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Aufführungen Anfang April

Wie vor 80 Jahren – So rettet die Landjugend die Theatertradition in Neumarkt-St. Veit

Die Theatergruppe übt fleißig die Action Szenen für
 das Theaterstück unter Leitung von Regisseur Hubert Stadler (rechts).
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Die Theatergruppe übt fleißig die Szenen für das Theaterstück unter Leitung von Regisseur Hubert Stadler (rechts).

Die Corona-Pandemie hätte um ein Haar der Theaterkultur in Neumarkt-St. Veit den Todesstoß versetzt: Jetzt haben sich junge Leute aufgemacht, sie wiederzubeleben.

Neumarkt-St. Veit– Laut rumpelnd polterte der hölzerne Leiterwagen den Feldweg zum nächsten Dorf entlang. Im Gepäck war die selbstgebaute Bühne, die die damalige Landjugend für ihre Theateraufführung brauchte, wenn sie ihr Stück in jedem Gasthaus in der Umgebung vortrug. So oder so ähnlich begann die Theatertradition in Wiesbach kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als man zu Fuß wie einst das fahrende Wandervolk jedes Dorf besuchte und mit Geschichten aus dem Alltagsleben zum Lachen brachte.

Corona hat die Theatertradition gefährdet

Beinahe wäre diese schöne Tradition durch die Corona-Pandemie verloren gegangen. Das Theaterstück war schon ausgesucht und die Proben sollten beginnen, als die Ausgangssperre kam. Leider war auch nach der Rückkehr zur Normalität das Theaterspielen der Landjugend aus Wiesbach in Vergessenheit geraten.

Noch mit Textbuch, bald schon auswendig: Probe für das neue Stück.

Doch Katharina Brams und Maria Moser machten es sich zur Aufgabe, den Theatergeist in ihre KLJB Wiesbach zurückzubringen. Und dieses Projekt rief unter den Jugendlichen so großes Interesse hervor, dass am Sonntag, 6. April mit dem Bauernschwank „Brautschau im Irrenhaus“ die Premiere der neu zusammengestellten Theatergruppe gefeiert wird. Das jüngste Mitglied des Theatercastings ist gerade mal 15 Jahre alt. Und es wurde extra eine zusätzliche Rolle in das Stück geschrieben, einfach damit auch er mitspielen kann.

„Ich habe schon immer gern die Theaterstücke der Landjugend angeschaut“, sagt Initiatorin Katharina Brams mit strahlenden Augen, „und dieses ‚in andere Rollen schlüpfen‘ fand ich sehr interessant und wollte es jetzt selber mal ausprobieren.“ Auch ihre Co-Initiatorin Maria Moser und die anderen KLJBler nicken zustimmend. Regisseur Hubert Stadler erinnert sich lachend an frühere Theateraufführungen und deutet auf die verschiedenen Mitglieder der KLJB Wiesbach: „Früher haben wir oft eine ganze Stuhlreihe gehabt, da sind alle gesessen, als sie noch ganz klein waren, mit drei oder sechs Jahren.“

Monatelang am Text gefeilt

Monatelang haben die Jugendlichen unter der erfahrenen Leitung von Hubert Stadler am Text gefeilt, zuerst im Pfarrheim nur mit den Textbüchern und jetzt auf der richtigen Bühne. Dafür wurden sogar einzelne Kacheln für einen Attrappe-Kachelofen zusammengeklebt. So hat man durch das beeindruckend echt wirkende Bühnenbild wirklich das Gefühl, in einer richtigen Bauernstube zu sitzen.

Doch bevor die erste Kostümprobe stattfinden kann, darf noch die Verwandtschaft für passende Kostüme abgeklappert werden. Dringend gesucht sind unter anderem alte Polizeiuniformen. Denn das Stück spielt in einer Zeit, als die Ordnungshüter noch in Grün unterwegs waren.

Wenn der Bauer (links) mit seinem Knecht (rechts) etwas ausheckt, ist Chaos vorprogrammiert.

Der erprobte Regisseur Hubert Stadler zeigt den Jungschauspielern, wie man die gespielten Emotionen zum Publikum überträgt. Ob man besser links oder rechts vom Küchentisch steht und wie man echte „Action“ erzeugt. So spielt er unter lautem Gejohle vor, wie man aufstehen muss, damit der Küchenstuhl laut krachend umgestoßen wird. Die Schauspieltruppe lacht und klatscht über diesen Spezialeffekt.

Doch mit jeder Probe, die vergeht, steigt auch die Aufregung. Denn für viele ist es die erste Bühnenerfahrung überhaupt. „Ich werde auf jeden Fall nervös sein“, gesteht Katharina Brams in Hinblick auf die kommende Premiere. Dennoch freut sie sich schon auf die Auftritte: „Das Schönste ist wirklich, wenn du merkst, die Leute haben Spaß, die klatschen und lachen.“

Souffeuse hilft bei Texthängern

Und wenn man vor vollem Saal auf der Bühne einmal wirklich den Text vergessen haben sollte? Dann kann man sich ein Beispiel an Andreas Zwicknagl nehmen. Denn er hat schon langjährige Theatererfahrung und sagt dem Publikum in einer solchen Situation ganz ehrlich: „Jetzt woaß i mein Text nimma.“ Aber zum Glück gibt es für sowas ja immer noch die Souffleuse, von der er sich dann den Text schnappt: „Ah jetzt woaß i´s wida.“ Und weiter geht’s.

Beim aktuellen Theaterstück sorgt eine Heiratsanzeige auf einem Bauernhof für viele lustige Verwechslungen. Denn hier meinen alle zu wissen, was für den jeweils anderen gut wäre und dadurch entstehen erheiternde Missverständnisse. Wer wissen möchte, ob die „Brautschau im Irrenhaus“ ein gutes Ende findet, sollte sich diesen witzigen Bauernschwank in drei Akten nicht entgehen lassen.

Karten gibt es ab sofort

Jetzt heißt es nur noch schnell Karten besorgen, denn es finden nur vier Aufführungen im Gasthaus Zens in Hofthambach statt: Sonntag, 6. April, 14 und 20 Uhr, Samstag, 12. April, 20 Uhr und am Sonntag, 13. April, 20 Uhr.

Karten können bei Sophia Kühn telefonisch und per WhatsApp reserviert werden unter 0174/9116376.

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