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Stimmung in den USA

USA im Krieg mit dem Iran: erste Umfragen zeigen Reaktion der Bevölkerung

Die US-Angriffe auf den Iran eskalieren die Spannungen mit Teheran. In den Staaten sorgt die „Operation Epic Fury“ allerdings für Dissens.

Vor dem von den USA und Israel koordinierten Angriff auf den Iran in der „Operation Epic Fury“ am Samstag (28. Februar) zeigten aktuelle Umfragen, dass US-Amerikanerinnen und -Amerikaner in dieser Frage gespalten waren. Die von den USA geführten Angriffe am Samstagmorgen trafen mehrere Ziele im Iran, töteten mindestens 200 Menschen und verletzten mehr als 740, wie der Iranische Rote Halbmond laut Staatsfernsehen mitteilte. Die Islamische Republik startete daraufhin Vergeltungsangriffe auf US-Stützpunkte im Nahen Osten und weitete damit den eskalierten Konflikt weiter aus.

Fotomontage Donald Trumps und Rauchwolken nach Luftangriff in Teheran

Nach den jüngsten Nuklearverhandlungen zwischen Washington und Teheran stellen die Angriffe fraglos eine neue Stufe der Auseinandersetzungen dar und erhöhen das Risiko eines größeren regionalen Konflikts. Sie erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die USA zusätzliche Kriegsschiffe, Flugzeuge und Luftverteidigungssysteme in den Nahen Osten verlegt haben, was Expertinnen und Experten als den größten US-Truppenaufmarsch dort seit dem Irak-Krieg 2003 beschreiben, wie Newsweek berichtet.

Viele US-Bürger sind Umfragen zufolge gegen US-Militäreinsätze wie im Iran oder zuvor in Venezuela

US-Präsident Donald Trump trat im Wahlkampf 2024 mit einer „America First“-Strategie an, doch seine zweite Amtszeit ist von großen Auslandseinsätzen geprägt: Darunter die US-Operation, die den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro im Januar festsetzte, sowie US-Angriffe auf den Iran im Juni vergangenen Jahres in Koordination mit Israel, die die Regierung „Operation Midnight Hammer“ nannte.

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Haft-e Tir in Teheran
Am 13. Juni 2025 startete die israelische Armee Luftangriffe auf die Islamische Republik Iran unter dem Codenamen „Operation Rising Lion“. Ziel der Angriffe waren die Atomanreicherungsanlagen des Landes sowie Zentren der Macht des Mullah-Regimes. Doch auch Irans Hauptstadt Teheran geriet unter Beschuss, wie dieses Bild einer Frau auf dem Haft-e Tir Platz in Teheran zeigt. © afp
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
Befohlen hatte Israels Angriff auf den Iran Premierminister Benjamin Netanjahu. Er begründete den Angriff auf das Mullah-Regime mit der atomaren Gefahr, die von diesem für den jüdischen Staat ausgehen würde. Teheran sei kurz davor, eine Atombombe fertigzustellen. Und solange der Iran die Vernichtung Israels als Teil seiner Staatsdoktrin verstehe, könne man mit Blick auf den Iran in Jerusalem kein Risiko eingehen. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück.
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück. Unter dem Codenamen „Operation True Promise III“ flogen Raketen Richtung Israel, die auch die Regionen rund um Tel Aviv trafen. Hier zu sehen ist ein Rettungshelfer mit einem Kind auf dem Arm in der Stadt Ramat Gan, einem Vorort der Millionenmetropole am Mittelmeer. © Ilia Yefimovich/dpa
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm.
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm. Laut unbestätigten Meldungen sollen im Iran bis zum 16. Juni 2025 etwa 800 Menschen getötet worden sein. In Israel sollen nach offiziellen Angaben acht Menschen infolge der Raketenangriffe aus dem Iran gestorben sein. © Oded Balilty/dpa
Nahostkonflikt - Trump über Angriff auf iranische Atomanlagen
Doch wer sind die wichtigsten Akteure im Israel-Iran-Krieg? Und gibt es eine Opposition im Mullah-Regime? Antworten auf diese Frage finden Sie in den folgenden Bildern. Neben dem bereits erwähnten Benjamin Netanjahu steht auf der einen Seite Donald Trump. Der US-Präsident befahl am 22. Juni 2025 einen koordinierten Angriff aus der Luft und von der See auf die Atomanreicherungsanlagen des Iran. Die Operation lief unter dem Codenamen „Operation Midnight Hammer“. Die US-Streitkräfte nahmen die iranischen Atomanlagen in Fordo, Natanz und Isfahan unter Beschuss. Laut Trump, hier bei der Verkündung der Operation und in Begleitung von Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth, wurden alle drei Anlagen vollständig zerstört. © Carlos Barria/dpa
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras. Hegseth nannte die Militäroperation gegen den Iran einen vollen Erfolg. An dem Angriff waren laut dem Verteidigungsministerium insgesamt rund 125 Flugzeuge beteiligt, darunter sieben B-2-Bomber, mehrere Tankflugzeuge sowie Aufklärungs- und Unterstützungsmaschinen Ebenfalls beteiligt an dem Angriff war laut Hegseth ein U-Boot, das im Golf von Oman stationiert war und insgesamt 30 Tomahawk-Raketen auf Ziele im Iran abfeuert. © Alex Brandon/dpa
Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu
Ein weiterer Protagonist im eskalierenden Nahostkonflikt ist Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu. Beide gehören der rechtskonservativen Likud-Partei an. Katz gilt parteiintern als Konkurrent Netanjahus. In Sachen israelischer Außenpolitik vertritt er aber ähnliche Position. So lehnt Katz, hier bei einem Truppenbesuch an der israelischen Grenze zum Libanon, eine Zweistaatenlösung im Konflikt mit den Palästinensern ebenso ab wie Netanjahu. © Ariel Hermoni/dpa
Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari
Ein mächtiger Mann im Iran ist Verteidigungsminister und Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari bei einer Sitzung im Hauptquartier in der iranischen Stadt Zolfaghar. Hatami drohte Israel nach deren Raketenangriff mit Vergeltung und warf der „zionistischen Armee“ Versagen im Bodenkampf vor, weshalb sie ihre Angriffe auf die Luft beschränken würden. © imago
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani. Er war seit 1998 Kommandeur der Quds-Einheit, einer Unterabteilung der iranischen Revolutionsgarde, die Spezialeinsätze außerhalb des Irans durchführt. Er galt als Vertrauter von Ajatollah Ali Chamenei und als einer der Hauptverantwortlichen für die Ausweitung des iranischen Einflusses auf weite Teile des Nahen Ostens. Am 3. Januar 2020 wurde Soleimani während eines Besuch im benachbarten Irak auf Befehl von US-Präsident Donald Trump von einer Drohne des US-Militärs getötet. An jedem Jahrestag veranstaltet das Mullah-Regime in Teheran eine große Gedenkdemonstration. © Ameer Al Mohammedaw/dpa
Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden
Nach dem Tod von Qasem Soleimani wurde sein Stellvertreter Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden des Iran ernannt. © imago
Der mächtigste Mann auf der anderen Seite ist Irans „Oberster Führer“ Ajatollah Ali Chamenei.
Der mächtigste Mann im Iran ist der „Oberste Führer“ Ajatollah Ali Chamenei. Der Anführer des Mullah-Regimes, hier bei einer Zeremonie im Rahmen des „Festivals der Engel“ im Jahr 2023, ist seit 1989 das politische und religiöse Oberhaupt des schiitisch geprägten Iran. Diese Position macht Chamenei auch zum „Revolutionsführer“. Er ist außerdem die höchste geistliche Instanz im Range eines Ajatollah und der Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte in der Islamischen Republik Iran. © imago
Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini.
Sein Vorgänger im Amt des Ajatollahs war Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini. Er führte die Islamische Republik Iran seit der Islamischen Revolution 1979 bis zu seinem Tod 1989 an. Hier betet Khomeini im französischen Exil, aus dem heraus er die Revolution in seinem Heimatland organisierte, und das er erst am 1. Februar 1979 in Richtung des Iran wieder verließ. © imago
Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran
Dem obersten Führer des Landes kommt auch die Aufgabe zu, die Präsidentschaftswahlen im Iran zu eröffnen. Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran. In der Hochsicherheitszone der Hauptstadt der islamischen Republik gab das Staatsoberhaupt seine Stimme ab. © Arne Immanuel Bänsch/dpa
Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009
Von einer freien Wahl kann bei der Präsidentschaftswahl im Iran aber keine Rede sein. Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009, entscheidet unter dem Vorsitz des Ajatollahs, welche Kandidaten überhaupt an der Wahl teilnehmen dürfen. Von insgesamt 80 Bewerbungen blieben gerade einmal sechs Kandidaten übrig, bei denen es sich allesamt um systemtreue Politiker handelte. © imago
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian.
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2021 hatte der Wächterrat der Islamischen Republik Iran seine Kandidatur noch verhindert. Peseschkian gilt innerhalb des Irans als eher moderate Kraft. Er versprach eine Öffnung seines Landes hin zum Westen und betonte, der Iran strebe keine Atomwaffen an. Gleichzeitig forderte auch Peseschkian das „Verschwinden des zionistischen Regimes [Israel] von der Landkarte“ und feierte die iranischen Raketenangriffe auf Israel im Jahr 2024. © imago
Trauerfeier für Irans Präsident und Außenminister Ebrahim Raisi
Eigentlich hätte die Präsidentschaftswahl im Iran erst 2025 stattfinden sollen. Doch weil der amtierende Präsident, der ultrakonservative Ebrahim Raisi, im Mai 2024 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam, wurde die Wahl nach vorverlegt. © dpa
Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran
Bei dem Hubschrauberabsturz kam auch Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran und hier beim Weltwirtschaftsforum in Davos, ums Leben. © Hannes P Albert/dpa
Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin
Nachfolger von Massud Peseschkian im Amt des Außenministers wurde Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin im Kreml aufschlägt. Russland gilt als strategischer Verbündeter der Islamischen Republik Iran. Die beiden Länder bilden gemeinsam mit Armenien eine diplomatische Achse im Kaukasus und sind militärische Partner bei den Konflikten in Syrien, Irak und Afghanistan. Russland ist aber nicht der einzige internationale Verbündete des Mullah-Regimes. © Alexander Kazakov/dpa
OIC-Sitzung in Istanbul mit Irans Außenminister
Ein weiterer, wenn auch deutlich weniger enger, Verbündeter des Iran ist Pakistan. Hier unterhält sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (r) mit seinem pakistanischen Amtskollegen Ishaq Dar während der Sitzung des Außenministerrats der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC). © Khalil Hamra/dpa
die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon
Einer der engsten internationalen Verbündeten des Mullah-Regimes im Iran ist die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon. Der Iran unterstützt die Gruppierung mit bis zu einer Milliarde US-Dollar pro Jahr. Wie die Führer der Islamischen Republik Iran gilt auch die Hisbollah als schiitisch geprägte Organisation und als Teil der „Achse des Widerstands“ gegen den Einfluss der USA und Israels in der Region. © imago
mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren
Dem israelischen Geheimdienst Mossad gelang im September 2024 ein empfindlicher Schlag gegen die Hisbollah-Miliz. Den Mossad-Agenten gelang es, mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren und nahezu zeitgleich explodieren zu lassen. Mindestens 37 zum Teil hochrangige Mitglieder der Hisbollah starben, rund 3.000 Menschen wurden teils schwer verletzt. © imago
Huthi-Rebellen im Jemen
Ebenfalls zu der „Achse des Widerstands“ gehören die Huthi-Rebellen im Jemen. Die schiitische Terrororganisation zettelte dort 2004 einen Bürgerkrieg an. 2014 eroberten sie jemenitische Hauptstadt Sanaa, 2015 schließlich die Kontrolle über den Rest des Landes. Der Iran ist bislang das einzige Land, das die Huthis als legitimie Herrscher des Jemen anerkennen. Während die alte Regierung im Jemen von dem sunnitisch geprägten Königshaus in Saudi-Arabien unterstützt wurde, erhalten die Huthi-Rebellen finanzielle, militärische und logistische Hilfe aus dem Iran. Im Gegenzug vertreten die Huthis die Interessen der Mullahs in der Region und führen für sie einen Stellvertreterkrieg gegen Israel und die USA im Roten Meer. © imago
die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas
Das letzte Mitglied der „Achse des Widerstands“ ist die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas, die seit 2006 über den Gazastreifen herrscht, und die seit den 1990er Jahren von der Islamischen Republik Iran unterstützt wird. Laut israelischen Geheimdiensten erhält die Hamas bis zu 350 Millionen US-Dollar jährlich aus dem Iran - obwohl die palästinensische Terrororganisation sunnitisch geprägt ist und damit im Gegensatz steht zum schiitisch dominierten Mullah-Regime im Iran. © imago
Hamas-Führer Yahya Sinwar
Geeint sind die palästinensische Hamas und die iranischen Mullahs in ihrem Hass auf Israel. Der äußerte sich in seiner ganzen Grausamkeit am 7. Oktober 2023, als Terror-Einheiten der Hamas den Süden Israels überfielen, 1.200 Menschen töteten und 200 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppten. Geplant wurde der Angriff durch den mittlerweile verstorbenen Hamas-Führer Yahya Sinwar (m.), der dabei umfangreiche Hilfe aus dem Iran erhielt. Unter anderem wurden mehr als 500 Hamas-Kämpfer im Vorfeld der Attacke im Iran ausgebildet.  © imago
Proteste gegen die Regierung des Iran im Jahr 2009
Doch bei weitem nicht alle Menschen im Iran stehen hinter der Herrschaft des autoritären Mullah-Regimes. Das bewiesen zuletzt die Proteste gegen die Regierung im Jahr 2009. In Teheran kam es im Zuge dessen zu gewaltsamen Ausschreitungen. © imago
Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi
Das bekannteste Gesicht der iranischen Opposition ist Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi. Der Schah-Erbe lebt im Exil in den USA und ruft von dort aus seine Landsleute regelmäßig zum Widerstand gegen das Mullah-Regime auf. © Thomas Padilla/dpa
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA. Ein Jahr später kam es zur Islamischen Revolution im Iran und dem Ende der dortigen Schah-Herrschaft. © imago
Mohammed Reza Pahlavi, Schah im Iran
Sein Vater, Mohammed Reza Pahlavi, regierte den Iran als letzter Schah seit 1941. Nach der Islamischen Revolution in seinem Heimatland und der Machtübernahme der Mullahs floh Pahlavi mit seiner Frau nach Kairo.  © imago
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland.
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland. Während seines Besuchs in Berlin kam es zu heftigen Protesten gegen die Schah-Monarchie der noch jungen Studentenbewegung. Anhänger des Schah-Regimes und Agenten des iranischen Geheimdienstes prügelten unbehelligt auf Demonstranten und Passanten ein. In die gewalttätigen Auseinandersetzungen schaltete sich die schließlich die Berliner Polizei ein. Im Zuge dessen erschoss der Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg. Kurras wurde 2009 als Stasi-Agent enttarnt. © imago
Yasmine Pahlavi und Iman Pahlavi in Washington DC
Im Gegensatz zu seinem Vater strebt Reza Pahlavi nach eigener Aussage den Aufbau einer demokratischen Regierung im Iran an. Dafür tritt er immer wieder auf öffentlichen Kundgebungen auf, wie hier in Washington DC im April 2025. Zu der Veranstaltung begleiteten den Schah-Erbe seine Frau Yasmine Pahlavi und die gemeinsame Tochter Iman Pahlavi. © imago
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi.
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi. Die 71 Jahre alte Politikerin lebt im Exil in Paris und ist Präsidentin des „Nationalen Widerstandsrates im Iran“ (NWRI). Zu Beginn der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 stand Rajavi noch auf der Seite der Mullahs. Zum Bruch kam es erst ab 1981. Ein Jahr später verließ Rajavi den Iran. Die Politikerin will einen Regimewechsel im Iran durch das iranische Volk und bietet laut einem Interview mit Fox News eine „demokratische und inklusive Alternative“ zum Mullah-Regime. © imago
Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung von Reza Pahlavi in Washington DC.
Hinter Maryam Rajavi stehen auch prominente Figuren der US-Politik aus dem Umfeld von Donald Trump. Dazu gehört unter anderem Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung vor Anhängerinnen und Anhängern Rajavis in Washington DC. © imago
Elahe Tavakolian auf einer Demonstration gegen das Mullah Regime im Iran
Ohnehin ist ein Großteil der Führungspersönlichkeiten der iranischen Opposition weiblich. Zum Symbol des weiblichen Widerstands gegen das patriarchale Mullah-Regime wurden seit den 2010ern Augenverletzungen. Zahlreiche Demonstrantinnen erlitten diese infolge der Aufstände gegen die Islamische Republik Iran. Eine solche erlitt auch Elahe Tavakolian, die mittlerweile in Italien lebt und dort regelmäßig an Demonstrationen teilnimmt. © imago
Studentin Kosar Eftekhari aus dem Iran
Auch die Studentin Kosar Eftekhari erlitt eine solche Verletzung und verließ den Iran infolgedessen. Sie lebt mittlerweile in Berlin und engagiert sich dort in der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad
Eine weitere bekannte Persönlichkeit der iranischen Opposition ist die Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad, die hier auf einer Kundgebung in Washington DC spricht. Die heute 48 Jahre alte Frau wurde 1994 im Iran verhaftet, weil sie regierungskritische Flugblätter in Umlauf gebracht haben soll. Heute lebt Alinejad in den USA und gründete dort im Jahr 2010 die Gruppe IranNeda, in der sich Schritstellerinnen und Schriftsteller sowie Intelektuelle aus dem Iran gemeinsam gegen das Mullah-Regime engagieren. © imago
2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan
Der Name IranNeda leitet sich von der 2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan ab. Die iranische Studentin wurde während einer Demonstration gegen das Mullah-Regime von einem Mitglied der Bürgermiliz Basidsch erschossen. Ihr Vorname, der auf persisch „Stimme“ oder „Ruf“ bedeutet, wurde zum Symbol und Kampfbegriff der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Sara Seyed ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.
Gegen das Mullah-Regime im Iran kämpft auch Sara Seyed. Sie ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.  © imag

Umfragen haben durchweg gezeigt, dass viele Amerikaner dagegen sind, dass die USA militärische Gewalt in einem Angriff auf den Iran einsetzen. Eine von The Economist und YouGov durchgeführte Umfrage unter 1551 Personen, die zwischen dem 20. und 23. Februar durchgeführt wurde, ergab, dass 49 Prozent der US-Bürgerinnen und -Bürger einer US-Militäraktion im Iran eher oder stark ablehnend gegenüberstehen. Auf der anderen Seite sprachen sich 27 Prozent der Befragten dafür aus, einer solchen militärischen Intervention positiv gegenüberzustehen. Mehr Teilnehmer lehnen die Intervention entschieden ab, als sie entschieden unterstützen – 31 Prozent gegenüber 12 Prozent.

Die Erhebung ergab zudem, dass 48 Prozent der US-Bürgerinnen und -Bürger die Art und Weise missbilligen, wie Trump mit der Situation im Iran umgeht, während 31 Prozent sie befürworten. Auch hier zeigte die Umfrage mit 36 Prozent einen größeren Anteil, der die Amtsführung des Präsidenten stark missbilligt, während 16 Prozent sich dafür aussprachen, Trumps Führungsstil stark befürworten. Die Fehlermarge der Umfrage beträgt +/- 3,3 Prozentpunkte. Eine CBS News/YouGov-Erhebung unter 2.264 Personen, die am Samstag nach den Angriffen veröffentlicht, aber zwischen dem 25. und 27. Februar durchgeführt wurde, ergab, dass die Amerikaner in der Frage einer US-Militäraktion gegen den Iran gespalten sind: 51 Prozent sind dafür, 49 Prozent dagegen. Allerdings sagten 74 Prozent der Befragten, Trump müsse vor einem Angriff die Zustimmung des Kongresses einholen, während 26 Prozent meinten, dies sei nicht nötig. Trump holte für den massiven Angriff keine Zustimmung des Kongresses ein. Die Fehlermarge der Umfrage beträgt +/- 2,5 Prozentpunkte.

Mehrheit der US-Amerikaner ist für die sofortige Beendigung der US-Teilhabe am militärischen Konflikt im Iran

Frühere Umfragen im Juni, nach den früheren Angriffen im Iran, ergaben, dass die meisten Amerikaner ein sofortiges Ende der US-Beteiligung an dem Konflikt befürworten. Drei große Nuklearanlagen – Fordow, Natanz und Isfahan – wurden bei den Angriffen im Juni 2025 beschädigt, und die UN-Atomaufsichtsbehörde, die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO), erklärte, sie sei seitdem nicht in der Lage gewesen, das iranische Programm vollständig zu bewerten, nachdem der Iran den Zugang der Inspektoren nach den Angriffen eingeschränkt hatte.

Eine von Reuters/Ipsos zwischen dem 21. und 23. Juni 2025 durchgeführte Umfrage unmittelbar nach den US-Angriffen auf die drei iranischen Nuklearanlagen ergab, dass 36 Prozent der Amerikaner die Angriffe unterstützten, während 45 Prozent dagegen waren. Eine Mehrheit der Amerikaner, 50 Prozent, billigte Trumps Umgang mit dem Iran ebenfalls nicht, während 35 Prozent ihn befürworteten. Die Fehlermarge der Umfrage beträgt plus/minus 3,2 Prozentpunkte.

Nach einem Regimewechsel im Iran ist Staatszerfall „die zweitbeste Option für die USA und Israel“

Nader Hashemi, Professor an der Georgetown University und Mitherausgeber von The People Reloaded: The Green Movement and the Struggle for Iran’s Future, sagte Newsweek am Samstag: Das US-Ziel im Iran sei es, einen Regimewechsel herbeizuführen, „aber die zweitbeste Option für die USA und Israel ist der Staatszerfall.“ Das Ziel sei es, „den Iran in ein weiteres Libanon oder Syrien zu verwandeln, wo der Staat nicht mehr effektiv die Kontrolle über sein eigenes Territorium ausüben oder Macht über seine Grenzen hinaus projizieren kann“, führte Hashemi aus.

Alex Vatanka, Senior Fellow am Middle East Institute, sagte Newsweek in einer E-Mail am Samstag: „Die innere Entwicklung – ob sich die Öffentlichkeit gegen das Regime mobilisiert oder ob es zu Rissen innerhalb des Staates kommt – wird teilweise davon abhängen, ob die Vereinigten Staaten und Israel ein kohärentes Endspiel haben. Dazu gehört, ob ihre Bemühungen, hochrangige iranische Funktionäre ins Visier zu nehmen, erfolgreich sind, vor dem Hintergrund anhaltender Gerüchte, dass mehrere ranghohe Persönlichkeiten getötet worden sind. Ohne einen breiteren, nachrichtendienstlich untermauerten Plan für einen politischen Übergang werden Luftangriffe allein wahrscheinlich keine anhaltende innere Dynamik gegen die Führung um Chamenei und die Revolutionsgarden erzeugen, insbesondere in Abwesenheit einer organisierten Opposition, die zum Handeln bereit ist. Das könnte sich rasch ändern, da die Führung weithin für die Krise verantwortlich gemacht wird, doch das Zeitfenster ist eng, und Trumps Bereitschaft zu einem langwierigen Konflikt bleibt ungewiss.“

Senator Lindsey Graham, Republikaner aus South Carolina, auf X: „Ein Wort des Rates an unsere arabischen Partner in der Region und andere Verbündete: Stellt euch hinter Präsident Trump und setzt alles daran, sicherzustellen, dass das Iran der Ayatollahs, das zum größten staatlichen Förderer des Terrorismus in der Welt geworden ist, nicht länger existiert. Stellt euch an die Seite des Volkes und gegen die Ayatollahs. Ihr werdet es nicht bereuen, wenn ihr das tut.“

So äußerten sich US-Politikerinnen und -Politiker zur US-Militärintervention im Iran

Abgeordnete Yassamin Ansari, eine iranisch-amerikanische Demokratin, sagte in einer Erklärung am Samstag: „Als Tochter iranischer Einwanderer, die vor diesem Regime geflohen sind, weiß ich persönlich, was seine Gewalt bedeutet. Mitglieder unserer Familie und Freunde wurden von der Islamischen Republik brutal misshandelt und ermordet. Ich trage diese Geschichte jeden Tag mit mir. Gleichzeitig bin ich als US-Kongressabgeordnete, die darauf vereidigt ist, die Verfassung zu wahren und das amerikanische Volk zu schützen, zutiefst besorgt über Präsident Trumps Entscheidung, einen illegalen, gefährlichen Krieg ohne Zustimmung des Kongresses zu beginnen. Nach Artikel I, Abschnitt 8 der Verfassung liegt die Befugnis, Krieg zu erklären, ausschließlich beim Kongress. Im Einklang mit meinem bisherigen Abstimmungsverhalten, meinen öffentlichen Stellungnahmen und dem Konsens in meinem Wahlkreis glaube ich, dass kein Präsident – weder Republikaner noch Demokrat – die Autorität hat, Militärschläge dieses Ausmaßes ohne Zustimmung des Kongresses zu starten.“

Senator Mark Kelly, Demokrat aus Arizona, unterstrich in einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X: „Nachdem er versprochen hatte, Amerika aus dem Krieg herauszuhalten und sich stattdessen auf die Senkung der Kosten für Familien zu konzentrieren, hat Donald Trump eine groß angelegte Militäraktion gegen den Iran gestartet … Als ich vor 35 Jahren zu meinem ersten Kampfeinsatz während der Operation Desert Storm aufbrach, verstand ich den Auftrag und das Endziel. Genauso der Kongress. Genauso das amerikanische Volk. Das ist das Mindestmaß an Führung, das dieses Land verdient. Und Donald Trump hat dem erneut nicht entsprochen. Der Senat muss sofort nach Washington zurückkehren und seine verfassungsmäßige Pflicht erfüllen.“

UN-Generalsekretär Guterres verurteilt die Eskalation durch die US-Intervention im Iran

Abgeordneter Thomas Massie, Republikaner aus Kentucky, betonte in einem Beitrag auf X: „Ich bin gegen diesen Krieg. Das ist nicht ‚America First‘. Wenn der Kongress wieder zusammentritt, werde ich mit @RepRoKhanna zusammenarbeiten, um eine Abstimmung des Kongresses über den Krieg mit dem Iran zu erzwingen. Die Verfassung verlangt eine Abstimmung, und Ihr Abgeordneter muss öffentlich festlegen, ob er diesen Krieg ablehnt oder unterstützt.“

UN-Generalsekretär António Guterres sagte in einer Erklärung am Samstag: „Ich verurteile die heutige militärische Eskalation im Nahen Osten. Der Einsatz von Gewalt durch die Vereinigten Staaten und Israel gegen den Iran und die anschließende Vergeltung des Iran in der gesamten Region untergraben Frieden und Sicherheit in der Welt. Alle Mitgliedstaaten müssen ihre Verpflichtungen nach dem Völkerrecht, einschließlich der Charta der Vereinten Nationen, respektieren … Ich rufe zu einer sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten und zu Deeskalation auf. Geschieht dies nicht, droht ein größerer regionaler Konflikt mit schwerwiegenden Folgen für Zivilisten und die Stabilität der Region. Ich fordere alle Parteien nachdrücklich auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“

(Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Pool The New York Times | Kenny Holston und picture alliance/dpa/AP | Uncredited

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