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Kürzeste Rede aller Zeiten?

In 20 Sekunden: Grüner schmettert AfD-Antrag im Bundestag mit Gedicht ab

Kuriose Nachtsitzung im Bundestag: Die AfD stellt einen Antrag zur Abschaffung des CO₂-Preises. Der Grüne Felix Banaszak lehnt ihn mit vier Reim-Sätzen ab.

Berlin – Alle gegen einen: Auf eine breite parlamentarische Unterstützung kann die AfD nicht bauen. Im Bundestag lehnen SPD, CDU, FDP, Grüne und Linke für gewöhnlich die Anträge der Rechtspopulisten geschlossen ab. Das ist nichts Neues. Neu ist aber, dass dies mitunter auch sehr schnell gehen kann. Ohne langwierige Aussprache und Dauerdiskussion. In einer kuriosen Nachtsitzung stellte der Abgeordnete Felix Banaszak (Grüne) jetzt nämlich einen Geschwindigkeitsrekord auf.

Rede im Bundestag: Felix Banaszak (Grüne) kassiert Antrag der AfD mit Gedicht

Zerlegte die AfD mit einem Gedicht im Bundestag: Felix Banaszak (Grüne).

Denn mit einem schlichten Vierzeiler sorgte der Grünen-Politiker für eine der vermutlich kürzesten Reden in der Geschichte des Bundestags. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete, benötigte Felix Banaszak gerade einmal 20 Sekunden, um sich mit einem Gedicht gegen die AfD-Forderung nach einer Abschaffung der CO₂-Bepreisung auszusprechen. Nachdem der Antrag eingebracht worden war, schritt Banaszak ans Rednerpult und dichtete in Reimform folgende Zeilen:

Das Gedicht von Felix Banaszak im Wortlaut

Wer belastet so spät den Bundestag. Es ist die Fraktion, die keiner mag. Sie stellt einen Antrag, dem du nicht entkommst. Wir lehnen ihn ab – ja was denn auch sonst.

Felix Banaszak zum AfD-Antrag im Bundestag

Bundestag veröffentlicht das Video vom AfD-Gedicht

Das war es dann. Dem Bericht zufolge ging der Grüne anschließend wieder zu seinem Platz und setzte sich hin. Im Plenum herrschte kurzes Erstaunen. Als erste reagierte Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoğuz (SPD), die die Sitzung am späten Donnerstagabend leitete. Inhaltlich dürfe sie das nicht kommentieren, sagte sie laut dem Spiegel. Aber der Kollege habe sehr gut vorgemacht, wie man unter seiner Redezeit bleiben könne, fügte sie zu vorgerückter Stunde hinzu. Ein Video zu der Gedichtsstunde wurde auf der Homepage des Bundestages veröffentlicht und kursiert seit dem auch im Netz auf verschiedenen Plattformen.

Antrag der AfD zum CO2-Preis geht jetzt zurück in den Ausschuss

Der CO₂-Preis soll Unternehmen sowie Privatverbrauchern einen Anreiz bieten, den Verbrauch fossiler Energien zu reduzieren. Der CO₂-Preis wird auf Emissionen angewendet, die durch die Verbrennung fossiler Energieträger entstehen und somit das Klima beeinträchtigen. Firmen, die Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel auf den Markt bringen, sind verpflichtet, entsprechende Zertifikate zu erwerben, da bei der Verbrennung dieser Heiz- und Kraftstoffe CO₂ freigesetzt wird.

Eine solche Abgabe wirkt sich auch auf die Verbraucherinnen und Verbraucher aus – weshalb die AfD-Fraktion in ihrem Antrag die „vollständige und ersatzlose Streichung“ fordert. Bislang ist geplant, dass die Abgabe zum 1. Januar 2024 zu erhöhen. Ganz vom Tisch ist das Thema aber noch nicht. Denn durch die Ablehnung im Plenum wurde der Antrag der AfD erst einmal zurück in den Ausschuss für Klimaschutz verwiesen. Ob es da auch wieder Gedichte zu hören gibt, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/Kay Nietfeld/dpa/Montage

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