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135-mal Mittlere Reife

„Sommermärchen“: Realschule Waldkraiburg verleiht der Abschlussklasse Flügel

die fünf Besten der Schule v.l.Selina Naranjo 1,18, Sophie Langwieder 1,17, Johanna Leitl 1,17, Christina Lippacher 1,0,  und Eva Schneider 1,0,
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Das sind die fünf Besten der Schule: Selina Naranjo (von links, Schnitt 1,18), Sophie Langwieder (1,17), Johanna Leitl (1,17), Christina Lippacher (1,0) und Eva Schneider (1,0).

Mit symbolischen Flügeln ausgestattet verabschiedet die Realschule Waldkraiburg 135 junge Absolventen mit der Mittleren Reife ins Leben.

Waldkraiburg — 135 Zeugnisse mit Mittlerer Reife - das ist die Bilanz der Realschule Waldkraiburg für das aktuelle Abschlussjahr. Bei so vielen Schülern wird die Feier in zwei Termine aufgeteilt.

Die beiden Schulsprecherinnen Christina Lippacher (links) und Sophia Feckl bei ihrer Abschlussrede.

Immer wieder tauchte im Rahmen der Abschlussfeier das Beispiel von den „richtigen“ Flügeln auf. Schon im Gottesdienst am Tag zuvor, wo der erste Teil der Feier stattfand, hatten Lehrerin Theresa Danzer und Diakon Manfred Scharnagl es herausgehoben. Und weil sie flugtauglich werden sollten, wurden an alle Entlass-Schüler symbolisch kleine Flügel verteilt.

Die 10a stellte lustige Klassenszenen nach.

Daran knüpfte Konrektorin Marion Ruhland in ihrer Begrüßung an, als sie unter dem Beifall der gesamten Aula den Absolventen einen „guten Flug“ wünschte.

„Ihr werdet gebraucht“

Stellvertretender Landrat Richard Fischer sprach vom „erfüllten Sommermärchen“ für die Abschlussschüler als Chance für die Zukunft: „Sie werden gebraucht, haben gesellschaftliche und politische Verantwortung. Bringen Sie sich kritisch ein, auch in Vereinen und Organisationen!“ Dazu passte der selbstbewusste Auftritt von Antonia Kreck mit ihrem Amy-Winehouse-Song „Rehab“.

Klassenbeitrag der 10a beim Lehrerraten,

Dritte Bürgermeisterin Karin Bressel wiederum war beeindruckt von der kräftigen Stimme der Interpretin: „Eine solche Entschlossenheit sollten Sie alle zeigen, um die von Ihnen gesetzten Ziele zu erreichen. Eine Reise voller Möglichkeiten treten Sie nun an und ich hoffe, auch in unseren heimischen Firmen und Betrieben.“

Stimmgewaltiger Chor

Viel Applaus erhielt anschließend der stimm-gewaltige Zehntklass-Mädchen-Chor mit dem Abba-Song ‚When I kissed the teacher‘.

Manuela Barschdorf vom Elternbeirat ging vom Demokrit-Wort aus ‚Ein neuer Weg ist ein Wagnis, aber auch ein Sieg über Ängste und Bedenken`. „Und davon habt ihr in den letzten sechs Jahren schon manches erfahren. Ihr könnt euch auf verschiedenen Wegen verlieren, aber nur auf einem finden.“

Corona-Masken in der Schultüte

Kaum aus der Schule wegzudenken ist das Harfenduo Sophie Langwieder und Antonia Kapsegger, die danach mit dem leise plätschernden weichen „Between earth, sea and sky“ ihren letzten Realschulauftritt genossen.

Rektor Werner Groß bei seiner recht humorvollen Rede.

Mit einer großen Schultüte kamen die Schulsprecherinnen Sophia Feckl und Christina Lippacher an, der sie nach und nach Hinweise auf die zurückliegende Schulzeit entnahmen, so neben dem Handy die verhassten Corona-Masken, die elend lange bei Verfehlungen abzuschreibende Hausordnung, aber auch Fotos von den Abschlussfahrten und ein Dankschreiben an den unermüdlichen Einsatz der Verbindungslehrer. Und dazu passte perfekt das Zehntklass-Ensemble mit dem flotten „The winner takes it all“ von Abba unter der Leitung von Chefmusikerin Susanne Jung.

Rektor Werner Groß dankte allen, die das Schulleben bereichert hatten, vom Landkreis über Lehrer, Eltern und Personal bis hin zu Hausmeister Daniel Schüller, der seine Leberkassemmeln sogar ins Rektorat lieferte. Seine große Anerkennung aber galt den 135 Schülerinnen und Schülern, die das Zeugnis der Mittleren Reife erhalten, davon 31 mit einer Eins vor dem Komma und zwei Schülerinnen mit der Traumnote 1,00.

„Nehmt Vorurteile nicht persönlich“

„Auch ich kann es nicht lassen, euch einige Gedanken mit auf den Weg zu geben. Es gab heuer Nachrichten in den Medien, dass Abiturzeugnisse wegen mangelnder Reife nicht überreicht wurden, dass an einer US-Highschool ein Redner meinte: Ihr wurdet gefeiert und hofiert! Kommt aber nicht auf die Idee, dass ihr etwas Besonderes seid!“, so der Schulchef. Und da sei sie wieder, die Dis- kussion über die ‚schwierige Jugend‘ von heute: Sogar in der Sendung ‚Hart, aber fair‘ fragte man ‚Umsorgt vom Kreißsaal bis zum Hörsaal – Kommt jetzt die Generation Weichei?‘ Was davon zu halten sei?

Sokrates kennt die heutige Jugend nicht

Schon Sokrates stellte vor 2500 Jahren fest: „Die Jugend hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität“. Rektor Groß sagte aber, „nehmt Vorurteile nicht persönlich, sie sind oft nur Ausdruck der Angst vor Veränderung. In unseren nicht gerade rosaroten Zeiten ist es eure Aufgabe, euch in die Gesellschaft einzumischen und zu eurer Meinung zu stehen“. An der Schule haben sie das nötige Rüstzeug erhalten. Er schloss mit den Worten „der Grund, warum Vögel fliegen können und wir nicht: Sie sind voller Zuversicht, und wer zuversichtlich ist, dem wachsen Flügel .Alles Gute und einen erfüllten Flug durchs Leben!“

Stehempfang im Foyer

Dass natürlich jede der zehnten Klassen in einer individuellen Vorstellung die Schulzeit Revue-passieren ließ, war Ehrensache. So stellte sich die 10a vor als die „25 Vögel mit einem (Stephan)Angstwurm“, als Klassleiter. Sie seien begierig nach Wissensfutter gewesen, hätten Flugerfahrung auf Ausflügen gesammelt und im Gottesdienst Flügel mitbekommen.

Draußen trafen sich alle zum Stehempfang im Foyer.

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