US-Amerikaner stirbt mit 101 Jahren
Er schrieb 162 Liebesbriefe aus Neumarkt an seine Liebste in den USA: Jetzt ist Roy Roberts tot
Wenige Tage vor der Kapitulation Deutschlands kam der US-Amerikaner Roy Roberts ins heutige Neumarkt-St. Veit: Von dort schrieb der Soldat 162 Briefe an seine Frau Christine in die USA, die er über 70 Jahre später in einem Buch veröffentlicht hat. Eine bewegende Liebesgeschichte.
Neumarkt-St. Veit – Es ist eine tief bewegende Geschichte. Eine Liebesgeschichte, die der US-Amerikaner unmittelbar vor Kriegsende geschrieben hat, die aber vor allem deswegen so interessant ist, weil sie die Zeit nach der Kapitulation Deutschlands im beschaulichen Neumarkt an der Rott beschreibt.
Roy Roberts kam damals als 23-jähriger Soldat nach Neumarkt, wo er im damaligen „Hotel Peterhof“ Quartier beziehen sollte. Und von wo aus er 162 Briefe an seine Angebetete, Christine, die in den USA auf ihn wartete, verfasste.
Was er in dem beschaulichen Ort im nördlichen Landkreis Mühldorf erleben sollte, hat der 23-Jährige in all seinen Briefen an seine Liebsten beschrieben. Im Alter von 98 Jahren hat er sie als Buch veröffentlicht, geschmückt mit Motiven - Roberts war Fotograf - aus Neumarkt in den Nachkriegswochen.
Seinen letzten Brief mit Neumarkt im Absender schrieb er am 9. Juli 1945. Roberts kehrt über Frankreich nach Hause zurück. Er heiratete seine Christine und verbrachte sein Leben mit ihr. Seine Frau starb 2017, nach 73 gemeinsamen Jahren. Am 1. Februar 2023 feierte Roy Roberts noch seinen 101. Geburtstag. Am 15. Juni ist er gestorben.
Andreas Link, Archivpfleger in Neumarkt-St. Veit, schreibt auf seinem Facebook-Account, dass er noch im Mai dieses Jahres persönlichen Kontakt mit dem US-amerikanischen Veteranen hatte. „Beeindruckend seine veröffentlichten Briefe in die Heimat aus dieser Zeit“, schreibt Link und verweist darauf, dass das Buch „Dear Christine“ auch in der Neumarkt-St. Veiter Stadtbibliothek zum Ausleihen zur Verfügung steht.

