Spannende Bürgerversammlung
Wie es mit Energie-Preisen, Waldbad und Rathaus-Neubau in Waldkraiburg weitergeht
Waldkraiburg steht vor großen Herausforderungen und ist an den Grenzen angelangt. Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) verriet bei der Bürgerversammlung auch, wie es mit dem Rathaus und dem Waldbad weitergeht.
Waldkraiburg – Die Stadt steht vor großen Herausforderungen, ist finanziell und räumlich an den Grenzen angelangt. Zur Zukunft des Waldbades und des Rathauses wird es in den nächsten Wochen Entscheidungen geben. Die Kinderbetreuung ist auf einem guten Weg, und das Stadtleben hat wieder Fahrt aufgenommen. Das waren die Kernpunkte der Bürgerversammlung im Haus der Kultur.
Knapp 50 Besucher sind live vor Ort
Gut eineinhalb Stunden präsentierten Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG), Stadtwerke-Chef Herbert Lechner und Stadtbau-Leiter Martin Reitmeyer vor knapp 50 Besuchern – unter ihnen Landrat Max Heimerl – im großen Saal das Wichtigste aus ihren Bereichen. 19 Stunden später hatten weitere 300 die Bürgerversammlung auf Youtube live oder als Aufzeichnung gesehen.
Am Beginn standen die städtischen Finanzen und die Haushaltskonsolidierung. Pötzsch: „Wir müssen auf Sicht fahren.“ Angesichts der Krisen, steigender Kosten und weiterer Entwicklungen würden Kalkulationen für die Kommunen generell immer schwerer.
Eines der Probleme ist die Kinderbetreuung. Hier stieg der Bedarf enorm an und trifft auf zusätzliche Vorgaben und Rechtsansprüche für die Betreuung. Zusätzlich hat der Wasserschaden in der Franz-Liszt-Mittelschule, der durch ein Unwetter verursacht wurde, einen umfassenden Sanierungsbedarf offenbart.
Für die Kinderbetreuung gibt es im ehemaligen BFZ Peters neue Räume. Die werden im Frühjahr umgebaut und bieten dann 72 Krippenkindern sowie 150 Kindergartenkindern Platz. „Das gibt Sicherheit für die Zukunft.“
Zukunft von Waldbad und Rathaus
Beim Waldbad rechnet Pötzsch in den nächsten zwei Wochen mit einer Entscheidung des Denkmalamtes. Ob es 2023 eine Freibad-Saison gibt, ist offen. Wenn, dann müsste wegen der veralteten Wassertechnik auch noch das Nichtschwimmerbecken geschlossen werden. „Die Technik ist durch und fertig.“ Dann wären nur noch Sprung- und Sportbecken offen und im Sommer eventuell auch die Schulschwimmhalle. Das werde der Stadtrat „in den nächsten Wochen“ entscheiden.
Derzeit wird das Raumkonzept des Rathaus-Neubaus überarbeitet. „Dann bekommen wir konkrete Zahlen zu den Kosten.“ Bisher soll der Neubau für 25,4 Millionen Euro bis Mai 2027 fertig sein. „Wir müssen das mit Vorsicht genießen. Fakt ist: „Wir müssen was machen. Wir werden was machen. Wie und was und wann, werden wir sehen.“
Hinsichtlich des Winters und der Krisenszenarien war Pötzsch vorsichtig optimistisch. Die Stadt bereite sich vor, aber auch jeder Einzelne müsse sich eigenverantwortlich informieren und vorbereiten.
Abschließend freute sich Pötzsch über das wiederbelebte Stadtleben, abgeschlossene Baumaßnahmen sowie auf die Möglichkeiten am frei werdenden Netzsch-Gelände an der Liebig-Straße.
Bauen und Modernisieren
Stadtwerke-Chef Lechner ging vor allem auf den weiteren Ausbau der Geothermie ein. Aktuell hat das Netz bereits eine Länge von 25 Kilometern, bedient ein Viertel aller Haushalte und hat 29 Millionen Euro gekostet. Im Endausbau sollen es 110 Kilometer sein und wird bis zu 170 Millionen Euro kosten, inklusive einer zweiten Bohrung. Im kommenden Jahr investieren die Stadtwerke in die Geothermie 4,3 Millionen Euro. Größte Herausforderung ist die Finanzierung. Lechner: „Wir müssen das Eigenkapital ja erst verdienen.“
Lechner kündigte zudem Preissteigerungen bei Strom und Gas an. Die würden aber dank der Einkaufsstrategie niedriger ausfallen als bei den Mitbewerbern.
Stadtbau-Chef Reitmeyer blickte vor allem auf die 1034 Wohnungen der Stadt, die zum Großteil zwischen 1965 bis 1975 entstanden sind. 56 Prozent seien bereits modernisiert; bis 2027 sollen sieben von zehn modernisiert sowie 88 Prozent an die Geothermie angeschlossen sein.
