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Zeit der Zecken ist da

FSME-Risiko in Mühldorf: Was Sie über Zecken, Impfungen und Schutz wissen sollten

Die Gefahr in Frühjahr und Sommer: Arzt Arno Mohr rät dringend zur Impfung.
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Die Gefahr in Frühjahr und Sommer: ein Zeckenbiss. Arzt Dr. Arno Mohr rät dringend zur Impfung.

Die Gefahr, sich durch einen Zeckenbiss mit FSME zu infizieren, ist in der Region sehr hoch. So können Sie sich vor der Infektion und den lästigen Tieren schützen.

Mühldorf 2023 gab es nach Angaben des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu) 587 Fällenvon FSME- Erkrankungen. In Risikogebieten liegt die Wahrscheinlichkeit laut Nabu bei 1 zu 50 bis 1 zu 100. Dabei vermuten die Naturschützer eine hohe Dunkelziffer, wenn FSME-Erkrankungen ohne schwerere Folgen verlaufen.

Nach Auskunft des RKI gehört die gesamte Region zu den Risikogebieten, in denen eine Infektion leicht möglich ist. Die Empfehlungen der Fachleute sind klar: möglichst lange Bekleidung und eine Schutzimpfung. Dr. Arno Mohr, Chefarzt für Infektiologie im Krankenhaus Mühldorf des „InnKlinikums“ weiß, wie man sich schützen kann und was nach einem Zeckenbiss zu tun ist.

Kein Grund für die Notaufnahme

Was soll ich tun nach einem Zeckenstich?

Dr. Arno Mohr: Ein Zeckenstich ist kein Grund, die Notaufnahme aufzusuchen, und meist ist auch kein Arzt-Kontakt notwendig. Wichtig ist, die Zecke, nachdem sie entdeckt wurde, möglichst rasch zu entfernen. Zur Entfernung sind entweder eine Pinzette oder alternativ spezielle Instrumente zur Zeckenentfernung, meist über die Apotheke zu beziehen, sinnvoll. Die Zecke damit möglichst nahe an der Haut greifen und anschließend herauszuziehen. Sie sollte nicht zuvor mit Öl oder Kleber oder ähnlichem gereizt werden. Nach Entfernung der Zecke ist eine Desinfektion der Wunde sinnvoll.

Zecken sind lästig und manchmal gefährlich.

Welche Folgen können Zeckenbisse haben?

Mohr: Durch Zeckenstiche können unterschiedliche Erkrankungen übertragen werden. In unserer Gegend sind die beiden häufigsten Erreger, die durch Zecken übertragen werden, die Borreliose und FSME.

Wie kann ich mich schützen?

Mohr: Zecken halten sich überwiegend in Büschen und hohem Gras auf. Helle, lange Kleidung und das Verbleiben auf festen Wegen beim Spaziergang durch den Wald vermindert das Risiko für einen Zeckenstich. Die frühe Entdeckung und das Entfernen der Zecke vermindert, sofern die Zecke infiziert ist, die Wahrscheinlichkeit der Übertragung einer Erkrankung. Die FSME-Impfung schützt vor einer FSME-Erkrankung.

Gelten diese Ratschläge für alle Menschen, egal welchen Alters oder Geschlechts?

Mohr: Im Prinzip ja. Sofern allerdings kein Aufenthalt in der Natur erfolgt, beispielsweise bei Pflegeheimbewohnern, ist keine Impfung notwendig. Eine Impfung ist auch nicht notwendig, wenn man nicht in einem FSME-Risikogebiet lebt.

Arno Mohr

Welche Folgen hat eine Borreliose-Infektion?

Mohr: Eine Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die durch Zeckenstiche übertragen werden kann. Neben Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen kann der Erreger verschiedene Organsysteme befallen. In den meisten Fällen ist die Haut betroffen, sie zeigt Wanderröte, aber auch Herz, Nervensystem und Gelenke können angegriffen werden. Eine Borreliose ist durch eine Antibiotika-Therapie behandelbar. Eine Impfung steht nicht zur Verfügung.

Welche Folgen hat eine FSME-Infektion?

Mohr: Eine Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine durch das FSME-Virus übertragene Erkrankung. Meist führt das Virus zu grippeähnlichen Symptomen wie Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Fieber. Bei einem kleinen Teil der Erkrankten kommt es zu einer zweiten Krankheitsphase, in der der mehrere Entzündungen auftreten können: Meningitis, das ist eine Entzündung der Hirnhäute; Enzephalitis, das ist die Entzündung des Gehirns, und Myelitis, die Entzündung des Rückenmarks. Schwere Verläufe können hier unter anderem zu Lähmungen oder Sprach- und Schluckstörungen führen. Eine Impfung steht, wie erwähnt, zur Verfügung.

Manche Menschen lehnen eine Infektion wegen Nebenwirkungen oder Impfschäden ab. Welche gibt es und was raten Sie solchen Menschen?

Mohr: Neben einer Impfung sind, wie bereits ausgeführt, auch andere Maßnahmen zum Schutz möglich, beispielsweise durch lange Kleidung. Wie bei allen Medikamenten gibt es auch bei Impfungen Nebenwirkungen. Ein Impfschaden liegt vor, wenn jemand durch eine Schutzimpfung eine gesundheitliche Schädigung erlitten hat, die über das übliche Ausmaß einer Reaktion hinausgeht. Insgesamt sind Impfschäden selten und der individuelle Nutzen aller von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen ist um ein Vielfaches höher, als das Risiko einen Impfschaden zu erleiden.

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