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Reaktionen aus der Politik

Anschlag auf CSD: Merz kündigt politische Konsequenzen an – und wirft eine zentrale Frage auf

Mindestens eine Tote und 16 Verletzte: Der Anschlag auf den CSD in Berlin sorgt bundesweit für Entsetzen. Rufe nach einem schärferen Strafrecht werden laut.

Update, 13:11 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hat politische Konsequenzen aus dem CSD-Anschlag vom Wochenende angekündigt. Zwar sei es für diese Frage noch zu früh, sagte der CDU-Chef in Berlin. „Klar ist aber auch, es darf nicht nur bei Bekundungen bleiben. Wir werden mit Besonnenheit, aber auch mit Entschlossenheit reagieren müssen.“ Es gehe vor allem um die Frage, wie es sein könne, dass der mutmaßlich islamistische Tatverdächtige sich am Samstagabend unbehelligt in die Nähe des Christopher Street Days habe begeben und den Anschlag habe verüben können. Er warf die Frage auf, ob der Anschlag hätte verhindert werden können.

Friedrich Merz kündigte politische Konsquenzen nach dem CSD-Anschlag in Berlin an.

„Das Ziel dieses Angriffs war nicht willkürlich gewählt“, sagte Merz. „Es war ein Angriff auch nicht nur auf die queere Community, es war ein Angriff auf unsere Freiheit, es war ein Angriff auf unsere freiheitliche Gesellschaft. Es war ein Angriff auf unsere Freiheit und unsere Liberalität. Wir werden alles tun, diese Freiheit, die Offenheit, die Liberalität unserer Gesellschaft zu schützen und zu verteidigen.“ Das sei Aufgabe der Regierung, aber auch der Gesellschaft.

Update, 9:34 Uhr: „Im Ergebnis war das auf jeden Fall eine Katastrophe“: Mit diesen Worten hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) das Gerichtsurteil gegen den mutmaßlichen Täter kritisiert. Ein Berliner Gericht hatte den Beschuldigten lediglich zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Herrmann übte laut AFP deutliche Kritik an den zuständigen Richtern: „Und es müssen sich auch die Richter, die einen solchen Fall zu beurteilen haben, natürlich schon bewusst sein, welche Verantwortung sie da auch für die Sicherheit der Menschen haben.“

Der Tatverdächtige, ein deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln, war den Behörden als Angehöriger der islamistischen Szene bekannt. Wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat war er im Mai zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Trauerbeflaggung am Reichstag: Eindrücke aus Berlin nach dem Anschlag beim CSD

Menschen demonstrieren unter dem Motto „Haltung ist hot“ beim Christopher Street Day. Erstmals findet der Berliner CSD an zwei Tagen statt.
Menschen demonstrieren unter dem Motto „Haltung ist hot“ beim Christopher Street Day. Erstmals findet der Berliner CSD an zwei Tagen statt. Es ist eine der größten Veranstaltung ihrer Art in Europa.  © Fabian Sommer/dpa
Menschen feiern nach der Parade zum Christopher Street Day (CSD) unter dem Motto „Haltung ist hot“ auf der Straße des 17. Juni.
Menschen feiern nach der Parade zum Christopher Street Day (CSD) unter dem Motto „Haltung ist hot“ auf der Straße des 17. Juni. Am Abend des 25. Juli musste die Veranstaltung abgebrochen werden, weil ein Mann einen Pkw im Tiergarten in eine Gruppe von Menschen steuerte. Eine Frau starb, 29 Menschen wurden teils schwer verletzt.  © Fabian Sommer/dpa
CSD Berlin
Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD am 25. Juli ist die Polizei im Einsatz. © Fabian Sommer / dpa
CSD Berlin
Polizeibeamte sind nach dem Anschlag rund um den Einsatzort unterwegs. © Fabian Sommer / dpa
CSD Berlin
Berlin Pride forderte die Gäste auf, das Gelände ruhig und geordnet zu verlassen und den Tiergarten sowie die Siegessäule zu meiden. © Fabian Sommer / dpa
CSD Berlin
Rettungskräfte behandeln nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin Verletzte. © Andreas Rabenstein / dpa
Beim Christopher Street Day (CSD) ist es am Samstag (25.7.) zu einer Polizei-Lage gekommen. Hier sehen Sie die ersten Bilder vom Einsatzort.
Nach ersten Angaben der Polizei wurden 16 Menschen verletzt. Laut Feuerwehr wurden von den 16 Verletzten drei lebensbedrohlich und acht schwer verletzt. Zudem gebe es fünf leicht verletzte Menschen. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien alle in Krankenhäuser gebracht worden.  © Andreas Rabenstein / dpa
Beim Christopher Street Day (CSD) ist es am Samstag (25.7.) zu einer Polizei-Lage gekommen. Hier sehen Sie die ersten Bilder vom Einsatzort.
Später wurde die Zahl der Verletzten auf 29 korrigiert. Eine Frau starb noch vor Ort an ihren Verletzungen.  © RALF HIRSCHBERGER / AFP
Beim Christopher Street Day (CSD) ist es am Samstag (25.7.) zu einer Polizei-Lage gekommen. Hier sehen Sie die ersten Bilder vom Einsatzort.
Die Polizei und Rettungskräfte sind nach dem Anschlag auf den Berliner CSD im Einsatz. © RALF HIRSCHBERGER / AFP
Beim Christopher Street Day (CSD) ist es am Samstag (25.7.) zu einer Polizei-Lage gekommen. Hier sehen Sie die ersten Bilder vom Einsatzort.
Die Polizei hatte zunächst von einer „Polizeilage“ gesprochen, jedoch schnell öffentlich gemacht, dass ein Auto im Tiergarten Menschen erfasst hat.  © ANTOINE LAMBROSCHINI / AFP
Beim Christopher Street Day (CSD) ist es am Samstag (25.7.) zu einer Polizei-Lage gekommen. Hier sehen Sie die ersten Bilder vom Einsatzort.
Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt. Der mutmaßliche Täter konnte laut Polizei aus einem weißen Fahrzeug flüchten.  © ANTOINE LAMBROSCHINI / AFP
Beim Christopher Street Day (CSD) ist es am Samstag (25.7.) zu einer Polizei-Lage gekommen. Hier sehen Sie die ersten Bilder vom Einsatzort.
Da Augenzeugen von Stichverletzungen berichteten, prüfte die Polizei auch eine „mögliche zweite Tatphase“, die der mutmaßliche Täter mit einer Stichwaffe begangen haben könnte.  © UTA TOCHTERMANN / AFP
Beim Christopher Street Day (CSD) ist es am Samstag (25.7.) zu einer Polizei-Lage gekommen. Hier sehen Sie die ersten Bilder vom Einsatzort.
Am Sonntagmorgen nach dem Anschlag veröffentlichte die Polizei ein Fahndungsfoto, das den mutmaßlichen Täter zeigen soll, und bittet die Bevölkerung um Hilfe. © RALF HIRSCHBERGER / AFP
Beim Christopher Street Day (CSD) ist es am Samstag (25.7.) zu einer Polizei-Lage gekommen. Hier sehen Sie die ersten Bilder vom Einsatzort.
Eine Teilnehmerin steht eingehüllt in eine Decke bei Einsatzkräften. © RALF HIRSCHBERGER / AFP
Einsatzkräfte der Polizei und Rettungskräfte stehen im Großen Tiergarten nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD). Nachdem ein Auto mehrere Menschen am Rande des Christopher Street Day in Berlin angefahren und verletzt hat, sucht die Polizei nach Verdächtigen Personen.
Einsatzkräfte der Polizei und Rettungskräfte stehen im Großen Tiergarten nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD).  © Sebastian Gollnow/dpa
Marlon, in eine Pride-Fahne gehüllt, hockt neben einem Polizeifahrzeug nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD). Nachdem ein Auto mehrere Menschen am Rande des Christopher Street Day in Berlin angefahren und verletzt hat, sucht die Polizei nach Verdächtigen Personen. Bei dem Vorfall am Rande ist nach Polizeiangaben mindestens ein Mensch getötet worden. 16 weitere Menschen würden wegen Verletzungen derzeit behandelt, sagte Polizeisprecher Nath.
Marlon, in eine Pride-Fahne gehüllt, hockt neben einem Polizeifahrzeug nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD).  © Sebastian Gollnow/dpa
In Rettungsdecken gehüllte Personen stehen neben einem Zelt der Feuerwehr nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD).
In Rettungsdecken gehüllte Personen stehen neben einem Zelt der Feuerwehr nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD).  © Fabian Sommer/dpa
Polizeisprecher Florian Nath (l) und Kai Wegner (M, CDU), Regierender Bürgermeister, sprechen nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD) mit Journalisten.
Polizeisprecher Florian Nath (l) und Kai Wegner (M, CDU), Regierender Bürgermeister, sprechen nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD) mit Journalisten.  © Fabian Sommer/dpa
Polizeisprecher Florian Nath (M) spricht nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD)mit Journalisten.
Polizeisprecher Florian Nath (M) spricht nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD)mit Journalisten.  © Fabian Sommer/dpa
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sind nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD) im Tiergarten im Einsatz.
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sind nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD) im Tiergarten im Einsatz.  © Fabian Sommer/dpa
Ein zerstörtes weißes Fahrzeug steht im Bereich des Tiergartens, wo es einen Baum gerammt hatte. Am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin war das Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurde eine Frau getötet, 16 weitere Menschen verletzt., zum Teil schwer.
Ein zerstörtes weißes Fahrzeug steht im Bereich des Tiergartens, wo es einen Baum gerammt hatte. Am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin war das Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurde eine Frau getötet, 29 weitere Menschen verletzt., zum Teil schwer. © Jason Tschepljakow/dpa
Schwer bewaffnete Spezialkräfte der Polizei sperren sämtliche Zugänge zum S-Bahnhof Anhalter Bahnhof in Berlin ab. Unter Hochdruck fahndet die Polizei nach dem mutmaßlichen Fahrer, der einen weißen Wagen in eine Menschenmenge unweit des Christopher Street Days (CSD) gefahren hat.
Schwer bewaffnete Spezialkräfte der Polizei sperren sämtliche Zugänge zum S-Bahnhof Anhalter Bahnhof in Berlin ab.  © Michael Ukas/dpa
Schwer bewaffnete Spezialkräfte der Polizei sperren sämtliche Zugänge zum S-Bahnhof Anhalter Bahnhof in Berlin ab. Unter Hochdruck fahndet die Polizei nach dem mutmaßlichen Fahrer, der einen weißen Wagen in eine Menschenmenge unweit des Christopher Street Days (CSD) gefahren hat.
Unter Hochdruck fahndet die Polizei nach dem mutmaßlichen Fahrer, der einen weißen Wagen in eine Menschenmenge unweit des Christopher Street Days (CSD) gefahren hat. © Michael Ukas/dpa
Ein Polizeibeamter steht vor dem Hauseingang des Wohnblocks, in dem in der Nacht eine Wohnung durchsucht wurde.
Ein Polizeibeamter steht vor dem Hauseingang des Wohnblocks, in dem in der Nacht eine Wohnung durchsucht wurde.  © Sebastian Gollnow/dpa
Menschen stehen Arm in Arm im Bereich des Tiergartens, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte.
Menschen stehen Arm in Arm im Bereich des Tiergartens, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte.  © Sebastian Gollnow/dpa
Pressevertreter stehen vor einer Absperrung im Bereich des Tiergartens, wo ein Auto einen Baum gerammt hatte.
Pressevertreter stehen vor einer Absperrung im Bereich des Tiergartens, wo ein Auto einen Baum gerammt hatte.  © Sebastian Gollnow/dpa
Polizisten stehen an einem zerstörten weißen Fahrzeug im Bereich des Tiergartens, wo es einen Baum gerammt hatte.
Polizisten stehen an einem zerstörten weißen Fahrzeug im Bereich des Tiergartens, wo es einen Baum gerammt hatte. © Sebastian Gollnow/dpa
Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) säubern die Straße des 17. Juni nach dem Christopher Street Day (CSD) - im Hintergrund ist die Siegessäule zu sehen. Der CSD war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren ist.
609535937.jpg © Kathrin Deckart/dpa
Ein Polizeifahrzeug steht am Morgen vor einer Bühne am Brandenburger Tor.
609536252.jpg © Kathrin Deckart/dpa
An einem Zaun, an dem Blumen liegen, hängt ein Zettel mit der Aufschrift „Wir müssen Zusammenhalten Gemeinsam sind wir stärker als der Hass und die Gewalt!“
An einem Zaun, an dem Blumen liegen, hängt ein Zettel mit der Aufschrift „Wir müssen Zusammenhalten Gemeinsam sind wir stärker als der Hass und die Gewalt!“ © Monika Wendel/dpa
Ein Schild mit der Aufschrift „Liebe siegt!“ liegt vor Blumen an einem Baum, nahe einem abgesperrten Bereich des Tiergartens, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte.
Ein Schild mit der Aufschrift „Liebe siegt!“ liegt vor Blumen an einem Baum, nahe einem abgesperrten Bereich des Tiergartens, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte. © Sebastian Gollnow/dpa
Eine Regenbogenflagge, Blumen und Kerzen stehen vor einem Baum nahe dem Bereich, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte.
Eine Regenbogenflagge, Blumen und Kerzen stehen vor einem Baum nahe dem Bereich, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte.  © Sebastian Gollnow/dpa
Einsatzkräfte der Polizei durchsuchen den Forst in der Nähe des Bereichs des Tiergartens, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte.
Einsatzkräfte der Polizei durchsuchen den Forst in der Nähe des Bereichs des Tiergartens, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte.  © Sebastian Gollnow/dpa
Ein Mann schreibt eine Trauerbekundung auf ein Papier nahe dem Bereich, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte.
Ein Mann schreibt eine Trauerbekundung auf ein Papier nahe dem Bereich, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte. © Sebastian Gollnow/dpa
Die Flaggen am Reichstagsgebäude des Deutschen Bundestags hängen nach dem Anschlag beim Berliner CSD auf Halbmast.
Die Flaggen am Reichstagsgebäude des Deutschen Bundestags hängen nach dem Anschlag beim Berliner CSD auf Halbmast.  © Fabian Sommer/dpa

Nach CSD-Anschlag in Berlin: Dobrindt mit scharfer Kritik an der Justiz – „nicht nachvollziehbar“

Update, 6:28 Uhr: Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag beim CSD in Berlin hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt scharfe Kritik an der deutschen Justiz geübt. Der CSU-Politiker zeigte sich verständnislos darüber, dass der Tatverdächtige Abdul B. trotz einschlägiger Vorstrafen und IS-Kontakte auf freiem Fuß war. Dem Sender RTL sagte Dobrindt: „Dass man in diesem Maße der Gefährdung, die hier auch vorlag, zu einer Bewährungsstrafe kommt, ist sicherlich nicht nachvollziehbar.“

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) war am Sonntag am Tatort in Berlin.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigte sich ebenfalls verwundert über den Umgang der Berliner Justiz mit Abdul B. „Er wurde verurteilt (...) nach Jugendstrafrecht“, sagte er am Sonntagabend im RBB. „Und dann wurde leider durch das Gericht eine Bewährungsstrafe ausgegeben. Und ich will das nicht bewerten, das ist die Unabhängigkeit der Justiz, aber mir fehlen da schon die Worte.“

Nach Anschlag beim CSD: JU-Chef fordert Erwachsenenstrafrecht für alle Gefährder

Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Johannes Winkel, fordert jetzt Erwachsenenstrafrecht für alle Gefährder. Diese dürften künftig nicht mehr nach Jugendstrafrecht verurteilt werden können, sagte Winkel dem stern. „Die dafür notwendige ‚Reifeverzögerung‘ darf künftig nicht mehr angenommen werden, wenn Täter sich radikalisiert haben.“

Nach Anschlag beim CSD: Merz ruft zur Standhaftigkeit auf – und hält Festmahl-Zusage ein

Update, 27. Juli, 5:22 Uhr: Rund 24 Stunden nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Menschen dazu aufgefordert, sich nicht einschüchtern zu lassen. Noch in der Nacht habe er überlegt, ob er der Einladung nach Paderborn zum traditionellen Libori-Mahl folgen solle.

Er habe sich aber schnell entschlossen, seine Zusage einzuhalten. „Gewalt beginnt nicht erst mit einem Anschlag. Gewalt beginnt mit Intoleranz, mit Ausgrenzung, mit Diskriminierung, dummen Redensarten und schlechten Witzen“, sagte Merz vor der Libori-Gilde im Historischen Rathaus.

Anschlag auf Berliner CSD: Klöckner „zutiefst erschüttert“, Merz verurteilt „abscheuliche Tat“

Update, 11:57 Uhr: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat nach dem Anschlag beim CSD in Berlin Trauerbeflaggung für den Bundestag angeordnet. Die Fahnen am Parlamentsgebäude wehen auf halbmast.

Die CDU-Politikerin zeigte sich tief erschüttert. „Wer Menschen attackiert, die für Freiheit, gleiche Rechte und Vielfalt einstehen, greift die Grundlage unseres demokratischen Gemeinwesens an, der tritt die Menschenwürde mit Füßen“, sagte Klöckner laut dpa. Ihre Gedanken seien bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die die Tat miterleben mussten.

Steinmeier zu Anschlag beim CSD: „Angriff auf unsere offene Gesellschaft“

Update, 11:32 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den tödlichen Anschlag beim CSD scharf verurteilt. Er sprach den Angehörigen der getöteten Frau sowie den Verletzten sein Mitgefühl aus.

„Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben“, sagte Steinmeier der dpa zufolge. Beim Anschlag beim CSD hatten Hunderttausende Menschen friedlich feiern wollen.

Bischof Stäblein zu Anschlag beim CSD: „Nacht voller Entsetzen“

Update, 9:07 Uhr: Nach dem Anschlag auf den CSD hat Berlins evangelischer Bischof Christian Stäblein tiefe Bestürzung geäußert. Die Tat erschüttert die queere Gemeinschaft. „Aus einem Tag voller Vielfalt und Liebe ist eine Nacht voller Entsetzen geworden“, erklärte Stäblein laut BR. Auch Alfonso Pantisano, Queerbeauftragter der Hauptstadt, sprach von einem schweren Schlag: Das sei ein großer Trauertag für die queere Community.

Nach Anschlag beim CSD: Dobrindt spricht von „feiger, abscheulicher“ Tat

Update, 26. Juli, 8:14 Uhr: Nach dem Angriff eines Autofahrers beim CSD hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) den Landesbehörden Unterstützung angeboten. „Diese feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen erschüttert mich zutiefst“, erklärte Dobrindt laut dpa.

„Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die diese Tat miterleben mussten.“ Der CSU-Politiker dankte den Einsatzkräften. „Wir werden alles daransetzen, diese schreckliche Tat und ihre Hintergründe schnell aufzuklären und zu ahnden.“

„Abscheulich“, „mitten ins Herz“ – So reagieren Merz, Wegner & Co. auf den CSD-Anschlag in Berlin

Erstmeldung: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigt sich entsetzt über den Anschlag auf den CSD und verurteilt diesen als „abscheuliche Tat“. Er selbst und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) stünden in engstem Kontakt und würden von den Sicherheitsbehörden laufend über den Stand der Dinge gebrieft.

Todesfahrt bei CSD in Berlin: Reaktionen aus der Politik

Merz und Dobrindt „danken den Einsatzkräften und werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen“, berichtet die AFP. Die Reaktionen auf den Anschlag auf den CSD zeigen quer durch alle politischen Lager Entsetzen und den Ruf nach Aufklärung:

  • Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verurteilte einen „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“. Nach einem friedlichen und bunten CSD sei die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin „auf brutalste Art“ attackiert worden, schrieb Wegner im Kurznachrichtendienst X. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Freunden.“
  • Stefan Evers (CDU, Berliner Spitzenkandidat) betonte, die Tat treffe die Stadt „mitten ins Herz“. Evers forderte laut WELT eine schnelle Aufklärung und betonte, dass danach die „Zeit für Konsequenzen“ sei.
  • Iris Spranger (SPD, Berliner Innensenatorin) betonte die hohe Priorität der Sicherheit in der Stadt und äußerte sich bestürzt.

Todesfahrt bei CSD in Berlin – mutmaßlich islamistischer Tatverdächtiger

Ein Fahrzeug war am Samstagabend (25. Juli) im Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge gerast und hatte mindestens einen Menschen getötet. 16 weitere Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr verletzt. Es gab demnach drei lebensbedrohlich Verletzte, acht Schwerverletzte und fünf Leichtverletzte.

Die Veranstalter brachen den CSD nach dem Vorfall ab. Ein Tatverdächtiger sei „identifiziert“, aber noch nicht festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Verdächtige ist demnach „polizeibekannt als Angehöriger des islamistischen Milieus hier in Berlin“.

Motto „Haltung ist hot“: Hunderttausende ziehen bei CSD-Kundgebung durch Berlin

Am Samstag hatten hunderttausende Menschen unter dem Motto „Haltung ist hot“ am Christopher Street Day (CSD) in Berlin teilgenommen. Den Abschluss bildete am Abend ein Showprogramm am Brandenburger Tor.

Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn“ in der New Yorker Christopher Street stürmte. Es folgten tagelange Zusammenstöße mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten. (Quellen: AFP, WELT, Tagesspiegel, taz) (frs)

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder / dpa

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