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Royale Wut

„Außer sich vor Wut“: Neues Buch enthüllt Mette-Marits Reaktion auf Verhaftung ihres Sohnes

Ein neues Enthüllungsbuch sorgt in Norwegen für Aufsehen: Kronprinzessin Mette-Marit soll auf die Polizei wütend reagiert haben – das steckt dahinter.

Oslo – Das norwegische Königshaus kommt nicht zur Ruhe. Ein neues Buch mit dem Titel „Hvite striper, sorte får“ (dt.: „Weiße Streifen, schwarze Schafe“) sorgt derzeit in der Heimat von König Harald V. (88) für Schlagzeilen. Die Autoren Torgeir T. Krokfjord und Øystein Norum Monsen beleuchten darin das kriminelle Milieu, in dem Kronprinzessin Mette-Marits (52) Sohn Marius Borg Høiby (28) verkehrt haben soll. Doch eine Enthüllung sticht besonders hervor: die Reaktion der Kronprinzessin auf die zweite Verhaftung ihres Sohnes.

Wenn es um ihren Sohn Marius Borg Høiby geht, wird Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit zur Löwenmutter.

Wie das norwegische Magazin Se og Hør berichtet, wurde Kronprinzessin Mette-Marit bei der ersten Festnahme ihres Sohnes im August 2024 von der Polizei vorab informiert. Mette-Marit nutzte diese Vorwarnung angeblich, um zur Wohnung von Marius Borg Høiby zu fahren und dort aufzuräumen, bevor die Beamten eintrafen. Anschließend brachte sie ihren Sohn zur Jansløkka-Schule, wo die Polizei ihn in Empfang nahm. Bei der Übergabe legte Marius Borg Høiby ein zerstörtes Mobiltelefon ohne SIM-Karte vor – ein Detail, das die Ermittler misstrauisch machte.

Polizei befürchtete erneutes Eingreifen der Kronprinzessin bei Verhaftung ihres Sohnes Marius

Bei der zweiten Verhaftung im September 2024 änderte die Polizei ihre Strategie grundlegend. Die Beamten stürmten eine Hütte in Skeikampen und nahmen Marius Borg Høiby fest – diesmal ohne Kronprinzessin Mette-Marit vorab zu informieren. Laut dem Enthüllungsbuch befürchteten die Ermittler, dass die Kronprinzessin erneut ihre Pläne durchkreuzen könnte. Ein Freund von Marius informierte Mette-Marit über ihre geheime Privatnummer über die Festnahme.

„Mette-Marit war laut Quellen außer sich vor Wut“, heißt es in dem Buch der beiden Journalisten, das beim norwegischen Verlag Aschehoug erschienen ist. Die Kronprinzessin soll fassungslos gewesen sein, als sie erfuhr, dass sich ihr Sohn erneut in Polizeigewahrsam befindet – und sie diesmal nicht vorab benachrichtigt worden war. Königshaus-Expertin Caroline Vagle von Se og Hør kommentiert die Enthüllung kritisch: „Ich kann ihren Mutterinstinkt verstehen, aber angesichts ihrer Rolle als Kronprinzessin finde ich es schlimm, wenn sie glaubt, dass sie solche Privilegien haben sollte. Hier ist doch wohl in erster Linie ihr Sohn das Problem und nicht die Polizei?“

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

Norwegens König Haakon VIII. legt am 1. September 2026 im Storting den Eid gemäß der Verfassung ab.
König Haakon VIII. ist zwar zwei Jahre jünger als seine Schwester Prinzessin Märtha Louise, ursprünglich hatten die Männer in Norwegens Monarchie jedoch Vorrang. Erst in den 1990ern wurde die Verfassung geändert, jedoch nicht rückwirkend. Demnach folgte Haakon seinem Vater Harald nach dessen Tod auf den Thron. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Am 25. August 2001 heiratete Haakon Mette-Marit Tjessem Høiby und machte sie so zur zukünftigen Königin Norwegens. Mette-Marit brachte ihren damals vierjährigen Sohn Marius mit in die Ehe, gemeinsam mit Kronprinz Haakon hat sie zwei Kinder. Wie 2018 bekanntgegeben wurde, ist die Kronprinzessin unheilbar an chronischer Lungenfibrose erkrankt. © Lise Åserud/NTB/AFP
Königin Sonja und König Harald 2023 bei einer Audienz im Palast vor der Verleihung des Friedensnobelpreises.
König Harald V. von Norwegen übernahm am 17. Januar 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. († 87) das Zepter und blieb seinem Versprechen treu, bis zu seinem Lebensende zu regieren. Seine bürgerliche Ehefrau Sonja durfte er erst heiraten, nachdem er gedroht hatte, andernfalls für immer ledig zu bleiben. Sonja trägt auch nach Haralds Tod am 28. August 2026 weiterhin den Titel Königin. Am 29. August 2026 hätten die beiden ihren 58. Hochzeitstag gefeiert. © picture alliance/dpa/NTB/Hanna Johre
Norwegens Kronprinzessin Ingrid Alexandra bei der Vereidigung ihres Vaters König Haakon VIII. am 1. September 2026 im Storting in oslo.
Kronprinzessin Ingrid Alexandra ist das erstgeborene Kind von König Haakon und Königin Mette-Marit, nach der Verfassungsänderung hat sie in der Thronfolge Vorrang vor ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Lise Åserud
Sverre Magnus, Prinz von Norwegen, trifft im Storting ein, wo König Haakon VIII. am 1.9.2026 gemäß der Verfassung seinen Eid ablegt.
Prinz Sverre Magnus ist der jüngere Bruder von Prinzessin Ingrid Alexandra und belegt in der norwegischen Thronfolge aktuell Rang zwei. © picture alliance/dpa/NTB Pool/Terje Pedersen
Prinzessin Märtha Louise von Norwegen 2025 bei der Aufzeichnung einer Talkshow in Stockholm.
Prinzessin Märtha Louise ist das älteste Kind von König Harald und Königin Sonja, aufgrund der damaligen Verfassung landet sie in der Thronfolge allerdings hinter ihrem älteren Bruder Haakon und dessen Kindern. In erster Ehe war Märtha Louise mit dem Schriftsteller Ari Behn († 2019) verheiratet, die beiden ließen sich 2017 scheiden. © IMAGO/TT
Maud Angelica Behn, Emma Tallulah Behn und Leah Isadora Behn bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett in Geiranger.
Maud Angelica, Emma Tallulah und Leah Isadora stammen aus Prinzessin Märtha Louises Ehe mit Ari Behn. Maud belegt in der norwegischen Thronfolge Platz 5, dahinter folgt Leah auf Rang 6, an 7. Stelle steht Emma. © picture alliance/dpa/NTB/Cornelius Poppe
Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett bei ihrer Hochzeit am 31. August 2024 in Geiranger.
Am 31. August 2024 heiratete Prinzessin Märtha Louise in Geiranger den selbsternannten Schamanen Durek Verrett. Die Beziehung ist in Norwegen umstritten, nach der Verlobung kündigte Märtha Louise an, keine offiziellen Aufgaben mehr für das Königshaus zu übernehmen. Ihren Prinzessinnen-Titel will sie zudem nicht für kommerzielle Zwecke nutzen. Durek Verrett ist trotz Hochzeit kein offizielles Mitglied der norwegischen Königsfamilie. © IMAGO/PPE
Marius Borg Høiby 2022 bei den Feierlichkeiten zu Prinzessin Ingrid Alexandras 18. Geburtstag.
Ebenfalls kein offizielles Mitglied der königlichen Familie ist Marius Borg Høiby. Der erstgeborene Sohn von Mette-Marit wuchs gemeinsam mit seinen beiden Halbgeschwistern Ingrid Alexandra und Sverre Magnus auf, sorgte jedoch regelmäßig für negative Schlagzeilen. Im August 2024 wurde der negative Höhepunkt erreicht, nachdem Marius wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung festgenommen wurde. Hinzu kam der Vorwurf der Vergewaltigung, weshalb Marius im November 2024 eine Woche in Untersuchungshaft verbrachte. © Lise Åserud/NTB/AFP
Prinzessin Astrid 2024 bei der Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und Durek Verrett.
Prinzessin Astrid ist die ältere Schwester von König Harald. Prinzessin Ragnhild, die älteste Tochter von König Olav V., verstarb 2012 im Alter von 82 Jahren. © IMAGO/PPE

Auch der norwegische Kolumnist Jan Bøhler (73) äußert sich in der Tageszeitung Nettavisen zu den Enthüllungen und kritisiert die Passivität von Kronprinz Haakon (52) und Kronprinzessin Mette-Marit als Eltern. „Eine Ausnahme bildete der Moment, als unsere zukünftige Königin sich beeilte, Høibys Wohnsitz in Skaugum zu reinigen, bevor die Polizei kam, um ihn zu verhaften, und als sie, den Quellen der Autoren zufolge, außer sich vor Wut war, weil man sie nicht informiert hatte, bevor er zum zweiten Mal verhaftet wurde“, so Bøhler.

Das Königshaus weist die Darstellungen im Buch entschieden zurück. Kommunikationschefin Guri Varpe erklärt gegenüber der norwegischen Tageszeitung Aftenposten: „Das Buch enthält eine Reihe von Unwahrheiten, unbelegten Anschuldigungen und Unterstellungen, teilweise aus anonymen Quellen.“ Auch Marius Borg Høibys Verteidiger Petar Sekulic wehrt sich gegen die Veröffentlichung und beantragte bei Gericht, den Verkauf des Buches zu stoppen. Zuletzt hatten die Anwälte sich dazu geäußert, dass Marius Borg Høiby aktuell Suchthilfe bekommt. Verwendete Quellen: seher.no, nettavisen.no, aftenposten.no

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bestimage

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