokraten sowie auch Teile der Republikaner ebenfalls für eine Abstimmung über die Freigabe der Epstein-Dokumente eingesetzt. Das verhinderte der republikanische Mehrheitsführer, Mike Johnson, jedoch: Kurzerhand schickte Johnson alle Abgeordneten in eine verfrühte Sommerpause.
Das sorgte für Empörung. Der demokratische Minderheitensprecher im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, erklärte: „Donald Trump und die republikanischen Abgeordneten haben die Macht, die Epstein-Akten heute zu veröffentlichen. Sie weigern sich, es zu tun. Was verbergen sie vor dem amerikanischen Volk?“ (grmo)