Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Epstein-Affäre

Bei stundenlanger Epstein-Anhörung weist Clinton auf das wahre „Versagen“ hin

Mehrere Stunden lang sagt Hillary Clinton vor einem Ausschuss des US-Parlaments aus. Im Fokus: Jeffrey Epstein. Auch Bill Clinton muss aussagen.

Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton hat nach ⁠eigenen ‌Angaben keine Kenntnis von den Verbrechen Jeffrey Epsteins oder Ghislaine Maxwells gehabt. „Ich wusste nichts von ihren kriminellen Aktivitäten. Ich kann mich nicht erinnern, Mr. Epstein jemals begegnet zu sein“, sagte sie in einer ausführlichen Eröffnungserklärung, die sie in den sozialen Medien veröffentlichte. Clintons Ehemann, der frühere US-Präsident Bill ​Clinton, soll am Freitag ⁠befragt werden.

Mehrere Stunden lang sagt Hillary Clinton hinter verschlossenen Türen vor einem Ausschuss des US-Parlaments aus. I

Die nicht öffentlichen Anhörungen im Heimatort der Clintons, Chappaqua, folgen auf monatelange angespannte Auseinandersetzungen zwischen dem einflussreichen demokratischen Paar und dem von den Republikanern kontrollierten House Oversight Committee. Es wird das erste Mal sein, dass ein ehemaliger Präsident gezwungen wird, vor dem Kongress auszusagen.

Epstein-Befragung von Hillary Clinton vor Ausschuss: Was sie gesagt hat

Hillary Clinton sagte, Kongressuntersuchungen seien allzu oft „parteiliches politisches Theater“. „Der Ausschuss hat seine Vorladung an mich damit begründet, dass er davon ausgeht, ich verfüge über Informationen zu den Ermittlungen zu den kriminellen Aktivitäten von Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell. Lassen Sie mich so deutlich wie möglich sein. Das tue ich nicht“, sagte Clinton. Sie fuhr fort: „Ich bin niemals mit seinem Flugzeug geflogen oder habe seine Insel besucht. Ich habe dem nichts hinzuzufügen.“

Clinton sagte, der Fokus des Ausschusses sollte auf dem Umgang der Regierung mit den Ermittlungen und Strafverfolgungsmaßnahmen gegen Epstein liegen. Sie sagte, die Abgeordneten hätten acht Strafverfolgungsbeamte vorgeladen, aber nur die Aussage eines einzigen gehört. Sie sagte außerdem, fünf frühere Justizminister seien zugelassen worden, schriftliche Erklärungen einzureichen, in denen sie angaben, keine relevanten Informationen zu haben. „Sie haben null öffentliche Anhörungen abgehalten und sich geweigert, die Medien zuzulassen, auch heute“, sagte Clinton vor dem Gremium.

Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr

Foto von Jeffrey Epstein nach seiner Verhaftung
Der Fall rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wirft weiter zahlreiche unbeantwortete Fragen auf. Mit wem war der US-Investmentbanker befreundet, bevor er sich in einem New Yorker Gefängnis im August 2019 das Leben nahm? Welche Namen finden sich auf der angeblichen Liste, die die Regierung von Donald Trump nicht veröffentlichen will? Fakt ist lediglich, dass Jeffrey Epstein vor seiner Verhaftung Anfang der 2000er Jahre bestens vernetzt war in den Kreisen der US-Politik wie dem Showbusiness. Ein Blick auf alte Bekannte und Namen, die die nun mit Epstein in Verbindung gebracht werden. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Eine Schlüsselrolle im Skandal um Jeffrey Epstein spielt Ghislaine Maxwell. Die Tochter des bekannten britischen Verlegers Robert Maxwell (1923 bis 1991) war Anfang der 1990er nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf einer Promi-Party und war zeitweise mit ihm liiert. Epsteins Umfeld beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin. © dpa
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell
Ghislaine Maxwell wurde am 29. Dezember 2021 wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen schuldig gesprochen und am 28. Juni 2022 zu 20 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar verurteilt. Seither sitzt sie im Gefängnis. Laut Urteil hatte sie eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Mädchen gespielt. © dpa
Palm Beach
Epstein soll zwischen 2002 und 2005 minderjährige Mädchen mit Geld angelockt und sexuell missbraucht haben, unter anderem in New York, auf seiner Privatinsel Little St. James in der Karibik und in Florida. Sein Haus in Palm Beach lag nicht weit von Donald Trumps Anwesen in Mar-a-Lago entfernt.  © Pedro Portal/Imago
Jeffrey Epstein West Palm Beach
Bereits 2008 hatte sich Epstein einem Prozess stellen müssen. Dabei handelte er zusammen mit seinem Rechtsanwalt Guy Lewis (rechts) einen Deal mit der Staatsanwaltschaft aus und konnte so einem Bundesverfahren entgehen. Epstein bekannte sich schuldig und saß ohne Verfahren vor einem Bundesgericht eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab.  © Uma Sanghvi/Imago
Jeffrey Epstein Tod
Der Fall eskalierte endgültig 2019, als Epstein nach seiner erneuten Verhaftung tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um Suizid handelte. Die Untersuchung der New Yorker Gerichtsmedizin stützte dies. Minister und hohe Beamte von drei US-Regierungen bekräftigten immer wieder, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass andere Personen an Epsteins Tod beteiligt waren. Dennoch halten sich Spekulationen hartnäckig – je nach politischer Ausrichtung wurden wahlweise die Clintons oder Donald Trump verdächtigt. Die Umstände nährten das Misstrauen: In der Todesnacht versäumten Wärter ihre Kontrollgänge, obwohl Epstein einen Monat zuvor bereits einen mutmaßlichen Suizidversuch unternommen hatte. © Spencer Platt/AFP
Donald Trump und Jeffrey Epstein
Der wohl berühmteste Name, der im Skandal um Jeffrey Epstein die Runde macht, ist der von Donald Trump. Der heutige US-Präsident war lange vor seiner Karriere eng befreundet mit dem Finanzier. Beide stammen aus New York und teilen laut Trump eine „Leidenschaft für schöne Frauen“.  © imago
Prinz Andrew in England
Prinz Andrew gilt ebenfalls als einstiger enger Vertrauter Jeffrey Epstein. Der Bruder von König Charles III. soll auf Epsteins berüchtigter Insel zu Gast gewesen sein und zudem auch dessen Partys in New York regelmäßig besucht haben. Eine der Hauptzeuginnen im Prozesse gegen Jeffrey Epstein, Virginia Roberts Giuffre, machte auch Prinz Andrew Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Die Ermittlungen wurden aber eingestellt, nachdem man sich außergerichtlich geeinigt hatte. Andrew selbst bestreitet alle Vorwürfe. © dpa
Melania Trump, Donald Trump und Heidi Klum posieren für die Kameras.
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell sollen es auch gewesen sein, die Donald Trump mit Prinz Andrew bekannt machten. Begegnet sind sich die beiden laut einer Biografie über den britischen Royal auf einer Party des deutschen Models Heidi Klum. Im Bild zu sehen ist Klum in Begleitung von Donald Trump und seiner Ehefrau Melania auf einer Veranstaltung in New York im Jahr 2008. © imago
Ivanka Trump in Venedig
Auf alten Fotos, die im Zuge der Berichterstattung über den Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht wurden, tauchte auch Donald Trumps älteste Tochter Ivanka Trump auf. Die dreifache Mutter, hier mit Ehemann Jared Kushner auf der Hochzeit von Jeff Bezos in Venedig, begleitete ihren Vater 1992 offenbar zu der Eröffnung eines Cafés in New York. Laut den Aufnahmen war dort auch Jeffrey Epstein anwesend. © imago
Chuck Schumer zeigt Bild von Donald Trump und Jeffrey Epstein
In einem Interview im Jahr 2002 sprach Donald Trump über Jeffrey Epstein. „Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Ein toller Kerl“, so Trump gegenüber dem New York Magazine. „Es macht viel Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Man sagt sogar, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind eher jünger.“ Dieses Zitat nutzten wiederum die Demokraten, namentlich Chuck Schumer, um den heutigen Präsidenten Vorwürfe der Komplizenschaft mit Epstein zu machen. © afp
Donald Trump und Pam Bondi
Dass seine Verwicklung im Fall von Jeffrey Epstein aber verfing, lag nicht am Aufschrei der Demokraten. Verantwortlich sind wohl eher Donald Trump und sein Team selbst. Sie waren es, die seit Beginn der politischen Karriere Trumps die Gerüchte befeuerten und die Causa Epstein zur Verschwörung der Demokraten erklärten. Trumps Justizministerin Pam Bondi versprach, nach dem Wahlsieg alle Listen und Akten zu Epstein zu veröffentlichen. „Ich habe die Liste auf meinem Schreibtisch liegen“, so Bondi öffentlichkeitswirksam. © afp
Trump und die Epstein Akten
Tatsächlich lud Pam Bondi kurz darauf eine Gruppe handverlesener rechter Influencerinnen und Influencer ins Weiße Haus ein. Dort übergab die Justizministerin den Social-Media-Persönlichkeiten wie Rogan O‘Handley, Chaya Raichik und Liz Wheeler Ordner mit dem Titel „Die Epstein-Akten: Phase 1“. Doch nach anfänglicher Begeisterung war die folgende Enttäuschung umso größer. Der Ordner enthielt ausschließlich bereits bekannte Fakten und keinerlei neue Informationen. Die MAGA-Welt war entsetzt. © imago
Kritik an Trump wegen Epstein in Washington
Zahlreiche Verbündete Donald Trumps kritisierten seine Administration für das Zurückhalten der angeblichen Epstein-Liste und warfen ihr vor, ihr Versprechen nicht einzuhalten. Trump selbst bemühte sich um Ablenkung und erklärte Epstein und den Skandal rund um seinen alten Freund für Schnee von gestern. Doch weder seine Basis noch seine Gegner ließen sich von dem Thema abbringen. Immer mehr Banner und Lichtinstallationen wie diese tauchten rund um Trumps Amtssitz, dem Weißen Haus in Washington, auf. © imago
Bill Clinton redet
Wie auch immer die Liste von Jeffrey Epsteins Freunden und Vertrauten aussehen mag, neben Donald Trump wird sein Name mit großer Sicherheit dort zu finden sein: Bill Clinton, ehemaliger Präsident der USA und Bekannter des verurteilten und toten Finanziers. Clinton soll Gast auf Epsteins Partys und Passagier an Bord seiner Privatflugzeuge gewesen sein. In den Gerichtsakten taucht sein Name Dutzende Male auf. Die Passagen enthalten aber keine Beweise zu illegalem Verhalten des ehemaligen Präsidenten. © imago
Hillary Clinton
Im US-Wahlkampf zur Wahl 2016 bemühte Donald Trump sich, Bill Clintons Ehefrau Hillary Clinton in die Epstein-Affäre zu verstricken. Davon erhoffte sich der damalige Kandidat der Republikaner einen Vorteil im Kampf gegen seine Konkurrentin der Demokraten. Der Plan ging vorerst auf: Trump gewann die Wahl 2016 gegen Clinton und zog zur großen Überraschung ins Weiße Haus ein. © imago
Robert F. Kennedy Jr
Auf Epsteins Liste könnte sich auch sein Name finden: Robert F. Kennedy Jr. Der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy fungiert in der Administration von Donald Trump als Gesundheitsminister und hatte sich zuvor als Impfgegner einen Namen gemacht. Kennedy Jr. gab zu, mehrfach mit Epsteins Privatjets geflogen zu sein. Vom Kindesmissbrauch seines damaligen Bekannten habe er aber nichts mitbekommen, so Kennedy Jr. heute. © imago
Bill Richardson und Barack Obama
Aus dem Lager der Demokraten finden sich weitere Namen auf der angeblichen Liste Jeffrey Epsteins. Darunter Bill Richardson (Archivbild). Der ehemalige US-Diplomat in der Administration Barack Obamas und Gouverneur des Bundesstaates New Mexico soll ebenfalls verwickelt und sowohl mit Epstein als auch mit Ghislaine Maxwell bekannt gewesen sein. Richardson starb im September 2024 im Alter von 75 Jahren. © imago
Andrew Cuomo
Der nächste Gouverneur, der in den Fall rund um Jeffrey Epstein verwickelt sein soll, ist Andrew Cuomo. Er war für die Demokraten Gouverneur des Bundesstaates New York und scheiterte unlängst bei den Vorwahlen seiner Partei für die Wahl des Bürgermeisters der Ostküsten-Metropole. Laut dem Boulevardmagazin New York Post war auch er gut bekannt und eng vernetzt mit Epstein. © imago
Bill und Melinda Gates
Multimillardär und Microsoft-Gründer Bill Gates verbindet eine lange Beziehung zu Jeffrey Epstein. Unbestätigten Berichten zufolge versuchte Epstein im Jahr 2017, Gates wegen einer angeblichen Affäre mit einer russischen Bridge-Spielerin zu erpressen. Gates selbst hat seine Beziehung zu Epstein zugegeben und sie „töricht“ genannt. Seine Ex-Frau Melinda räumte in einem Interview ein, dass die Verbindung ihres Mannes zu dem Finanzier einer der Gründe gewesen sei, warum sie schließlich die Scheidung eingereicht habe. © imago
Alan Dershowitz
In den bislang veröffentlichten Unterlagen im Fall Epstein wird unter anderem sein Anwalt, Alan Dershowitz, erwähnt. Epstein soll dem ehemaligen Professor der Harvard-Universität Minderjährige zum Sex angeboten haben. Dershowitz soll außerdem Zeuge gewesen sein, als Epstein und seine Komplizen sich an Minderjährigen vergingen. Dershowitz bestreitet die Vorwürfe. „Natürlich bin ich auf der Liste. Ich war sein Anwalt“, begründete er die Verbindungen zu Epstein. © dpa
Bruce Willis
Unter den zahlreichen Schauspielern, Hollywood-Stars und sonstigen Promis auf der mutmaßlichen Liste Jeffrey Epsteins wird auch Bruce Willis vermutet. Der 70 Jahre und an Demenz erkrankte US-Schauspieler soll während seiner aktiven Karriere Kontakt mit Epstein gehabt haben. Direkte Vorwürfe, dass er am organisierten Missbrauch Minderjähriger, den Epstein und seine Gehilfin Ghislaine Maxwell aufbauten, beteiligt gewesen sein soll, gibt es nicht. © dpa
Cameron Diaz und Brigitte Macron
In den Epstein-Skandal wurde auch Schauspielerin Cameron Diaz (r.), hier mit Brigitte Macron, Ehefrau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, gezogen. Die 51-Jährige bestreitet jedoch alle Anschuldigungen. „Cameron hat Jeffrey Epstein weder getroffen, noch war sie jemals am selben Ort wie er oder hatte irgendeine Verbindung zu ihm“, erklärte eine Sprecherin. Jeffrey Epstein soll laut den veröffentlichten Unterlagen damit geprahlt haben, engen Kontakt zu Schauspielerinnen wie Diaz unterhalten zu haben. © imago
Michael Jackson
Bereits im Januar 2024 wurde bekannt, dass auch der Name von Michael Jackson in den Gerichtsdokumenten auftaucht. Der Name des „King of Pop“ wurde bei einer Befragung erwähnt. Sie habe ihn in Epsteins Haus in Palm Beach getroffen, sagte eine Zeugin damals aus. Die Zeugin beschuldigte Jackson jedoch nicht eines Verbrechens oder Fehlverhaltens. © Bernd Settnik/dpa
Naomi Campbell und Prinz Charles
Aus den Namensnennungen der Prominenten in den Gerichtsakten zum Epstein-Fall lässt sich letztlich nur die einmalige Anwesenheit bei einer Veranstaltung Epsteins ableiten. Das betrifft wohl auch das Supermodel Naomi Campbell (hier 2018 mit Charles. der damals noch Prinz war).  © Joe Giddens/dpa

Sie sagte, der Ausschuss habe „wenig Mühe“ unternommen, Personen zu laden, die in den veröffentlichten Akten am prominentesten auftauchen. „Dieses institutionelle Versagen ist darauf ausgelegt, eine politische Partei und einen öffentlichen Amtsträger zu schützen, statt Wahrheit und Gerechtigkeit für die Opfer und Überlebenden zu suchen, ebenso wie für die Öffentlichkeit, die ebenfalls wissen möchte, was es mit dieser Angelegenheit auf sich hat. Mein Herz bricht für die Überlebenden. Und ich bin in ihrem Namen wütend“, sagte sie.

Epstein-Affäre: Hillary Clinton kritisiert die Trump-Regierung

Clinton sprach auch über ihre Arbeit zur Bekämpfung der Missstände, denen Frauen und Mädchen in den USA und weltweit ausgesetzt sind, darunter Menschenhandel, Zwangsarbeit und sexuelle Sklaverei. „Wenn dieses Thema neu für Sie ist, lassen Sie mich Ihnen sagen: Jeffrey Epstein war ein abscheulicher Mensch, aber er ist bei Weitem nicht allein“, sagte sie. „Das ist keine einmalige Boulevard-Faszination oder ein politischer Skandal. Es ist eine globale Plage mit einem unvorstellbaren menschlichen Tribut.“

Sie kritisierte die Trump-Regierung und sagte, sie habe das Trafficking in Persons Office des Außenministeriums „ausgeweidet“, indem sie mehr als 70 Prozent der dort tätigen erfahrenen Beamten des zivilen Dienstes und des Auslandsdienstes gestrichen habe, die an der Verhinderung von Menschenhandelsverbrechen arbeiteten. „Die Botschaft der Trump-Regierung an das amerikanische Volk und die Welt konnte nicht deutlicher sein: Die Bekämpfung des Menschenhandels ist unter dem Trump-Weißen Haus keine amerikanische Priorität mehr“, sagte Clinton.

Clinton erläuterte, welche Schritte ihrer Ansicht nach ein Ausschuss mit gewählten Vertretern, die sich der Transparenz verpflichtet fühlen, in dieser Untersuchung unternehmen würde, darunter die Sicherstellung der vollständigen Veröffentlichung aller Epstein-bezogenen Akten, die Forderung nach Aussagen von Staatsanwälten, die Epsteins Deal auf Bewährung aushandelten, sowie die Klärung der Berichte, wonach das Justizministerium FBI-Vernehmungen zurückgehalten habe, in denen eine Überlebende Präsident Donald Trump „abscheulicher Verbrechen“ beschuldigte.

Stattdessen, argumentierte sie, habe der Ausschuss sie zu einer Aussage gezwungen, obwohl sie keine unmittelbaren Kenntnisse habe, und bezeichnete das Vorgehen als „Ablenkung von Präsident Trumps Handlungen“. „Was wird zurückgehalten? Wer wird geschützt? Und warum die Vertuschung?“ fragte Clinton.

Warum sagt Hillary Clinton in der Epstein-Affäre aus?

Clinton sagt im Rahmen einer Untersuchung des Repräsentantenhauses zu Epstein aus, dem verurteilten Sexualstraftäter und in Ungnade gefallenen Finanzier, der 2019 im Metropolitan Correctional Center in New York tot aufgefunden wurde, während er auf seinen Prozess wegen Anklagen im Zusammenhang mit Menschenhandel wartete.

Epstein hatte gesellschaftliche Kontakte zu vielen prominenten Persönlichkeiten, darunter Trump und der ehemalige Präsident Bill Clinton. Keiner von beiden ist in Bezug auf Epstein eines Fehlverhaltens beschuldigt worden; Trump sagte, seine Beziehung zu dem Sexualstraftäter sei Jahre vor dessen Tod beendet worden.

Epstein besuchte Clinton den Besucherprotokollen zufolge in den 1990er Jahren mehrfach im Weißen Haus. Nachdem er das Amt verlassen hatte, flog der ehemalige Präsident mehrfach mit Epsteins Privatjet. „Mit Epsteins Flugzeug zu reisen, war die jahrelangen Fragen danach nicht wert“, schrieb Bill Clinton in seinen Memoiren von 2024. „Ich wünschte, ich hätte ihn nie getroffen.“

Was ist Missachtung des Kongresses?

Missachtung des Kongresses liegt vor, wenn eine Person vorsätzlich in Tätigkeit des Kongresses eingreift. Der Vorsitzende des House Oversight Committee, der Abgeordnete James Comer, ein Republikaner aus Kentucky, drohte den Clintons mit einer strafrechtlichen Anklage wegen Missachtung des Kongresses, falls sie die Aussage verweigerten.

Wann wird Bill Clinton zu Verbindungen zu Jeffrey Epstein aussagen?

Es wird erwartet, dass Bill Clinton am Freitag vor dem House Oversight Committee aussagt. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

Rubriklistenbild: © Yuki Iwamura/dpa

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion