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Planungen im nördlichen Landkreis

Windräder im Landkreis Mühldorf: So weit sind die Planungen der Gemeinden

Wie sieht es aus mit Windräder im nördlichen landkreis? Vorranggebiete gibt es in Neumarkt-St. Veit und Schönberg. Aber auch im Wald bei Egglkofen, wo das Steinerne Brünnl steht (Bild rechts), ist eine Fläche ausgewiesen. Die Bürgermeister gehen mit unterschiedlichem Engagement an die Sache ran.
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Wie sieht es aus mit Windrädern im nördlichen Landkreis? Vorranggebiete gibt es in Neumarkt-St. Veit und Schönberg. Aber auch im Wald bei Egglkofen, wo das Steinerne Brünnl steht (Bild rechts), ist eine Fläche ausgewiesen. Die Bürgermeister gehen mit unterschiedlichem Engagement an die Sache ran.

Windkraft-Anlagen im Landkreis Mühldorf: Wie weit sind die Planungen der Gemeinden im nördlichen Landkreis schon gediehen? Und: Werden die Grundstückseigentümer mitmachen?

Neumarkt-St. Veit – Alfred Lantenhammer setzt sich schon lange für die Nutzung von Windkraft ein. Er sagt: „Ein Windkraftprojekt muss die Gemeinde selber in die Hand nehmen. Und es gehört auch ein bisschen Mut dazu!“

Ein Windkraftprojekt muss die Gemeinde selber in die Hand nehmen!

Schönbergs Bürgermeister Alfred Lantenhammer

Das Schönberger Gemeindeoberhaupt spricht von drei bis vier Windkraftanlagen, die im „Bernloher Holz“ errichtet werden könnten. Voraussetzung dafür ist nicht nur genügend Wind, sondern auch die Möglichkeit, den erzeugten Strom einzuspeisen. „Das Bayernwerk ist vor kurzem auf uns zugekommen und hat uns mitgeteilt, dass im Bereich Schönberg ein Umspannwerk gebaut wird“, erklärt Lantenhammer, der mit Ende 2029 für dessen Inbetriebnahme rechnet.

Die orange markierten Flächen stellen die Windvorrangflächen im nördlichen Landkreis Mühldorf dar. Zum Teil liegen diese genau auf den Gemeindegrenzen. Während Schönberg mit Nachdruck die Realisierung prüft, steht man in Egglkofen und NeumarktSt. Veit erst am Anfang möglicher Planungen.

„Das Umspannwerk sieht vor, dass eine Leistung von 80 Megawatt (MW) direkt eingespeist werden können“, so Lantenhammer weiter. Das entspräche nach seiner Rechnung der erzeugten Leistung von elf Windrädern beziehungsweise von fünf Windrädern und Photovoltaikanlagen auf einer Fläche von 45 Hektar. Weitere 150 MW könnten laut Lantenhammer über das bestehende Leitungsnetz eingespeist werden, etwa aus Kleinanlagen oder aus Haus-PV-Anlagen.

Dass die Erzeugung von umweltfreundlichem Strom nicht überall auf Zustimmung stößt, weiß Lantenhammer spätestens seit den Protesten gegenüber dem Windpark im Altöttinger Forst. Die Inbetriebnahme ist 2027 vorgesehen.

Lantenhammer setzt auf Transparenz und Gespräche

Lantenhammers ist sich sicher: „Zuerst ist der Aufschrei groß und auch die Gegnerschaft. Nach einigen Jahren stellt sich heraus, Windräder sind ja nicht schlimm, sondern sind für die Zukunft für die Gemeinde und das Land wichtig.“ Lantenhammer beruft sich auf Gespräche mit Betreibern: „Jeder Betreiber sagt mir, nach spätestens einem Jahr werden Windräder akzeptiert und man kann sehr wohl in der Nachbarschaft eines Windrad leben. Wenn man es richtig macht, haben alle was davon!“

Wenn Lantenhammer vom richtigen Weg spricht, dann meint er damit vor allem, dass die Gemeinde das Heft des Handelns in die Hand nehmen sollte, „das heißt, die Gemeinde bestimmt, wo es lang geht“. Seine Ansicht nach müsse es möglich sein, dass sich möglichst viele Bürger am Bau beteiligen können. „Die Grundstückseigentümer sollen mit der Gemeinde einen fairen Partner haben, der auch die Interessen der Grundstückseigentümer und Bürger in der Betreibergesellschaft vertritt – und das schon vor Bau der Windräder“.

Die Anhöhe im sogenannten Schindelholz, das sich fast bis in eine Höhe von 500 Meter über den Meeresspiegel erstreckt. Es windelt oft in diesem Bereich zwischen Neumarkt-St. Veit und Hörbering, das Areal wird auch im Windatlas als Vorrangfläche beschrieben.

Zum Planungsprozess konkret in Schönberg verrät Lantenhammer, dass im nächsten Schritt Verträge mit den Grundstückeigentümern geschlossen werden sollen. Der Gemeinderat sei bereit, Windräder im „Bernloher Holz“ zu bauen, wenn die Eigentümer dies wollen. „Jetzt sind die Bürger am Zug.“

Lantenhammer setzt auf Wind und auf Agri-PV

Das gilt übrigens nicht nur für die Windkraft. Die Gemeinde Schönberg wird laut Lantenhammer auch Interessenten an einem Bau von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen ein Angebot zur Zusammenarbeit machen. Der Gemeinderat habe beschlossen, auf einer Fläche von circa 32 Hektar solche Freiflächenanlagen im Gemeindegebiet zuzulassen. Ihm ist es wichtig, dass man für die Gemeinde einen optimalen Mix bei den erneuerbaren Energien findet.

Einige Flächen auch in Neumarkt-St. Veit

In Neumarkt-St. Veit werden Überlegungen zur Nutzung von Windkraft noch nicht öffentlich behandelt, zumal es erst einmal darum gehe, mit Grundstücksinhabern ins Gespräch zu kommen, sagt Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner.

Neben den Schnittmengen, die Neumarkt-St. Veit mit der Gemeinde Schönberg im Bernloher Holz hat, gibt es laut Energie-Atlas vier weitere Vorranggebiete: im Rotlohholz südlich von Feichten, nördlich von Blindenhaselbach im Hochholz, das Schindelholz, dort, wo der Rottalradweg vorbeiführt, auf einer exponierten Anhöhe zwischen Kinning und Mitterbruckloh.

Idylllisches Plätzchen in Egglkofen: Das Steinerne Brünnl. Der Bau einer ersten steinerne Kapelle geht bis ins Jahr 1603 zurück, 1909 wurde die Kapelle erneuert. Ihr Standort befindet sich inmitten eines Vorranggebietes für Windräder.

Eine weitere Stelle befindet sich zum großen Teil auf Egglkofener Gemeindegebiet, südöstlich vom Steinernen Brünnl. In der Gemeinde von Bürgermeister Johann Ziegleder zeigt man sich eher zurückhaltend. In erster Linie sei eine Planung davon abhängig, ob die Grundstückseigentümer überhaupt bereit seien, Flächen dafür abzugeben.

Standort abhängig von Bereitschaft der Grundstückseigentümer

Die Begeisterung darüber hielte sich im Gemeinderat in Grenzen. Die größte Frage sei die nach der Finanzierbarkeit. „Wenn so ein Windrad 10 Millionen Euro kostet, muss man mindestens drei Millionen Euro an Eigenkapital mitbringen, dazu die Zinsen für den Kredit. Das muss man als Gemeinde erst einmal zurückzahlen können!“

Es stelle sich die grundsätzliche Frage nach der Rentabilität, nach den Kosten, die ein Rückbau verursachen würde. Ziegleder: „Wir stehen noch ganz am Anfang!“

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