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Prozess rückt immer näher

„Ganz anderer Marius“: Skandal-Prinz Borg Høiby bekommt Suchthilfe – Anwälte äußern sich

Die Anwälte von Marius Borg Høiby bestätigen, dass ihr Mandant derzeit in Behandlung ist. Vor dem großen Prozess im Februar gibt es neue Details.

Oslo – Die Verteidiger von Marius Borg Høiby (28) brechen ihr Schweigen. In einem seltenen Interview mit dem norwegischen Fernsehsender TV 2 sprechen die Anwälte Ellen Holager Andenæs (78) und Petar Sekulic über den aktuellen Zustand ihres Mandanten. Dabei bestätigen sie: Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) befindet sich weiterhin in Behandlung wegen seiner Suchtprobleme. „Wir können bestätigen, dass er in Behandlung ist“, erklärt Sekulic gegenüber dem Sender. Weitere Details zum Umfang der Therapie wollen die Verteidiger jedoch nicht preisgeben.

Kronprinz Haakon (re.) und sein Stiefsohn Marius Borg Høiby (li.) bei den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Thronjubiläum von König Harald von Norwegen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Marius Borg Høiby professionelle Hilfe in Anspruch nimmt. Bereits im August 2024 hatte er in einer schriftlichen Stellungnahme laut dem norwegischen Rundfunk NRK eingeräumt, über längere Zeit mit Drogenproblemen gekämpft zu haben. Damals schrieb er: „Ich habe über längere Zeit an Drogenkonsum gelitten, etwas, wofür ich früher in Behandlung war. Diese Behandlung werde ich nun wieder aufnehmen und sehr ernst nehmen.“ Nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft Ende November 2024 begab sich der 28-Jährige laut mehreren Medienberichten in eine Entzugsklinik in London, wie das norwegische Boulevardblatt Se og Hør berichtet. Kronprinzessin Mette-Marit begleitete ihren Sohn damals persönlich in die britische Hauptstadt.

Marius Borg Høiby nimmt Behandlung ernst: Anwälte sorgen sich vor dem Prozess um massiven Mediendruck

Doch die Sorgen der Anwälte gelten nicht nur dem Gesundheitszustand ihres Mandanten. Andenæs und Sekulic äußern sich in dem Interview auch besorgt über den massiven Medienrummel, der Marius Borg Høiby umgibt. „Es wäre seltsam, wenn wir nicht besorgt wären über den Mediendruck, der sich jetzt entwickelt. Und es wird wahrscheinlich nicht viel besser werden, je näher der Gerichtstermin kommt“, erklärt Andenæs laut TV 2. Besonders die Berichterstattung in sozialen Medien bereitet dem Verteidigungsteam Kopfzerbrechen. Mögliche Szenarien liegen auf der Hand: Der Angeklagte könnte auf dem Weg ins Gericht gefilmt werden, die Aufnahmen könnten sich negativ kommentiert auf Social-Media-Plattformen wie TikTok verbreiten.

Ab dem 3. Februar nächsten Jahres muss sich Marius Borg Høiby vor dem Osloer Bezirksgericht verantworten. Die Anklage umfasst insgesamt 32 Punkte, darunter vier Vergewaltigungsvorwürfe, Körperverletzung und Verstöße gegen das Straßenverkehrsgesetz. Der Stiefsohn von Kronprinz Haakon (52) hat lediglich zugegeben, am 4. August 2024 gewalttätig gegen seine damalige Freundin gewesen zu sein und Gegenstände in deren Wohnung zerstört zu haben. Die schwerwiegendsten Vorwürfe bestreitet er vehement. Der Prozess ist für sechs Wochen angesetzt und soll bis Mitte März dauern.

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

Norwegens König Haakon VIII. legt am 1. September 2026 im Storting den Eid gemäß der Verfassung ab.
König Haakon VIII. ist zwar zwei Jahre jünger als seine Schwester Prinzessin Märtha Louise, ursprünglich hatten die Männer in Norwegens Monarchie jedoch Vorrang. Erst in den 1990ern wurde die Verfassung geändert, jedoch nicht rückwirkend. Demnach folgte Haakon seinem Vater Harald nach dessen Tod auf den Thron. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Am 25. August 2001 heiratete Haakon Mette-Marit Tjessem Høiby und machte sie so zur zukünftigen Königin Norwegens. Mette-Marit brachte ihren damals vierjährigen Sohn Marius mit in die Ehe, gemeinsam mit Kronprinz Haakon hat sie zwei Kinder. Wie 2018 bekanntgegeben wurde, ist die Kronprinzessin unheilbar an chronischer Lungenfibrose erkrankt. © Lise Åserud/NTB/AFP
Königin Sonja und König Harald 2023 bei einer Audienz im Palast vor der Verleihung des Friedensnobelpreises.
König Harald V. von Norwegen übernahm am 17. Januar 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. († 87) das Zepter und blieb seinem Versprechen treu, bis zu seinem Lebensende zu regieren. Seine bürgerliche Ehefrau Sonja durfte er erst heiraten, nachdem er gedroht hatte, andernfalls für immer ledig zu bleiben. Sonja trägt auch nach Haralds Tod am 28. August 2026 weiterhin den Titel Königin. Am 29. August 2026 hätten die beiden ihren 58. Hochzeitstag gefeiert. © picture alliance/dpa/NTB/Hanna Johre
Norwegens Kronprinzessin Ingrid Alexandra bei der Vereidigung ihres Vaters König Haakon VIII. am 1. September 2026 im Storting in oslo.
Kronprinzessin Ingrid Alexandra ist das erstgeborene Kind von König Haakon und Königin Mette-Marit, nach der Verfassungsänderung hat sie in der Thronfolge Vorrang vor ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Sverre Magnus, Prinz von Norwegen, trifft im Storting ein, wo König Haakon VIII. am 1.9.2026 gemäß der Verfassung seinen Eid ablegt.
Prinz Sverre Magnus ist der jüngere Bruder von Prinzessin Ingrid Alexandra und belegt in der norwegischen Thronfolge aktuell Rang zwei. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Terje Pedersen
Prinzessin Märtha Louise von Norwegen 2025 bei der Aufzeichnung einer Talkshow in Stockholm.
Prinzessin Märtha Louise ist das älteste Kind von König Harald und Königin Sonja, aufgrund der damaligen Verfassung landet sie in der Thronfolge allerdings hinter ihrem älteren Bruder Haakon und dessen Kindern. In erster Ehe war Märtha Louise mit dem Schriftsteller Ari Behn († 2019) verheiratet, die beiden ließen sich 2017 scheiden. © IMAGO/TT
Maud Angelica Behn, Emma Tallulah Behn und Leah Isadora Behn bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett in Geiranger.
Maud Angelica, Emma Tallulah und Leah Isadora stammen aus Prinzessin Märtha Louises Ehe mit Ari Behn. Maud belegt in der norwegischen Thronfolge Platz 5, dahinter folgt Leah auf Rang 6, an 7. Stelle steht Emma. © picture alliance/dpa/NTB/Cornelius Poppe
Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett bei ihrer Hochzeit am 31. August 2024 in Geiranger.
Am 31. August 2024 heiratete Prinzessin Märtha Louise in Geiranger den selbsternannten Schamanen Durek Verrett. Die Beziehung ist in Norwegen umstritten, nach der Verlobung kündigte Märtha Louise an, keine offiziellen Aufgaben mehr für das Königshaus zu übernehmen. Ihren Prinzessinnen-Titel will sie zudem nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Durek Verrett ist trotz Hochzeit kein offizielles Mitglied der norwegischen Königsfamilie. © IMAGO/PPE
Marius Borg Høiby 2022 bei den Feierlichkeiten zu Prinzessin Ingrid Alexandras 18. Geburtstag.
Ebenfalls kein offizielles Mitglied der königlichen Familie ist Marius Borg Høiby. Der erstgeborene Sohn von Mette-Marit wuchs gemeinsam mit seinen beiden Halbgeschwistern Ingrid Alexandra und Sverre Magnus auf, sorgte jedoch regelmäßig für negative Schlagzeilen. Im August 2024 wurde der negative Höhepunkt erreicht, nachdem Marius wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung festgenommen wurde. Hinzu kam der Vorwurf der Vergewaltigung, weshalb Marius im November 2024 eine Woche in Untersuchungshaft verbrachte. © Lise Åserud/NTB/AFP
Prinzessin Astrid 2024 bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett.
Prinzessin Astrid ist die ältere Schwester von König Harald. Prinzessin Ragnhild, die älteste Tochter von König Olav V., verstarb 2012 im Alter von 82 Jahren. © IMAGO/PPE

Quellen zufolge soll sich Marius Borg Høiby kürzlich in einem Ausgehviertel in Oslo gezeigt haben – und zwar als „ganz anderer Marius“, wie Se og Hør unter Berufung auf Augenzeugen meldet. Diese berichteten dem norwegischen Boulevardblatt, dass sich der 28-Jährige ruhig und besonnen verhalten habe und nüchtern gewesen sei. Ein Zeichen der Hoffnung für die gebeutelte norwegische Königsfamilie, die seit Monaten im Zentrum eines beispiellosen Skandals steht. Verwendete Quellen: seher.no, tv2.no, nrk.no

Rubriklistenbild: © Bernard Rubsamen/Imago

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