Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Experte gibt Einschätzung

Drei Revolten gegen Trump: Grönland hofft auf Rettung just aus den USA – wie die Chancen stehen

Donald Trump stellt Europa auf Grönland vor ein schwer lösbares Problem. Einige Politiker hoffen nun auf eine Revolte in den USA. Eine Analyse.

Sorge vor einem Ausstieg der USA aus der NATO gab es schon in Donald Trumps erster Amtszeit. Eine Invasion der US-Armee in einen NATO-Staat aber – das malten sich nicht einmal notorische Pessimisten als Schreckensszenario aus. Im Streit um Grönland scheint das mittlerweile im Bereich des Möglichen zu liegen. Fragt sich: Wie ließe sich ein solcher Plan der Wirtschafts- und Militärsupermacht USA verhindern?

Donald Trump greift nach Grönland – könnte die eigene Partei einen Riegel vorschieben?

Die Lage Dänemarks, Grönlands und ihrer europäischen Verbündeten ist verzwickt. Militärisch hätten sie den USA wenig entgegenzusetzen. Und der Plan, Trumps Argumente mit Truppenpräsenz zu entkräften, ist jedenfalls im ersten Anlauf nach hinten losgegangen. Stattdessen muss sich die EU nun gegen einen Handelsangriff wehren. Doch eine Hoffnung bleibt: jene auf Hilfe aus den Vereinigten Staaten selbst. Der Politologe und USA-Kenner Siebo Janssen will dieses Szenario nicht ausschließen – ist aber skeptisch, wie er der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media sagt.

Drei kleine Revolten gegen Trumps Grönland-Kurs – wie stehen die Chancen?

Die Gedankenspiele stützten sich auf die Spielregeln der US-Demokratie: Selbst, wenn Trump bevorzugt mit Dekreten und Notstandsverordnungen regiert – der US-Kongress kann dem Präsidenten Fesseln anlegen. Wenn er denn die dazu nötigen Mehrheiten findet. Trumps umfassendem Griff um seine Republikanische Partei zum Trotz regt sich mittlerweile Widerstand in eigenen Reihen. Nicht weniger als drei Vorstöße gegen eine Eskalation Trumps in der Grönland-Frage sind zuletzt mit republikanischer Hilfe im Kongress aufgetaucht:

  • Der NATO Unity Protection Act soll es den USA untersagen, Territorien von NATO-Partnern zu „blockieren, besetzen, annektieren oder anderweitig zu kontrollieren“.
  • Der No Funds for NATO Invasion Act soll einem solchen Ansinnen von vorneherein die nötigen finanziellen Mittel entziehen.
  • Und der republikanische Repräsentantenhausabgeordnete Don Bacon forderte den Kongress auf, sich die Hoheit über Zölle zurückzuholen – auch um Strafzölle für die Unterstützer Grönlands und Dänemarks abzuwenden. Ein Entwurf sei in Arbeit.

Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern

Grönland
Donald Trump ist nicht der erste US-Präsident, der ein Auge auf Grönland geworfen hat. Schon in den 1860ern gab es einen ersten US-Vorstoß zum Kauf. So ließ Außenminister William Seward im Jahr 1868 einen „Bericht über die Ressourcen Islands und Grönlands“ erstellen. Es gebe dort Rohstoffvorkommen, die für die USA von Nutzen sein könnten, hieß es damals. Kurz zuvor hatte Seward bereits den erfolgreichen Kauf Alaskas vom russischen Zarenreich organisiert und wollte die Expansionspolitik fortsetzen. © Odd Andersen/AFP
Grönland
Der erste konkrete Kaufversuch scheiterte nicht an Dänemark, sondern am US-Kongress selbst. Dänemark hatte dem Verkauf Grönlands zugestimmt, doch der amerikanische Kongress wollte nicht schon wieder hohe Summen für nahezu unbewohnte „Eisregionen“ ausgeben. Die Abgeordneten waren nach dem teuren Alaska-Kauf skeptisch gegenüber weiteren kostspieligen Territorialerwerbungen in unwirtlichen Gebieten. © Odd Andersen/AFP
Expeditionen nach Grönland
Zwischen 1853 und 1909 führten die USA systematisch wissenschaftliche Expeditionen nach Nordgrönland durch, das damals noch staatsrechtliches Niemandsland war. Forscher wie Elisha Kent Kane, Isaac Israel Hayes und Robert Edwin Peary (dessen Basislager der Expedition von 1909 im Bild zu sehen ist) erkundeten das von den Inughuit bewohnte Gebiet und lieferten sich spektakuläre Wettläufe um die Erreichung des Nordpols. Diese Expeditionen legten den Grundstein für spätere amerikanische Gebietsansprüche. © Imago
Dänisch Westindien
1916/17 gelang den USA ein diplomatischer Schachzug: Dänemark verkaufte seine Kolonie Dänisch-Westindien in der Karibik an die Vereinigten Staaten, die daraufhin im Gegenzug die dänische Oberhoheit über ganz Grönland anerkannten. Dieser Handel war strategisch wichtig, da Dänemark bis dahin nur die grönländische Westküste kolonisiert hatte und Nord- sowie Ostgrönland Niemandsland gewesen waren. © Imago
Dänemark im Jahr 1940
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 flammte das US-Interesse an Grönland erneut auf. Washington befürchtete, Nazi-Deutschland könnte die gewaltige Insel unter seine Kontrolle bringen und damit eine strategische Bedrohung für Nordamerika darstellen. Grönland war durch die britische Seeherrschaft von dem besetzten Dänemark abgeschnitten. © Imago
Grönland
Der dänische Gesandte Henrik Kauffmann handelte am 9. April 1941 eigenmächtig einen Vertrag mit den USA aus, der die Errichtung amerikanischer Militärbasen in Grönland genehmigte. Kauffmann erklärte, dass er keine Weisungen aus dem deutsch besetzten Kopenhagen mehr entgegennehmen werde und sich zum alleinigen Vertreter der dänischen Interessen für Grönland erkläre. Diese „Entscheidung ebnete den Weg für die amerikanische Militarisierung Grönlands, die seither aufrechterhalten wurde.“ © Odd Andersen/AFP
Rostiges Fahrzeug ehemaliger US Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg Ikatek Grönland
Bis Kriegsende waren knapp 6000 US-Militärs auf vier Marine- und 13 Armeestützpunkten auf Grönland stationiert (im Bild: der ehemalige US-Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg, Ikatek). Die Insel diente vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und wurde als Auftankstation für eigene Seemissionen genutzt. 1941 wurde zudem die Sirius-Schlittenpatrouille gegründet, um deutsche Versuche zur Errichtung von Wetterstationen der Wehrmacht in der Arktis zu verhindern. © Egmont Strigl/Imago
Harry Truman unterzeichnet NATO-Vertrag 1949
Nach dem Krieg wollte Dänemark die amerikanische Militärpräsenz auf der Insel wieder rückgängig machen, doch ohne Erfolg. US-Präsident Harry Truman (hier bei der Unterzeichnung des NATO-Pakts 1949) schlug Kopenhagen drei Optionen vor: entweder das Abkommen von 1941 fortzusetzen, die US-Stützpunkte für 99 Jahre zu leasen oder Grönland für 100 Millionen US-Dollar in Gold zu kaufen. Die dänische Antwort war eindeutig: „Absurd.“ © Imago
Frederik IX
„Wir verkaufen nicht!“ – Diese klare Absage stammte vom dänischen König Frederik IX (hier ein Gedenkstein in Nuuk) im Jahr 1960, nachdem US-Präsident Eisenhower wiederholt die Absicht geäußert hatte, Grönland von Dänemark kaufen zu wollen. 65 Jahre später sind die Aussagen Dänemarks und der USA zum gleichen Thema nahezu identisch, auch an den Motiven Washingtons hat sich im Wesentlichen nichts geändert. © Imago
Thule Air Base in Grönland
1951 gelang es den USA dennoch, ein Abkommen auszuhandeln, das ihnen gewährte, Grönland weiterhin militärisch zu nutzen, wenn sie dafür die Verteidigung Grönlands übernahmen. In diesem Jahr wurde die Thule Air Base als wichtigster militärischer Stützpunkt in Grönland errichtet. Bis 1958 nutzten die USA den Flughafen Narsarsuaq und bis 1992 den Flughafen Kangerlussuaq als Militärbasen. © Imago
Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968
Die amerikanische Militärpräsenz führte zu schweren diplomatischen Krisen und Problemen. Zu den bedeutendsten gehörten die Zwangsumsiedlung der Bewohnerinnen und Bewohner von Uummannaq direkt neben der Thule Air Base nach Qaanaaq im Jahr 1953 und der Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968 (im Bild). Mit diesem Vorfall musste Dänemark anerkennen, dass die USA heimlich Atomwaffen in Grönland lagerten. © Imago
Grönland
Nach Ende des Kalten Kriegs verminderten die USA ihre militärischen Aktivitäten und zogen sich 1991 aus Kangerlussuaq (im Bild) und Kulusuk zurück. Jedes Mal hinterließen sie das Gebiet mit Schrott verunreinigt und häufig mit umweltschädlichen Stoffen verseucht, weigerten sich aber dafür zu haften. Dänemark erklärte sich bereit, die Verantwortung für das Aufräumen zu übernehmen. © Sergi Reboredo/Imago
Colin Powell, Per Stig Møller und Josef Motzfeldt
2004 wurde das sogenannte Igaliku-Abkommen von den Außenministern Colin Powell (USA, rechts), Per Stig Møller (Dänemark, links) und Josef Motzfeldt (Grönland, Mitte) unterzeichnet. Die USA verpflichteten sich zur Zusammenarbeit für den Umweltschutz und Grönland erhielt mehrere entwicklungsmäßige und finanzielle Vorteile von den USA. Das Abkommen wurde im Heimatort des grönländischen Außenministers geschlossen. © AFP
Klimawandel in Grönland
Das schmelzende Polareis verschärft die strategische Bedeutung Grönlands dramatisch. Die Arktis erwärmt sich laut einer Studie der Stiftung für Wissenschaft und Politik viermal so stark wie im globalen Durchschnitt. Das zurückgehende Meereis öffnet neue Seewege zwischen Asien und Europa und macht Lagerstätten von Rohstoffen an Land und auf dem Meeresboden besser zugänglich. © Jason Briner/dpa
Grönland
In der Arktis werden in Gebieten, die durch die Klimakrise zugänglich werden, riesige Mengen an unentdeckten Erdgas- und Erdölvorkommen vermutet. Diese beiden Faktoren - Kontrolle der neuen Seewege in der Arktis und Zugang zu den immensen Rohstoffvorkommen - sind die wesentlichen Gründe für den jetzigen, erneuten Vorstoß der USA, sich Grönland „anzueignen.“ © Steffen Trumpf/dpa
Anti-Trump-Demo in Kopenhagen 2019
Donald Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit 2019 ein „gieriges Auge“ auf Grönland geworfen und einen Kauf der Insel ins Gespräch gebracht. Seine Begründung: Man benötige die strategisch gelegene Insel für die „nationale Sicherheit“ der USA. In Kopenhagen kam es deswegen schon damals zu Demonstrationen.  © Niels Christian Vilmann/Imago
Grönland und Trump
Doch so unverhohlen wie jetzt hatte Trump noch nie gedroht, Grönland „haben“ zu wollen. Trump verweist auf die zunehmende Präsenz russischer und chinesischer Schiffe in der Arktis-Region und behauptet, Dänemark sei nicht in der Lage, Grönland ausreichend zu schützen. Sogar eine militärische Intervention schließt er nicht aus. Die große Mehrheit der rund 57.000 auf der Insel lebenden Menschen wollen dagegen mit den USA nichts zu tun haben: Grönland stehe nicht zum Verkauf, hieß es bei einer Demonstration im März 2025. © Christian Klindt Soelbeck/dpa
Vance in Grönland
Ende März 2025 reiste US-Vizepräsident JD Vance nach Grönland. Dort äußerte er vor den stationierten US-Soldaten scharfe Kritik am NATO-Verbündeten Dänemark, zu dem die riesige Eisinsel gehört. Das Land tue angesichts der Bedrohungen durch Russland und China zu wenig für die Sicherheit Grönlands, sagte Vance auf die US-Militärstützpunkt Pituffik im abgeschiedenen Norden Grönlands.  © Jim Watson/AFP
Die Frau von Trump-Berater Stephen Miller zündelt.
Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller stellte in einem CNN-Interview sogar infrage, ob Grönland rechtmäßig zum NATO-Partner Dänemark gehöre. „Nach welchem Recht hat Dänemark die Kontrolle über Grönland?“, fragte Miller provokativ. Ein Social Media Post seiner Ehefrau Katie Miller zeigte eine Karte von Grönland in US-amerikanischen Farben. © Screenshot X
Grönland-Konflikt
In der EU und in der NATO hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Donald Trump meint es ernst mit seinen Grönland-Ambitionen. Europas Spitzenpolitiker reagieren mit klaren Worten auf Trumps Forderungen. Deutschland und weitere Länder stellen sich nach Trumps Drohungen demonstrativ hinter Grönland und Dänemark. Erst im September 2025 hatten dänische Streitkräfte mit Hunderten Soldaten aus mehreren europäischen Staaten an einer NATO-Übung auf Gönland teilgenommen (im Bild). © Ebrahim Noroozi/dpa
Mette Frederiksen und Donald Trump
Dänemark hat Trumps Anspruch auf Grönland und die militärischen Drohungen entschieden zurückgewiesen. Regierungschefin Mette Frederiksen sagte: „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf.“ Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur. © Christian Hartmann/AFP
Thule, Grönland
Mehrere NATO-Bündnisstaaten haben sich zuletzt für eine stärkere Präsenz des Bündnisses in der Region ausgesprochen – auch Deutschland. Im Gespräch ist dabei unter anderem der Start eines neuen Überwachungseinsatzes mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis). Er soll den USA das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann. © Imago
US-Militärbasis Pituffik Space Base in Grönland
Die USA betreiben schon heute auf Basis von Abkommen mit Dänemark die Pituffik Space Base auf Grönland. Dieser Stützpunkt unterstützt Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen. Dänemark hat grundsätzlich nichts gegen eine verstärkte US-Militärpräsenz auf der Insel, solange die Souveränität respektiert wird. Die dänischen Streitkräfte sind hauptsächlich über das Arktische Kommando in Nuuk auf der Insel präsent. © Thomas Traasdahl/dpa
Grönland
Dass die Trump-Regierung bislang auch militärischen Zwang nicht ausschließt, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen, sorgt in Europa für große Beunruhigung. Tatsächlich ist der Fall, dass ein NATO-Land das andere überfällt, in den Statuten der Allianz nicht vorgesehen – der Feind kommt traditionell immer von außen. © Mads Claus Rasmussen/Imago
Alpenglühen in Alaska
Trump hat im Streit um Grönland aber auch immer von einem „Erwerb“ gesprochen. Der Kauf zusätzlichen Territoriums ist in der US-Geschichte kein Novum. In der Vergangenheit haben die USA für bestimmte Gebietserweiterungen immer wieder Geld in die Hand genommen. Dazu zählt beispielsweise auch Alaska (im Bild), das die damalige US-Regierung im Jahr 1867 für einen Spottpreis von 7,2 Millionen Dollar von Russland erwarb.  © Al Grillo/dpa

Das kommt einerseits überraschend – Trump bedroht interne Kritiker systematisch mit der Aufstellung von ihm genehmen Gegenkandidaten bei Vorwahlen; eine Gefahr für jede politische Karriere. Andererseits ist durchaus zu hören, dass vielen Republikanern die NATO nach wie vor wesentlich näher steht als etwa Russland. Ein genauerer Blick auf die Unterstützer erhellt die Ausgangslage.

Denn alle Vorstöße gelten zwar als „bi-partisan“, also als aus beiden politischen Lagern kommend. Den „No Funds for NATO Invasion Act“ zum Beispiel stellte jener Don Bacon mit vor, der auch Trumps Zollpolitik an die Kette nehmen will. Auf der Liste der Erstunterstützer stehen außer ihm aber ausschließlich Demokraten. Den „NATO Unity Protection Act“ wiederum treibt die Republikanerin Lisa Murkowski im Senat voran. Auch sie zählt zum Lager der Trump-Kritiker. In diesem Fall gab es laut Medienberichten immerhin insgesamt fünf republikanische Unterstützerinnen und Unterstützer.

Im Senat stünden die Chancen auf eine Intervention gegen Trumps Grönland-Politik besser als im Repräsentantenhaus, sagt Janssen. Dort hätten sich einige Republikaner mit politischem Gewicht gegen Trumps Kurs ausgesprochen. Neben Murkowski und Bacon etwa auch Mitch McConnell und Thom Tillis. Im Repräsentantenhaus hingegen stünden die Republikaner noch relativ geschlossen an Trumps Seite. Um Gesetze gegen einen US-Übergriff auf Grönland zu verabschieden, braucht es Mehrheiten in beiden Kammern. Im Senat sind dafür mindestens vier republikanische Stimmen nötig, im Repräsentantenhaus drei.

Grönland: Trump erhält Gegenwind von den Republikanern – doch die meisten stehen vor der Polit-Rente

Viele der republikanischen Trump-Gegner zittern nicht mehr vor dem Bannstrahl des Präsidenten: Bacon, McConnell und Tillis haben bereits angekündigt, bei den Midterms nicht zur Wiederwahl anzutreten, Murkowski dachte laut über eine unabhängige Kandidatur und sogar einen Parteiwechsel nach. Ein Nebeneffekt: Eine Intervention gegen Trump müsse deshalb „relativ bald über die Bühne gehen“, wie Janssen betont. Die Midterm-Wahlen finden im November statt. Die Zeit drängt aber ohnehin.

Ein weiteres Problem: Trump kann sein Veto gegen vom Kongress beschlossene Gesetzesvorhaben einlegen. Dann ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit vonnöten, um den US-Präsidenten zu überstimmen. „Da wird es dann sehr eng“, urteilt Janssen. „Dafür ist die Anhängerschaft Trumps nach wie vor zu groß, gerade im Repräsentantenhaus.“

Europäische Politiker appellierten zuletzt indes an weitere US-Abgeordnete, die Stimme zu erheben. Zumal Umfragen keine große Zustimmung für Trumps Grönland-Ambitionen zeigen. Könnte es im Falle einer handfesten, die NATO bedrohenden Eskalation also vielleicht doch noch eine Wende geben? Janssen hält es für möglich, dass sich einzelne Abgeordnete noch umstimmen ließen. „Aber im Grunde haben sich bislang die üblichen Verdächtigen zu Wort gemeldet“, dämpft er die Hoffnungen. „Ich will das zwar nicht absolut ausschließen, aber ich halte es für unwahrscheinlich.“

Am Ende dürften Grönland, Dänemark und Europa also doch auf sich allein gestellt sein. Ein früherer US-Militär erklärte 2025 sogar schon, wie eine militärische US-Operation auf Grönland konkret ablaufen könnte. Janssen warnt indes, der klare Kurs in Europa könnte eventuell sogar schon im Angesicht einer handelspolitischen Eskalation bröckeln. Im Europaparlament etwa gebe es bis in die Fraktionen der Konservativen und Liberalen hinein Stimmen, die fragten: „Ist es wirklich einen großen Handelskrieg wert, komplett auf Grönland zu setzen?“ Eine entscheidende Frage werde letztlich sein, ob die EU in der Grönland-Frage ihre Geschlossenheit halten könne. (Quellen: US-Kongress, Siebo Janssen, eigene Recherchen)

.

Rubriklistenbild: © Tom Williams/Newscom World/Ida Marie Odgaard/Ritzau/Scanpix/Imago/Julia Demaree Nikhinson/picture alliance/dpa/AP

Kommentare