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Unzufriedenheit mit Merz

Mehrheit gegen Merz: Kanzler ohne Rückenwind aus der Bevölkerung

Die Skepsis bleibt groß. Doch nach dem Ende der Ampel erreicht auch Merz keine breiten Zustimmungswerte. Ein harter Start für den CDU-Kanzler.

Berlin – Die Mehrheit der Deutschen ist mit der bisherigen Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unzufrieden. Zustimmungswerte von über 50 Prozent genießt der frisch gebackene Kanzler nach drei Wochen im Amt nur unter Wählern der Unionsparteien. Selbst Olaf Scholz (SPD), der Kanzler der abgewählten Ampel-Koalition, konnte zumeist mehr punkten.

Laut dem „Trendbarometer“, einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und ntv, sind 52 Prozent der Befragten nicht mit Merz zufrieden. Nur 38 Prozent gaben demnach an, nichts an der Regierungsarbeit des Kanzlers auszusetzen zu haben. Zehn Prozent wollten sich nicht zu dieser Frage äußern.

Umfrage-Hammer für CDU-Kanzler Merz: Mehrheit der Deutschen unzufrieden mit Regierungsarbeit

Ein differenzierteres Bild ergibt sich bei der Betrachtung der Parteipräferenzen. Innerhalb der Unionsanhängerschaft (CDU/CSU) genießt Merz weiterhin starken Rückhalt – hier sind den Zahlen zufolge 74 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden. Auch bei SPD-Wählern kommt Merz auf einen vergleichsweise soliden Zustimmungswert von 44 Prozent. Bei den Anhängern anderer Parteien fällt die Bewertung hingegen deutlich schlechter aus.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Nur 28 Prozent der Grünen-Anhänger zeigten sich mit dem Kanzler zufrieden; bei der Linken liegt der Wert sogar nur bei zwölf Prozent. Noch schlechter fällt das Urteil der befragten AfD-Anhänger aus – lediglich neun Prozent äußerten sich hier positiv über die Regierungsführung von Merz.

Kanzler ohne Rückhalt: Nur Unionswähler stehen laut Forsa-Erhebung noch hinter Friedrich Merz

Ein direkter Vergleich zu früheren Bewertungen der Arbeitsleistung liegt nicht vor. In der Vorwoche wurde allerdings gefragt, ob Merz ein guter Kanzler sei. Dies hatten 53 Prozent der Befragten verneint und 41 Prozent bejaht. Es lässt sich also eine anhaltende, in weiten Teilen der Bevölkerung verbreitete, Skepsis gegenüber dem CDU-Kanzler erkennen.

In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA für die Bild-Zeitung kommt der Bundeskanzler sogar auf lediglich 31 Prozent Zustimmung. Doch so schlecht die Zahlen auch sind, für Merz stellen sie eine deutliche Steigerung dar. In der Vorwoche hatte dieser Wert mit 23 Prozent noch acht Prozentpunkte weniger betragen.

INSA-Umfrage überrascht: Merz verbessert sich leicht – bleibt aber hinter Scholz zurück

Auch Scholz war zuletzt auf ähnlich schlechte Zustimmungswerte gekommen. Gerade einmal 39 Prozent hatten die Frage „Wie macht Olaf Scholz seine Arbeit als Bundeskanzler alles in allem gesehen?“ im Februar 2025 mit „gut“ beantwortet. Das geht aus Daten der Forschungsgruppe Wahlen, einem Institut für Walanalysen, hervor. Die größte Beliebtheit hatte der SPD-Kanzler demnach im März 2022 erfahren. Damals waren 73 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden. Im August 2023 fanden erstmals mehr Menschen Scholz‘ Arbeit „schlecht“, ein Ergebnis, das sich bis zuletzt fortsetze.

Die Wähler sind mit Friedrich Merz (CDU) als Kanzler unzufrieden.

Für Merz könnte es dagegen in die andere Richtung gehen, sofern er seinen Beliebtheitszuwachs halten kann. Das wäre ein großer Erfolg, zumal der CDU-Kanzler unter erschwerten Bedingungen an den Start ging. Dem ARD-„DeutschlandTrend“ vom 07. Mai zufolge, war Merz von Beginn an unbeliebt. Nur 32 Prozent der Befragten hielten ihn einen Tag nach der Kanzler-Wahl für eine gute Besetzung. Die größte Zustimmung erreichte Merz demnach direkt nach dem Zusammenbruch der Ampel. Ganze 40 Prozent waren damals mit seiner Arbeit zufrieden. (tpn)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Roni Rekomaa

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