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Wohnen

Nebenkostenabrechnung kommt zu spät? Für Mieter oft ein günstiger Zufall

Bei vielen Mietern flattert in den nächsten Wochen die Nebenkostenabrechnung für das Vorjahr ins Haus. Eine Frist kann dabei entscheidend sein.

Bei dem ein oder anderen Mieter könnte nicht zuletzt wegen der gestiegenen Energiepreise mit der Nebenkostenabrechnung eine saftige Nachzahlung fällig werden. Sollte es der Vermieter allerdings verpassen, rechtzeitig Bilanz zu ziehen, würden die Forderungen „verpuffen“, wie die Deutsche Presse-Agentur unter Verweis auf den Deutschen Mieterbund (DMB) berichtet.

Forderung aus Nebenkostenabrechnung kann verfallen

Dort weist Simone Marustzök dem Bericht zufolge darauf hin, dass Vermieter spätestens alle zwölf Monate abrechnen müssen. Eine Abrechnungsperiode sei dabei typischerweise das Kalenderjahr. In diesem Fall muss die Abrechnung, wie dpa erklärt, von 2022 also spätestens bis zum 31. Dezember 2023 beim Mieter sein. „Denkbar sind aber auch andere zwölfmonatige Zeitabschnitte“, sagt die Expertin laut des Berichts – etwa vom 1. Oktober bis 30. September. Dann muss das Vorjahr entsprechend bis zum 30. September des Folgejahres aufgearbeitet sein, heißt es schlussfolgernd.

Hielten sich Vermieter nicht an die jeweilige Frist, könnten sie im Nachgang auch keine Nachforderung mehr stellen, berichtet dpa – und dass Mieter dann eine mögliche Nachzahlung auch nicht mehr leisten müssten. Dpa verweist allerdings auf die Ausnahmen: „Haben Vermieter die verspätete Abrechnung nicht selbst verschuldet, zum Beispiel weil ein gemeindlicher Gebührenbescheid – etwa zur Grundsteuer – verzögert eingetrudelt ist, dürfen sie laut Gesetz trotzdem abrechnen“, schreibt die Nachrichtenagentur.

Auch bei der Nebenkostenabrechnung selbst sollten Mieter durchaus genauer hinschauen, wie Verbraucherschützer raten, nicht umsonst wird um viele Punkte häufig trefflich gestritten.

Bei der Nebenkostenabrechnung können Fehler passieren, die richtig teuer werden können.

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Mögliche Fehler in der Nebenkostenabrechnung?

Worauf sollten Mieter bei der Nebenkostenabrechnung zum Beispiel achten? Für Zahlungen, die mehr als zwölf Monate zurückliegen, müssen sie nicht aufkommen. Der Vermieter hat wie beschrieben genau ein Jahr lang Zeit, um die Abrechnung zu erstellen. Die Kosten für warmes Wasser werden zudem nicht immer nach dem eigentlichen Verbrauch abgerechnet, sondern anhand einer Formel geschätzt. Ist die Summe realistisch? Weitere Punkte, die Betroffene bei der Nebenkostenabrechnung prüfen sollten und wo Mieter bei Zweifeln professionelle Hilfe finden.

Neun Fehler, die Sie bei der Steuererklärung viel Geld kosten

Mutter und erwachsene Tochter
Unterhalt für volljährige Kinder: Zahlungen für unterhaltsberechtigte Personen (z.B. Kinder, Eltern, anderes Elternteil des gemeinsamen Kindes) lassen sich in der Regel absetzen. Dazu gehört etwa auch der Unterhalt für erwachsene Kinder, die studieren, aber noch daheim wohnen. Für 2022 können für Sprösslinge über 25 einen Betrag von maximal 10.347 Euro absetzen (zzgl. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge). Die Kinder müssen nicht angeben, ob die Eltern den Unterhalt geltend machen. (Symbolbild) © YAY Images/Imago
Schreibtisch in modernem Arbeitszimmer
Arbeitszimmer nicht absetzen: Wurde 2022 ein Raum (kein Durchgangszimmer) fast ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt, können etwa Miete und Nebenkosten anteilig abgesetzt werden. Wichtig hier: Der Raum muss den Mittelpunkt der Arbeit darstellen und das muss belegbar sein. Ist das nicht der Fall, können Kosten nur bis zu 1.250 Euro abgesetzt werden. Wenn das Arbeitszimmer nicht den gesetzlichen Ansprüchen entspricht, kann man die Homeoffice-Pauschale in Anspruch nehmen (max. 600 Euro). (Symbolbild) © Addictive Stock/Imago
Frau in Videocall zu Hause
Internet und Telefon im Homeoffice: Oft vergessen: Wenn die privaten Leitungen von Internet und Telefon beruflich mitgenutzt werden, können davon 20 Prozent der Kosten als Werbungskosten abgesetzt werden. Wichtig: höchstens 20 Euro im Monat. Die Kosten werden ersetzt zu denen von Arbeitszimmer oder Homeoffice (2022: 120 Tage à fünf Euro). (Symbolbild) © Rainer Berg/Imago
Klempner repariert Abfluss
Handwerker-Anfahrt: Auch bei Handwerkern lässt sich ein bisschen Geld wiederholen. 20 Prozent Steuerrabatt gibt es auf die ausgewiesenen Lohnkosten (s. Rechnung). Dazu gehören etwa die Entsorgung von Grün­gut, Anfahrts- oder Verbrauchs­mittel­pauschalen. Tipp: Immer Rechnungen aufschlüsseln lassen, Belege aufheben und nicht bar zahlen. (Symbolbild)  © Monkey Business 2/Imago
Weibliche Autofahrerin, Nahaufnahme
Fahrt zur Praxis: Nur wenige Menschen wissen, dass man auch die Fahrten zu Ärzten, Therapie oder Reha-Maßnahmen absetzen kann (30 Cent/gefahrener Kilometer). Alle Kosten rund um die Gesundheit gelten als außergewöhnliche Belastungen. Als Nachweis reicht eine einfache Aufstellung der Fahrten aus. (Symbolbild) © Matej Kastelic/Imago
Gesundheitskarte mit Geldscheinen.
Kinder-Krankenkassenbeiträge: Befindet sich das Kind in einer Ausbildung, ist es meist günstiger, wenn die Eltern seine Sozial­versicherungs­beiträge in der eigenen Steuererklärung angeben. Auch, wenn das Kind selbst Versicherungsnehmer ist. Hier liegt großes Sparpotenzial und für den Nachwuchs gibt es keinen Nachteil. Sie sind erst ab einem Bruttoeinkommen von 13.150 Euro steuerpflichtig. (Symbolbild) © Zerbor/Imago
Geschäftsmann isst Nudeln mit Kollegen, Nahaufanahme
Verpflegungspauschale nicht angeben: Sind Arbeitnehmer viel unterwegs und eben nicht im Homeoffice, kann die Verpflegungspauschale geltend gemacht werden. Bei Abwesenheiten von acht Stunden und mehr sind das 14 Euro pro Tag, bei 24 Stunden 28 Euro und die An- und Abreisetage bringen je 14 Euro. Dazu zählt es übrigens auch, wenn man Wohnung oder Büro für das Mittagessen verlässt (Pause muss allerdings nachgewiesen werden, z.B. mit Arbeitgeberbescheinigung oder Tabellen zur Zeiterfassung). (Symbolbild) © Josep Suria/Imago
Mercedes Autohaus bietet Geschäftswagen an.
Zu viel für Firmenwagen gezahlt: Arbeitnehmer versteuern ihren Dienstwagen zusätzlich zum Monatsgehalt (Privatfahrten um ein Prozent, Dienstfahrten um 0,03 Prozent je Entfernungskilometer). Aber: Wer 2022 den Großteil der Zeit im Homeoffice war, kann seinen Bruttolohn um die zu viel versteuerten Fahrten mindern. (Symbolbild) © Arnulf Hettrich/Imago
Zwei Stempel je mit den Worten Steuer und Erklärung.
Verspätete Abgabe: Wer den Stichtag für die Steuererklärung verpasst (für 2022 ist das der 02. Oktober 2023), zahlt einen Verspätungszuschlag von mindestens 25 Euro pro angebrochenem Monat. Wer seine Steuererklärung also pünktlich dem Finanzamt zukommen lasst, zahlt nichts drauf. (Symbolbild) © Felix Schlikis/Imago

Nachforderungen verfallen, aber das Guthaben nicht

Nicht immer ist eine Nebenkostenabrechnung mit einer Nachzahlung verbunden. Sondern es könnte sich daraus auch ergeben, dass die monatlichen Vorauszahlungen seitens des Mieters die tatsächlich angefallenen Kosten übersteigen. Die gute Nachricht für Mieter: Im Gegensatz zu Nachzahlungsansprüchen kann ein Guthaben nicht verfallen, wie es in dem dpa-Bericht ebenfalls heißt. Vermieter sind demzufolge grundsätzlichen verpflichtet, die Schlussrechnung zu erstellen. 

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Nebenkostenabrechnung: Was Mieter steuerlich an Geld herausholen können

Es gibt zudem zahlreiche Wohnnebenkosten, an denen Mieter oder Eigentümer gleichermaßen das Finanzamt beteiligen können, wie Experten der Lohnsteuerhilfe vorrechnen. Eine Steuererklärung könnte sich entsprechend lohnen.

Rubriklistenbild: © Sascha Steinach/Imago

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