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Trump ruft Waffenruhe aus

„Zuschauerrolle“: Europa ringt im Iran-Israel-Krieg um Bedeutung

Trump verkündet eine Waffenruhe im Israel-Iran-Krieg – Europa schaut zu. Die Europäer hätten keine „Macht-bestimmende Funktion“ mehr, urteilt Ex-Diplomat Fischer.

Teheran/Washington D.C. – US-Präsident Donald Trump hat nach zwölf Tagen Krieg zwischen Israel und dem Iran eine Waffenruhe verkündet – Europa ist dabei außen vor. Bei dem Krieg im Nahen Osten, erklärt Klemens Fischer, Professor für Internationale Beziehungen und Geopolitik an der Universität zu Köln, „hat Europa allenfalls eine Zuschauerrolle“.

Trump ruft vor Nato-Gipfel Waffenruhe zwischen Israel und Iran aus – „eine Machtdemonstration“

Am Dienstag (24. Juni) reist der US-Präsident zum Nato-Gipfel nach Den Haag. Mit Blick auf Trumps Waffenruhe-Ausruf im Alleingang, noch dazu kurz vor dem Treffen mit den Bündnispartnern, so Fischer gegenüber unserer Redaktion: „Eine noch größere Machtdemonstration kann man sich nicht vorstellen.“

Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert

Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv.
Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv. Ausgelöst werden sie vom Iron Dome, dem Raketenschutzschirm über Israel, der hier ballistische Geschosse aus dem Iran abfängt. © Ohad Zwigenberg/dpa
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran.
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran. © Ilia Yefimovich/dpa
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen.
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen. © IMAGO/FatemehBahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Iran von Raketen aus Israel angegriffen – Gebäude stark beschädigt. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Israelischer Angriff beschädigt Gebäude in Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff.
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff. © IMAGO/Samir Abdalhade
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Ariel Schalit/dpa
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Der Iron Dome in Aktion
Der Iron Dome in Aktion: Raketen aus dem Iran, die in Richtung Tel Aviv flogen, werden von dem Flugabwehrsystem Israels abgefangen.  © Oded Balilty/dpa
dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen.
Doch auch dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen. Immer wieder kommen ballistische Geschosse durch und richten wie hier in Tel Aviv große Schäden an. © Baz Ratner/dpa
Raketenangriffe aus dem Iran
Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran müssen immer wieder Gebäude und Bezirke in Tel Aviv und anderen Teilen Israels evakuiert werden. Diese Personen mussten ihr Wohnhaus in der israelischen Millionenmetropole aufgrund eines Raketeneinschlags verlassen. © Baz Ratner/dpa
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren zerstörte Gebäude, die von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurden.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz in offiziellen Bunkeranlagen, von denen es im ganzen Land mehrere gibt. In Tel Aviv wurde eine Tiefgarage zu einem Luftschutzbunker für die Bevölkerung umfunktioniert. Eine Frau hat sich ihr Kind umgebunden und kühlt den Nachwuchs mit einem Hand-Ventilator, während sie auf das Ende der Raketenangriffe aus dem Iran wartet. © Baz Ratner/dpa
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde.
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde. © Vahid Salemi/dpa
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf.
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf. © Vahid Salemi/dpa
Israelische Luftangriffe in Teheran
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Israelischer Luftangriff auf Treibstoffdepot im Teheraner Stadtteil Shahran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Flammen erleuchten die Skyline hinter dem ikonischen Milad Tower in Teheran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv.
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
Folgen des iranischen Raketenangriffs in Bat Yam, nahe Tel Aviv
Aufräumarbeiten nach iranischem Raketenangriff in Bat Yam – Nahe Tel Aviv, Israel. © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
ranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – Vorort von Tel Aviv
Bat Yam, Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt, als es von einer iranischen Rakete getroffen wurde © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – einem Vorort von Tel Aviv
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.  © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.
Ein Gebäude in der Stadt Bat Yam, einem Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde.
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde. © IMAGO/Iranian Red Crescent
Das iranische Luftabwehrsystem feuert in der Nähe des Milad Tower Schüsse ab, die auf israelische Drohnen gerichtet sind.
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde © Vahid Salemi/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz lobte im Vorfeld des Gipfels den Aufruf des US-Präsidenten zu einer Waffenruhe im Krieg gegen den Iran. „Gelingt dieser Waffenstillstand nach den entscheidenden Militärschlägen der USA gegen die iranischen Nuklearanlagen, ist das eine sehr gute Entwicklung“, schrieb der CDU-Chef auf der Plattform X. In Den Haag werde man über eine weitere Stabilisierung der Lage in der Region beraten.

Experte: Merz bemüht sich um „führende Rolle“ im Israel-Iran-Krieg – ohne Erfolg

Merz‘ Ankündigung deutet Fischer als Versuch des Kanzlers, Deutschland bei Lage im Nahen Osten doch wieder ins Spiel zu bringen. Trump werde sich jedoch wenig für die Meinung der Bündnispartner interessieren: „Er wird mitteilen, was Amerika vorhat – und die Nato darf abnicken“, erklärt der Professor für Internationale Beziehungen.

Der Versuch des Bundeskanzlers sei dennoch verständlich – als Kanzler sei dies seine Aufgabe. Deutschland werde jedoch auch dadurch keine „führende Rolle“ spielen, glaubt der ehemalige Diplomat – genauso wenig wie die anderen Nato-Staaten.

Waffenruhe im Israel-Iran-Krieg? Berichte über weitere Angriffe

Sowohl der Iran als auch Israel sollen sich auch nach Trumps Waffenruhe-Verkündung weiter gegenseitig angegriffen haben. Auch der US-Präsident erklärte am Dienstag vor seiner Abreise nach Den Haag bezogen auf die Waffenruhe: „Ich glaube, beide haben sie verletzt.“ Besonders mit Israel zeigte sich der US-Präsident in diesem Zusammenhang unzufrieden. Trump hatte in der Nacht angekündigt, dass der Iran zunächst für zwölf Stunden die Waffen schweigen lassen werde, dann Israel für zwölf Stunden. Danach gelte der Krieg als beendet. Das wäre demnach der Mittwochmorgen (MESZ) gewesen.

„Auf der Zuschauertribüne“: Europa ringt im Iran-Israel-Krieg um Bedeutung. (Symbolbild)

Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und dem Iran hatten Vertreter europäischer Staaten sowie der EU auf eine Verhandlungslösung gepocht. Noch am Montag hatten die Außenministerinnen und -minister der EU Teheran zu direkten Gesprächen mit Washington aufgerufen. Doch der Einfluss Europas blieb begrenzt.

Das zeigte sich nicht zuletzt in einem Seitenhieb des US-Präsidenten. Diplomatie-Versuchen der Europäer hatte Trump bereits Tage zuvor eine Absage erteilt. „Der Iran will nicht mit Europa sprechen. Sie wollen mit uns sprechen“, lautete seine Botschaft noch vor dem Angriff der USA auf iranische Atomanlagen.

Europas Rolle im Ukraine-Krieg: „Keine Macht-bestimmende Funktion mehr“

Nicht nur bezogen auf den Krieg in Nahost, sieht Fischer die Bedeutung der europäischen Rolle schwinden: „Egal bei welchem Konflikt, Europa hat keine Macht-bestimmende Funktion mehr.“ Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sei dies „noch eklatanter“. Europa verspreche der Ukraine zwar, ihr im Krieg gegen Russland zur Seite zu stehen: „Aber wir wären nicht in der Lage, annähernd das zu ersetzen, was die Amerikaner liefern.“ In dem Moment, in dem Versprechen nicht erfüllt werden könnten „und jeder das schon vorher weiß, ist man auch kein Player.“

Die beste Strategie der Europäer könne nun sein, sich zum einen militärisch wieder so aufzustellen, dass sie eine „abschreckende Wirkung ausüben können“. Zudem betont der Professor für Internationale Beziehungen die Bedeutung der gemeinsamen wirtschaftlichen Stärke: „Wir müssen in der Lage sein, als EU eine wirklich geschlossene europäische Handelspolitik zu betreiben.“ (pav)

Rubriklistenbild: © IMAGO / ZUMA Press Wire, IMAGO / dts Nachrichtenagentur

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