Neumarkt-St. Veit: Gedenktag der KSK am Wochenende
Die Opfer von 1809: Auf den Spuren der Schlacht zwischen Franzosen, Bayern und Österreichern
Die Stadt Neumarkt-St. Veit ist bekannt für ihre sogenannten „Neunerkreuze“. Dabei handelt es sich um Gedenkkreuze, die zu Ehren der vielen gefallenen Soldaten der Schlacht von 1809 rund um Neumarkt-St. Veit errichtet wurden. Die KSK lädt anlässlich des Gedenktags zu einer besonderen Führung ein.
Von Franz-Joseph Gruber
Neumarkt-St. Veit – Am 28. April 2024 wird wie seit vielen Jahren in Neumarkt-St. Veit der gefallenen Soldaten aus der Schlacht vom 24. April 1809 gedacht. Damals, seit 1806, war das Königreich Bayern mit dem Rheinbund ein Verbündeter des Kaiserreichs Frankreich unter Napoleon I. Die Großmacht Österreich hoffte durch den Einmarsch in Bayern auf einen Seitenwechsel der Bayern und der anderen deutschen Kleinstaaten. Tatsächlich hielt das Bündnis mit Napoleon und Österreich wurde besiegt. Nach dem verlorenen Krieg wurde der österreichische Kaiser selbst zum Bündnis mit Napoleon gezwungen.
Berichte über Einzelschicksale
Über die großen Schlachten und die politischen Vorgänge wurde während und nach den Napoleonischen Kriegen schon viel schriftlich niedergelegt. Doch gab es auch rund um Neumarkt Einzelschicksale, welche einer Erwähnung wert sind.
Während fast alle gefallenen Soldaten bei den Neuner-Kreuzen in Einzel- und Sammelgräbern bestattet wurden, gibt es im Sterbematrikel des Friedhofes St. Veit für den 24. April 1809 diesen auffälligen Eintrag: „Clau de Dominique Chardon, Quartiermeister des 2. Regimentes der Jäger zu Pferde, vom 3. Armeekorps, 31 Jahre alt, geboren in Arbresle, Departement Rhone, bei Lyon, verstarb an den Folgen einer Gewehrkugel im Bauch am 24. April um 7 Uhr am Abend.“
Die Übersetzung des französischen Textes stimmt mit den vorhandenen Quellen für Neumarkt überein. Während üblicherweise Namen von Offizieren überliefert sind, erscheint in diesem Beitrag ein Unteroffizier oder Feldwebel als Gefallener mit einigen Lebensdaten. „Es ist zu vermuten, dass der Schreiber des Textes für den gefallenen nahen Verwandten ein Grab auf dem Friedhof erlangen konnte, weil sonst der Eintrag keinen Sinn machen würde“, erläutert dazu der Kassier der KSK Neumarkt-St. Veit und Hobbyforscher Franz-Joseph Gruber.
Für ein anderes Ereignis im Zusammenhang mit der Schlacht gibt es eine sogenannte Votiv-Tafel mit Kampfszene und dem Text dazu: „Anno 1809 ist Philippus Obergrußperger, mit seinem Pferd unter die Kaiser (lichen) und Bay. (erischen) Soldaten gekommen und durch diesen Scharmizl gesprengt worden, ist aber glücklich durch kommen. Das Roß hat eine Kugel getroffen, das ist geschehen bey Roschbach. Der Bauer ist mit 29 Jahren im selben Jahr gestorben. R. i. P.“
Votivtafel berichtet anschaulich über Soldaten-Schicksal
Von dieser Votiv-Tafel war ursprünglich nur ein Schwarz-Weiß-Foto und eine Fotokopie vorhanden. Tatsächlich konnte die Tafel noch im Original aufgefunden werden. Die Holztafel mit farbiger Fassung befindet sich aktuell in der Kapelle in Engfurt zwischen Pleiskirchen und Töging. Den damaligen Stiftern war das Ereignis eine besondere Würdigung und Erinnerung wert. Auf das Farbfoto wird verwiesen.
Im Zusammenhang mit dem Georgitag und dem Umfeld des Gefechts sammelt die KSK Neumarkt-St. Veit solche Ereignisse und Quellen. Nähere Info unter 08639/5118.
Die Stadt Neumarkt-St. Veit und die Krieger- und Soldatenkameradschaft Neumarkt-St. Veit lädt die Vereine und Bürger von Neumarkt-St. Veit und Umgebung zur Feldmesse am Gedenkkreuz in der Georgistraße am Sonntag, 28. April, ein. Um 9.30 Uhr sammeln sich die Vereine zum Kirchenzug am Stadtplatz. Um 9.45 Uhr erfolgt der Abmarsch zum Kriegerkreuz von 1809 (bei Regen zu Pfarrkirche St. Veit ). Um 10 Uhr beginnt die Feldmesse. Es folgen um 11.15 Uhr Gefallenenehrung und Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal in der Badstraße.
Führung über das ehemalige Schlachtfeld
Bereits am Samstag, 27. April, lädt die KSK zu einer Führung über das ehemalige Schlachtfeld vom 24. April 1809. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Kriegerdenkmal in der Badstraße. Die Stationen werden mit Privat-Pkw angefahren. Die Führung dauert circa zwei Stunden, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

