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Königshaus in Not

Mette-Marit greift nach Epstein-Enthüllung zu drastischem Schritt – Ende einer Ära?

Nach den Enthüllungen über ihre Verbindung zu Jeffrey Epstein meldet sich Kronprinzessin Mette-Marit mit bewegenden Worten der Entschuldigung.

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit (52) sieht sich zu einem drastischen Schritt gezwungen. In einer offiziellen Stellungnahme, die das Königshaus am Freitag (6. Februar) veröffentlicht, entschuldigt sich Mette-Marit nicht nur bei der norwegischen Bevölkerung, sondern explizit bei König Harald V. (88) und Königin Sonja (88). „Ich bedauere auch die Situation, in die ich das Königshaus gebracht habe, insbesondere den König und die Königin“, so die Kronprinzessin. Der Hintergrund: Ende Januar veröffentlichte das US-Justizministerium neue Dokumente zum Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein († 66, 2019), in denen Mette-Marit über 1.000-mal auftaucht.

Mette-Marit entschuldigt sich hochoffiziell bei König Harald und Königin Sonja von Norwegen.

Die Kronprinzessin räumt in ihrer Erklärung ein, dass sie über Jahre hinweg Kontakt zu Epstein pflegte – zwischen 2011 und 2014. „Ich möchte mich zutiefst für meine Freundschaft mit Jeffrey Epstein entschuldigen. Es ist mir wichtig, mich bei allen zu entschuldigen, die ich enttäuscht habe“, zitiert die offizielle Website des norwegischen Königshauses Mette-Marit. Die Ehefrau von Kronprinz Haakon (52) gesteht ein, dass Teile der Nachrichten zwischen Epstein und ihr „nicht den Menschen repräsentieren, der ich sein möchte“. Besonders brisant: Die Kontakte fanden statt, nachdem Epstein bereits 2008 wegen der erzwungenen Prostitution einer Minderjährigen verurteilt worden war.

Mette-Marit in der Krise: Zwischen Epstein-Skandal und familiären Turbulenzen bittet sie um Vergebung

Das Königshaus betont in seiner Mitteilung, dass Mette-Marit sich „entschieden von Epsteins Übergriffen und kriminellen Handlungen“ distanziere. Der Kronprinzessin „tut sehr leid, dass sie nicht früh genug verstanden hat, was für ein Mensch er war“, heißt es weiter. Mette-Marit wolle sich ausführlicher erklären und mehr über die damaligen Geschehnisse erzählen. Doch dazu fehle ihr momentan die Kraft. „Die Kronprinzessin befindet sich in einer sehr schwierigen Situation. Sie hofft auf Verständnis dafür, dass sie Zeit braucht, um sich zu sammeln“, teilt der Hof mit.

Die Enthüllungen kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für die königliche Familie. Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Epstein-Akten begann in Oslo der Prozess gegen Mette-Marits ältesten Sohn Marius Borg Høiby (29) aus einer früheren Beziehung. Ihm werden unter anderem Vergewaltigung und weitere schwere Straftaten vorgeworfen. Das Königshaus steht somit mit zwei handfesten Skandalen unter Druck, in beide ist Mette-Marit irgendwie verwickelt.

Geheime Epstein-Liste birgt Überraschungen: Die 15 prominentesten Namen

Jeffrey Epstein und seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell
Jeffrey Epstein soll sich eine Art Prostitutions-Ring aufgebaut und prominenten Bekannten junge Mädchen zum Sex zur Verfügung gestellt haben. Seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell war seine „rechte Hand“. Epstein beging 2019 Selbstmord, bevor er verurteilt werden konnte. Die US-Bezirksrichterin Preska sah keine rechtliche Grundlage dafür, die insgesamt 175 Namen weiterhin zurückzuhalten. Die Liste ist nun öffentlich. Eine Nennung bedeutet nicht, dass die Person aktiver Teil des Missbrauchsnetzwerks um Epstein war, sondern zunächst nur, dass der Name in dem Zivilprozess fiel.  © AFP (Foto undatiert)
Ghislaine Maxwell war Epsteins „rechte Hand“.
2021 wurde Ghislaine Maxwell unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. © Rick Bajornas/Unted Nations via AP/dpa
 Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell.
Die wohl bekannteste Aufnahme aus der Zeit. Dieses undatierte, vom US-Justizministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell. Giuffre behauptet, als Minderjährige vom Sohn der verstorbenen britischen Königin Elizabeth II. missbraucht worden zu sein. Er hat die Anschuldigungen aber stets bestritten.  © Us Department Of Justice/PA Media/dpa
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal.
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal. Auch Zeugin Johanna Sojberg warf ihm vor, als 21-Jährige von ihm sexuell belästigt worden zu sein. © Neil Hall/PA Wire/dpa
Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.
Er hingegen ist keine Überraschung auf der Liste: Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.  © Evan Agostini/Invision/AP/dpa
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010.
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010. Auch der Nobelpreisträger steht offenbar auf der Liste des Gerichts im Missbrauchsprozess um Jeffrey Epstein und seine Frau Ghislaine Maxwell. © dpa
US-Schauspieler Kevin Spacey
US-Schauspieler Kevin Spacey ist wegen dreimaliger unsittlicher Körperverletzung, siebenmaliger sexueller Nötigung, einmaliger Veranlassung sexueller Handlungen ohne Zustimmung und einmaliger Veranlassung penetranter sexueller Handlungen ohne Zustimmung zwischen 2001 und 2005 angeklagt. Auch sein Name taucht in Zusammenhang mit Epstein auf. Details sind allerdings nicht bekannt. © Yui Mok/PA Wire/dpa
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder – allerdings im Kontext der Befragung einer Zeugin, die angab, zu Trump niemals sexuellen Kontakt gehabt zu haben. © Charlie Neibergall/AP
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste.
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste. Er sei bei einem Essen bei Epstein anwesend gewesen und auch über die skandalösen Handlungen Epsteins Bescheid gewusst haben. Das behauptete Zeugin Sjoberg. © Christina Horsten/dpa
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009.
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009. Er soll Gast im Anwesen von Epstein in Palm Beach, Florida, gewesen sein, ist sich Zeugin Johanna Sojberg sicher. © Aaron Lambert/The Santa Maria Times Pool via AP/dpa
Des britische Astrophysiker Stephen Hawking.
Nicht minder überraschend taucht in den nun veröffentlichten Seiten auch der Name des britischen Astrophysikers Stephen Hawking auf. Auch er soll auf mindestens einer Feier Epsteins gewesen sein. Hawking starb 2018. © FACUNDO ARRIZABALAGA/dpa
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Liste, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz.
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Epstein-Liste des Gerichts, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz... © Andrew H. Walker/Getty Images/AFP
Schauspielerin Cate Blanchett
...Diaz‘ Schauspielkollegin Cate Blanchett... © Fabian Sommer/dpa
Supermodel Naomi Campbell.
...oder Supermodel Naomi Campbell. © Jennifer Graylock/PA Wire/dpa
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen.
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen. Allerdings wohl nur, weil Epstein mit ihm und Kollegin Cate Blanchett und ihrem Kollegen Leonardo DiCaprio angegeben habe, berichtete Zeugin Johanna Sojberg, die Epstein zum Sex gezwungen haben soll, vor Gericht. Er habe von Telefonaten berichtet. Getroffen habe sie die beiden aber nicht. © Andy Buchanan / AFP
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt.
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt. © Charles Sykes/Invision via AP/dpa
Auch „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht.
Und „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht. © dpa
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen.
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen. © John Lamparski/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/Getty Images via AFP

„Wir verstehen die starken Reaktionen der Menschen auf das, was in den letzten Tagen bekannt geworden ist“, erklärt das Königshaus in seiner offiziellen Stellungnahme auf kongehuset.no. Ob die Entschuldigung von Mette-Marit ausreicht, um das angeschlagene Vertrauen der Norweger zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten. Die Kronprinzessin, die einst als künftige Königin gefeiert wurde, kämpft nun um ihre Reputation – und um ihre Zukunft an der Seite des Thronfolgers. Verwendete Quellen: kongehuset.no

Rubriklistenbild: © Javad Parsa/dpa

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