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Reaktion auf Initiative der Anwohner

Weniger Tempo, mehr Sicherheit: Waldkraiburg testet 30er-Zone in zweijährigem Modellversuch

Eine Fußgänger überquert die Erzgebirgsstraße in Waldkraiburg.
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Wer die Erzgebirgsstraße überqueren will, muss gut aufpassen.

Anwohner klagen über zu schnelle Autos – jetzt reagiert die Stadt: In mehreren Straßen soll eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden. Ein Modellversuch soll zeigen, ob das Tempolimit wirklich für mehr Ruhe und Sicherheit sorgt.

Waldkraiburg – Kaum eine Minute vergeht an diesem Freitagmorgen, ohne dass ein Auto über die Erzgebirgs- oder Reichenbergerstraße fährt. Beidseitig parkende Fahrzeuge und die lange, gerade Streckenführung verleiten viele Autofahrer dazu, zu schnell zu fahren – zum Ärger der Anwohner.

„Die Straßen zugeparkt, ständig fahren hier Autos – mich wundert es, dass noch nichts passiert ist“, sagt eine Anwohnerin am Freitagmorgen. Ihren Namen will sie lieber nicht in der Zeitung lesen. Wer hier die Straßenseite wechseln will, muss vorsichtig sein. Parkende Autos erschweren an vielen Stellen die Sicht. Durch die aktuelle Umleitung wegen der Sperrung an der Pürtener Kreuzung ist das Verkehrsaufkommen zusätzlich gestiegen. Doch auch unabhängig davon habe sich der Verkehr in den letzten Jahren deutlich erhöht, so die Anwohnerin. „Wenn ich daran denke, wie viele Wohnungen in den vergangenen zehn Jahren hier entstanden sind“, sagt sie.

Was helfen kann? Ein Tempo-Limit.

Entsprechende Anträge hatten Anwohner bereits bei der Stadt eingereicht, jetzt kommt Bewegung in die Sache. „Wir wollen die rechtlichen Voraussetzungen für eine Tempo-30-Zone dort prüfen“, erklärte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) im Stadtentwicklungsausschuss.

Rund um Reichenberger- und Erzgebirgsstraße plant die Stadt einen Modellversuch für eine Tempo-30-Zone.

Modellversuch für zwei Jahre

Ausgehend von der Initiative der Anwohner will die Stadt dort nun einen Modellversuch starten. Geplant ist eine zweijährige Testphase, die Reichenberger Straße, Erzgebirgsstraße, Böhmerwaldstraße, den Münchener Platz, den Anton-Günther-Weg und der Sonnenstraße auch die Stichstraßen zur Haidaer Straße und Reichenberger Straße umfasst.

Lockerungen durch den Gesetzgeber würden die Einführung einer 30er-Zone zwar erleichtern, doch die Stadt will eine solche auf rechtlich sichere Beine stellen, erklärte Bauamtsleiter Carsten Schwunck. Ziel sei es, realistisch zu bewerten, wie sich ein Tempolimit in diesem größeren Gebiet tatsächlich auswirkt. Eine Tempo-30-Zone schließt nicht nur ein Tempolimit mit ein, hier gilt auch die Verkehrsregelung „Rechts vor Links“.

Dass der Modellversuch zwei Jahre dauern soll, hat auch mit geplanten Baumaßnahmen in dem Gebiet im kommenden Jahr zu tun. So können sowohl Verkehrssituationen mit Baustellen als auch im regulären Betrieb ausgewertet werden. Zum Modellversuch gehören auch regelmäßige Kontrollen und Verkehrsmessungen. „Die Stadt will ihre Hausaufgaben machen. Das ist eine gute Sache, um das Tempo langfristig zu reduzieren“, ist Schwunck überzeugt.

Nach Ablauf der Versuchsphase sollen alle gesammelten Daten ausgewertet und eine Entscheidung getroffen werden, ob die Tempo-30-Zone dauerhaft eingeführt wird oder ob es Anpassungen braucht. Einstimmig gab der Stadtentwicklungsausschuss grünes Licht.

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