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News im Ticker

Ukraine-Krieg aktuell: Warnung vor Provokation gegen Polen – „Entschlossenheit der NATO testen“

Aktuelle News zum Ukraine-Krieg im Ticker: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen in der Nacht. Trauertag in Kiew nach Großangriff vom Vortag.

Update, 12:24 Uhr: Die USA sollen Warschau davor gewarnt haben, dass Moskau über eine bewaffnete Provokation gegen Polen nachdenkt, um „die Entschlossenheit der NATO zu testen“. Das berichteten The Telegraph und das Portal Onet. Demnach stammen die Informationen von Quellen aus dem Umfeld des polnischen Präsidenten. Demnach habe Washington darauf hingewiesen, Russland könne mit einer solchen Aktion versuchen, die NATO zu „testen“ und zugleich westliche Partner Kiews dazu zu bringen, ihre Unterstützung für die Ukraine auszusetzen. Der Telegraph schrieb, ein solches Vorgehen könne binnen weniger Monate erfolgen.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Als mögliche Szenarien nannten Onet-Quellen demnach Drohnenangriffe auf kritische Infrastruktur wie Kraftwerke oder die Inszenierung eines massiven Luftangriffs, um Polen zur Aktivierung seiner Luftverteidigung zu zwingen. Als radikalstes Szenario wird demnach ein hybrider Angriff im Grenzgebiet genannt – möglicherweise unter Beteiligung belarussischer Soldaten. Russland könnte einen Zwischenfall etwa damit begründen, dass Truppen sich aufgrund gestörter GPS-Signale „verirrt“ hätten, oder eine angebliche „Rettungsmission“ nach einem Hubschrauber-Notfall konstruieren.

Update, 10:35 Uhr: Nach Berichten russischer Telegram-Kanäle haben ukrainische Streitkräfte in der Nacht zum 3. Juli die russische Stadt Belgorod angegriffen und dabei offenbar ein Werk für Energieanlagen getroffen. Wie die Kyiv Independent berichtet, sollen Fotos und Videos in den Sozialen Netzwerken Flammen zeigen, die aus dem Energomash-Werk in Belgorod aufsteigen. Das Unternehmen gilt als wichtiger Zulieferer in Russlands Energieversorgungskette und produziert unter anderem Ausrüstung für Kraftwerke sowie für den Öl- und Gassektor.

Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar; nach dem gemeldeten Angriff stiegen Rauchwolken über der Stadt auf. Auch das ukrainische Militär äußerte sich bislang nicht zu dem berichteten Angriff. Unklar blieb zudem, welche Waffen eingesetzt wurden; Kiew hat Angriffe auf russische Infrastruktur jedoch zuletzt häufig mit in der Ukraine hergestellten Drohnen durchgeführt.

Ukraine-Krieg aktuell: Russland weitet Angriffe weiter aus

Update, 9:11 Uhr: Russland hat die Ukraine nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe in der Nacht zum 3. Juli mit zwei luftgestützten Raketen vom Typ Ch-59/69 sowie 105 Drohnen angegriffen. Die ukrainische Luftabwehr habe 83 Luftziele abgeschossen oder elektronisch außer Gefecht gesetzt, dennoch seien ein Flugkörper und 21 Drohnen an 16 Orten eingeschlagen. Demnach begann der Angriff am 2. Juli gegen 18:00 Uhr. Die beiden Ch-59/69-Raketen seien aus dem vorübergehend besetzten Teil der Oblast Saporischschja abgefeuert worden. Zudem habe Russland 105 Angriffsdrohnen der Typen Shahed (teils mit Strahlantrieb), Gerbera und Italmas sowie Parodiya-Attrappen eingesetzt.

Die Drohnen seien aus den russischen Städten Kursk, Orjol, Brjansk, Millerowo und Primorsko-Achtarsk sowie aus dem vorübergehend besetzten Donezk gestartet worden. An der Abwehr seien unter anderem Kampfflugzeuge, Flugabwehrraketeneinheiten, Mittel der elektronischen Kampfführung, Einheiten für unbemannte Systeme sowie mobile Feuergruppen der ukrainischen Verteidigungskräfte beteiligt gewesen.

Update, 7:45 Uhr: Kiew hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden etwa 1250 Soldaten verloren. Insgesamt sind demnach bereits mehr als 1,4 Millionen russische Soldaten im Kampf getötet oder schwer verwundet worden. Zudem gibt die Ukraine an, in den vergangenen 24 Stunden 48 Marschflugkörper, 57 Artilleriesysteme und mehr als 2100 Drohnen zerstört zu haben. Nachfolgend ein Überblick der von Kiew genannten Zahlen zu den russischen Gesamtverlusten im Ukraine-Krieg.

  • Soldaten: 1.407.150 (+1250 zum Vortag)
  • Panzer: 12.073 (+4)
  • Artilleriesysteme: 45.225 (+57)
  • Mehrfach-Raketenwerfer: 1912 (+2)
  • Luftabwehrsysteme: 1463 (+4)
  • Marschflugkörper: 4846 (+48)
  • Drohnen: 387.342 (+2152)

Die Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen und basieren auf Schätzungen des ukrainischen Generalstabs.

Kiew nach russischen Luftangriffen (Aufnahme vom 2. Juli)

Ukraine-Krieg: Zahl der Todesopfer nach Großangriff auf Kiew auf 30 gestiegen

Update, 7:00 Uhr: Nach dem schweren ‌russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew am Donnerstag ist ⁠die Zahl der Todesopfer auf mindestens 30 gestiegen. Drei weitere Leichen seien aus den Trümmern geborgen worden, teilte der ukrainische Katastrophenschutz mit. Zudem wurden den Behörden zufolge mehr als 90 Menschen verletzt. Laut dem Leiter der Kiewer Militärverwaltung, ​Tymur Tkatschenko, suchen Rettungskräfte ⁠in den Trümmern weiter nach Vermissten. Die Opferzahl könnte deshalb noch weiter steigen.

Ukraine-Krieg: Zwei Tote und acht Verletzte bei russischen Angriffen

Update, 3. Juli, 5:10 Uhr: Bei nächtlichen russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. In der ​Grenzregion Sumy seien ⁠zwei Menschen gestorben und eine Person verletzt worden, als russische Drohnen ein Privathaus trafen, teilte ⁠der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, ​am frühen ⁠Morgen auf Telegram mit. ‌

Derweil wurden in der zentralukrainischen Stadt Krywyj Rih bei einem Raketenangriff auf ​ein dicht bebautes Stadtgebiet sieben Menschen verletzt, ​wie der Leiter des städtischen Verteidigungsrates, Oleksandr Wilkul, ⁠erklärte. In Kiew gilt unterdessen ein Trauertag, nachdem dort am Vortag ⁠bei dem in diesem Jahr ‌bislang schwersten russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt fast drei ⁠Dutzend Menschen ums Leben gekommen sind.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz. © Philipp Schulze/dpa
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben. © JONATHAN NACKSTRAND/afp
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bradley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechenden Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren. © U.S. Army/dpa
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil. © Björn Trotzki/Imago
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität.
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. © Spc. Nicko Bryant Jr./Imago
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde der Marder mitten im Kalten Krieg. Er dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren.
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde er mitten im Kalten Krieg. Der Marder dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. © Philipp Schulze/dpa
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden.
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. © Sergei Supinsky/afp
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. Die Entwicklung des Boden-Luft-Lenkwaffensystems reicht in die späten 1960er-Jahre zurück, eingeführt wurde es in den frühen 1980er-Jahren, seitdem wurde es immer wieder modernisiert.
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern.  © Kevin Schrief/dpa
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen.
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. © Jeon Heon-Kyun/dpa
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen.
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. © Birol Bebek/afp
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herausspringen. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herauskatapultiert werden. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.  © Lcpl. Tyler Forti/Imago
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C.
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. © Robin Van Lonkhuijsen/dpa
Die Ukraine kann im krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für insgesamt zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre.
Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. © Russell Freeman/Imago
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe.
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. © Björn Trotzki/Imago
Der PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.
Der polnische PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.  © Imago
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt und angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.  © Michael Mandt/afp
Italienische Panzerhaubitzen M109L werden über Udine und Österreich in die Ukraine geliefert.
Ende April 2023 lieferte Italien klammheimlich über die nordöstliche Region Friaul-Julisch Venetien und Österreich 30 schwere Panzerhaubitzen M109L in die Ukraine. Das Foto vom Transport ist am Bahnhof Udine entstanden. Laut italienischer Tageszeitung „La Repubblica“ erhält Kiew vom Nato-Mitglied insgesamt 60 Stück der Standard-Haubitze des Verteidigungsbündnisses. Die M109L zeichnet vor allem ihre schwere 155mm-Kanone aus. © Twitter@Topolin28714725
Ein gepanzerter MaxxPro-Truppentransporter der US-Streitkräfte. (Symbolfoto)
Zu Beginn ihrer Gegenoffensive hatten die ukrainischen Streitkräfte mit Hilfe der Vereinigten Staaten laut „Magazin für Europäische Sicherheit & Technik“ einen Bestand von 580 sogenannter MRAPs (Mine Resistant Ambush Protected Vehicle) aufgebaut. Dabei handelt es sich um Truppentransporter mit hohem Minenschutz. Etliche davon gingen im Frühsommer 2023 verloren, vor allem gepanzerte MaxxPro (Beispiel-Foto), was Videos brennender Exemplare bei Twitter beweisen sollten.  © IMAGO / ZUMA Wire
Ein Radpanzer Stryker der US-Streitkräfte.
Die USA haben der Ukraine im Verlauf des ersten Halbjahres 2023 bis zu 90 Radpanzer vom Typ Stryker geliefert. Der hochmobile Schützenpanzer mit einer Länge von knapp sieben Metern und einer Breite von 2,72 Metern soll Truppenverlegungen binnen kurzer Zeit ermöglichen, weil er mit bis zu 100 km/h deutlich schneller ist als viele Kettenpanzer. Mit bis zu 39 Millimetern Außenhülle ist er jedoch vergleichsweise schwach gepanzert. © IMAGO / ABACAPRESS
Ukrainische Soldaten werden an schwedischen Schützenpanzern CV 90 ausgebildet.
Das Combat Vehicle 90 (CV 90) gilt als einer der modernsten Schützenpanzer der Welt. Entwickelt wurde der Panzer in den 1990er Jahren vom britischen Rüstungskonzerns BAE Systems AB für die Streitkräfte Schwedens. Das skandinavische Land stellte der Ukraine im Frühjahr 2023 nach und nach 50 der Schützenpanzer bereit, die die 40-mm-Ma­schi­nen­ka­no­ne 40/70B auszeichnet. Bis zu acht Infanterie-Soldaten können mit dem CV 90 mitten in die Schlacht gefahren werden. © IMAGO / TT
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten. Bei den Maschinen soll es sich laut Medienberichten um Modelle der Variante „Mirage 2000-5“ handeln. Eine offizielle Bestätigung der Lieferung steht noch aus. Frankreich verfügt selbst über 26 modernisierte Kampfjets des Typs „Mirage 2000-5“. © KHALED DESOUKI/AFP
Ein Leopard-1-A5 der belgischen Armee, der in Deutschland produziert wurde. (Archivfoto)
Der Leopard 1A5 ist eine kampfwertgesteigerte Variante des „Leos“ 1 aus deutscher Produktion und Vorgänger des Leopard-2-Kampfpanzers der Bundeswehr. Zwischen 1986 und 1992 wurde im A5 eine neue Feuerleitanlage sowie erstmals ein Laserentfernungsmesser eingebaut. Anfang 2023 hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Ukraine 178 Exemplare in Aussicht gestellt. Beim Nato-Gipfel im Juli erfüllte Deutschland die zwischenzeitlich genannte Zielgröße von 25 gelieferten Leopard-1-A5 im Sommer 2023. © IMAGO / StockTrek Images
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet.
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet entwickelt. Sie trägt den offiziellen Spitznamen „Fighting Falcon“ (Kämpfender Falke), ist aber auch als „Viper“ bekannt. Der einstrahlige Kampfjet ist mit einer 20-Millimeter-Kanone mit mehreren Läufen bewaffnet und kann mit Luft-Luft-Raketen und Bomben ausgestattet werden. Nach Angaben der US-Luftwaffe erreicht die F-16 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 2400 Kilometern pro Stunde und kann mehr als 860 Kilometer entfernt liegende Ziele anfliegen, ihre Raketen abfeuern und zum Startpunkt zurückkehren.  © PETRAS MALUKAS/afp
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert.
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Nach Abschuss vom Boden fliegen sie eine ballistische Kurve und sollen wieder am Boden detonieren. Obwohl sie als schwer abzufangen gelten, sind sie im Vergleich zu Marschflugkörpern nicht annähernd so präzise. Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit. In der Spitze erreichen sie mehr als dreifache Schallgeschwindigkeit (Mach 3). Dieses hohe Tempo von rund 3700 km/h macht es auch deutlich schwerer, die Rakete zu kontrollieren. Bisher haben die USA Atacms mit einer gedrosselten Reichweite von 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wünscht sich aber Atacms mit einer Reichweite von 300 Kilometern. © U.S. Army/Imago
Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden
Eigentlich sollte die Ukraine bereits im März 2024 die erste Lieferung von Kampfflugzeugen des Typs „Gripen“ aus Schweden erhalten. Bislang sind aber keine Modelle des von der Firma Saab hergestellten Kampfjets im Kampf gegen Russland. Das wiederum liegt an der Lieferung der F16-Kampfjets an die Ukraine. Um die Luftwaffe des Landes und ihre Piloten nicht zu überfordern, wurde die Lieferung und Ausbildung des Personals an den schwedischen Flugzeugen zunächst ausgesetzt. Geplant sind die Lieferungen nun für 2025. © Sandor Ujvari/dpa

Werft in Dänemark unterstützt russische Eisbrecher für den Export von LNG

Update, 18:20 Uhr: Eine dänische Werft unterstützt Russlands LNG-Exporte trotz des Ukraine-Kriegs. Das berichtet der Kyiv Independent. Die dänische Fayard-Werft nahe Odense ist die einzige Werft in der EU, die weiterhin spezialisierte Arc7-Eisklasse-Tanker wartet, mit denen Russland Flüssiggas aus der Arktis exportiert.

Am 30. Juni nahm die Werft den LNG-Tanker Rudolf Samoylovich auf – das erste von bis zu sechs Schiffen, die Fayard noch vor dem EU-Importverbot für russisches LNG im Januar 2027 erwarten soll, berichtet die Nichtregierungsorganisation „Urgewald“. „Als einzige Werft in der EU, die weiterhin die spezialisierten Arc7-Eisklasse-LNG-Carrier wartet, hilft sie faktisch dabei, Russlands arktische LNG-Exporte aufrechtzuerhalten“, sagte Wladyslaw Wlasiuk, Berater des ukrainischen Präsidenten für Sanktionspolitik, laut Urgewald.

Update, 17:39 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Vergeltung für den massiven russischen Angriff auf Kiew mit mehr als 20 Toten angekündigt. „Wir sind für einen gerechten Frieden, eine gerechte Beendigung des Kriegs, und solange es das nicht gibt, für gerechte Reaktionen“, sagte er Journalisten an einem der Einschlagsorte in der Hauptstadt. 

Update, 16:51 Uhr: Ein russischer Drohnenangriff hat am Donnerstag ein Logistikzentrum in Saporischschja getroffen. Beschäftigte des betroffenen Unternehmens seien nicht verletzt worden, da sie sich zum Zeitpunkt des Einschlags in Schutzräumen aufgehalten hätten, berichtet Ukrainska Pravda unter Berufung auf den Betreiber. Nach Angaben der regionalen Militärverwaltung löste der Angriff einen Brand aus, dessen Rauch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen war.

Update, 15:52 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach dem russischen Großangriff auf Kiew ist auf 20 gestiegen, berichtet die Ukrainska Pravda unter Berufung auf die Kiewer Stadtmilitärverwaltung. Zuvor hatten die Behörden von 18 Toten gesprochen. Fast 90 Menschen wurden verletzt.

Update, 14:50 Uhr: Die EU-Botschafterin in der Ukraine, Katarína Mathernová, hat den russischen Großangriff auf Kiew als „Hölle“ beschrieben. „Russland hat die Hölle über Kiew entfesselt“, schrieb die Diplomatin auf Facebook. Große Teile der Stadt hätten gewirkt, als stünden sie in Flammen; viele Menschen hätten die Nacht in Schutzräumen verbracht.

Nach Mathernovás Angaben wurde auch ein Gebäude getroffen, in dem Diplomaten lebten. Sie blieben unverletzt, persönliche Gegenstände wurden jedoch durch ein Feuer beschädigt. „Jede Nacht in der Ukraine fühlt sich an wie russisches Roulette“, schrieb Mathernová weiter. Der Angriff habe mehr als zwölf Stunden gedauert; laut ukrainischen Angaben wurden in Kiew mindestens 17 Menschen getötet und Dutzende verletzt.

Update, 13:33 Uhr: Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, „die erschütternden Bilder der Zerstörung aus der letzten Nacht“ zeigten „einmal mehr: Russland setzt seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit unverminderter Brutalität fort“. Kreml-Chef Putin zeige „keinerlei Verhandlungsbereitschaft“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums weiter. „Er setzt weiter auf Raketen- und Drohnenterror gegen die Bevölkerung, während Russland an der Front enorme Verluste bei seiner Aggression gegen die Ukraine erleidet.“

Update, 12:07 Uhr: Nach dem massiven russischen Angriff auf Kiew will Russland nach eigenen Angaben den Druck auf die Ukraine noch verstärken. „Russland wird den Druck auf das Regime in Kiew weiter erhöhen, um seine gesetzten Ziele zu erreichen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag vor der Presse auf eine Frage der Nachrichtenagentur AFP zu möglichen neuen Sanktionen der EU. Bei den nächtlichen russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf Kiew starben nach jüngsten Angaben des ukrainischen Rettungsdienstes mindestens 17 Menschen.

Ukraine-Krieg: Selenskyj betont Bedeutung von Patriot-Lieferungen

Update, 11:18 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat nach dem schweren russischen Angriff auf Kiew mehr Unterstützung der Verbündeten bei der Luftverteidigung gefordert. Die Ukraine setze dabei auch auf eine Entscheidung der USA zu Lizenzen für die Produktion von Patriot-Flugabwehrraketen, schrieb der ukrainische Präsident auf Facebook. „Lieferungen zur Luftverteidigung für die Ukraine haben absolute und entscheidende Priorität“, erklärte Selenskyj. Die Ukraine zähle „sehr stark“ auf eine Entscheidung der USA zu Patriot-Lizenzen und anderen Formen der Zusammenarbeit. „Das sind die Schritte, die diesen Krieg stoppen und Angriffe wie diesen verhindern können“, schrieb er.

Ukraine-Krieg: EU-Außenbeauftragte will neue Sanktionen gegen Russland

Update, 10:12 Uhr: Angesichts der jüngsten russischen Angriffe auf Kiew hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. „Je mehr Moskau Zivilisten angreift, desto mehr Sanktionen müssen verhängt werden“, erklärte Kallas am Donnerstag in Onlinediensten. Sie werde vorschlagen, „weitere Einrichtungen zu sanktionieren, die Russlands militärisch-industriellen Komplex unterstützen“.

„Worte der Verurteilung allein werden die Angriffe auf Kiew nicht stoppen“, argumentierte die Außenbeauftragte. Dies könnten „nur anhaltende militärische Unterstützung für die Ukraine und wachsender Druck auf Moskau“ erreichen.

Update vom 2. Juli, 8:52 Uhr: Die Ukraine hat eine Raffinerie in der Wolgaregion Nischni Nowgorod angegriffen. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Gouverneur des russischen Gebiets, Gleb Nikitin, indirekt, als er bei Telegram von „unbedeutenden Schäden an einem Industrieobjekt und an mehreren Wohnhäusern“ durch herabfallende Drohnentrümmer schrieb. Seinen Angaben nach ist durch den Angriff ein Mensch ums Leben gekommen und vier weitere wurden verletzt.

In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen einen Brand, der von der Ölraffinerie in Kstowo, einer Stadt etwa 30 Kilometer südöstlich von Nischni Nowgorod, stammen soll. Die zum Ölkonzern Lukoil gehörende Verarbeitungsanlage ist eine der größten in Russland. 

Ukraine-Krieg: Zahlreiche Tote und Verletzte nach schwerem Angriff auf Kiew

Erstmeldung vom 2. Juli: Kiew – Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit einer schweren Welle von Drohnen und Raketen angegriffen. Es handelt sich um den schwersten russischen Schlag gegen das Land seit Mitte Juni, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Am Morgen nach der verheerenden Nacht wurden das ganze Ausmaß und die steigenden Opferzahlen deutlich.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) stieg die Zahl der Todesopfer in Kiew zunächst auf mindestens zehn an, nachdem weitere Leichen aus den Trümmern geborgen wurden. Nach jüngsten Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko sind jedoch mindestens 13 Menschen getötet worden. Zudem sind laut dpa mindestens 56 Menschen verletzt worden, unter ihnen auch zwei Kinder.

Hauptziel der Angriffe, bei denen auch Marschflugkörper eingesetzt wurden, war Kiew; Rettungshelfer suchten am Morgen weiter nach Opfern unter den zerstörten Wohnhäusern. Ein Angriff brachte laut Reuters die ersten sechs Stockwerke eines großen Wohnhauses zum Einsturz; unter den Verletzten befänden sich auch Rettungskräfte.

Ukraine-Krieg aktuell: Schwere Explosionen in Kiew

Nach Angaben der Kiewer Militärverwaltung, auf die sich Reuters bezieht, wurden im gesamten Stadtgebiet rund drei Dutzend Orte beschädigt, darunter ein Hotel im Stadtzentrum, in dem ein Brand ausbrach. Ein Augenzeuge von Reuters berichtete zudem von mehreren schweren Explosionen.

Ukraine-Krieg: Moskau über Vergeltung für Treffer in Russland

Das russische Verteidigungsministerium begründete den massiven Angriff auf Telegram als Vergeltungsmaßnahme. Laut Reuters erklärte Moskau, die Ukraine habe zuvor ihre Angriffe auf Ziele tief in Russland verstärkt und vor allem die Energie-Infrastruktur ins Visier genommen. Dies habe zu Treibstoffengpässen beim drittgrößten Ölproduzenten der Welt geführt und Moskau zu Benzinimporten aus Indien gezwungen.

Bei dem aktuellen Schlag seien laut dem von Reuters zitierten russischen Ministerium Militär- und Energieanlagen im Raum Kiew sowie Militärflughäfen in den Regionen Poltawa und Dnipropetrowsk mit Präzisionswaffen getroffen worden.

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