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News im Ticker

Iran aktuell: Trump unzufrieden mit Teheran-Vorschlag –Rubio nennt Hormus-Blockade „wirtschaftliche Atomwaffe“

Aktuelle News zum Iran im Ticker: Donald Trump ist mit einem Vorschlag aus Teheran unzufrieden. Außenminister Rubio wählt drastische Worte.

Dieser News-Ticker ist beendet. Die weiteren Entwicklungen in unserem neuen News-Ticker zum Iran-Krieg.

Update, 7:03 Uhr: US-Außenminister Marco Rubio hat Irans Blockade der Straße von Hormus mit einer „wirtschaftlichen Atomwaffe“ verglichen. Iran versuche, die Region zu dominieren, sagte Rubio in einem Interview des TV-Senders Fox News. Er führte die Blockade der Meerenge als Beleg dafür an, dass die Machthaber in Teheran keine Nuklearwaffen besitzen dürften. „Die Straße von Hormus ist im Grunde eine wirtschaftliche Atomwaffe, die sie versuchen, gegen die Welt einzusetzen – und sie geben damit an“, sagte er.

Update, 28. April, 6:17 Uhr: US-Präsident Donald Trump sieht Teherans jüngsten Vorschlag für ein Ende des Iran-Kriegs übereinstimmenden Medienberichten zufolge skeptisch. Er habe den Vorschlag zwar nicht direkt abgelehnt, aber er hege Zweifel an der Aufrichtigkeit der iranischen Führung, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die New York Times berichtete ebenfalls, Trump sei mit dem Vorschlag nicht zufrieden. 

US-Präsident Donald Trump ist mit Teherans jüngstem Vorschlag für ein Ende des Iran-Kriegs nicht zufrieden.

Der Entwurf sieht Medienberichten zufolge eine Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende des Kriegs vor – über das umstrittene iranische Atomprogramm soll dann erst im Anschluss verhandelt werden. 

Update, 20.57 Uhr: US-Vizepräsident J.D. Vance soll Angaben des Verteidigungsministeriums infrage gestellt haben. Laut eines Berichts des Atlantic habe Vance in nicht öffentlichen Sitzungen Zweifel an der Darstellung des Pentagons geäußert, dass es keinen drastischen Rückgang der US-Raketenbestände gebe. Zwei Vance-Berater sagten dem US-Medium, dass der Vizeminister seine Besorgnis über knappe Lagerbestände auch in direkten Gesprächen mit Donald Trump geäußert hätte.

Allerdings habe er seine Bedenken als seine eigenen geäußert und weder Kriegsminister Pete Hegseth noch General Dan Caine der Irreführung bezichtigt. Für die USA wären zu niedrige Raketenbestände ein verheerendes Sicherheitsrisiko.

Update, 20:30 Uhr: Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hat im Zuge des Iran-Kriegs die Lage von rund 20.000 Seeleuten im Persischen Golf als humanitären Notstand bezeichnet. IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez sprach nach einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats von einem „Albtraum“ für die Betroffenen. Dominguez stellte klar: „Schifffahrt und Seeleute dürfen niemals als Druckmittel in geopolitischen Konflikten eingesetzt werden.“ Er wies darauf hin, dass sowohl Iran als auch die USA das IMO-Übereinkommen zur Sicherheit des menschlichen Lebens auf See unterzeichnet haben – und damit an dessen Regeln gebunden seien.

Update, 18:04 Uhr: Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat angekündigt, mit iranischen Behörden über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu sprechen. Macron erklärte gegenüber Journalisten, eine internationale Koalition sei gegründet worden, um Sicherheit zu gewährleisten und die Straße von Hormus zu stabilisieren: „Ich hoffe, dass wir in den kommenden Tagen die Beteiligten überzeugen können.“

Update, 17:14 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat gegenüber seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi die Bereitschaft Moskaus signalisiert, als Vermittler im Iran-Krieg aufzutreten. Araghchi überbrachte Russlands Präsidenten Wladimir Putin dabei eine Botschaft des iranischen Obersten Führers, Ayatollah Mojtaba Chamenei – ein Schritt, den Beobachter als hochbedeutsam einschätzen.

Update, 15:52 Uhr: Der Waffenstillstand zwischen der vom Iran unterstützten Terrormiliz Hisbollah und Israel wird auf eine Probe gestellt. Die israelische Armee hat erneut Ziele im Libanon angegriffen. Laut IDF richten sich die Luftangriffe gegen „Hisbollah-Infrastruktur“ im Bekaa-Tal sowie in weiteren Regionen des Südlibanons.

Update, 14:38 Uhr: Die Hisbollah droht mit einer drastischen Eskalation: Ein namentlich nicht genannter militärischer Führer der Miliz kündigte gegenüber Al Jazeera an, man werde „zu Taktiken aus den 1980er Jahren zurückkehren“ – und damit Selbstmordkommandos gegen israelische Kräfte im Südlibanon einsetzen. „Große Gruppen von Selbstmordattentätern werden gemäß vorab ausgearbeiteten Plänen im besetzten Gebiet eingesetzt“, sagte die Quelle. Ziel der Angriffe seien israelische Offiziere und Soldaten in den besetzten libanesischen Dörfern.

Iran aktuell: EU-Kommissionspräsidentin zieht klare Linie

Update, 13:45 Uhr: Klare Absage aus Brüssel: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen lehnt jede Lockerung der Iran-Sanktionen ab, solange das Regime seine eigene Bevölkerung unterdrückt. „Eine Aufhebung von Sanktionen wäre verfrüht“, sagte von der Leyen beim Auftakt der Unionsfraktions-Klausur in Berlin. Sie verwies auf erschreckende Zahlen: Allein in diesem Jahr seien bereits 17.000 junge Menschen von der iranischen Führung getötet worden. Die Sanktionen seien eine direkte Antwort auf die Verletzung von Menschenrechten – vor allem von Frauenrechten. Erst bei einer „grundlegenden Veränderung“ des Regimeverhaltens könne über eine Lockerung nachgedacht werden.

Update, 12:55 Uhr: Im Atomstreit zwischen den USA und dem Iran zeichnet sich laut der Expertin Emma Shortis vom Australia Institute derzeit kein Ausweg ab. Trumps abrupte Absage der Pakistan-Reise seiner Unterhändler am Wochenende habe die Lage weiter verschärft. Wie es weitergehe, sei „unglaublich schwer vorherzusagen, angesichts der Volatilität dieser Situation und der Art der Führungspersönlichkeiten, mit denen wir es zu tun haben“, sagte Shortis Al Jazeera. Zwar habe Trump einen neuen Plan ins Gespräch gebracht und signalisiere eine gewisse Flexibilität beim Thema Urananreicherung – doch bleibe die Lage nach Einschätzung der Expertin höchst unberechenbar.

Abbas Araghtschi (rechts) trifft sich in Sankt Petersburg mit Kreml-Chef Wladimir Putin.

Iran aktuell: Wie geht es mit der Straße von Hormus weiter?

Update, 11:45 Uhr: Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat sich in Russland auch zur Blockade der Straße von Hormus geäußert. Die sichere Durchfahrt durch die Meerenge sei ein „wichtiges globales Thema“, sagte er nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist die für die weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Seestraße durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die USA blockieren ihrerseits iranische Häfen und lassen dort keine Schiffe ein- und auslaufen.

Aktuelle Lage im Iran: Teheran macht USA für Scheitern der Verhandlungen verantwortlich

Update, 10:45 Uhr: Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat die USA für das Scheitern der Friedensgespräche in Pakistan verantwortlich gemacht. „Die Vorgehensweise der USA hat dazu geführt, dass die letzte Verhandlungsrunde trotz einiger Fortschritte ihre Ziele aufgrund überzogener Forderungen nicht erreicht hat“, sagte Araghtschi nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens nach seiner Ankunft in Sankt Petersburg.

Iran aktuell: Festgefahrene Gespräche hinterlassen tiefe Spuren in der Bevölkerung

Erstmeldung: Die festgefahrenen Gespräche zwischen den USA und dem Iran über ein Ende des Iran-Krieges hinterlassen tiefe Spuren in der iranischen Bevölkerung. Ein Bewohner Teherans äußerte: „Die Lage hier ist wirklich sehr, sehr kritisch.“ Er fügte hinzu: „Entweder gibt es wieder Krieg, oder es gibt keinen Krieg und das Regime bleibt. Oder am allerschlimmsten: Krieg und Regime bleiben trotz allem.“ Aus Angst vor möglichen Repressalien der Sicherheitskräfte der Islamischen Republik wollte er anonym bleiben. Seine Aussagen spiegeln eine weitverbreitete Erschöpfung wider und eine Hoffnung, die zunehmend als trügerisch erscheint.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Am Wochenende scheiterten erneut die Bemühungen Pakistans, beide Parteien an den Verhandlungstisch zu bringen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi reiste seit Freitag nach Islamabad, während US-Präsident Donald Trump die geplante Reise seines Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohnes Jared Kushner kurzfristig absagte. Trump begründete dies unter anderem mit einem inakzeptablen Vorschlag des Irans. Araghtschi nutzte die Gelegenheit für einen Kurzbesuch im Oman, bevor er am Sonntag erneut in Islamabad erschien, um den Vermittlern die iranischen Bedingungen für ein Kriegsende zu übermitteln.

Diese Forderungen sind umfassend: Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim verlangt Teheran die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade und eine neue rechtliche Regelung für die Straße von Hormus. Zudem fordert der Iran Kriegsentschädigungen und Garantien gegen erneute militärische Aggressionen. Der Atomstreit soll jedoch nicht Teil der Verhandlungen sein, obwohl dies für Washington ein zentraler Punkt ist.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, dass der Iran über Pakistan „schriftliche Nachrichten“ an die US-Regierung gesendet habe, die „rote Linien der Islamischen Republik Iran, darunter Atom-Fragen und die Straße von Hormus“ thematisieren. Diese Nachrichten sind jedoch nicht Teil der offiziellen Gespräche.

Das US-Nachrichtenportal Axios meldete am Sonntag, dass Teheran Washington einen neuen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus und zur Beendigung des Iran-Krieges übermittelt habe. Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sollen auf später verschoben werden. Die iranische Nachrichtenagentur Irna zitierte diesen Bericht, ohne ihn zu widerlegen. Die Straße von Hormus ist von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft, da durch sie normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen fließt. Zu Beginn des Iran-Krieges hatte Teheran die Meerenge de facto gesperrt.

Nach einer kurzen Öffnung für einen Tag wurde sie Mitte April erneut geschlossen. Die US-Marine blockiert ihrerseits iranische Häfen in der Straße, was zu einem sprunghaften Anstieg der Energiepreise mit globalen wirtschaftlichen Auswirkungen führte. Laut dem pakistanischen Außenminister Ishaq Dar wurden am späten Sonntagabend die Verkehrsbeschränkungen rund um das Hotel Serena, dem geplanten Verhandlungsort, sowie in der sogenannten roten Zone, dem Regierungsviertel Islamabads, aufgehoben. Für lokale Medien war dies ein klares Signal: Die Chancen auf eine weitere Gesprächsrunde in dieser Woche sind gering. Weder aus Washington noch aus Teheran gibt es konkrete Informationen über die nächsten Schritte.

Beobachter beschreiben die Situation als Pattsituation, in der jede Seite hofft, die andere zu überdauern, was drastische Folgen für den Rest der Welt hat. Claudia Major vom German Marshall Fund sagte in der ARD-Talksendung Caren Miosga: „Der Iran weiß, dass er militärisch nicht gewinnen kann. Länger durchhalten ist das neue Siegen.“ Sie fügte hinzu: „Wir haben wirklich das, was man die Impotenz von Macht nennt.“ Die Amerikaner seien militärisch sehr stark, könnten aber dennoch ihre Kriegsziele nicht erreichen.

Nach Abschluss seiner Gespräche in Islamabad reiste Araghtschi nach Moskau weiter. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass Präsident Wladimir Putin den iranischen Außenminister treffen wolle. Laut der iranischen staatlichen Nachrichtenagentur Irna traf Araghtschi am frühen Montagmorgen in Sankt Petersburg ein. Der iranische Botschafter in Moskau, Kasem Dschalali, erklärte auf X, Araghtschi werde in seinem „diplomatischen Dschihad mit dem Ziel, die Interessen des Landes voranzubringen, und unter Bedrohungen von Außen“ mit Putin beraten.

Die Nachrichtenagentur berichtete, dass die Gespräche „den Stand der Verhandlungen, die Waffenruhe und damit zusammenhängende Entwicklungen“ zum Thema haben. Beobachter spekulierten, dass die Reise nach Moskau auch dazu dienen könnte, mit Russland speziell über Atomfragen zu sprechen. Moskau und Teheran gelten als strategische Verbündete, doch Russland ist nicht bereit, den Iran im Konflikt mit den USA militärisch zu unterstützen. Der Kreml beschränkt sich auf diplomatische Rückendeckung. Der Krieg begann mit Angriffen Israels und der USA auf den Iran am 28. Februar. Derzeit gilt eine Waffenruhe. (fbu mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Mark Schiefelbein/dpa

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