Rottstadt verliert einen Schützenverein
In die Jahre gekommen und keine Jugendarbeit: Neumarkter Schützenverein löst sich auf
Sechs Schützenvereine treten in diesem Jahr zur Stadtmeisterschaft in Neumarkt-St. Veit an. Ein Verein wird allerdings auch in diesem Jahr keine Schützen mehr in den Wettbewerb entsenden. Die Birkhahn-Schützen sind in die Jahre gekommen. Es gibt keinen Nachwuchs, der Verein wird sich auflösen.
Neumarkt-St. Veit – Der Beschluss fiel einstimmig: Alle 21 Mitglieder des Schützenvereins Birkhahn haben sich bei der jüngsten außerordentlichen Mitgliederversammlung in ihrem Schützenheim „Hotel Post“ dafür ausgesprochen, den Verein, der 1953 gegründet worden ist, aufzulösen. Da dies schon an vielen Vereinsabenden vorberaten worden war, und auch in der Tagesordnung der wichtigste Punkt war, kam diese Entscheidung nicht überraschend.
Zwei Liquidatoren wickeln den Verein ab
Zunächst bestätigte die Versammlung die von Schützenmeister Rudi Berghammer vorgeschlagenen Vorstandsmitglieder Hans Kagerer und Karl-Heinz Schall als Liquidatoren. Dann erfuhren die Anwesenden, welche Anstrengungen für eine Vereinsauflösung erforderlich sind. Beide Liquidatoren hatten schon Vorbereitungen getroffen, und so fielen die nächsten Beschlüsse immer ohne Gegenstimme aus: Was überlassen wir dem Nachfolger der Schießstätte? Welche Gegenstände könnten wir verkaufen? Was sollte im Stadtarchiv gelagert und vielleicht ausgestellt werden?
Für die künftige Mitarbeit an Auf- und Abräumarbeiten im Schützenheim bestand große Zustimmung. Die einzelnen Arbeiten werden in den nächsten Wochen anfallen und entsprechend gemeinsam bewältigt werden, hieß es dazu in der Sitzung.
Lediglich die Zukunft der wertvollen Schützenkette löste eine längere Debatte aus. Verkaufen oder archivieren? Diese beiden Alternativen standen im Raum. Schließlich waren bei der Abstimmung zwei Drittel der Mitglieder für die Archivierung der Kette in der Stadt Neumarkt-St. Veit. Diesen Beschluss will man nun auch umsetzen.
Edelweiß-Schützen übernehmen Schießstand
Die Liquidatoren versprachen, gewissenhaft alle Vorschriften des Gerichts und Finanzamtes zu erfüllen, damit die Auflösung schadlos über die Bühne gehen könne. Wie Hans Kagerer auf Nachfrage mitteilte, soll der Schießstand erhalten bleiben.
Die Anlage, die 1968 errichtet wurde, galt damals lange Zeit als die modernste Schießanlage. Zahlreiche überörtliche Meisterschaften lockten in den Folgejahren regelmäßig die besten Schützen aus dem gesamten Schützengau in die Rottstadt. Die Edelweiß-Schützen aus Hörbering, die schon seit einigen Jahren die Schießstände im Obergeschoß des Gasthofes „Zur Post“ nutzen, haben sich nun bereit erklärt, die Schießanlage weiterzubetreiben.
Kassenstand war auf 1.500 Euro gesunken
Unter dem Tagesordnungspunkt Wünsche und Anträge erklärten die Mitglieder, dass sie sich weiterhin als Stammtisch treffen wollen.
Die Berichte der Vorstandschaft waren im einleitenden regulären Teil der Versammlung sehr kurz ausgefallen. Lediglich Schatzmeister Uli Dahlberg meldete, dass für Gebühren und laufende Ausgaben rund 250 Euro zu bezahlen war, wodurch der Kassenstand auf rund 1.500 Euro gesunken sei.
