Im „Bernloher Holz“
Bürgermeister stellt sich Windrad-Gegenwind: Teisings Bürger äußern ihre Ängste
Saubere Energie ja – aber bitte nicht vor meiner Haustüre: Es ist schon viel Überzeugungsarbeit notwendig, um die Standorte der Windkraftanlagen bei Schönberg zu rechtfertigen. Bürgermeister Alfred Lantenhammer stellte sich den Ängsten und Sorgen der Anwohner.
Neumarkt-St. Veit – Dass es nicht nur Befürworter für den Bau von Windkraftanlagen im „Bernloher Holz“ gibt, das war dem Schönberger Bürgermeister Alfred Lantenhammer schon vor seiner Informationsveranstaltung im Gasthaus Maier in Teising klar. Er machte aber gleich zu Beginn deutlich: „Ich möchte Ihnen die Ängste und Sorgen nehmen!“ Ziel sei es, dass es keinen Streit gebe und alle auf den gleichen Informationsstand kommen, so Lantenhammer.
Mit jedem Meter steigt die Effektivität
Und schon schlug ihm Gegenwind ins Gesicht: „Wir reden hier von 260 Meter Höhe, wissen Sie was das heißt?“, so der Grundtenor. „Kann das nicht kleiner gebaut werden?“, ergänzte Andi Schulz. „Wenn ich in Zukunft aufstehe, habe ich den Turm jeden Tag unmittelbar vor mir, wenn ich rausschaue!“, beklagte sich Georg Eberl zu Beginn der Diskussion. Lantenhammer rechtfertigte die Höhe des Windrades mit der Effektivität. Kleinere Windräder würden in unserer Gegend nicht die Energieerträge liefern. „Mit jedem Meter, den man höher baut, steigt die Effektivität.“ Aktuelle Wind-Karten seien ausschlaggebend für die berechnete Höhe.
Lantenhammer sieht Stromgewinnung auch als Aufgabe der Gemeinde
Die Frage stand im Raum, warum es sich die Gemeinde zur Aufgabe macht, die Energiewende selbst voranzutreiben. Lantenhammers Erklärung dazu: „Es gehört zur Pflichtaufgabe der Gemeinde, die Bürger mit Energie zu versorgen. Wenn nicht wir, dann müssen wir jemanden beauftragen. Das gehört zur Grundversorgung einer Gemeinde.“
Unterstützung bekam Lantenhammer von Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner: „Wir Bürgermeister können nichts dafür. Kein Bürgermeister macht das gerade gerne, aber wenn wir es nicht machen, dann kommen Investoren und bauen, ohne die Bürger vielleicht ins Boot zu holen und das Geld fließt woanders hin.“ Fakt sei, dass die bayerische Staatsregierung die Rahmenbedingungen geschafft habe, „und wir nun schauen müssen, dass wir das Beste daraus machen.“ Neumarkt-St. Veit stehe vor der gleichen Situation und werde Ende des Monats ebenfalls eine Informationsveranstaltung abhalten.
Unterstützung von Bürgermeister Baumgartner
„Ihr müsst auch verstehen, dass wir besonders betroffen sind! Wir haben nicht nur die zwei Windkraftanlagen im Bernloher-Holz, sondern es kommen noch weitere hinzu wie im Bereich Wiesbach“, meinte Stadtart Michael Lächele. Wenn dann auch noch Egglkofen den Bau von Windanlagen vorantreibe, sei man von Windanlagen eingekesselt. „Das macht den Bürgern Angst, sie haben daher zu Recht Sorgen“, so eine weitere Stimme unter den Gästen.
Anlieger kritisieren späte Einbindung
Es gab aber nicht nur kritische Stimmen. Weitere Vertreter aus dem Schönberger Gemeinderat und auch einige Schönberger waren vor Ort, die sich positiv zu den Plänen geäußert haben. Sie stellten sich den Fragen der Betroffenen, versuchten zu vermitteln und zeigten ihre Sichtweise auf.
„Wir sind nicht gegen die Windkraft, aber sie sollen ins Landschaftsbild passen. Es wäre schön gewesen, wenn man mit uns frühzeitig gesprochen hätte!“, machte Franz Heigl seinem Unmut Luft, der am nächsten zu einer der Windkraftanlagen wohnen würde.
Lantenhammer kontert Kritik an Transparenz
Lantenhammer jedoch erwiderte, dass jeder informiert gewesen sei. Im Rahmen der Bürgerversammlung sei das Vorhaben das erste Mal im Jahr 2023 vorgestellt worden. Seitdem sei immer wieder jedes Jahr über den aktuellen Stand weiter informiert worden. Trotz aller Diskussionen blieb die Skepsis. Dass ein Windrad 260 Meter hoch sein müsse, stieß auch nach der informativen Versammlung auf ebenso wenig Akzeptanz wie zum Beginn der Diskussion.
