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Schmerzliches Fazit

„Ich bin ein Monster“: Marius Borg Høibys bittere Abrechnung mit Staatsanwalt

Mit zitternder Stimme und Tränen in den Augen wandte sich Marius Borg Høiby ein letztes Mal an das Gericht – und ließ alle sprachlos zurück.

Mit einer von tiefer Erschütterung geprägten Rede hat Marius Borg Høiby (29) am letzten Tag der Beweisaufnahme in seiner Strafsache die Anwesenden im Gerichtssaal aufhorchen lassen. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52), der Ehefrau von Kronprinz Haakon (52), trat auf Bitten seines Verteidigers Petar Sekulic ein letztes Mal ans Mikrofon. Was dann folgte, war kein juristisches Statement, sondern ein menschliches Bekenntnis.

Marius Borg Høiby weinte wiederholt vor Gericht. Seine letzten Worte im Prozess zeigen einsame Resignation.

Sichtlich bewegt und mit brechender Stimme schilderte Marius Borg Høiby laut norwegischen Prozessbeobachtern – darunter dem Boulevardblatt Verdens Gang –, wie der monatelange Mediendruck ihn als Person nahezu ausgelöscht habe. „Der Mediendruck hat mich als Mensch ausgelöscht. Ich bin nicht länger Marius, ich bin ein Monster. Ich bin das Hassobjekt ganz Norwegens“, sagte er unter Tränen. Der Saal verstummte.

Marius Borg Høiby und der unerträgliche Mediendruck: Wenn ein Name zur Last wird

Wie die norwegische Qualitätszeitung Aftenposten dokumentiert, berichtete Marius Borg Høiby, rund 98 Prozent seines sozialen Umfelds verloren zu haben. Selbst engste Freunde mieden seine Gesellschaft aus Angst vor gesellschaftlichem Druck. Hinzu kämen schwere psychische Belastungen: Er befinde sich in Abklärung für eine posttraumatische Belastungsstörung, leide unter sozialer Angst und tiefer Depression. Auch gegenüber der Polizei erhob er Vorwürfe – sie habe ihn durch die Beschlagnahme seiner Telefone und Social-Media-Konten von seinem Netzwerk im Ausland abgeschnitten.

Staatsanwalt Sturla Henriksbø reagierte sachlich auf die Rede. Gegenüber Dagbladet erklärte er, es sei „verständlich, dass er es als belastend erlebt, in einem großen und medial viel beachteten Strafverfahren angeklagt zu sein“. Henriksbø betonte, Høiby habe mehrfach die Möglichkeit gehabt, sich zu äußern – auch in diesem abschließenden Moment. Verteidigerin Ellen Holager Andenæs beschrieb die vergangenen anderthalb Jahre als eine „gewaltige Belastung“ für ihren Mandanten.

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

Norwegens König Haakon VIII. legt am 1. September 2026 im Storting den Eid gemäß der Verfassung ab.
König Haakon VIII. ist zwar zwei Jahre jünger als seine Schwester Prinzessin Märtha Louise, ursprünglich hatten die Männer in Norwegens Monarchie jedoch Vorrang. Erst in den 1990ern wurde die Verfassung geändert, jedoch nicht rückwirkend. Demnach folgte Haakon seinem Vater Harald nach dessen Tod auf den Thron. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Am 25. August 2001 heiratete Haakon Mette-Marit Tjessem Høiby und machte sie so zur zukünftigen Königin Norwegens. Mette-Marit brachte ihren damals vierjährigen Sohn Marius mit in die Ehe, gemeinsam mit Kronprinz Haakon hat sie zwei Kinder. Wie 2018 bekanntgegeben wurde, ist die Kronprinzessin unheilbar an chronischer Lungenfibrose erkrankt. © Lise Åserud/NTB/AFP
Königin Sonja und König Harald 2023 bei einer Audienz im Palast vor der Verleihung des Friedensnobelpreises.
König Harald V. von Norwegen übernahm am 17. Januar 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. († 87) das Zepter und blieb seinem Versprechen treu, bis zu seinem Lebensende zu regieren. Seine bürgerliche Ehefrau Sonja durfte er erst heiraten, nachdem er gedroht hatte, andernfalls für immer ledig zu bleiben. Sonja trägt auch nach Haralds Tod am 28. August 2026 weiterhin den Titel Königin. Am 29. August 2026 hätten die beiden ihren 58. Hochzeitstag gefeiert. © picture alliance/dpa/NTB/Hanna Johre
Norwegens Kronprinzessin Ingrid Alexandra bei der Vereidigung ihres Vaters König Haakon VIII. am 1. September 2026 im Storting in oslo.
Kronprinzessin Ingrid Alexandra ist das erstgeborene Kind von König Haakon und Königin Mette-Marit, nach der Verfassungsänderung hat sie in der Thronfolge Vorrang vor ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Sverre Magnus, Prinz von Norwegen, trifft im Storting ein, wo König Haakon VIII. am 1.9.2026 gemäß der Verfassung seinen Eid ablegt.
Prinz Sverre Magnus ist der jüngere Bruder von Prinzessin Ingrid Alexandra und belegt in der norwegischen Thronfolge aktuell Rang zwei. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Terje Pedersen
Prinzessin Märtha Louise von Norwegen 2025 bei der Aufzeichnung einer Talkshow in Stockholm.
Prinzessin Märtha Louise ist das älteste Kind von König Harald und Königin Sonja, aufgrund der damaligen Verfassung landet sie in der Thronfolge allerdings hinter ihrem älteren Bruder Haakon und dessen Kindern. In erster Ehe war Märtha Louise mit dem Schriftsteller Ari Behn († 2019) verheiratet, die beiden ließen sich 2017 scheiden. © IMAGO/TT
Maud Angelica Behn, Emma Tallulah Behn und Leah Isadora Behn bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett in Geiranger.
Maud Angelica, Emma Tallulah und Leah Isadora stammen aus Prinzessin Märtha Louises Ehe mit Ari Behn. Maud belegt in der norwegischen Thronfolge Platz 5, dahinter folgt Leah auf Rang 6, an 7. Stelle steht Emma. © picture alliance/dpa/NTB/Cornelius Poppe
Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett bei ihrer Hochzeit am 31. August 2024 in Geiranger.
Am 31. August 2024 heiratete Prinzessin Märtha Louise in Geiranger den selbsternannten Schamanen Durek Verrett. Die Beziehung ist in Norwegen umstritten, nach der Verlobung kündigte Märtha Louise an, keine offiziellen Aufgaben mehr für das Königshaus zu übernehmen. Ihren Prinzessinnen-Titel will sie zudem nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Durek Verrett ist trotz Hochzeit kein offizielles Mitglied der norwegischen Königsfamilie. © IMAGO/PPE
Marius Borg Høiby 2022 bei den Feierlichkeiten zu Prinzessin Ingrid Alexandras 18. Geburtstag.
Ebenfalls kein offizielles Mitglied der königlichen Familie ist Marius Borg Høiby. Der erstgeborene Sohn von Mette-Marit wuchs gemeinsam mit seinen beiden Halbgeschwistern Ingrid Alexandra und Sverre Magnus auf, sorgte jedoch regelmäßig für negative Schlagzeilen. Im August 2024 wurde der negative Höhepunkt erreicht, nachdem Marius wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung festgenommen wurde. Hinzu kam der Vorwurf der Vergewaltigung, weshalb Marius im November 2024 eine Woche in Untersuchungshaft verbrachte. © Lise Åserud/NTB/AFP
Prinzessin Astrid 2024 bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett.
Prinzessin Astrid ist die ältere Schwester von König Harald. Prinzessin Ragnhild, die älteste Tochter von König Olav V., verstarb 2012 im Alter von 82 Jahren. © IMAGO/PPE

Marius Borg Høiby ist wegen insgesamt 40 Vergehen angeklagt, darunter vier Vergewaltigungen im Schlaf sowie Misshandlung in engen Beziehungen. Die schwersten Vorwürfe bestreitet er. Ein Urteil wird für den Sommer erwartet. Als er seine Rede beendete, richtete er sich laut dem norwegischen Boulevardblatt VG ein letztes Mal an den Saal – mit Worten, die kaum jemanden unberührt lassen: „Mein gesamtes Privatleben ist ausgelöscht. Es gibt nichts, das ich noch privat habe. Ich bin ganz allein.“ Tatsächlich besuchten ihn Mette-Marit und Haakon zwar im Gefängnis, doch die Auftritte vor Gericht bestand Marius allein. Verwendete Quellen: vg.no, dagbladet.no, aftenposten.no

Rubriklistenbild: ©  Lise Åserud/dpa

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