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„Es ist auffällig“

Widerspruch zu Kronprinz Haakons Aussage: Marius Borg Høiby büßt dieses Privileg ein

Während momentan geprüft wird, ob gegen Marius Borg Høiby Anklage erhoben wird, verliert der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit nun ein langjähriges Sonderrecht.

Oslo – Die Ermittlungen gegen Marius Borg Høiby (28) sind abgeschlossen, jetzt wartet die norwegische Königsfamilie auf die Entscheidung, ob tatsächlich Anklage gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (51) erhoben wird. Dennoch ließen es sich Kronprinz Haakon (52), Prinz Sverre Magnus (19) und Marius nicht nehmen, Ende Juli einige Tage gemeinsam im Surf-Urlaub in Portugal zu verbringen. Auf ein Privileg musste Marius bei dieser Reise jedoch im Gegensatz zu seinem Stiefvater und seinem Stiefbruder verzichten.

Im vergangenen Sommer bestätigte Kronprinz Haakon (links) noch, dass sein Stiefsohn Marius über einen Diplomatenpass verfügt, inzwischen wurde ihm dieser jedoch entzogen.

Seit seiner Kindheit hatte Marius Borg Høiby, der kein offizielles Mitglied des norwegischen Königshauses ist, Zugang zu besonderen Reisevorzügen, die normalerweise nur Diplomaten und Mitgliedern der königlichen Familie vorbehalten sind. Diese Zeiten sind nun offenbar vorbei. Wie die norwegische Boulevardzeitung Se og Hør jetzt enthüllt, hat Marius seit sechs Monaten keinen Diplomatenpass mehr.

Marius Borg Høiby nutzte Diplomatenpass jahrelang für private Zwecke

„Wir haben die Verwendung von Diplomatenpässen in Absprache mit dem Außenministerium überprüft und sind zu folgendem Ergebnis gekommen: Mitglieder des Königshauses sowie Prinz Sverre Magnus (19), Prinzessin Märtha Louise (53) und Prinzessin Astrid (93) besitzen Diplomatenpässe“, teilt Kommunikationschefin Guri Varpe mit. „Andere Mitglieder der königlichen Familie reisen nach Vollendung des 18. Lebensjahres mit regulären Pässen. Diese Praxis besteht seit über sechs Monaten.“

Nachdem im vergangenen August die Gewaltvorwürfe gegen Marius öffentlich geworden waren, sah sich Kronprinz Haakon mit unangenehmen Fragen zur Sonderbehandlung seines Stiefsohnes konfrontiert. Im Interview mit dem norwegischen Rundfunk NRK bestätigte Haakon damals: „Seit seiner Kindheit besitzt er sowohl einen regulären Reisepass als auch einen Diplomatenpass.“ Dass Marius Borg Høiby dieses Privileg gerade jetzt entzogen wurde, scheint kein Zufall zu sein.

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

Norwegens König Haakon VIII. legt am 1. September 2026 im Storting den Eid gemäß der Verfassung ab.
König Haakon VIII. ist zwar zwei Jahre jünger als seine Schwester Prinzessin Märtha Louise, ursprünglich hatten die Männer in Norwegens Monarchie jedoch Vorrang. Erst in den 1990ern wurde die Verfassung geändert, jedoch nicht rückwirkend. Demnach folgte Haakon seinem Vater Harald nach dessen Tod auf den Thron. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Am 25. August 2001 heiratete Haakon Mette-Marit Tjessem Høiby und machte sie so zur zukünftigen Königin Norwegens. Mette-Marit brachte ihren damals vierjährigen Sohn Marius mit in die Ehe, gemeinsam mit Kronprinz Haakon hat sie zwei Kinder. Wie 2018 bekanntgegeben wurde, ist die Kronprinzessin unheilbar an chronischer Lungenfibrose erkrankt. © Lise Åserud/NTB/AFP
Königin Sonja und König Harald 2023 bei einer Audienz im Palast vor der Verleihung des Friedensnobelpreises.
König Harald V. von Norwegen übernahm am 17. Januar 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. († 87) das Zepter und blieb seinem Versprechen treu, bis zu seinem Lebensende zu regieren. Seine bürgerliche Ehefrau Sonja durfte er erst heiraten, nachdem er gedroht hatte, andernfalls für immer ledig zu bleiben. Sonja trägt auch nach Haralds Tod am 28. August 2026 weiterhin den Titel Königin. Am 29. August 2026 hätten die beiden ihren 58. Hochzeitstag gefeiert. © picture alliance/dpa/NTB/Hanna Johre
Norwegens Kronprinzessin Ingrid Alexandra bei der Vereidigung ihres Vaters König Haakon VIII. am 1. September 2026 im Storting in oslo.
Kronprinzessin Ingrid Alexandra ist das erstgeborene Kind von König Haakon und Königin Mette-Marit, nach der Verfassungsänderung hat sie in der Thronfolge Vorrang vor ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Sverre Magnus, Prinz von Norwegen, trifft im Storting ein, wo König Haakon VIII. am 1.9.2026 gemäß der Verfassung seinen Eid ablegt.
Prinz Sverre Magnus ist der jüngere Bruder von Prinzessin Ingrid Alexandra und belegt in der norwegischen Thronfolge aktuell Rang zwei. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Terje Pedersen
Prinzessin Märtha Louise von Norwegen 2025 bei der Aufzeichnung einer Talkshow in Stockholm.
Prinzessin Märtha Louise ist das älteste Kind von König Harald und Königin Sonja, aufgrund der damaligen Verfassung landet sie in der Thronfolge allerdings hinter ihrem älteren Bruder Haakon und dessen Kindern. In erster Ehe war Märtha Louise mit dem Schriftsteller Ari Behn († 2019) verheiratet, die beiden ließen sich 2017 scheiden. © IMAGO/TT
Maud Angelica Behn, Emma Tallulah Behn und Leah Isadora Behn bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett in Geiranger.
Maud Angelica, Emma Tallulah und Leah Isadora stammen aus Prinzessin Märtha Louises Ehe mit Ari Behn. Maud belegt in der norwegischen Thronfolge Platz 5, dahinter folgt Leah auf Rang 6, an 7. Stelle steht Emma. © picture alliance/dpa/NTB/Cornelius Poppe
Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett bei ihrer Hochzeit am 31. August 2024 in Geiranger.
Am 31. August 2024 heiratete Prinzessin Märtha Louise in Geiranger den selbsternannten Schamanen Durek Verrett. Die Beziehung ist in Norwegen umstritten, nach der Verlobung kündigte Märtha Louise an, keine offiziellen Aufgaben mehr für das Königshaus zu übernehmen. Ihren Prinzessinnen-Titel will sie zudem nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Durek Verrett ist trotz Hochzeit kein offizielles Mitglied der norwegischen Königsfamilie. © IMAGO/PPE
Marius Borg Høiby 2022 bei den Feierlichkeiten zu Prinzessin Ingrid Alexandras 18. Geburtstag.
Ebenfalls kein offizielles Mitglied der königlichen Familie ist Marius Borg Høiby. Der erstgeborene Sohn von Mette-Marit wuchs gemeinsam mit seinen beiden Halbgeschwistern Ingrid Alexandra und Sverre Magnus auf, sorgte jedoch regelmäßig für negative Schlagzeilen. Im August 2024 wurde der negative Höhepunkt erreicht, nachdem Marius wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung festgenommen wurde. Hinzu kam der Vorwurf der Vergewaltigung, weshalb Marius im November 2024 eine Woche in Untersuchungshaft verbrachte. © Lise Åserud/NTB/AFP
Prinzessin Astrid 2024 bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett.
Prinzessin Astrid ist die ältere Schwester von König Harald. Prinzessin Ragnhild, die älteste Tochter von König Olav V., verstarb 2012 im Alter von 82 Jahren. © IMAGO/PPE

„Es ist auffällig, dass diese Änderung genau in dem Zeitraum vorgenommen wurde, in dem Marius schwere Straftaten zur Last gelegt werden“, so ein Insider gegenüber Se og Hør. „Alles deutet darauf hin, dass es einen Zusammenhang gibt.“ Im vergangenen Herbst machte das Königshaus von Norwegen auch an der königlichen Webseite Tabula rasa und nahm Änderungen an Marius‘ Platzierung vor. Verwendete Quellen: seher.no, nrk.no

Rubriklistenbild: © IMAGO/ABACAPRESS/Bestimage

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