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Weniger Geld für Geflüchtete

Bas legt Bürgergeld-Plan für Ukrainer vor – kaum Einsparungen

Geflüchtete aus der Ukraine soll ab 2026 keine Bürgergeld-Leistungen mehr erhalten. Die eigentliche Spar-Maßnahme zeigt im Haushalt jedoch kaum Wirkung.

Update vom 7. August, 15.17 Uhr: Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Timon Dzenius sagte Ippen.Media zur angestrebten Neuregelung für Ukraine-Geflüchtete: „Der Referentenentwurf für das geplante Bürgergeld-Aus für Ukrainer ist kontraproduktiv für die Arbeitsmarktintegration, teurer Verwaltungsunsinn und bringt kein Ersparnis für den Gesamthaushalt.“ Der Grünen-Obmann im Ausschuss für Arbeit und Soziales verwies auf seine kürzliche Anfrage an das Arbeits- und Sozialministerium, bei der er nach Einsparpotenzialen durch den Rechtskreiswechsel gefragt hatte. Die Bundesregierung „kann keine Einsparpotenziale“ vorlegen, sagte Dzenius.

„Vorschläge über die rückwirkende Umsetzung eines Rechtskreiswechsels sind eine haushaltspolitische Luftnummer. Gleichzeitig steigt die finanzielle Belastung für Länder und Kommunen und die Gesundheitsversorgung wird empathielos eingeschränkt“, hieß es weiter. Dzenius meint: „Die Menschen aus der Ukraine wollen hier bei uns arbeiten.“ Statt eine Arbeitsaufnahme ab dem ersten Tag mit der Verlagerung ins Asylbewerberleistungsgesetz zu verbieten, müsse die Bundesregierung bürokratische Hürden abbauen. Ziel solle sein, Berufsabschlüsse schneller anzuerkennen.

Ukraine-Geflüchtete sollen kein Bürgergeld bekommen – trotzdem kaum Haushaltsentlastungen

Erstmeldung vom 6. August: Berlin – Eigentlich will Schwarz-Rot mit einer neuen Regelung für Ukraine-Geflüchtete Geld sparen. Die Bundesregierung plant, neu ankommenden Geflüchteten aus der Ukraine ab April 2025 nicht mehr Bürgergeld, sondern Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu gewähren. Wie aus einem Referentenentwurf des Bundesarbeits- und Sozialministeriums hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, führt die Maßnahme jedoch kaum zu finanziellen Entlastungen für den Bundeshaushalt.

Dem Entwurf zufolge würden für das Jahr 2026 die Ausgaben für Bürgergeld, Grundsicherung und ähnliche Leistungen zwar um rund 1,32 Milliarden Euro sinken. Gleichzeitig rechnet das Ministerium aber mit Mehrkosten von etwa 1,375 Milliarden Euro für Asylbewerberleistungen. Diese Ausgaben entstehen vor allem bei Ländern und Kommunen, die dafür allerdings vom Bund pauschal entschädigt werden sollen.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Geringere Leistungen für neue Ukraine-Geflüchtete: Asylbewerberleistungen liegen unter Bürgergeld

Die vorgesehene Änderung betrifft ausschließlich Menschen aus der Ukraine, die nach dem 1. April 2025 nach Deutschland kommen oder gekommen sind. Für sie entfällt künftig der Zugang zum Bürgergeld, das derzeit bei 563 Euro für Alleinstehende liegt. Stattdessen sollen sie den niedrigeren Regelsatz nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten – derzeit 441 Euro. Auch die Gesundheitsversorgung fällt unter dieser Regelung deutlich eingeschränkter aus.

Trotz der geringeren Einzelleistungen ergibt sich laut Ministerium unterm Strich kaum eine Ersparnis. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatte bereits im Juli im ZDF darauf hingewiesen, dass es „für den Gesamthaushalt weniger eine Ersparnis“ sei. Die Ausgaben würden lediglich innerhalb des Staatshaushalts verschoben.

Bärbel Bas (SPD) ist Bundesministerin für Arbeit und Soziales.

Laut Reuters hoffte man mit dem Gesetzesentwurf für die Neuregelung, eine Milliarde Euro beim Bürgergeld einzusparen. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) verschickte das Gesetz am Mittwochnachmittag (6. August) zur Abstimmung an die anderen Ministerien. Trotz ihrer Kritik an dem Vorhaben setzte Bas offenbar die Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um.

Sonderregelung bleibt im Kern bestehen: Ukraine-Geflüchtete brauchen keinen Asylantrag

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 kamen offiziellen Angaben nach rund 1,2 Millionen Menschen aus der Ukraine nach Deutschland – zunächst über die sogenannte Massenstromrichtlinie der EU. Diese erlaubt Geflüchteten einen vereinfachten Aufenthalt mit sofortigem Zugang zum Arbeitsmarkt und sozialen Leistungen. Ein Asylantrag ist nicht erforderlich. Daran soll sich auch künftig nichts ändern, lediglich die Sozialleistungen für neue Ankommende sollen reduziert werden.

Aktuell erhalten rund 700 000 Ukrainerinnen und Ukrainer Bürgergeld, darunter etwa 200 000 Kinder. Die Ausgaben hierfür beliefen sich im Jahr 2024 auf rund 6,3 Milliarden Euro. Seit April dieses Jahres wurden rund 21 000 weitere Geflüchtete aus der Ukraine registriert, für die die geplante Neuregelung gelten könnte.

Bürgergeld: Söder fordert Änderung für alle Ukrainer vor dem Stichtag – klare Absage aus Berlin

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuletzt gefordert, auch bereits in Deutschland lebende ukrainische Geflüchtete in das Asylbewerberleistungssystem zu überführen. Bundesarbeitsministerin Bas lehnt dies jedoch ab. Der vorliegende Gesetzesentwurf betrifft ausschließlich Neuzugänge ab dem Stichtag. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, steht nach der Abstimmung mit anderen Bundesministerien noch die Abstimmung in Bundestag und Bundesrat an. (lismah/dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Soeren Stache

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