Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Immer wieder Ärger an den Wertstoffinseln

Wilde Müll-Ablagerungen – Wofür Neumarkt-St. Veits Bauhof-Mitarbeiter herhalten müssen

Die Entsorgung von wild abgelagerten Plastikmüll, Stühle, Polster. Unfassbar, womit sich die Mitarbeiter des Bauhofes beschäftigen müssen.
+
Unfassbar, womit sich die Mitarbeiter des Bauhofs von Neumarkt-St. Veit beschäftigen müssen.

Haben die Leute überhaupt keine Skrupel mehr? Wilde Müllablagerungen halten die Mitarbeiter des Neumarkt-St. Veiter Bauhofs immer wieder auf Trab. Die Wertstoffinseln verkommen zu Müllkippen. Erstaunlich, was hier alles so entsorgt wird.

Hörbering – Wenn Michael Asbeck etwas überhaupt nicht mag, dann sind das Menschen, die sein schönes Hörbering verschandeln. Da kann der ehemalige zweite Bürgermeister von Neumarkt-St. Veit richtig grantig werden, und so hält er auch im Telefonat mit den OVB Heimatzeitungen nicht zurück. „Was überhaupt nicht geht, sind Bierflaschen am Schulbus-Wartehäuschen“, schimpft Asbeck. „Da steigen Kinder ein!“

Leere Bierflaschen an der Schulbushaltestelle

28 Flaschen habe er erst vor Kurzem dort gefunden. Natürlich hat er sich gleich einen Müllsack geschnappt und den Unrat weggeräumt. Wohl wissend, dass es nicht lange dauern wird und die nächste Müllablagerung kommt. Denn offenbar zieht die Nähe zur Kreis- und Staatsstraße vor allem Auswärtige an, um ihren Müll zu entsorgen.

Möbelstücke, Kinderwagen, Glasscheiben, Matratzen, Lebensmittel. Die Liste der Ablagerungen ist lang, wenn Asbeck zu erzählen beginnt. „Man könnte fast dort wohnen“, meint er mit einem sarkastischen Unterton. Verständnis für die Müllsünder hat er nicht: „Wir haben von dort auch schon Brot und Eier weggeräumt. 150 bis 200 Eier. Das hat natürlich entsprechend gestunken“, ärgert sich Asbeck. Der vor allem eines nicht verstehen kann: „Brot wirft man doch nicht einfach so weg? Schlechtesten falls lässt sich das doch an die Fische in der Rott verfüttern!“

Und dann müssen die Leute vom Bauhof ausrücken

Dass der Bauhof immer wieder wegen illegalen Mülls nach Hörbering ausrücken muss, liege offensichtlich an der exponierten Lage neben der Kreisstraße. „Viel Durchgangsverkehr“, sagt Asbeck, der aber den Kopf schüttelt, wenn er auf eine Standortverlagerung der Container angesprochen wird. „Haben wir schon alles versucht, hat nichts gebracht!“

Illegale Müllablagerungen von Sperrmüll an einer Wertstoffinsel. Komplette Wohnzimmergarnituren werden auf diese Art und Weise entsorgt.

Martin Wolf, Leiter des Städtischen Bauhofs in Neumarkt-St. Veit, kann ebenfalls nur den Kopf schütteln, wie oft seine Leute Müll einsammeln müssen. „Es nervt einfach nur“, sagt Wolf, der während des Gesprächs gerade auf dem Weg zur nächsten Sammelstelle ist. Behälter mit Altöl darf er diesmal wegräumen.

Kein Phänomen, das nur das Stadtzentrum betrifft

Neumarkt-St. Veit, Hörbering, Frauenhaselbach – Bauhofleute sind in ganz Neumarkt-St. Veit unterwegs, wenn mal wieder Meldungen auftauchen von Müllablagerungen. „Zwei Leute sind dann zwei Stunden beschäftigt, um das Zeug aufzuladen. Und damit ist es ja noch nicht zu Ende: Danach muss man sich überlegen, ob man den Müll nicht auch noch trennen muss!“, erzählt Wolf.

Der Zustand an den Wertstoffinseln ist auch Bürgermeister Erwin Baumgartner (UWG) schon lange ein Dorn im Auge. Und auch er hat ein aktuelles Beispiel, wie dreist Müll entsorgt wird. „An der Bubinger Straße findet sich eine Grundausstattung für junge Eltern. Kinderwagen, Buggy und Kindersitz – Einfach beim Sportplatz an einem Baum abgeladen“, erzählt Baumgartner.

Keine Chance für Überwachungskameras

„Kleidungsstücke liegen vor dem Altkleidercontainer. Die Leute werden immer dreister!“ Vor allem kritisiert Baumgartner, dass es aus Datenschutzgründen nicht erlaubt ist, Überwachungskameras zu montieren. Er ist davon überzeugt, dass dies abschreckenden Charakter hätte.

Alles was frischgebackene Eltern benötigen: Kinderwagen, Buggy, Kindersitz, gefunden in der Bubinger Straße.

Martin Wolf sieht das ähnlich. Stattdessen haben die Bauhofleute die Arbeit „und dürfen sich teilweise schwach anreden lassen, wenn der Müll nicht sofort beseitigt wird. Da wird sofort bei uns angerufen!“ Dabei hätte der Bauhof viele andere wichtigere Sachen zu tun, „die der Allgemeinheit zugutekommen sollten. Wir sind aber nicht dafür da, den Müll einiger weniger wegzuräumen.“

Müllsünder unterliegen einer Bequemlichkeit

Wolf schiebt es auf die Bequemlichkeit der Müllsünder. An den Wertstoffhöfen ließe sich vieles kostenlos entsorgen. „Aber die haben halt nicht immer geöffnet.“

Laut Landratsamt Mühldorf verzeichnet die Kommunale Abfallwirtschaft schon seit Längerem eine deutliche Zunahme von illegalen Müllablagerungen an Wertstoffinseln. „Immer häufiger wird dort nicht nur Glas entsorgt, sondern auch Sperrmüll, Elektrogeräte, Hausmüll sowie andere nicht zulässige Abfälle achtlos abgeladen.“

Ohne Worte: Vor den Alktkleidercontainerm stapeln sich die Kleidungssäcke.

Kostenlos an 17 Wertstoffhöfen abgeben

Dabei gebe es im Landkreis zahlreiche legale Möglichkeiten, Abfälle korrekt zu entsorgen: Elektroschrott, Altmetall, Hartplastik, Altholz und viele weitere Wertstoffe könnten kostenlos an den 17 Wertstoffhöfen abgegeben werden. Altkleider sind in Säcke zu verpacken und in die dafür vorgesehenen Altkleidercontainer einzuwerfen. Glas und Bioabfall seien ausschließlich in die dafür vorgesehenen Container der Wertstoffinseln einzuwerfen.

Sperrmüll wird sogar abgeholt

Sperrmüll kann direkt an der Müllumladestation in Altmühldorf abgegeben werden. Zudem findet monatlich eine Sperrmülltour statt, bei der die Abholung des Sperrmülls direkt vorm Anwesen erfolgt. Ein Sperrmüllscheck kostet 30 Euro. Problemmüll, wie zum Beispiel Holzlasuren, Lacke, Laugen und Säuren können bei der Problemmüllsammlung mehrmals im Jahr kostenlos entsorgt werden.

Restmüllsäcke gibt es auch

Restmüll gehört in die Restmülltonne. Zusätzlich sind Restmüllsäcke (50 Liter) in allen Stadt- und Gemeindeverwaltungen, Kfz-Zulassungsstellen und im Landratsamt Mühldorf für 3,20 Euro erhältlich.

Wie die Pressestelle im Landratsamt Mühldorf mitteilt, verursacht die unsachgemäße Entsorgung von Müll erhebliche Mehrkosten, „die letztlich die Allgemeinheit über die Abfallgebühren tragen muss“. Das illegale Abladen von Abfällen ist kein Kavaliersdelikt. Verstöße können mit empfindlichen Bußgeldern von bis zu mehreren tausend Euro geahndet werden.“

Müllablagerungen sofort melden

Die Bürger werden gebeten, sachdienliche Beobachtungen im Zusammenhang mit wilden Müllablagerungen umgehend per Abfall-App, telefonisch oder per E-Mail (abfallwirtschaft@lra-mue.de) zu melden. Für weitere Auskünfte ist das Team der Abfallwirtschaft unter Telefon 08631/699-744 erreichbar.

Wie man es besser machen kann, haben die Schüler der Herzog-Heinrich-Mittelschule gezeigt. An ihrem Wandertag packten rund die 300 Schüler kräftig mit an: Ausgerüstet mit Eimern, Handschuhen und Zangen sammelten die Kinder und Jugendlichen mit dem Plogging-Team unter Leitung von Roland Scherer eifrig Müll im Stadtgebiet.

6000 Zigarettenkippen gesammelt

Rund 6000 Zigarettenkippen, 92 Kilogramm Restmüll, 34 Kilogramm Altglas, 12 Kilogramm Metalle, Batterien, Fahrradschläuche, Autoreifen, sogar ein Auto-Kindersitz und ein Dreirad, sowie ein Kindertöpfchen und vieles mehr wurden gefunden. Zum Abschluss wurde der Abfall mit den Profis fachgerecht sortiert und am Wertstoffhof entsorgt.

Bürgermeister Baumgartner spendierte den jungen Müllsammlern als Anerkennung eine kleine süße Überraschung.

Kommentare