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„So einen Einsatz noch nicht erlebt“

Brand greift auf vier Häuser über: Einsatzkräfte schildern dramatische Stunden in Oberbergkirchen

Brand Oberbergkirchen
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Nach ersten Erkenntnissen brach das verheerende Feuer in einer Doppelgarage aus. Darin waren ein E- und ein Hybrid-Auto abgestellt, die komplett ausbrannten.

Das verheerende Feuer in einem Wohngebiet brach in der Nacht aus, während die Bewohner schliefen. Vier Familien in Oberbergkirchen sind betroffen. Drei Feuerwehrleute verletzt. Der Schaden wird auf über eine Million Euro geschätzt. So schildern Einsatzkräfte die Lage vor Ort.

Oberbergkirchen – Was für ein Schock für vier Oberbergkirchner Familien mitten in der Nacht. Am frühen Donnerstagmorgen (12. Juni), kurz nach 1 Uhr nachts, brach in einer Garage in Oberbergkirchen ein Feuer aus. Laut Polizei beschädigte der sich rasch entwickelnde Brand die Häuser von vier Familien. Drei Feuerwehrleute wurden bei dem Einsatz leicht verletzt. Der Sachschaden wird auf einen niedrigen einstelligen Millionen-Betrag geschätzt. Die Kriminalpolizeistation Mühldorf hat die Ermittlungen in dieser Sache übernommen.

Feuer griff auf Nachbarhäuser über

Der Notruf ging gegen 1.45 Uhr bei der Integrierten Leitstelle Traunstein ein. „Die sofort alarmierten regionalen Feuerwehren stellten vor Ort fest, dass das Feuer bereits auf das an die Garage angebaute Einfamilienhaus übergegriffen hatte“, so Daniel Katz, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Trotz des raschen und professionellen Eingreifens der Einsatzkräfte breiteten sich die Flammen auf drei weitere benachbarte Objekte aus.“ Der Brand konnte erst nach mehrstündigen Löscharbeiten abgelöscht werden.

Ein Dutzend Menschen haben über Nacht ihr Zuhause verloren

Nach derzeitigen Erkenntnissen wurden im Zuge der Löscharbeiten drei Helfer der Feuerwehr leicht verletzt. „Die Bewohner der betroffenen Wohnanwesen konnten ihre Häuser eigenständig und nach derzeitigen Erkenntnissen unverletzt verlassen“, schildert Katz. „Drei der vier beschädigten Häuser sind derzeit nicht bewohnbar.“ Zehn bis zwölf Menschen haben über Nacht ihr Zuhause verloren.

Drei unserer Leute wurden bei dem Einsatz leicht verletzt“, bestätigt Markus Schaumeier, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Oberbergkirchen. Einer hatte sich eine Kopfplatzwunde zugezogen, die zwei anderen kleiner Schnittwunden. „Bei einem Einsatz dieser Größenordnung sind Verletzungen für uns aber eigentlich normal.“

Beim Anruf des OVB um halb 12 Uhr mittags ist Schaumeier noch am Brandort. „Hier ist alles gelöscht, eine Brandwache ist nicht nötig, wir werden aber später noch einmal nachschauen.“ Drei Häuser schätzt er wegen der Brandschäden als unbewohnbar ein, das vierte sei stark verraucht. Dass sich die Bewohner selbst retten konnten, sei für die Einsatzkräfte eine große Erleichterung gewesen. So konnten sie sich auf die Löschung konzentrieren und mussten nicht noch unter Zeitdruck Menschen aus den Häusern retten.

Über 125 Feuerwehrleute im Einsatz

Gleich als Schaumeier als Einsatzleiter den Brandort erreicht hatte, löste er eine Nachalarmierung aus. Es waren zig Feuerwehren aus dem gesamten Umkreis angerückt. „Es waren rund 125 Leute der Wehren im Einsatz, dazu noch Polizei, Malteser, BRK und THW.“ Die Rettungsdienste kümmerten sich um die medizinische Versorgung sowie um Verpflegung und Betreuung der betroffenen Familien und Einsatzkräfte.

Wer die Sirenen noch nicht gehört hatte, wurde von der Warn-App NINA aus dem Schlaf gerissen. Mit ihr wurde vor Brandgasen im Bereich „Am Alten Sportplatz“ gewarnt.

Per NINA-Warn-App wurde die Bürger der Gemeinde Oberbergkirchen um 2.25 Uhr vor auftretenden Brandgasen im Bereich „Am Alten Sportplatz“ gewarnt. Sie sollten Fenster und Türen geschlossen halten, Lüftungs- und Klimaanlagen ausschalten. Entwarnung wurde drei Stunden später gegen halb sechs gegeben. Laut Einsatzleiter war es zur Brandzeit etwas windig, die Rauchschwaden wurden in Richtung Westen getragen. Und leider trug dieser Wind auch zur Ausbreitung auf die in einer Reihe stehenden Wohnhäuser bei.

„Gigantische“ Hitze

„Die Hitzeentwicklung des Brandes war gigantisch“, schildert Schaumeier die Bedingungen am Einsatzort. Seine Leute konnten nur mit Atemschutz in die Häuser vordringen. „Einen vergleichbaren Einsatz mit dieser Anzahl gleichzeitig brennender Häuser habe ich noch nicht erlebt.“

Das sagt auch Kreisbrandrat Harald Lechertshuber: „So etwas habe ich noch nie gehabt! Dieses Feuer hatte Zeit, sich auszubreiten, es hat vor dem Notruf sicher schon gut 30 Minuten gebrannt.“

Dass der Brand erst spät entdeckt wurde, lag wahrscheinlich daran, dass um 1 Uhr nachts die Familien in den Häusern und auch die Nachbarn drumherum fest geschlafen haben. Lechertshuber ist froh, dass es „nur“ drei Häuser voll erwischt hat, das vierte sei nicht ganz so schlimm beschädigt. Denn die Versorgung mit Löschwasser sei nicht so einfach gewesen. „In Wohngebieten ist es immer knapp. Die Wehren mussten erst eine Schlauchleitung legen, denn an einen Pendleverkehr mit Löschwagen war in dieser Stichstraße mit Wendeplatz nicht zu denken.“

Ein Holzbalkon neben der zuerst brennenden Garage hatte zur flächendeckenden Ausbreitung des Feuers beigetragen. Vermutlich sei das Feuer in einer der Doppelgaragen ausgebrochen. Die darin abgestellten Fahrzeuge, ein E-Auto und ein Hybrid-Auto, sind komplett ausgebrannt. Das bestätigt auch Polizeisprecher Katz. Ob eines der E-Fahrzeuge den Brand verursacht hat, sei Gegenstand der Ermittlungen. „Irgendwas in der Garage hat den Brand ausgelöst“, mehr könne nicht dazu gesagt werden.

Die Batterien der beiden Fahrzeuge wurden von einer Spezialfirma ausgebaut und von dieser gelöscht. Früher sei es so gewesen, dass man die ganzen brennenden E-Autos in Wasser tauchen musste, so Lechertshuber. „Heute reicht es, die Batterien entsprechend zu löschen. Dafür braucht es hohe Fachkenntnis.“

Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)

Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni)
Großeinsatz für die Feuerwehr in Oberbergkirchen am Donnerstag (12. Juni) © fib/Eß

Unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein ist unter anderem die Klärung der Brandursache Gegenstand der kriminalpolizeilichen Untersuchungen. Der Polizeisprecher: „Hinweise auf ein vorsätzliches Brandstiftungsdelikt liegen derzeit nicht vor.“ In Zusammenarbeit mit Spezialkräften des Fachkommissariats für Spurensicherung sowie Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes läuft die Spurensuche am Brandort.

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