Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Arbeitsunfall zerstört Familienglück

Vom Liebesglück zur „Katastrophe“: Schnaitseerin Cornelia Schönhuber trauert um ihren Mann Fayaaz

Cornelia Schönhuber mit ihrem Mann Fayaaz und ihrem Sohn.
+
Cornelia Schönhuber mit ihrem Mann Fayaaz und ihrem Sohn.

Cornelia Schönhuber aus Schnaitsee und Fayaaz hatten eine Liebesgeschichte wie aus einem Hollywood-Film. Doch ein Arbeitsunfall zerriss im August jäh das Familienglück. Jetzt gibt es eine Spendenaktion für die junge, schwangere Witwe.

Schnaitsee – Der Anfang der Geschichte hört sich fast an, wie aus einem kitschigen Hollywood-Film entsprungen. Eine Familie macht Urlaub auf den Malediven. Die Tochter, Mitte zwanzig, eben fertig mit dem Studium, fährt mit und verliebt sich Hals über Kopf in den Wassersport-Lehrer. Hollywood hätte sich die Romanze von Cornelia Schönhuber aus Schnaitsee und Fayaaz, geboren auf den Malediven, nicht besser ausmalen können. Anfang August wird das Liebesglück aber durch einen tragischen Arbeitsunfall jäh beendet.

Sechs Wochen kämpfte Fayaaz um sein Überleben. Am 14. September 2025 verlor er diesen Kampf. Julia Wahle sammelt seitdem Spenden für ihre Freundin, um sie in der schweren Zeit zu unterstützen. „Das, was hier passiert ist, ist einfach fürchterlich“, sagt Wahle. Eine „Total-Katastrophe“.

Vor neun Jahren haben sich die beiden kennengelernt

Dabei fing alles so schön an. Neun Jahre ist es her, dass Cornelia Schönhuber ihrem Fayaaz begegnet ist, wie Wahle erzählt. Das Schicksal hat sich hier wohl eingemischt, denn: „Die Familie ist eigentlich überhaupt nicht reisefreudig“, sagt Wahle. Zum Geburtstag des Vaters sollte es aber einmal gemeinsam in die Ferne gehen. Und Fayaaz? Wie viele Einwohner auf den Malediven arbeitet auch er damals in der Tourismus-Branche. Als Kite-Surfer ist er in der Wassersport-Abteilung des Hotels tätig, in dem Cornelia Schönhuber und ihre Familie unterkommen. Um die Mitte Zwanzigjährige ist es geschehen. Sie verliebt sich Hals über Kopf in den Mann. „Fayaaz hatte diese typisch maledivische Wesen. Er war lustig, lebensfroh“, erzählt Wahle. „Wir alle haben Fayaaz geliebt.“

Fayaaz ist am 14. September nach einem tragischen Arbeitsunfall gestorben.

Kurz entschlossen wandert Cornelia Schönhuber aus, um bei ihrem Fayaaz zu sein. Die beiden heiraten, bekommen einen Sohn. Knapp zwei Jahre nach dessen Geburt entscheiden sie sich in Cornelias oberbayerische Heimat nach Schnaitsee zu ziehen. Der Sohn soll hier in den Kindergarten gehen, eine bessere Bildung bekommen, als es auf den Malediven möglich ist. Die kleine Familie zieht zu Cornelia Schönhubers Eltern. Sie beginnen, das Haus zu renovieren. Das Familienglück scheint perfekt: Sie geht zunächst ihrer Arbeit als Betreuerin für Suchtkranke nach, wird dann wieder schwanger. Er lernt Deutsch an der Volkshochschule Wasserburg, arbeitet nebenher in einem lokalen Betrieb.

Zehn Monate nach dem Umzug kommt es zur Katastrophe

Im Dezember wollten die beiden wieder auf die Malediven fliegen. „Fayaaz hatte etwas Heimweh, er wollte seine Familie wiedersehen“, erzählt Wahle. Doch daraus wurde nichts. Am 7. August, nur zehn Monate nachdem die beiden einen Neuanfang in Schnaitsee gewagt haben, kommt es zur Katastrophe. Fayaaz wird Opfer eines schweren Arbeitsunfalls.

Die genauen Umstände sind weiterhin unklar, derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Traunstein. Entsprechend wenig ins Detail wird dieser Text gehen, auch der Name des Betriebs bleibt deshalb unerwähnt. Klar ist aber: Es kommt zur Explosion. Kollegen, die Feuerwehr und der Rettungsdienst versorgen ihn, erzählt Wahle. Doch auch sie können nicht verhindern, dass fünfzig Prozent von Fayaaz‘ Haut verbrennen. Er kommt lebensbedrohlich verletzt auf die Intensivstation der München Klinik Bogenhausen

Nach sechs Wochen verstirbt Fayaaz

Für drei Wochen wird Fayaaz ins künstliche Koma versetzt. Dann, um die Hirnfunktionen zu prüfen, wird er aus dem Koma geholt. „Er war voll da, er hat nach seinem Sohn gefragt“, erzählt Wahle. Eine Überraschung für alle. „Ich glaube, die Ärzte haben nicht damit gerechnet, dass er noch einmal aufwacht“, sagt sie. Doch am Ende sind die Verletzungen zu schwer. Nach sechs Wochen Achterbahnfahrt stirbt Fayaaz.

Cornelia Schönhuber und Fayaaz mit ihrem Sohn im heimatlichen Garten in Schnaitsee.

Für Cornelia Schönhuber eine „Total-Katastrophe“, wie ihre Freundin erzählt. Ein, zwei Wochen vor dem Arbeitsunfall hätte die Sanierung des Elternhauses gerade richtig begonnen. Vier Tage vorher wechselte sie noch die Arbeitsstelle. Hinzu komme die Schwangerschaft. „Nach dem Tod von Fayaaz stand sie neben mir und fragte: Wie soll ich das alles alleine schaffen?“, erzählt Wahle. Finanzielle Unterstützung für Cornelia Schönhuber gebe es von staatlicher Seite kaum. „Witwenrente und Waisenrente, das berechnet sich über sein Gehalt“, erklärt Wahle. Das sei aufgrund der Umstände schlicht nicht sonderlich hoch gewesen. „20 Prozent von nichts, ist leider noch weniger als nichts.“

Schnaitsee zeigt Solidarität

Deshalb habe sie sich dazu entschieden, eine gofundme-Spendenaktion ins Leben zu rufen. „Conny war das am Anfang sehr unangenehm“, erzählt Wahle. Erst nach dem Tod von Fayaaz habe sie zugestimmt, eine Aktion zu starten. Bis heute könne sie diese aber aus psychischen Gründen nicht verfolgen. Wahle als Initiatorin zeigt sich allerdings „überwältigt“ von der Hilfsbereitschaft. Knapp 38.000 Euro sind inzwischen auf gofundme zusammengekommen. Zudem gebe es auch ganz praktikable Hilfe, beispielsweise von Handwerkern, die ihren Dienst umsonst anbieten würden. „Die Solidarität gerade in Schnaitsee ist wirklich riesig“, sagt Wahle. Darüber sei sie sehr dankbar, denn: „Jeder Cent zählt.“

Wer nicht über gofundme spenden will, kann dies auch über das ein Spendenkonto der Volksbank Raiffeisenbank tun. IBAN: DE39 7116 0000 3003 8179 46, Empfänger: Cornelia Schönhuber.

Hinweis zu gofundme

Die Stiftung Warentest befragte Ende 2024 eine Reihe großer Spendenplattformen zu deren Vorgehensweisen. Die Antworten von „gofundme“ wurden dabei als „lückenhaft“ bezeichnet. Der Finanztest-Kommentar lautete: „Hat die meisten unserer Fragen beant­wortet, allerdings nicht zum Spenden­aufkommen. Keine strengen Anforderungen an die sammelnden Organisationen erkenn­bar.“

Kommentare