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Forderungen der Anklage

Geschädigte Frauen fordern Schmerzensgeld von Marius Borg Høiby

Sechs Frauen, eine Forderung: Im Prozess gegen Marius Borg Høiby werden stattliche Summen genannt – selbst bei Freispruch blieben sie wohl geschuldet.

Der Gerichtssaal in Oslo wird zum Schauplatz eines beispiellosen Verfahrens: Am vorletzten Prozesstag im Fall Marius Borg Høiby (29) – Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) – legten die Anwältinnen und Anwälte der sechs geschädigten Frauen ihre Schmerzensgeldforderungen vor.

Marius Borg Høiby (li.) und Ex-Freundin Nora Haukland (re. ) stehen sich am letzten Prozesstag vor Gericht gegenüber.

Laut der norwegischen Boulevardzeitung VG summieren sich die Forderungen auf mehr als 1,9 Millionen norwegische Kronen – das entspricht nach aktuellem Tageskurs rund 172.000 Euro. Die höchste Einzelforderung entfällt mit rund 36.000 Euro auf die anonym gebliebene „Lofoten-Frau“. Für Nora Haukland (28), die einzige namentlich bekannte Geschädigte und ehemalige Freundin Høibys, werden gut 18.000 Euro verlangt – inklusive eines Aufschlags für die besondere Belastung durch den enormen Mediendruck, dem sie als öffentliche Person ausgesetzt war.

Marius Borg Høiby: Warum die Frauen Schmerzensgeld auch bei Freispruch bekommen könnten

„Es war eine enorme Belastung für Haukland“, sagt ihre Beistandsanwältin Heidi Reisvang laut VG – Haukland hatte vergeblich beantragt, anonym zu bleiben. Auch das norwegische Nachrichtenportal Nettavisen verfolgte den Prozess live und berichtete, dass der psychiatrische Sachverständige Trond Heir im Zeugenstand erklärte, Beziehungen mit Gewalt seien „die schwierigsten Beziehungen, aus denen man herauskommt“ – Bedrohung und emotionale Abhängigkeit gingen dabei Hand in Hand.

Høiby selbst bestreitet die schwerwiegendsten Vorwürfe – darunter vier mutmaßliche Vergewaltigungen und Misshandlung in einer nahen Beziehung gegenüber Nora Haukland – konsequent. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten beantragt. Das Urteil wird erst in einigen Monaten erwartet.

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

Norwegens König Haakon VIII. legt am 1. September 2026 im Storting den Eid gemäß der Verfassung ab.
König Haakon VIII. ist zwar zwei Jahre jünger als seine Schwester Prinzessin Märtha Louise, ursprünglich hatten die Männer in Norwegens Monarchie jedoch Vorrang. Erst in den 1990ern wurde die Verfassung geändert, jedoch nicht rückwirkend. Demnach folgte Haakon seinem Vater Harald nach dessen Tod auf den Thron. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Am 25. August 2001 heiratete Haakon Mette-Marit Tjessem Høiby und machte sie so zur zukünftigen Königin Norwegens. Mette-Marit brachte ihren damals vierjährigen Sohn Marius mit in die Ehe, gemeinsam mit Kronprinz Haakon hat sie zwei Kinder. Wie 2018 bekanntgegeben wurde, ist die Kronprinzessin unheilbar an chronischer Lungenfibrose erkrankt. © Lise Åserud/NTB/AFP
Königin Sonja und König Harald 2023 bei einer Audienz im Palast vor der Verleihung des Friedensnobelpreises.
König Harald V. von Norwegen übernahm am 17. Januar 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. († 87) das Zepter und blieb seinem Versprechen treu, bis zu seinem Lebensende zu regieren. Seine bürgerliche Ehefrau Sonja durfte er erst heiraten, nachdem er gedroht hatte, andernfalls für immer ledig zu bleiben. Sonja trägt auch nach Haralds Tod am 28. August 2026 weiterhin den Titel Königin. Am 29. August 2026 hätten die beiden ihren 58. Hochzeitstag gefeiert. © picture alliance/dpa/NTB/Hanna Johre
Norwegens Kronprinzessin Ingrid Alexandra bei der Vereidigung ihres Vaters König Haakon VIII. am 1. September 2026 im Storting in oslo.
Kronprinzessin Ingrid Alexandra ist das erstgeborene Kind von König Haakon und Königin Mette-Marit, nach der Verfassungsänderung hat sie in der Thronfolge Vorrang vor ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Sverre Magnus, Prinz von Norwegen, trifft im Storting ein, wo König Haakon VIII. am 1.9.2026 gemäß der Verfassung seinen Eid ablegt.
Prinz Sverre Magnus ist der jüngere Bruder von Prinzessin Ingrid Alexandra und belegt in der norwegischen Thronfolge aktuell Rang zwei. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Terje Pedersen
Prinzessin Märtha Louise von Norwegen 2025 bei der Aufzeichnung einer Talkshow in Stockholm.
Prinzessin Märtha Louise ist das älteste Kind von König Harald und Königin Sonja, aufgrund der damaligen Verfassung landet sie in der Thronfolge allerdings hinter ihrem älteren Bruder Haakon und dessen Kindern. In erster Ehe war Märtha Louise mit dem Schriftsteller Ari Behn († 2019) verheiratet, die beiden ließen sich 2017 scheiden. © IMAGO/TT
Maud Angelica Behn, Emma Tallulah Behn und Leah Isadora Behn bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett in Geiranger.
Maud Angelica, Emma Tallulah und Leah Isadora stammen aus Prinzessin Märtha Louises Ehe mit Ari Behn. Maud belegt in der norwegischen Thronfolge Platz 5, dahinter folgt Leah auf Rang 6, an 7. Stelle steht Emma. © picture alliance/dpa/NTB/Cornelius Poppe
Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett bei ihrer Hochzeit am 31. August 2024 in Geiranger.
Am 31. August 2024 heiratete Prinzessin Märtha Louise in Geiranger den selbsternannten Schamanen Durek Verrett. Die Beziehung ist in Norwegen umstritten, nach der Verlobung kündigte Märtha Louise an, keine offiziellen Aufgaben mehr für das Königshaus zu übernehmen. Ihren Prinzessinnen-Titel will sie zudem nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Durek Verrett ist trotz Hochzeit kein offizielles Mitglied der norwegischen Königsfamilie. © IMAGO/PPE
Marius Borg Høiby 2022 bei den Feierlichkeiten zu Prinzessin Ingrid Alexandras 18. Geburtstag.
Ebenfalls kein offizielles Mitglied der königlichen Familie ist Marius Borg Høiby. Der erstgeborene Sohn von Mette-Marit wuchs gemeinsam mit seinen beiden Halbgeschwistern Ingrid Alexandra und Sverre Magnus auf, sorgte jedoch regelmäßig für negative Schlagzeilen. Im August 2024 wurde der negative Höhepunkt erreicht, nachdem Marius wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung festgenommen wurde. Hinzu kam der Vorwurf der Vergewaltigung, weshalb Marius im November 2024 eine Woche in Untersuchungshaft verbrachte. © Lise Åserud/NTB/AFP
Prinzessin Astrid 2024 bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett.
Prinzessin Astrid ist die ältere Schwester von König Harald. Prinzessin Ragnhild, die älteste Tochter von König Olav V., verstarb 2012 im Alter von 82 Jahren. © IMAGO/PPE

Entscheidend ist dabei: Selbst im Falle eines Freispruchs können die Schmerzensgeldforderungen Bestand haben – denn im Zivilrecht gilt ein niedrigeres Beweismaß als im Strafrecht. Beistandsanwältin Mette Yvonne Larsen, die die sogenannte „Frogner-Frau“ vertritt, brachte es im Gerichtssaal auf den Punkt: „Dort reicht es aus, dass es klar wahrscheinlich ist.“ Marius Borg Høiby warf der Staatsanwaltschaft vor, ein „Monster“ aus ihm gemacht zu haben. Alle warten nun gebannt auf den Richterspruch. Verwendete Quellen: vg.no, nettavisen.no

Rubriklistenbild: © | Lise Åserud/dpa & Lise Aserud/Imago

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