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Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz

Nach Anschlag in Berlin: „Der CSD in Mühldorf findet statt – ansonsten hätten die gewonnen“

Mit so vielen Teilnehmern hatten die Macher des ersten Christopher Street Day gar nicht gerechnet.
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Rund 900 Teilnehmer beteiligten sich 2025 am Christopher Street Day in Mühldorf. Heuer steht die Veranstaltung unter dem Eindruck des tödlichen Anschlags in Berlin.

Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin wollen die Organisatoren in Mühldorf ein Zeichen setzen. Veranstalter und Polizei sehen sich mit dem Sicherheitskonzept gut vorbereitet auf den CSD am Sonntagnachmittag (26. Juli) in der Altstadt.

Mühldorf am Inn – Der Christopher Street Day (CSD) soll ein Tag der Akzeptanz, der Vielfalt und des Feierns sein. Doch nach dem tödlichen Anschlag auf den CSD in Berlin steht die geplante Veranstaltung (26. Juli) in Mühldorf nun unter dem Eindruck der Ereignisse in der Hauptstadt. Eine Absage kommt für die Veranstalter aber trotzdem nicht infrage.

„Unser Christopher Street Day findet wie geplant statt. Ansonsten hätten die gewonnen“, sagt Max Wiltschka, Vorstand vom Verein „Mühldorf ist bunt“. Es sei schlimm, was am Samstagabend beim Christopher Street Day in Berlin passiert sei. Gerade deshalb wolle man sich nicht einschüchtern lassen und ein Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz setzen.

Am Samstagabend war beim CSD in Berlin ein Auto in die Menge gerast, eine Frau kam dabei ums Leben, 16 weitere Menschen wurden verletzt, davon drei lebensbedrohlich, acht schwer und fünf leicht.

Trotz der Ereignisse in Berlin wollten auch die übrigen Beteiligten ihre Unterstützung für den CSD in Mühldorf nicht absagen. Die Versammlung beginnt um 12 Uhr mit einem Gottesdienst, um 14 Uhr startet der Demonstrationszug durch die Stadt. „Alle Stände werden wie geplant aufgebaut, sogar zwei mehr als ursprünglich geplant“, erklärt Max Wiltschka. Auch die Redner und Gäste sollen wie vereinbart erscheinen. „Wir haben eine breite Unterstützung aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“, freut sich Wiltschka.

Auf die Ereignisse in Berlin reagiert

Dennoch gehen die Ereignisse in Berlin nicht spurlos an den Veranstaltern vorüber. Noch am späten Samstagabend hatte Wiltschka vom Anschlag erfahren, erste Telefonate mit dem Stellvertreter und den weiteren Organisatoren folgten. „Wir haben uns gleich Gedanken gemacht, wie wir damit umgehen, und entsprechend darauf reagiert.“

Beim Gottesdienst soll für die Opfer des Anschlags eine Fürbitte vorgelesen werden, vor dem Umzug durch die Stadt wird eine Gedenkminute abgehalten. Außerdem habe man mit Polizei und Sicherheitskräften noch einmal Rücksprache gehalten: „Wir haben Security-Kräfte und Ordner im Einsatz, außerdem wird die Polizei ihre Präsenz erhöhen. Wir sind gut aufgestellt.

Nach dem Anschlag haben Veranstalter und Polizei ihre Planungen zwar noch einmal gemeinsam überprüft, grundlegende Änderungen am Sicherheitskonzept waren jedoch nicht nötig. Das Konzept dazu ist bereits vor Monaten unter anderem mit der Polizei entwickelt worden. „Im Vorfeld werden alle möglichen Szenarien durchdacht und mit dem Veranstalter abgestimmt. Dies ist jetzt auch kurzfristig noch einmal passiert, man denkt alles mit“, erklärt dazu Josef Bernhard, Dienststellenleiter der Mühldorfer Polizei.

Stadtplatz ist eine „geschützte Fläche“

Der Mühldorfer Stadtplatz ist aufgrund seiner baulichen Situation eine „geschützte Fläche“, die zusätzlich mit Pollern abgesichert wird. „Das Sicherheitskonzept ist sehr gut, mehr kann man nicht machen“, sagt Bernhard. Der Umzug durch die Stadt werde von Einsatzkräften der Polizei begleitet. Mit einem guten Sicherheitskonzept im Hintergrund geht Bernhard davon aus, dass die Teilnehmer einen „friedlichen Christopher Street Day“ feiern können.

Auch Max Wiltschka blickt zuversichtlich auf einen friedlichen CSD: „Wir lassen uns nicht beeinflussen.“ Denn gerade nach den Ereignissen in Berlin soll der CSD in Mühldorf ein Zeichen für Vielfalt, Solidarität sowie die Rechte und Sichtbarkeit queerer Menschen setzen.

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