Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wirtschaftsempfang in Waldkraiburg

Teamgeist, Fairness und Verantwortung: Philipp Lahm macht sich stark für Vereine

Philipp Lahm Wirtschaftsempfang Landkreis Mühldorf Altötting IHK München und Oberbayern
+
Teamgeist, Respekt und Fairness: Für Philipp Lahm sind die Werte, die Vereine vermitteln, ein wichtiger Bestandteil der Demokratie.

Als Weltmeister und Unternehmer weiß Philipp Lahm, wie wichtig Teamgeist, Fairness und Verantwortung sind – Werte, die nicht nur im Sport zählen. Sondern auch in Wirtschaft, in Vereinen und in der Gesellschaft. Beim Wirtschaftsempfang in Waldkraiburg zeigte er, wie gemeinsame Werte die Region stark machen.

Waldkraiburg – Teamgeist, Respekt und Engagement – Werte, die Unternehmen von ihren Mitarbeitenden erwarten und die Vereine tagtäglich vermitteln. Wirtschaft und Vereine Hand in Hand – wie das gelingen, wie eine Region davon profitieren kann, war Thema beim Wirtschaftsempfang der Landkreise Altötting und Mühldorf sowie der IHK München und Oberbayern und der Handwerkskammer für München und Oberbayern im Waldkraiburger Haus der Kultur.

Festredner war Ex-Bayern-Profi und DFB-Ehrenspielführer Philipp Lahm – einer, der über Werte nicht theoretisch spricht. Der Weltmeister weiß aus seiner aktiven Laufbahn genau, was Teamgeist, Fairness und Verantwortung bedeuten – auf und neben dem Spielfeld. Beim Wirtschaftsempfang, der unter dem Motto „Wirtschaft und Gesellschaft: Gemeinsam für eine starke Region“ stand, machte Lahm deutlich, dass diese Prinzipien weit über den Sport hinausreichen – und die Gesellschaft davon profitiert.

Gemeinschaft, Vielfalt und Bewegung

„Vereine holen Kinder raus aus ihren Zimmern, hin zu Gemeinschaft, Vielfalt und Bewegung“, sagte Philipp Lahm in seiner Festrede. Er spricht aus Erfahrung: Seine Zeit bei seinem Jugendverein FT Gern habe ihn nicht nur geprägt, sondern sei ihm auch ein zweites Zuhause gewesen. Das Vereinsleben habe seine Persönlichkeit gestärkt und die Grundlage für seine Karriere beim „Welt-Verein FC Bayern München“ gelegt.

Philipp Lahm, Weltmeister von 2014, gewann mit dem FC Bayern zahlreiche Titel, darunter das Triple 2013. Heute ist er Unternehmer und engagiert sich mit seiner Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Mit der Plattform „Treffpunkt Verein“ will er Vereinen den Alltag erleichtern und das Ehrenamt stärken.

Auch nach seiner aktiven Karriere lebt Lahm die Werte weiter, über die er spricht – als ehrenamtlicher Jugendtrainer bei seinem Heimatverein FT Gern. Mitgestalten zu können, bereite ihm viel Freude, wie er selbst sagt. In seiner Arbeit als Jugendtrainer oder seiner Stiftungsarbeit erfahre er immer wieder, wie wichtig es sei, Kindern die Möglichkeit zu geben, sich zu bewegen, zu erleben – als Teil eines Teams. Der Weg in den Profisport sei erst einmal zweitrangig. „Nur wenige schaffen es bis in den Profibereich. Aber im Teamsport geht es um Werte.“ Der Weg in den Profisport führe immer über den Breitensport und dafür ist Lahm den Vereinen dankbar. „Die FT Gern war meine zweite Heimat. Freunde von damals sind bis heute enge Freunde geblieben. Die Werte, die Vereine vermitteln, kenne ich aus eigener Erfahrung.

Grundlage einer funktionierenden Demokratie

Teil einer Gemeinschaft zu sein, bedeute auch Kompromisse einzugehen – für Lahm ein wesentlicher Bestandteil des demokratischen Miteinanders. „Unsere Gesellschaft wird selbstbezogener, digitaler, viele Menschen streben mehr nach Selbstverwirklichung“, sagte er. Vereine könnten diesem Trend entgegenwirken: Sie schaffen Bewegung, vermitteln Kompetenzen und seien ein Ort der Teilhabe – für Lahm Grundlagen einer funktionierenden Demokratie.

Doch so wichtig die Arbeit der Vereine ist, es werden immer weniger Vereine und damit werden es gleichzeitig weniger Orte, an denen junge Menschen wichtige Kompetenzen vermittelt werden. Um so wichtiger die Frage: „Wie kann man das Ehrenamt stärken? Was kann die Wirtschaft tun?“ Rahmenbedingungen müssten so verbessert werden, dass Menschen gerne Mitglied in einem Verein werden und sich dort auch engagieren wollen.

Wenn Unternehmen und Vereine Hand in Hand gehen, würden sich positive Effekte auf beiden Seiten ergeben. Mit seiner Plattform „treffpunkt Verein“ plant er im nächsten Jahr zwei Aktionstage in Waldkraiburg. Eine Chance für Vereine, sich vorzustellen und zu vernetzen. „Vereine brauchen starke Partner. Wenn Vereine und Unternehmen sich zusammentun, entsteht große Verantwortung.“

In einer anschließenden Podiumsdiskussion tauschte sich Lahm mit Ingrid Obermeier-Osl, Vizepräsidentin IHK für München und Oberbayern, Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer und dem VfL-Vorsitzendem Kai Röpke aus.

Auch Landrat Max Heimerl hatte zuvor die Bedeutung gemeinsamer Werte betont. In seiner Ansprache stellte er heraus, wie eng Ehrenamt und Wirtschaft miteinander verbunden sind – und zog Parallelen zwischen Unternehmen und Vereinen. Mühldorf sei ein Chancen-Landkreis, der für Gesellschaft und Wirtschaft nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen mit sich bringe. „Die Herausforderungen werden größer“, sagte er und richtete den Blick nach Berlin. Von der Bundesregierung forderte er mehr Planungssicherheit für Unternehmen und „spürbare Entlastungen“. Sein Appell: „Ich habe Vertrauen in die Bundesregierung, aber es braucht mehr Tempo – Rückenwind statt Gegenwind.“

Auch Kommunen bräuchten strukturelle Hilfe. Die Sozialkosten seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen, viele Kommunen dadurch strukturell „unterfinanziert“. „Es braucht einen Sozialstaat, der aktiviert und nicht bremst.“ Heimerl forderte eine klare Strategie für die Wirtschaft, um stabile Rahmenbedingungen zu schaffen – für Unternehmen, aber auch für das gesellschaftliche und ehrenamtliche Engagement, das die Region trägt.

Mühldorfs Landrat Max Heimerl bei seiner Rede beim Wirtschaftsempfang im Waldkraiburger Haus der Kultur.

Kommentare