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Washington Post

El Salvador, Israel und Russland: Trump will Menschenrechtskritik auflockern

Die US-Regierung will Kritik an Ländern mit umfangreichen Missbrauchsfällen drastisch reduzieren. Das zeigen geleakte Entwürfe der lange verzögerten jährlichen Menschenrechtsberichte des Außenministeriums.

Washington, D.C. – Die Entwürfe der Menschenrechtsberichte für El Salvador, Israel und Russland, die The Washington Post einsehen konnte, sind deutlich kürzer als die im letzten Jahr von der Biden-Regierung erstellten. So sind alle Verweise auf LGBTQ+-Personen oder Verbrechen gegen sie gestrichen. Zudem wurden die verbliebenen Beschreibungen von Regierungsmissbräuchen wurden abgemildert.

Präsident Donald Trump empfängt den Präsidenten von El Salvador, Nayib Bukele (links), im April im Oval Office.

Der Entwurf für El Salvador – das auf Drängen der Trump-Regierung zugestimmt hat, aus den USA abgeschobene Migranten zu inhaftieren – beinhaltet, dass es im Land 2024 „keine glaubwürdigen Berichte über bedeutende Menschenrechtsverletzungen“ gab. Der vorherige Bericht des Außenministeriums für El Salvador, der 2023 dokumentierte, identifizierte dort „erhebliche Menschenrechtsprobleme“ – einschließlich von der Regierung gebilligter Tötungen, Folterfälle und „harter und lebensbedrohlicher Haftbedingungen“. Mehrere Venezolaner, die die Trump-Regierung in ein salvadorianisches Gefängnis schickte, berichteten von wiederholten Schlägen.

US-Menschenrechtsberichte beschönigen Lage in Israel, Russland und El Salvador

Die geleakten Entwürfe für El Salvador, Israel und Russland unterstreichen, wie die Trump-Regierung die Rolle der USA in der globalen Menschenrechtsverteidigung radikal überdenkt. Die Dokumente stimmen auch mit internen Richtlinien überein, die Anfang des Jahres von Führungskräften des Außenministeriums verteilt wurden.

Diese rieten den Mitarbeitern, die Berichte auf das von gesetzlichen Richtlinien und von Präsident Donald Trump unterzeichneten Verordnungen geforderte Minimum zu kürzen und Verweise auf Regierungskorruption, geschlechtsspezifische Verbrechen und andere Missbräuche zu entfernen, die die US-Regierung historisch dokumentiert hat.

Zeitlinie: So hat Trump den Zoll-Krieg vom Zaun gebrochen

Am 20. Januar legt Donald Trump den Amtseid ab und wird als US-Präsident vereidigt.
Am 20. Januar legt Donald Trump den Amtseid ab und wird als US-Präsident vereidigt. In seiner Rede spricht er davon, andere Länder mit Zöllen zu belegen, um die US-Bürger zu bereichern. Noch am ersten Tag als Präsident verkündet Trump, die US-Nachbarländer Kanada und Mexiko mit Zöllen in Höhe von 25 Prozent zu belegen. Diese sollen ab dem 1. Februar in Kraft treten. © IMAGO/CNP/AdMedia
ines der ersten Länder, das am eigenen Leib erfahren musste, dass Trump nicht nur leere Drohungen ausspricht, war Kolumbien.
Eines der ersten Länder, das am eigenen Leib erfahren musste, dass Trump nicht nur leere Drohungen ausspricht, war Kolumbien. Am 26. Januar schickte Trump zwei US-Militärflugzeuge mit Migranten in das Land und forderte von Präsident Gustavo Petro, diese wieder aufzunehmen. Petro widersetzte sich zunächst, da die Passagiere seiner Ansicht nach nicht würdevoll behandelt worden seien. Daraufhin kündigte Trump Zölle in Höhe von 25 Prozent gegen Kolumbien an. Auch Petro drohte mit Gegenzöllen auf US-Importe – ruderte später jedoch zurück und erlaubte die Landung der Maschinen. © IMAGO/Sebastian Barros
US Trump Tariffs
Schon früh nahm Trump die beiden Nachbarländer Kanada und Mexiko, sowie China ins Visier. Am 1. Februar kündigte er offiziell Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus beiden Ländern an, in China sind es erstmal nur 10 Prozent. Ziel sei es, den Handel mit dem Opioid Fentanyl sowie die illegale Einwanderung in die USA einzudämmen – Probleme, die Trump zufolge von den Nachbarn zu sehr vernachlässigt würden. Kanadische Energieexporte sollten dabei lediglich mit zehn Prozent besteuert werden. Nur zwei Tage später, am 3. Februar, verschob Trump die geplanten Maßnahmen für Kanada und Mexiko jedoch um einen Monat. Die Zölle auf China bleiben in Kraft. © IMAGO/Stringer
2025 Liberal Leadership Election Results Announcement In Ottawa
Nach dem Aufschub im Februar setzt Trump die 25-prozentigen Zölle gegen Kanada schließlich am 4. März in Kraft. Kanada reagiert zunächst unter Premierminister Justin Trudeau mit Gegenzöllen in gleicher Höhe auf US-Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar – darunter Produkte wie Orangensaft und Kaffee. Zudem bereitet Kanada weitere Zölle auf US-Exporte wie Autos und Stahl im Wert von rund 90 Milliarden Dollar vor. Trump reagiert erneut: Am 5. März werden die Zölle auf kanadische Autoimporte ausgesetzt, am 6. März folgen weitere Sektoren. Kanada zeigt sich daraufhin vorerst zurückhaltend. Am 10. März übernimmt Mark Carney das Amt des Premierministers und kündigt an, sich Trumps Handelspolitik entschieden entgegenzustellen. Nach einem weiteren Schlagabtausch – Kanada droht mit einem Stromlieferstopp, Trump kontert mit der Verdopplung der Zölle – beruhigt sich die Lage vorübergehend. Doch am 9. April führt Kanada schließlich Gegenzölle in Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte ein, sofern diese nicht den USMCA-Richtlinien entsprechen. © IMAGO/Artur Widak
Auch Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum nimmt die US-Zölle nicht einfach hin.
Auch Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum nimmt die US-Zölle nicht einfach hin. Nach Trumps Ankündigung, ab Februar Strafzölle gegen Mexiko zu erheben, reagiert ihre Regierung mit der Androhung von Gegenzöllen. Noch bevor konkrete Maßnahmen folgen können, setzt Trump – wie bereits im Fall Kanadas – die Zölle zunächst aus. Später werden sie nur selektiv in wenigen Sektoren umgesetzt. © IMAGO/Gerardo Vieyra
Die 10-prozentigen Zölle auf China sind nur der Anfang eines eskalierenden Handelsstreits zwischen China und den USA.
Die 10-prozentigen Zölle auf China sind nur der Anfang eines eskalierenden Handelsstreits zwischen den beiden Ländern. Nachdem die Zölle am 4. Februar in Kraft treten, reagiert China mit ersten Gegenmaßnahmen. Das Land leitet eine Kartelluntersuchung gegen Google ein und erhebt 15-prozentige Zölle auf Kohle und Flüssigerdgasprodukte sowie 10 Prozent auf Rohöl und Maschinen. Anfang März erhöht Trump die US-Zölle auf chinesische Einfuhren auf 20 Prozent. Daraufhin kündigt China 15-prozentige Zölle auf US-Agrarprodukte wie Hühnerfleisch, Weizen und Baumwolle an. Etwas reduzierte Zölle von zehn Prozent gelten für Produkte wie Schweinefleisch, Hirse und Sojabohnen. © Mikhail Klimentyev/Kremlin Pool via www.imago-images.de
Am 26. März folgt schließlich die Ankündigung von Zöllen auf Autoimporte in die USA: Fertigfahrzeuge sollen ab dem 3. April mit 25 Prozent besteuert werden, Autoteile ab dem 3. Mai.
Doch nicht nur einzelne Länder trifft Trump mit seinen Zöllen. Am 10. Februar kündigt er erstmals an, Zölle auf Aluminium und Stahl zu erheben – die am 12. März global in Kraft traten. Weitere Durchführungsverordnungen des Republikaners befassen sich mit möglichen Importzöllen auf Kupfer und Holz, da diese für Verteidigung, Infrastruktur und Technologie als essenziell gelten und somit die nationale Sicherheit betreffen. Konkrete Maßnahmen dazu stehen noch aus. Am 26. März folgt schließlich die Ankündigung von Zöllen auf Autoimporte in die USA: Fertigfahrzeuge sollen ab dem 3. April mit 25 Prozent besteuert werden, Autoteile ab dem 3. Mai. © IMAGO/Dwi Anoraganingrum
Mit der Zollerhebung auf importierten Stahl und Aluminium wird auch die Europäische Union aktiv.
Mit der Zollerhebung auf importierten Stahl und Aluminium wird auch die Europäische Union aktiv. Am 12. März kündigt die EU Vergeltungsmaßnahmen auf US-Waren im Wert von rund 26 Milliarden Euro an, die gestaffelt in Kraft treten sollen – darunter Textilien, Agrarprodukte, Motorräder sowie ebenfalls Stahl und Aluminium. Trump reagiert empört und droht mit Strafzöllen von 200 Prozent auf europäischen Wein, Champagner und Spirituosen, sollte die EU an einem 50-prozentigen Zoll auf amerikanischen Whiskey festhalten. Die EU verschiebt ihre Maßnahmen daraufhin zunächst auf Mitte April. © IMAGO/Bert Van Den Broucke
Am 24. März gerät auch Venezuela ins Visier von Trump.
Am 24. März gerät auch Venezuela ins Visier von Trump. Er verkündet, ab dem 2. April alle Länder mit einem 25-prozentigen Zoll zu bestrafen, die Öl oder Gas aus Venezuela kaufen. Er begründet diese Entscheidung damit, dass das Land Kriminelle in die USA schicke und sich feindselig gegenüber den USA verhalte. Den gleichen Zoll werde er auch über Venezuela selbst verhängen, verkündete er. © IMAGO/Markus Matzel
Trump Annouinces New Tariffs at a Make America Wealthy Again Event
Nachdem Trump Konzepte für reziproke bzw. „gegenseitige“ Zölle mit seinem Amtseintritt in Auftrag gibt, wird er am 13. Februar zum ersten Mal konkreter. Er warnt davor, bald US-Zölle zu erheben, die „aus Gründen der Fairness“ auf das Niveau der Einfuhrzölle anderer Länder angepasst werden. Konkret wird Trump am 2. April, den von ihm deklarierten „Tag der Befreiung“.  © IMAGO/CNP/AdMedia
Trump nennt die genauen Details seiner „gegenseitigen“ Zölle
Am 2. April ist es dann tatsächlich so weit, und Trump nennt die genauen Details seiner „gegenseitigen“ Zölle. Zunächst erfolgt am 5. April ein allgemeiner Importzoll auf alle Waren von 10 Prozent, und am 9. April treten dann die länderspezifischen Gegenzölle in Kraft. Für China bedeutet das nochmals 34 Prozent, und die EU trifft es mit 20 Prozent. Außerdem spricht sich Trump dafür aus, Waren aus Kanada und Mexiko, die dem USMCA-Handelsabkommen entsprechen, zollfrei zu halten. Alle anderen Importzölle sollen auf 12 Prozent sinken, sollten die beiden Nachbarländer Trumps Forderungen nachkommen. Am Ende werden die zehnprozentigen Zölle umgesetzt, doch die reziproken Zölle werden kurz nach Mitternacht am 9. April um 90 Tage ausgesetzt. Ausgeblieben von der Regelung bleibt ein Land: China. © IMAGO/Stringer
Hauptsächlich beladen mit Containern aus China fährt ein Containerschiff elbaufwärts in den Hamburger Hafen.
Die 10-prozentigen Zölle auf China sind erst der Anfang eines eskalierenden Handelstreits zwischen den beiden Ländern. Nach dem die Zölle gegen CHina am 4. Februar in Kraft treten, verhängt CHina erste Gegenmaßnahmen. Das Land zettelt eine Karteluntersuchung gegen Google and, erhebt 15-prozentige Zölle auf Kohle und Flüssigerdgasprdoukte, sowie 10 Prozent auf Rohöl und Maschinen. Anfang März erhöht Trump den US-Zoll auf chinesische Einfuhren auf 20 Prozent. Daraufhin kündigt China 15 Prozent auf US_Agrarprodukte an, darunter Hühnergleisch, Weizen und Baumwolle. Etwas reduziertere Zölle von zehn Prozent givt es auf Produkte wie Schweinefleisch Hirse der Sojabohnen.  © Imago/Winfried Rothermel
Apple produziert seine IPhones hauptsächlich in China. Sie sind von dem Zoll ausgenommen.
Im Zollstreit mit China rudert Trump wieder etwas zurück. Am 13. April verkündete er, dass rückwirkend zum 5. April alle Smartphones, Computer und andere Elektronikprodukte aus China von den Zöllen befreit seien. Auch die 10-prozentigen Basiszölle seien davon ausgenommen. Kurz darauf korrigierte er seine Aussage auf der Social-Media-Plattform Truth Social teilweise. Es handle sich dabei gar nicht um eine „Ausnahme“, sondern die Produkte würden in einem anderen „Zolleimer“ landen. Sie unterlägen zudem den 20-prozentigen Anfangszöllen. Weiterhin wolle Trump im Laufe der neuen Woche, ab dem 14. April, die Höhe der Zölle für importierte Halbleiter bekannt geben. © IMAGO/CFOTO
Vehicles Export in Nanjing Port
Weitere Ausnahmen macht Trump bei importierten Autoteilen aus China: Sie sollen den allgemeinen Autozöllen unterliegen, die Anfang Mai in Kraft treten, jedoch nicht von den hohen allgemeinen China-Zöllen betroffen sein. Zu weiteren Kompromissen gegenüber China zeigt sich Trump momentan nicht bereit. In einer Pressekonferenz an Bord der Air Force One erklärte Trump, er werde die hohen Zölle nicht fallen lassen, „es sei denn, sie geben uns etwas [...], das substanziell ist.“ Zudem ergänzte er: „Es wird alles klappen. Diese Dinge funktionieren immer.“ © IMAGO/CFOTO
U.S.-China trade talks
Nach den eskalierenden Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China haben sich beide Länder bei Verhandlungen in Genf auf eine 90-tägige Zollpause geeinigt. Sowohl die USA als auch China senken ihre Zölle um 115 Prozentpunkte und erheben in diesem Zeitraum nur noch 30 bzw. 10 Prozent auf die Einfuhr von Waren. Spezielle Sonderzölle sind von der Pause ausgenommen. Weitere Verhandlungen finden in der Zwischenzeit statt, wie das Handelsministerium in Peking mitteilt. Hier im Bild: US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) und US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer bei der Pressekonferenz in Genf am 12. Mai. © IMAGO/ Kyodo News
Kananaskis, Alberta, Kanada, 16.06.2025: Mountain Lodge: G7-Gipfel 2025: US-Präsident Donald Trump und der deutsche Bund
Ende Mai kündigte Trump erneut Zölle gegen die EU an. Er drohte mit einem Zollsatz von 50 Prozent, der ab dem 1. Juni gelten sollte. Als Grund nannte er das Handelsdefizit. „Unsere Gespräche mit ihnen führen zu nichts“, sagte er im Zusammenhang mit den Verhandlungen. Wenige Tage nach der Ankündigung gewährte Trump auf Bitte der EU jedoch eine Verschiebung auf den 9. Juli, um mehr Zeit für Verhandlungen zu schaffen. CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte in diesem Zusammenhang das Vorgehen der EU und bezeichnete es am Tag der Industrie in Berlin am Montag, 23. Juni, als „viel zu kompliziert“. Er forderte, die Verhandlungen auf vier bis fünf große Branchen zu konzentrieren, darunter die Automobilindustrie, Chemie, Pharma und Maschinenbau. Hier im Bild: Donald Trump und Friedrich Merz beim G7-Treffen in Kanada Mitte Juni.  © IMAGO/Bergmann, Guido/BPA/dts Nachrichtenagentur
NATO Summit In The Hague
Am 29. Mai entschied das Gericht für internationalen Handel, dass Trumps Zölle nicht rechtswidrig sind. Denn laut dem Richter darf Trump sich nicht auf das Notstandsgesetz berufen. Eine mehrtägige Frist wurde verhängt, um die Zölle auszusetzen. Daraufhin legte die amerikanische Regierung jedoch Berufung ein, wodurch das Urteil vorerst ausgesetzt wurde. Das Berufungsgericht will den Fall nun eingehender prüfen. Am Ende steht der Supreme Court, der überwiegend mit Republikanern besetzt ist. Weitere Verfahren laufen derzeit vor dem Bezirksgericht in Washington und im Bundesstaat Kalifornien. Ein kurzfristiges Urteil ist vorerst jedoch nicht zu erwarten. © IMAGO/Jakub Porzycki
Waschmaschine, Kuehlschrank Copyright: xZoonar.com/LutzxWallrothx 829120
Die US-Regierung unter Trump erhöhte ab dem 4. Juni die Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium von zuvor 25 Prozent auf 50 Prozent, um die heimische Industrie weiter zu schützen. Außerdem wurden ab dem 23. Juni die Zölle auf bestimmte Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Gefrierschränke, Geschirrspüler und Herde ausgeweitet, da diese oft stahlhaltige Komponenten enthalten. Von den erhöhten Zöllen sind britische Waren ausgenommen. © IMAGO/Zoonar.com/Lutz Wallroth
Brazil BRICS Summit
Als Reaktion auf ein Treffen der BRICS-Staaten in Rio de Janeiro verkündete Trump, jedes Land mit zusätzlichen Zöllen von 10 Prozent zu belegen, das erwäge, dem Verbund beizutreten. Diese Warnung veröffentlichte er am Sonntag, dem 6. Juli, in einem Beitrag auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social – kurz nachdem die Staatengruppe in einer Erklärung betont hatte, dass Trumps Zölle eine Bedrohung für den Welthandel darstellten. Hier im Bild: Russlands Außenminister Sergej Lawrow beim Treffen in Brasilien. © IMAGO/Kirill Zykov
U.S.-WASHINGTON, D.C.-WHITE HOUSE-PRESS BRIEFING-TARIFFS
Trumps aufgeschobene, sogenannte gegenseitige Zölle sollten eigentlich am 9. Juli in Kraft treten. Doch kurz vor Ablauf der Frist verkündete die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt (im Bild: mit Trumps Brief an Südkorea), eine erneute Verschiebung – nun auf den 1. August. Als Begründung nannte sie den Wunsch, zusätzlichen Raum für Verhandlungen zu schaffen. Eine wichtige Ausnahme bildet die Volksrepublik China: Trump bezieht das Land nicht in den Fristaufschub ein, doch beide Seiten hatten sich zuvor in Gesprächen auf ein Handelsabkommen verständigt. Gleichzeitig setzt Trump ein deutliches Signal an andere Staaten: Er verschickt insgesamt 14 Briefe an verschiedene Länder, in denen neue Zollsätze angekündigt werden – mit Wirkung zum 1. August. Die ersten beiden Schreiben gehen an Japan und Südkorea. Laut den Briefen soll für beide Länder ein Zollsatz von 25 Prozent gelten. Die Maßnahmen sind nicht sektorspezifisch und gelten daher unabhängig von bestehenden Zöllen etwa auf Stahl oder Aluminium. In dem Schreiben warnt Trump zudem vor möglichen Gegenreaktionen: Sollten betroffene Länder mit eigenen Maßnahmen antworten, behalte sich die US-Regierung vor, die Zölle weiter zu erhöhen. © IMAGO/Hu Yousong
Japan PM comments on trade deal with U.S.
Im Zuge der Handelsstreitigkeiten mit den USA einigen sich US-Präsident Trump und der japanische Premierminister Shigeru Ishiba auf ein Handelsabkommen. Das am 23. Juli verkündete Abkommen soll die Zolllast für Japan verringern, die in einem zuvor versandten Brief von Trump noch bei 25 Prozent liegen sollte. Nun haben sich beide Seiten auf einen Zollsatz von 15 Prozent geeinigt. Im Gegenzug verspricht Japan, verstärkt in die USA zu investieren. Laut japanischen Medienberichten soll die 50-prozentige Abgabe auf Stahl- und Aluminiumgüter jedoch unverändert bleiben. Trump selbst bezeichnete das Abkommen als das „vielleicht größte, das jemals geschlossen wurde“. © IMAGO
Ursula von der Leyen für Handelsgespräche mit den USA offen
Nachdem Trump bereits Anfang Juli 14 Briefe an verschiedene Länder verschickt hatte, in denen er sie über geplante Zollerhöhungen informierte, folgte Mitte des Monats ein weiterer Brief an die EU. Demnach drohen Zölle in Höhe von 30 Prozent, die ab dem 1. August in Kraft treten sollen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reagierte umgehend und warnte vor den wirtschaftlichen Folgen solcher Maßnahmen. Die EU zeigt sich laut Diplomaten in einem Bericht der Financial Times weiterhin verhandlungsbereit und wäre demnach bereit, einem Zollsatz von 15 Prozent zuzustimmen. Auch Abgaben auf bestimmte Produkte, etwa medizinische Geräte oder Flugzeuge, könnten entfallen. Eine endgültige Einigung steht jedoch noch aus. Von der Leyen warnte zudem, dass bei einem Scheitern der Gespräche Gegenmaßnahmen folgen könnten. © IMAGO/Matrix Images

Das US-Außenministerium lehnte es ab, Fragen zu den geleakten Dokumenten zu beantworten

„Der Menschenrechtsbericht 2024 wurde umstrukturiert, um Redundanzen zu beseitigen, die Lesbarkeit zu erhöhen und besser auf das gesetzliche Mandat zu reagieren, das dem Bericht zugrunde liegt“, sagte ein hochrangiger Beamter des Außenministeriums am Mittwoch unter der Bedingung der Anonymität: „Der Menschenrechtsbericht konzentriert sich auf Kernthemen.“

Dieser Beamte sagte, die Trump-Regierung werde einige Themen neu fokussieren, einschließlich des Rückschritts bei der Meinungsfreiheit in einigen mit den USA verbündeten Ländern. Gleichzeitig sieht sich die Regierung selbst Kritik in Bezug auf die Meinungsfreiheit ausgesetzt, da sie versucht, Ausländer abzuschieben, die in den USA studieren und Israels Vorgehen in Gaza kritisiert haben.

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Ungewöhnliche Verzögerung bei US-Menschenrechtsberichten nach Trump-Antritt

US-Diplomaten erstellen seit fast 50 Jahren die jährlichen Menschenrechtsberichte des Außenministeriums. Ihre Ergebnisse gelten als die gründlichsten und umfassendsten ihrer Art und werden routinemäßig von Gerichten inner- und außerhalb der USA herangezogen. Die Menschenrechtsberichte müssen laut Kongressmandat bis Ende Februar an die Gesetzgeber geschickt werden. Die Veröffentlichung erfolgt typischerweise im März oder April.

Das Außenministerium hat die diesjährigen Berichte, die Aktivitäten und Beobachtungen aus dem Jahr 2024 abdecken, noch nicht offiziell veröffentlicht. Aktuelle und ehemalige US-Beamte sagen, dass die meisten der diesjährigen Berichte fast fertig waren, als die Biden-Regierung im Januar abtrat.

Derzeit sind die Entwürfe für El Salvador und Russland schon als „finalisiert“ gekennzeichnet, während der Entwurf für Israel mit „Qualitätskontrolle“ markiert ist. Alle wurden in den letzten Tagen bearbeitet, wie bei einem Blick auf die Dokumente ersichtlich ist. Es ist unklar, ob die schließlich an den Kongress übermittelten und der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Berichte den derzeiten Bearbeitungsstand entsprechen werden.

Neue interne Richtlinien für die Erstellung der US-Menschenrechtsberichte

Die internen Richtlinien, die Anfang des Jahres von Führungskräften des Außenministeriums verteilt wurden, wiesen die für die Erstellung der Berichte zuständigen Diplomaten an, Verweise auf zahlreiche potenzielle Menschenrechtsverletzungen zu entfernen. Dazu gehören Regierungen, die Menschen in Länder abgeschoben haben, wo sie Folter ausgesetzt sein könnten, Verbrechen mit Gewalt gegen LGBTQ+-Personen und Regierungskorruption.

Die internen Richtlinien wurden von Samuel Samson verfasst, einem politischen Berater der Trump-Regierung im Außenministerium. Samson, anfangs im Regierungsviertel in Washington D.C. wenig bekannt, erregte Aufmerksamkeit, nachdem er im Mai einen Artikel für den Substack der Behörde geschrieben hatte. Darin kritisierte er Europa für das, was er als den Abstieg des Kontinents in „einen Nährboden für digitale Zensur, Massenmigration, Einschränkungen der Religionsfreiheit und zahlreiche andere Angriffe auf die demokratische Selbstverwaltung“ bezeichnete.

Samson ist nun auch derjenige, der mit der Überprüfung der Länderberichte für El Salvador, Israel und Russland beauftragt wurde. Während alle drei Berichte weiterhin Menschenrechtsverletzungen in diesen Ländern beschreiben, wurden sie im Vergleich zum Vorjahr erheblich gekürzt. Zudem weisen alle signifikante Änderungen in der Sprache auf, die zur Beschreibung mutmaßlicher Missbräuche verwendet wird. Der für Israel vorbereitete Entwurf ist beispielsweise 25 Seiten lang; der Bericht des letzten Jahres umfasste mehr als 100 Seiten.

Ein Vergleich der Dokumente zu El Salvador zeigt, dass die Trump-Regierung die Geschichte der Gefängnisgewalt des Landes herunterspielt. Sie betont, dass es insgesamt einen Rückgang gab, und erklärt, dass angebliche Todesfälle von der Regierung überprüft werden.

Trump hat in der Vergangenheit seine Zuneigung für El Salvadors Präsidenten Nayib Bukele zum Ausdruck gebracht und empfing ihn dieses Jahr im Oval Office, nachdem die Regierung eine Vereinbarung zur Abschiebung von Menschen in das berüchtigte CECOT-Megagefängnis des Landes getroffen hatte. Auf eine entsprechende Bitte zur Stellungnahme reagiert die salvadorianische Botschaft in Washington bislang noch nicht.

Drastische Kürzungen im US-Menschrechtsbericht über Isreal

Die Prüfung von Korruption und richterlicher Unabhängigkeit wird im Entwurfsbericht für Israel ebenfalls deutlich reduziert. Der von der Biden-Regierung erstellte Bericht für 2023 behandelt den Korruptionsprozess gegen Premierminister Benjamin Netanyahu, einen weiteren internationalen Verbündeten Trumps, und Bemühungen zur Justizreform, die laut Kritikern die Unabhängigkeit der Justiz des Landes bedrohen. Der Entwurfsbericht der Trump-Regierung für Israel erwähnt weder Korruption noch Bedrohungen für die Unabhängigkeit der israelischen Justiz.

Frühere Menschenrechtsberichte erwähnten auch die israelische Überwachung von Palästinensern und Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit, einschließlich einer Feststellung von Amnesty International über Israels Verwendung eines „experimentellen Gesichtserkennungssystems zur Verfolgung von Palästinensern und Durchsetzung von Bewegungseinschränkungen“. Dieses Thema wird im aktuellen Entwurfsbericht ebenfalls nicht behandelt. Auch die israelische Botschaft reagiert bislang noch nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Präsident Donald Trump empfängt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im April im Weißen Haus.

Die von The Washington Post untersuchten Entwurfsberichte enthalten keine Hinweise auf geschlechtsspezifische Gewalt oder Gewalt gegen LGBTQ+-Personen. Keifer Buckingham, der bis Januar an diesen Themen im Außenministerium arbeitete, bezeichnete dies im Fall Russlands als „auffällige Auslassung“, wo der Oberste Gerichtshof des Landes LGBTQ+-Organisationen verboten und sie als „extremistisch“ eingestuft hatte, mit Razzien und Verhaftungen im letzten Jahr. Auch die russische Botschaft wurde um eine Stellungnahme gebeten und reagierte nicht.

Buckingham kritisierte Außenminister Marco Rubio, der als US-Senator viele Jahre lang ein lautstarker Verteidiger der Menschenrechte war. „Minister Rubio hat wiederholt behauptet, dass sein Außenministerium die Menschenrechte nicht aufgegeben hat, aber es ist durch diese und andere Aktionen klar, dass diese Regierung sich nur um die Menschenrechte einiger Menschen (...) in einigen Ländern kümmert, wenn es ihnen gelegen kommt“, sagte Buckingham, der mittlerweile als Geschäftsführer beim Council for Global Equality arbeitet.

US-Außenminister Rubio lobte US-Menschenrechtsbericht in der Vergangenheit noch

Während seiner Zeit im Ausschuss für auswärtige Beziehungen des Senats lobte Rubio die jährlichen Menschenrechtsberichte des Außenministeriums. 2012 sagte er, dass „die Welt [seit zwei Jahrhunderten] ein besserer Ort war, weil Amerika sich bemüht hat, diese grundlegenden Menschenrechte sowohl zu Hause als auch im Ausland zu verteidigen“.

„Der jährliche Menschenrechtsbericht des Außenministeriums beleuchtet das Versagen ausländischer Regierungen, die Grundrechte ihrer Bürger zu respektieren“, sagte er damals in einer Erklärung und fügte hinzu, dass es wichtig sei, dass die Welt wisse, dass „die Vereinigten Staaten an der Seite freiheitssuchender Menschen auf der ganzen Welt stehen und Verletzungen ihrer Rechte nicht tolerieren werden“.

US-Beamte haben wiederholt auf eine Rede verwiesen, die Trump während eines Besuchs im Nahen Osten im Mai hielt, als Beispiel für die neue Art und Weise, wie Washington mit der Welt in Beziehung tritt, mit einem Schwerpunkt auf Souveränität statt auf universellen Rechten.

Bei seiner Rede in Riad, Saudi-Arabien, kritisierte Trump „westliche Interventionisten (...) die Ihnen Vorträge darüber halten, wie Sie leben oder Ihre eigenen Angelegenheiten regeln sollen“. Diese Verschiebung der US-Rolle bei der Förderung der Menschenrechte fiel mit einer Änderung der US-Förderung der Demokratie zusammen. In einem im Juli versandten Kabel wies Rubio Diplomaten an, sich nicht mehr öffentlich zu Wahlen in anderen Ländern zu äußern, einschließlich einer Einschätzung, ob die Wahl „frei und fair“ war, es sei denn, es besteht ein „klares und zwingendes außenpolitisches Interesse der USA, dies zu tun“.

Der Schritt war eine Abkehr von der langjährigen US-Praxis – selbst unter Rubio. Der Minister hat noch in diesem Jahr persönlich Trinidad und Tobago sowie Ecuador zur Durchführung „freier und fairer“ Wahlen beglückwünscht.

Trump-Regierung geht auf Konfrontationskurs mit Brasilien

Letzten Monat verschärfte die Trump-Regierung die Sanktionen gegen den brasilianischen Obersten Bundesrichter Alexandre de Moraes und verstärkte damit einen Streit mit der brasilianischen Regierung wegen der Strafverfolgung des ehemaligen Präsidenten und Trump-Verbündeten Jair Bolsonaro. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft Bolsanaro einen gewaltsamen Putschversuch im Jahr 2022 vor.

Bei der Ankündigung dieser Sanktionen berief sich das US-Finanzministerium auf den „Magnitsky Act“, ein Gesetz, das der amerikanischen Regierung erlaubt, Strafen gegen ausländische Staatsangehörige zu verhängen, die der Korruption und Menschenrechtsverletzungen beschuldigt werden.

In einer Erklärung sagte Rubio, dass Moraes „schwere Menschenrechtsverletzungen begangen hat, einschließlich willkürlicher Inhaftierung mit eklatanter Verweigerung fairer Prozessgarantien und Verletzungen der Meinungsfreiheit“. Moraes hat erklärt, dass das Gericht ausländischem Druck nicht nachgeben werde, lockerte aber am Mittwoch einige Hausarrestbeschränkungen für Bolsonaro.

Zu den Autoren

Adam Taylor schreibt für die Washington Post über nationale Sicherheit und Außenpolitik.

Hannah Natanson ist Reporterin bei der Washington Post und berichtet über Trumps Umgestaltung der Regierung und deren Auswirkungen. Sie ist über Signal unter der Nummer 202-580-5477 sicher erreichbar.

John Hudson ist Reporter bei der Washington Post und berichtet über das Außenministerium und nationale Sicherheit. Er war Teil des Teams, das für die Berichterstattung über den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi für den Pulitzer-Preis für öffentlichen Dienst nominiert war. Er hat aus Dutzenden Ländern berichtet, darunter Ukraine, China, Afghanistan, Indien und Weißrussland.

Wir testen zurzeit maschinelle Übersetzungen. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen automatisiert ins Deutsche übersetzt.

Dieser Artikel war zuerst am 7. August 2025 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

Rubriklistenbild: © Demetrius Freeman/The Washington Post

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